Hozlbeute Isolierung + Schimmelschutz

  • Hallo zusammen,


    habe schon viel hier im Forum zum Thema Stocktemperatur und Kondenswasser- / Schimmelproblematik gelesen.


    Ich möchte in nächster Zeit meine erste Beute (Typ TBH) aus Holz bauen und natürlich Fehler im Vorfeld vermeiden.


    Abgeleitet vom Fachwerkhausprinzip kam ich auf folgende Idee:
    Holz aussen, dann eine feste Schicht Lehm-Stroh-Gemisch, dann Holz innen. Innenanstrich mit Leinöl, dadurch kann das Holz weiter atmen und Wasser wird nach aussen abgeleitet. Eventuell ein Kalkanstrich zw. Lehm und Holz.


    Grundüberlegung war eine atmungsaktive Bauweise, die im Winter gegen Kälte und im Sommer gegen Hitze isoliert. Kondenswasser in der Beute würde aufgenommen und theoretisch dürfte es keine Schimmelbildung geben.


    Vertragen Bienen einen Kalkanstriche der Beute? Auch damit wäre eine Schimmelbildung zu verhindern, bin mir nur nicht sicher, ob die Biene direkten oder indirekten Kontakt verträgt.


    Sind vielleicht für Euch doofe Anfängerfragen, aber ich möchte eine optimale Lebensqualität schon in der Beute schaffen.


    Wer kann mir hierzu Tips oder Anregungen geben


    LG Co


  • Sind vielleicht für Euch doofe Anfängerfragen, aber ich möchte eine optimale Lebensqualität schon in der Beute schaffen.


    LG Co


    Hallo Co . Ja,doofe Anfängerfrage ist schon richtig . Wie leben die Bienen in freier Natur ? In alten hohlen Bäumen ! Wo ist da eine Isolierung oder Kalkanstrich im innern ? Holzkiste mit Gitterboden und gut ist beste Lebensqualität !


    GRuß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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    Abgeleitet vom Fachwerkhausprinzip kam ich auf folgende Idee:
    Holz aussen, dann eine feste Schicht Lehm-Stroh-Gemisch, dann Holz innen. Innenanstrich mit Leinöl, dadurch kann das Holz weiter atmen und Wasser wird nach aussen abgeleitet. Eventuell ein Kalkanstrich zw. Lehm und Holz.


    Grundüberlegung war eine atmungsaktive Bauweise, die im Winter gegen Kälte und im Sommer gegen Hitze isoliert. Kondenswasser in der Beute würde aufgenommen und theoretisch dürfte es keine Schimmelbildung geben.
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    Beschäftige dich bei deinem Hausumbau mal mit dem Thema Bauphysik, Feuchtigkeitsausgleich, Holz in Innenräumen etc. Dann wirst du sehen/lesen/merken, das einfach Holz pur im Inneren am besten die Feuchtigkeit ausgleicht (na gut, Lehm auch). Jede zusätzliche Schicht, z.B. Leinöl vermindert den Feuchtigkeitsausgleich und ist daher für dein Ziel kontraproduktiv. Umgemünzt auf deine Bienenbeute bedeutet das: Innen Holz pur.
    Für außen reicht eigentlich auch Holz pur, wenn sich Regenwasser nicht sammeln kann, also klassischer physikalischer Holzschutz. Bei deiner gewünschten TBH hast du ja schräge Wände an 2 Seiten, von oben kannst du nen (Metall-)Deckel auflegen, wenn der noch ordentliche Überstände hat, werden auch die Stirnseiten nicht groß naß und der Deckel an sich kann ja irgendwie anders geschützt werden (MEtall, Dachpappe, Dachziegel, Holzschindeln, einfach ne Schräge, was auch immer)
    Für die Isolation reicht ebenfalls Holz pur, wie schon geschrieben, leben Bienen "normalerweise" in hohlen Bäumen. Wenn du dem dünnen 18er Leimholz nicht traust, nimmst halt das 28er oder lässt dir aus dem Holzhandel 50er Bohlen kommen. Allerdings solltest du im letzten Fall dann wiederum an irgendeine Krankonstruktion denken, weil du dann die Beute nur noch schwer bewegt bekommst.


    Zusammenfassend gesagt: Holz pur überall, innen wie außen


    Grüße, Robert

  • Hallo


    kann meinen Vorrednern nur zustimmen, die Beute innen mit Leinölfirnis zu streichen wäre wirklich das letzte, also verkneif dir das bitte. Wenn du schon Stroh und Lehm verwenden willst, dann bau gleich eine Strohbeute mit Holzrahmen. Den Kalkanstrich lass bitte auch bleiben, die Bienen machen das mit Propolis.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke für die Tips.


    Holz hab ich mir am Wochenende besorgt, komme dann auf eine Wandstärke / Holzstärke von 3,8 cm, müsste eigentlich dick genug sein.
    Aussen werde ich ein wenig farblich gestalten (wie bei meinen Vogelhäusern und Insektenhotels), muss ja zur Villa Kunterbunt passen :-D, sind aber offenporige und ungefährliche Farben.


    Leimholz draussen hat sich bei mir bei anderen Bauprojekten tatsächlich nicht bewährt, hat sich je nach Wetterlage immer in alle möglichen und unmöglichen Richtungen verzogen und verbogen.


    @dobri
    mit Leinölfirnis (also versetzt mit Terpentin) arbeite ich generell nicht, hab ne Quelle, bei der ich Leinöl pur bekommen kann.


    Robiwahn
    bisher habe ich hier nur Balken mit Leinöl behandelt, die vorher im Mauerwerk versteckt / verputzt waren oder halt draussen anstelle konventioneller Holzschutzfarben. Da hat sich das Zeug richtig gut gemacht.
    Leinöl pur wurde mir von einem Baubiologen in dieser Verarbeitungsform empfohlen.
    Will die TBHs auch nicht auf Füsse stellen sondern zwischen Balken hängen, bei Wind haben die Bienen dann ne Schaukel :wink: also der Standort soll feste sein.
    Wollte das ganze nur so konfigurieren, dass ich die Rückwand komplett mit Plexiglas und einer Holzklappe versehe, damit ich auch mal reinschauen kann (wie beim Schaukasten), ohne die Bienen zu öffnen / stören.
    Metalldeckel als Abdeckung weiss ich nicht, das heizt sich doch sicherlich mörderisch auf dann im Inneren im Sommer.


    LG Co

  • ...
    Will die TBHs ... zwischen Balken hängen, ...
    Metalldeckel als Abdeckung weiss ich nicht, das heizt sich doch sicherlich mörderisch auf dann im Inneren im Sommer.


    LG Co


    Für die Balken zur Aufhängung noch nen kleiner Tip: nimm Robininenpfähle, die halten im Erdkontakt unbehandelt bis zu 20 Jahre, bekommst du höchstwahrscheinlich beim örtlichen Revierförster, sollten ca. 3-5,-/Stk. kosten. Alternativ Eiche (keine Roteiche, die fault weg), hält auch ca. 10-15 Jahre


    Metalldeckel natürlich auch nur mit Unterlüftung. Schau mal bei den üblichen Internet-Imkershops, die haben fast alle Deckel aus Metall mit kleinen Holzabstandsklötzchen, so kann die warme Luft abziehen.


    Grüße, Robert

  • Ist garnicht so einfach eine Beute zu bauen,
    dagegen habe ich nur einfache Kisten aus 18mm Bretter.
    Ich habe allerdings selbst bei reichlich Regen oder/und bei 18° minus
    noch keinen Beschwerdebrief von meinen Bienen erhalten. :oops:
    gruss
    rudi

  • Hallo zusammen,


    ich habe die Erfahrung gemacht, daß bewohnte Beuten (18mm Leimholz) sich gut halten, unbewohnte Kisten verziehen sich. Das hängt damit zusammen, daß die Bienen ihre Kiste permanent trocken heizen. Also Leimholzbrett im Aussenbereich ist nicht mit einer Zarge zu vergleichen!


    Ähnliches sieht man beim Außenanstrich, besonders das Leinöl wird schwarz. Mich stört das etwas, weil besonders die Zargen unten herum (kalte Bereiche) und die Böden rott aussehen. Deshalb habe ich meine letzten/neuen Kisten einfach gar nicht mehr gestrichen.


    @Co (Name?): 38mm Holz für Beuten finde ich reichlich übertrieben. Die Kisten sind spätestens mit Inhalt unnötig schwer ...


    Gruß Jörg

  • Hallo,


    Wiederholung: Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen - meine selbstgebauten Zargen aus 18 mm Leimholz dunkeln zwar nach, aber da verzieht sich nix ! Ein ordentlicher Deckel mit entsprechendem Überstand und Abstand vom Erdboden muss aber sein.
    Meine haben den letzten Winter in diesen Kisten, zweizargig und mit offenem Gitterboden, besser überstanden als die in den Hinterbehandlungsbeuten im Bienenhaus. Dafür ist logischerweise der Futterverbrauch entsprechend höher.


    Freundliche Grüße aus Chemnitz


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen


  • Leinöl pur wurde mir von einem Baubiologen in dieser Verarbeitungsform empfohlen.

    Ja nee is klar, der muss ja die olfaktorische Beleidigung der Riechkolben nicht aushalten. Ausserden wartest du Wochen bevor du die Kisten verwenden kannst. Leinölfirnis hat übrigens nichts mit Terpentin zu tun sondern mit einem beigemischten Sikkativ, dass die Trocknung beschleunigt. Du kannsts das Leinöl aber mit Orangenterpenen verdünnen.


    Löse dich bei Beutenbau von allzu menschlichen Empfindungsweisen und Gebräuchen!


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space


  • super das Forum, hier denken viele mit und man kann sich Gedanken in alle Richtungen machen. Will eben keine Fehler machen beim Bau der Beute die später zu Lasten der Bienen gehen.


    Drohn 55 + JörgK
    Leider hab ich bei Vogelbehausungen + Insektenhotels erleben müssen, dass sich das Leimholz je nach Wetterlage ständig und immer wieder in neue Richtungen verzieht und sogar Kombinationen von Schraube und zusätzlicher Verleimung auseinandergerupft wurde.
    Der Überfall beim Baumarkt am Wochenende: Naturholz mit Nut + Feder gab es mit max. 19 mm Stärke ... habe mehrere Bauanleitungen für Beuten hier ausgedruckt liegen, da ist immer von einer Mindestholzstärke von mind. 24 mm und mehr die Rede, daher dachte ich doppelwandig, also 2 mal 19 macht 38 mm


    Der Vergleich mit Naturbienen in leeren Holzstämmen / alten Holzhöhlen ist nachvollziehbar, aber das was ich bisher da gesehen habe, da ist schon ne Menge Holz zwischen Biene und freier Natur.


    Soll keine Wanderbeute werden sondern eine mit festem Standort und in Richtung 1zargige Trogbeute / TBH mit Klappdeckel (Scharnier), damit das heben und schleppen bei normalen Pflegearbeiten nicht sein muss, will keine Quetschbienen und ich denke an mein armes Kreuz, Deckel auf und mehr nicht. Sollte Transport wirklich mal nötig sein ... muss meine besser Hälfte mit anfassen :wink: muss doch einen Nutzen machen, warum ich geheiratet habe.


    Nach 3 Jahren Leinöl im Aussenbereich, die Schwarzfärbung entsteht nur an den Seiten mit ständigem Wasserkontakt durch eine Art Pilz. Bei "normaler" Holznutzung als z.B. Balken kann man dem vorbeugen durch einen Salzanstrich (gibt da spezielles natürliches Salz, hab ich nur grade nicht im Kopf, wird auch vorbeugend als Brand- u. Holzwurmschutz verwendet) vor dem Anstrich mit Leinöl. Erst das Salz, dann austrocknen, dann Leinöl und Leinöl selbst braucht dann auch noch mal einige Wochen und Wetterbedingungen, bis es komplett im Holz verarbeitet ist.


    Das Salz würde ich persönlich aber bei Kontakt mit Tieren / Bienen nicht machen, da mir die unbekannten Reaktionen des Salzes auf die Biene zu riskant wären. Dunkelfärbung bei der Beute kann man auch mit leben.


    Wenn ich schon eine Bienenvilla baue, dann soll es auch optimal für die Biester werden :wink:


    @ReinerSchwarz
    grade gelesen beim Abschicken, daher schnell der Nachtrag wegen dem Geruch.
    vielleicht gibt es auch unterschiede beim Öl, mein Leinöl riecht warm und nussig, also nix mit Beleidigung der Riechorgane.
    Mit der Dauer hast Du natürlich Recht, es dauert, bis Leinöl sich zum Holzschutz verwandelt hat.
    Ist aber bei allen alten oder alternativen Baumaterialien so, da braucht man mehr Geduld als bei der chemischen Keule.


    Ich sage nur Tadelakt anstelle von Wandfliesen ... die Bauzeit kann man als meditative Auszeit ansehen ... einfach gesagt der Zeitaufwand ist ewig :lol:


    LG
    Co (kurzform für Cordula)

  • Hallo Cordula


    Die erwähnten 18mm bezogen sich hier wohl alle auf Magazinbeuten.
    Die TBH ist ja wesentlich länger, das wäre für die Beute sicherlich zu fragil.
    Die dickere Holzstärke bei der TBH hat nichts mit der Isolierung zu tun, sondern eher mit der Stabilität.


    Ich habe dieses Jahr auch eine TBH gebaut und sie aufgehängt. Hatte noch zwei 2m lange Eichebalken aus einem Abrisshaus. Die habe ich eingegraben und die TBH dazwischengehängt. Zur Verstärkung habe ich unterhalb der Beute zwischen den Pfosten noch ein Kantholz eingesetzt.


    Einen Klappdeckel wollte ich auch zunächst bauen. Allerdings ist das ein Problem wenn man die Beute aufhängen will, da sie dann seitlich wegkippen würde. Ich habe mich dann doch für ein schickes :) Spitzdach entschieden.


    Grüße Jantje