Darmbakterien der Honigbiene und ihre Bedeutung

  • Ganz spannend und ganz kostenlos bei PLOS.one nachzulesen (auf englisch):


    Symbionts as Major Modulators of Insect Health: Lactic
    Acid Bacteria and Honeybees


    A l e j a n d r a V a s q u e z
    1
    * ® , E v a F o r s g r e n
    2
    , I n g e m a r Fries
    2
    , R o b e r t J. P a x t o n
    3
    '
    4
    , E m i l i e F l a b e r g
    5
    ,
    Laszlo S z e k e l y
    5
    , T o b i a s C . O l o f s s o n
    u 9
    1 Department of Laboratory Medicine, Medical Microbiology, Lund University, Lund, Sweden,
    2 Department of Ecology, Swedish University of Agricultural Sciences,
    Uppsala, Sweden,
    3 School of Biological Sciences, Queen's University Belfast, Belfast, United Kingdom,
    4 Institute for Biology, Martin-Luther-University Halle-Wittenberg,
    Halle (Saale), Germany,
    5 Department of Microbiology, Tumor and Cell Biology (MTC), Karolinska Instituted Stockholm, Sweden


    A b s t r a c t
    Lactic acid bacteria (LAB) are well recognized beneficial host-associated members of the microbiota of humans and animals.
    Yet LAB-associations o f invertebrates have been poorly characterized and their functions remain obscure. Here we show
    that honeybees possess an abundant, diverse and ancient LAB microbiota in their honey crop with beneficial effects for bee
    health, defending them against microbial threats. Our studies of LAB in all extant honeybee species plus related apid bees
    reveal one of the largest collections o f novel species from the genera Lactobacillus and Bifidobacterium ever discovered
    within a single insect and suggest a long (>80 mya) history of association. Bee associated microbiotas highlight
    Lactobacillus kunkeei as the dominant LAB member. Those showing potent antimicrobial properties are acquired by callow
    honey bee workers from nestmates and maintained within the crop in biofilms, though beekeeping management practices
    can negatively impact this microbiota. Prophylactic practices that enhance LAB, or supplementary feeding of LAB, may serve
    in integrated approaches to sustainable pollinator service provision. We anticipate this microbiota will become central t o
    studies on honeybee health, including colony collapse disorder, and act as an exemplar case of insect-microbe symbiosis.


    Die Highlights in Kuerze:
    Gefunden wurde eine der groessten Ansammlungen neuer Milchsaeurebakterienarten, die jemals in einem einzelnen Insekt gefunden wurde (etwa 50 neue Arten). Diese Bakterienkultur muss erst durch den Futteraustausch erworben werden. Es wurde gezeigt, dass die Bakterien das Aufwachsen anderer typischer Umweltbaktieren effektiv hemmen. Im Test zeigt sich ferner dass bei der Verfuetterung an Larven zusammen mit dem Erreger der europ. Faulbrut weniger Larven daran starben.
    Zudem sind diese Bakterien auch in Honig (10 hoch 7), Bienenpollen (10 hoch 8) und Bienenbrot (10 hoch 6) zu finden (Also noch ein Grund mehr, immer schoenen frischen Honig et al. zu futtern! Wer braucht da noch probiotischen Joghurt?)!


    Die Autoren warnten im Epilog daher auch vor der Verfuetterung von Antibiotika mit dem Winterfutter wie das offenbar in den USA Usus ist< gerade die haeufig verwendeten ABs sind hoch wirksam gegen diese Darmbakterien.


    Ob die Kollegen in der Schweiz also einfach nur darmkranke Bienen haben bei ihren EFB-Problemen?


    Gruesse
    Melanie

  • :daumen:

    Zitat

    noch ein Grund mehr, immer schoenen frischen Honig et al. zu futtern! Wer braucht da noch probiotischen Joghurt?

    Keiner!


    nur heftig Werbung machen(modifiziert auf gängige Pobiotikjoghurtsprüche):


    "Mehr als ein leckerer Brotaufstrich?


    Honig steckt voller Leben. Er enthält nämlich einen Mix aus Milchsäurekulturen und der besonderen Kultur L. Lactobacillus kunkeei, dem Favoriten der Honigbienen. Seit Jahrmillionen aufs Engste mit ihnen in Symbiose hat er sie so lange in der Abwehr gestärkt und vor dem Untergang durch diverse Krankheitsattacken bewahrt.


    Honig frisch vom Imker mit Sorgfalt geerntet gibt es außerdem in vielen leckeren Sorten als Lokalabbild der Blühumgebung oder auch als Sortenhonig. "


    Müßte mal in Zeitschriften oder ins Fernsehen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Das erlernst Du am besten, wenn Du Sauerkraut, Joghurt oder aber auch Honigwein/Met oder Essig selber herstellst, Elk! :daumen:


    Was schadet einer Fermentation...?


    Bernhard

  • Könnte ich dann vielleicht einfach ein paar Waben (bestenfalls Futter) vorher rausnehmen und hinterher zur Rückimpfung wieder rein? Oder ist das zu einfach gedacht?


    Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Was begünstigt eine Fermentation?!


    PS: Eine Impfung alleine reicht nicht.


    Gruß
    Bernhard

  • @ ELK
    DIese Praktiken sind bei uns zum Glück weniger Usus: In den USA und anderen Ländern werden offenbar Antibiotika ins Winterfutter gegeben so als Rundumschlag. Daher wurde hier auch geprüft, wie diese üblichen ABs auf diese Bakterien wirken und tw. waren sie sehr empfindliche dagegen. Die Autoren vermuten eine Symbiotische Beziehung dieser Bakterien, die über die Pflanze auf die Bienen verteilt werden und so den Bestäuber offenbar auch gegen EFB gut zu schützen vermögen.


    Sie werden sicherlich auch in Kürze die Wirkung von AS und Co. prüfen; zumal OS ja auch den Darm der Bienen nachweislich schädigt. Meiner Einschätzung nach wird das aber zumindest bei AS nicht so ein Problem sein - diese Bakterien mögen es sauer. Chemisch gesehen sind diese organischen Säuren auch nah beieinander...aber mal sehen was da noch kommt, ich finde das jedenfalls super spannend!!


    Melanie