Sommertracht - über 19 %

  • Hallo,


    ich habe vorgestern zum 2. Mal geschleudert. Der Honig spritzte nicht aus den Waben und beim Schleudern dann gemessen.
    19 % und 20 %.
    Es sind nur 10 kg (bei meinem Wirtschaftsvolk) aber trotzdem würde ich gerne wissen, wie lange der Honig lagerfähig ist.
    Bekommt man den Wassergehalt noch irgendwie herunter? Hab mal Imker vom Melitherm gehört, irgendetwas mit
    Schnelldurchlauf bei 80 °C und wenn er aus dem Melitherm läuft wäre er schon wieder handwarm???


    Wie macht ihr das?
    Für was ist der Melitherm denn alles gut? Doch nur zum Erwärmen (festgewordener Blütenhonig) und zum Reinigen/Sieben des Honigs, oder?


    Gruß
    Sandra


    - 1 Volk auf Zander und einen Ableger -

  • Hallo Sandra


    mit dem Melitherm kenne ich mich nicht aus, aber wenn du den Kübel in einem geschlossenem trockenem Raum bei 35 °C stehen läßt, Deckel leicht geöffnet, bekommst du da noch 1-2 Prozent runter. Ich habe den Kübel immer auf die Nachtspeicherheizung gestellt, da konnte man dann immer früh das Wasser vom Deckel wischen. Ich denke aber wenn du durchgängig 19% Wassergehalt hast dann ist das schon in Ordnung, kritisch wird es erst ab einem Wassergehalt über 20%.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Für ein Volk ist die Anschaffung einer Melitherm wohl etwas überzogen; ev. kannst Du Dir sowas leihen?


    Nachtrocknen im Kübel ist schwierig - lass mal verschlossen stehen, schäum ab, misch gut durch und miss noch einmal...ev. gibt das durch das bessere Mischen schon einen besseren Wert. Ansonsten zügig verzehren, gut verschlossen halten...soviel Honig dürfte es ja auch nicht sein, das mampft sich doch schnell weg.


    Ich lasse daher den meinen noch in den Völkern, es ist zu feucht und unschön zum Schleudern und die Bienen haben so mehr Zeit zum Trocknen, Reifen und Verdeckeln des Honigs. AS könnte ich die Woche eh nicht anwenden...also auf die Hände setzen auch wenn es schwer fällt.


    Melanie

  • Hallo erst mal,
    ich hatte letztes Jahr zwei Eimer mit 20% aus dem Sommer. Meine Frau nimmt die immer zum Ansetzen von Spitzwegerichhonig, Hollunderblütensirup, Maispitzenlikör, zum Kochen und backen, für Masken ...
    jetzt stand der eine Eimer für paar Wochen in der warmen Küche und prompt, als ich heut was rausnehmen wollte war er gährig.


    Also, wie gesagt - kühl lagern und mgl. schnell verarbeiten.

    MfG André

  • Hallo Vogtländer,


    wenn es bei euch heiß ist stelle den Eimer ins Auto. Mach das zweite Tage. Dann geht die Feuchtigkeit runte. zwischen Durch mal umrühren.
    Ich mache es so das wenn ich zarge hole die an heißen tagen hole und sie noch ein bischen im auto geschlossen stehen lasse...

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Hallo,


    das es im heißen Auto geht kann ich mir noch vorstellen, richtig gut find ich das aber nicht. Da kann alles mögliche dazu kommen von Dreck bis Fremdgerüche. In der Wohnung würde ich niemals einen Honigeimer offen stehen lassen.


    Bei Deinen kleinen Mengen sollte das kein Problem sein.
    Als erstes würde ich alles gleich in Gläser füllen. Dann so viel wie möglich einfrieren, dann gibt es gar nichts.
    Sonst wie empfohlen möglichst kühl lagern oder halt im Zweifel verschenken. Die bucklige Verwandtschaft hat immer Hunger.


    Bei mir zumindest halten 10 Kg nur wenige Wochen.


    Und ein Melitherm ist nicht geeignet um den Wassergehalt zu senken, auch wenn er sonst eine wirkich geile Sache ist. Ein Luxusspielzeug halt aber das bringts echt.:daumen:

  • Hallo,



    Und ein Melitherm ist nicht geeignet um den Wassergehalt zu senken,


    Geht schon,zumindest für 0,5-1%, aber es braucht auch eine trockene Umgebung.


    Zitat

    wenn es bei euch heiß ist stelle den Eimer ins Auto. Mach das zweite Tage.


    :eek::eek::eek:
    Zwei Tage Honig abkochen, dann sind sicher gleich alle Enzyme mit fort. Aber gegen das spätere Gären kann das natürlich helfen.:roll:

  • Hey Leute,


    ich frische gerade mal diesen Thread für uns auf, haben ein ähnliches Problem: Sommertracht im Honigeimer - haben fast jede Wabe vor der Schleuder gemessen: die meisten 18,5%, zwei zwischen 19 und 20% gehabt und auch mit geschleudert, weil wir dachten, dass würde sich dann schon auf ca. 19 angleichen. Damit wären wir ja zufrieden.


    Nun ja, wie auch immer das geschehen ist: er hat nun 19,5% im Eimer, wurde gerade das erste mal gerührt. Tests an verschiedenen Stellen wiederholt: blieb bei 19,5%.
    Dazu noch ein anderes "Phänomen:" man sah vor dem rühren ganz kleine Bläschen an der Oberfläche "ploppen" - genau wie wenn man ins Glas mit ganz seichtem Sprudel schaut und kleine Kohlensäurebläschen aufsteigen. Also nur minimal klein, aber definitiv vorhanden.



    Was für Bläschen haben wir da beobachtet? Hat das was mit gähren zu tun, oder ist das was andres? Und kann man den 19,5% für eigenen Verbrauch normal abfüllen, lagern und auch noch in nem Jahr essen, ohne ihn im TK gelagert zu haben???


    Geschmacklich ist er bisher prima, würzig, orange-braun, sicher bisschen was an Waldtracht mit drin, aber nicht ausschließlich.




    MfG
    Ed.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Ach so,


    sollte evlt. hinzufügen: Bläschen erst direkt nach dem Abschäumen zu sehen gewesen. Evtl. haben wir einfach noch nicht genug abgeschäumt und müssen das nächste Mal noch etwas großzügiger abschäumen - das wird eh nötig. Vermutlich wares es nur kleine Luftbläschen, I guess.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • haben fast jede Wabe vor der Schleuder gemessen: die meisten 18,5%, zwei zwischen 19 und 20% gehabt und auch mit geschleudert, weil wir dachten, dass würde sich dann schon auf ca. 19 angleichen. Damit wären wir ja zufrieden.


    Ich sehe als Grundproblem, dass ihr mit 19% zufrieden seid und dann hier wissen wollt, ob der Honig in einem Jahr noch i.O. ist.
    Mit 17.5% ist man auf der sicheren Seite. Bei jedem Eimer mit 18, % habe ich Bauchschmerzen und schlafe schechter. Wenn ihr die dünne Brühe selber eßt, macht wie ihr denkt, doch im Verkauf hat soetwas nichts zu suchen. Die Kunden können den Honiglöffel nicht schnell genug drehen und kleckern trotzdem.

  • Der Tip,
    die offenen Honigeimer zusammen mit einem eingeschalteten Bautrockner in ein Zimmer zu stellen ist wohl Imkerlatein?
    Denn so hat es uns ein Imkermeister für Notfälle empfohlen, wenn man mal größere Mengen nicht ganz optimal trockenen Honig hat.
    Keine Ahnung wie diese Dinger genau funktionieren und ob das wirklich empfehlenswert ist, selbst wenn es funktioniert. Womöglich bläst so ein Bautrockner irgendwelchen alten Staub ins Zimmer un den Honig? :confused:


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet!


    Dieser Tipp mit dem Bautrockner funzzt!
    Besser etwas Staub als Gärung...
    Ist aber nicht wirklich ein Problem das mit dem Staub meine ich.
    So ein Schleuderraum sollte doch sauber sein?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ...


    Vielen Dank, aber das hatte ich nicht gefragt. Ich weiß selber:
    DIB Glas < 18%
    Honig für den Verzehr < 20% (Heide < 23%)
    Backhonig "normal" < 23% (Heide < 25%)
    Sh. HonigVO Abschnitt II.2. Damit wäre das nun auch besprochen, wenden wir uns nun also wieder dem Thema zu.


    Ich gehe also nach obigen Angaben davon aus, dass Honig bis 20% einwandfreie Ware ist, solange sie nicht im DIB Glas verkauft wird kann jeder normale Honig im Regal legal bis zu 20% haben. Es geht dabei jetzt nicht um Kundengeschmäcker oder euren Geschmack, sondern ich wollte doch nur wissen, ob unser 19,5% Sommertrachthonig voraussichtlich/erfahrungsgemäß bei normaler Lagerung (dunkel, etwas unter 20°C const Temp) auch noch in ein oder zwei Jahren bedenkenlos essbar sein wird, oder ob alles zwischen 18 und 20 Prozent auch schon gährgefährdet ist und mit verkürzter Lebenszeit zu rechnen ist.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Also in ein oder zwei Jahren ist ein Honig mit über 18 % nicht mehr in Ordnung.
    Es sei denn Du frostest diesen.
    So meine Erfahrungen in den letzten Jahren.
    Am besten 16,5 % und gut ists!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)