Kann verzuckerter Honig noch gären?

  • Hallo zusammen,


    ich bin leider nicht fündig geworden, deshalb frage ich euch:


    Der geschleuderte Blütenhonig war recht dünnflüssig, allerdings war es beim Schleudern auch sehr warm. Im Keller gelagert ist er schon recht schnell verzuckert.
    Geschleudert habe ich vor 3 Wochen. Die Messung mit dem Refraktometer - erst jetzt, da neu erworben - ergab 19%.
    Kann der Honig noch gären? - Ich war der Meinung, verzuckerter Honig gärt nicht mehr, trau mich aber jetzt nicht, ihn zu verkaufen. Soll ich noch abwarten, oder kann da nichts mehr passieren?
    Letztes Jahr hat einer gegärt, erst nach etlichen Monaten, der verzuckerte aber nicht.


    Könnt ihr mir helfen?


    Danke

  • Im Keller gelagert ist er schon recht schnell verzuckert.


    Mit "verzuckert" meinst du sicher auskristallisiert, also fest geworden.


    Honig kann nur über 18% Wassergehalt in Gärung übergehen. Dies ist sicher auch einer der Gründe, warum der DIB vorschreibt, dass der Wassergehalt von Honig im DIB-Einheitsglas unter 18% liegen muss.


    Laut Honigverordnung darf Honig max 20% Wassergehalt besitzen.
    Siehe http://www.gesetze-im-internet…v_2004/BJNR009200004.html.


    Somit wäre ein Verkauf im Neutralglas zulässig.
    Allerdings würde ich sicherheitshalber die Mindesthaltbarkeit auf zB 1 Jahr kürzen, um einen baldingen Verbrauch des Honigs zu erreichen.


    Stefan

  • Ja, ich meinte auskristallisiert.


    Über die Honigverordnung hatte ich auch schon gelesen.


    Es wundert mich nur dass der Honig eben auskristallisiert ist, ich dachte - wie schon erwähnt - das ginge bei so hohem Wassergehalt nicht.

  • Hallo Heidi-K,


    ja kristallisierter Honig, kann in Gärung gehen. Ist mir leider schon passiert. (Allerdings erst nach erneutem Auftauen und Rühren. Aber letztlich wäre das vermutlich auch so irgendwann passiert.)
    Wobei der Honig nach Auftauen und Abfüllen, im Glas erst wieder auskristallisiert ist, bevor er anfing zu schäumen.


    Gruß
    Ludger

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ludger Merkens () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo Heidei K!


    Das ist die Gefahr, beim Auskristallisieren entsteht zwischen den Kristallen ein etwas wässrigere Schicht. Genau diese Schicht beginnt dann zu gären. Kristallisierter Honig ist daher gärgefärdeter als flüssiger Honig.


    MfG
    Honigmaul

  • Während der Lagerung kann Honig aus der Umgebungsluft Feuchtigkeit anziehen. Der Deckel des DIB-Glases mit Papp-Einlage schließt nicht 100% dicht. Der Prozess ist ähnlich wie z.B. offen gelagertes Salz oder Kristallzucker auch verklumpen. Manchmal stoße ich im Vorratslager auf ältere Honig-Jahrgänge, bei denen eine Schichtentrennung eingetreten ist. Deshalb ist eine Refraktometer-Messung von bereits abgefülltem und auskristalliertem Honig nicht repräsentativ. Man erwischt mit dem Löffel nur die obere Schicht und die hat häufig bereits einen deutlich gestiegenen Wassergehalt.


    Gruß vom Sammler