Skrupel bei der letzten Honigernte

  • Moin
    Alle Jahre wieder habe ich dieses Symtom, wenn die letzte Honigernte vor der Tür steht und die Bienen im Grunde genommen winterfertig sind.
    Wobei es mir weniger um den Sachstand an sich geht, sondern um einen Weg, wie ich mich von diesem höchst lästigen Symtom, genannt "Skrupel" befreien kann.
    Für Tipps wäre ich dankbar, Elk

  • Lieber Elk,


    vielleicht sollten wir ja noch die Sparte: "Der Imker/Die Imkerin auf der Couch" einführen. Ein guter Tipp an die Moderatoren, finde ich!. :wink:


    Nichts für ungut, Elk. Ich habe auch gut schreiben. Das bisschen Honig, was meine Damen eingebracht haben, können sie dieses Jahr auch behalten. Wer weiß, sonst müsste ich mich vielleicht auch zu Dir auf die Couch legen.


    LG
    Fiona

  • Moin


    eine ganz einfache aber ebenso wirksame Methode wäre : alles Bienengeschirr abschaffen , die Bienen ordnungsgemäß an einen skrupellosen Jungimker übergeben und das Forum nur noch lesen - dafür aber , etwas üppiger finanziel unterstützen !


    Gruß hannes

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  • Liebe Fiona
    Ich fürchte, ich hätte weitaus weniger Skrupel eine Bank auszurauben, um mal die Ernsthaftigkeit meines Leidens besonders zu unterstreichen.
    Hinzu könnte ich ich mir dann die voraussichtlich recht teuren Couchsitzungen auch leisten.
    Mit schmunzelnden Grüssen, Elk

  • Warum denn Skrupel? Entweder haben sie reichlich eingetragen, dann kannst Du doch ohne schlechtes Gewissen einen Teil davon entnehmen. Oder es ist wenig drin, dann hat sich die Überlegung ebenso erledigt wie im Fall, eher eine Aufstehhemmung von der Couch zu haben angesichts der drohenden schweißtreibenden Ernte.


    Viel wichtiger ist doch: keine Skrupel bei der Varroabehandlung. Und keine Kompromisse. Da ist nämlich auch in diesem Jahr reichlichst was zum Behandeln übrig geblieben...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • ...Varroabehandlung. Und keine Kompromisse. Da ist nämlich auch in diesem Jahr reichlichst was zum Behandeln übrig geblieben...


    Meinst Du Varroen oder Behandlungsmittel. In diesem Jahr zähle ich weniger Varroen auf der Windel als im letzten Jahr, sowohl bei den Ablegern, Schwärmen und Vollvölkern.


    ELK : Wandele deine Skrupel in Respekt um. Behalte das Gefühl, aber deute es richtig. Die Honigernte ist ein Geschenk und die gefühlte Dankbarkeit ist echt. Ein Erntedankfest kannst Du auch für die Honigernte machen - Du wirst dich gut fühlen danach.


    Viele Grüße
    Bernhard

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  • Wichtig ist nach dem Schleudern (z.B. der Frühtracht) den Bienen noch genug drinnen zu, damit sie auch eine Schlechtwetterperiode gut überstehen. Es kann ja nicht sein, dass wir die Viecher trockenschleudern und uns dann nicht kümmern. Da sollte jeder Imker Skrupel haben. Wer da kein schlechtes Gewissen hat, ist kein guter Imker, weil das Wohl seiner Bienen ihn dann nicht interessiert. Ich sage das mal so als Gegenposition zu den Postings oben! :-) Und wer nach dem Abschleudern schon einmal gemeint hat, man kann mit dem Auffüttern noch etwas waren und dann so ein trockenes Volk vor sich hat, weiß auch was ein schlechtes Gewissen ist!


    Wir nehmen den Bienen ja tatsächlich etwas weg, und das sollte uns immer bewusst sein. In früheren Zeiten hatte man vor der Ernte oder vor dem Töten von Tieren Riten, die einen gewissen "Ausgleich" mit der Natur, den Göttern oder wem auch immer bringen sollte. Unseren Vorfahren war das noch bewusst, dass es eben keine Selbstverständlichkeit ist. Tja, und heute wächst das Schnitzel in der Plastikverpackung, Kühe sind lila ... Daher finde ich einen gewissen Respekt gut!


    Falls du sehr scharf abschleuderst, etwa weil du die Waben aus den Völkern haben möchtest ist es wichtig schnell aufzufüttern. Das braucht und soll auch nicht sofort alles sein, aber mindestens so viel, dass die Bienen keinen Mangel haben und gut weiterbrüten können. Dann brauchst du auch keine Skrupel bei der Ernte haben. ;-) Gute Argumente haben natürlich "Waldimker", da Waldhonig den Verdauungstrakt mehr belastet als Blüte überwintern die Bienen darauf schlecht. Da tust du ihnen also was Gutes, wenn der rauskommt und sie etwas mit einem geringeren Aschegehalt bekommen!


    Die Imkerei ist ja - wie der Großteil einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft - keine Ausbeutung von Tieren. Die Tiere und auch unsere Bienen haben ja auch etwas davon. Wir kümmern uns ja auch um sie. Sicher sieht das ein hardcore-Veganer anders, aber das mal Außen vor, da gibt es eben auch Meinungsabstufungen. Mit der Varroa zu argumentieren ("könnten ohne uns ja gar nicht mehr leben ...") ist dagegen schwierig, die haben wir unseren Bienen ja auch eingebrockt!

  • Lieber Elk,


    auch von mir sollst Du noch eine ernsthafte Antwort bekommen.
    Clemens schrieb ja schon, den Bienen einen Teil der Frühtracht zu lassen. Das habe ich letztes Jahr auch so gemacht. Dieses Jahr war es so spärlich, dass ich erst gar nicht meine Schleuder geputzt habe.
    Aber auch beim letzten Schleudern (wenn es im Juli ist) muss man die Bienen ja nicht völlig ausplündern und kann ihnen ein Teil ihrer Ernte lassen/zurückgeben.
    Ich finde, dass ist ein guter Kompromiss.


    Bernhard
    Wissen die Bienen, dass sie uns den Honig schenken dürfen? Meine wirkten letztes Jahr nicht so, als ob sie ihre Ernte freiwillig abgeben würden. Aber vielleicht verstehe ich die Bienensprache auch nicht richtig. Bin ja lange nicht so versiert wie Du! :lol:


    Grüße nach Berlin und an den Niederrhein
    Fiona