Stichfeste Kleidung - wer hat Erfahrungen

  • ...Irgedwer sollte mal die voll-klimatisierte Imkerkleidung entwickeln - ich wäre der 1. Kunde!


    Na, die gibt`s doch längst.
    Frag mal bei der NASA nach...:wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Leg Dir mal sanftmütige Bienen zu.
    Das wärs echt!
    Glaubs einfach...


    Definitiv!! Wenn die dich durch Hose und was weiß ich stechen stimmt da in der Zucht was nicht! Klar stechen Bienen immer mal wieder, wenn man sie quetscht oder meint bei schlechtem Wetter ohne Rauch imkern zu müssen. Ich kann mich aber nicht dran erinnern, wann mich eine durch Hose (oder sogar 2. Hose) gestochen hat. :-) Wenn sich eine ins Hosenbein verirrt und Panik bekommt ok, aber gerade wenn du eine Allergie hast, solltest du nicht Symtome behandeln, sondern schnellstmöglich umweiseln!! Heuer sind die Bienen bisher superfreundlich. Selbst Abräumen ging ohne Rauch und Schleier, auch das Einfüttern um 9h abends oder die AS-Behandlung war schleierlos kein Problem. Klar, das muss nicht immer so sein. Aber mit sanften Bienen geht das doch, wenn die Rahmenbedingungen stimmen! Mach dir das Imkern nicht selbst zu schwer! ;-)

  • Hi,


    ich möchte noch ergänzen:


    Ich imkere oft mit einem Bundeswehrhemd (wüstentarn, das ist das braun gefleckte). Imkerkleidung ist ja meist weiß, damit die Bienen nicht wegen dunkler Silloutte auf "Bärenabwehrprogramm" schalten. Meiner Meinung nach funktioniert das hellbraune Flecktarnmuster genauso gut, man sieht aber Propolisflecken nicht so sehr. Außerdem ist gebrauchte Bundeswehrkleidung recht preiswert erhältlich und trotzdem von guter, recht strapazierfähiger Qualität. An meinem Hemd befindet sich auch ein Etikett "Mit Vektorenschutzausrüstung", soll wohl heißen: schützt vor Mückenstichen.
    Ob es wirklich bienenstichfest ist? Keine Ahnung, würde eher nicht drauf wetten. Aber meine Stiche habe ich bisher immer woanders abbekommen. Übrigens gibt es BW-Kleidung auch als einteiligen Overall ("Panzerkombi"), Goretex-Regenhose zum drüberziehen und natürlich den Parka. Alles sehr viel günstiger als die 'zivile' Outdoorkleidung.


    Aber man kann ja trotzdem auch bei der zivilen Outdoorkleidung gucken. Von der Fa. "Fjällräven" z.B. gibt es Hosen und Hemden, die als stichfest beworben werden. Dabei geht es in erster Linie um Mückenstiche, aber besser als eine Durchschnittsjeans dürften sie schon sein.


    Ansonsten möchte ich mich den anderen anschließen: friedliche Bienen besorgen (habe ich auch noch vor, bei einigen meiner Völker macht es einfach keinen Spaß, daran zu arbeiten. Nur woher jetzt gute Königinnen bekommen...?)


    Der Vorschlag mit dem Nelkenöl ist auch einen Versuch wert.


    Und natürlich sollte man wenn irgend möglich eine Hyposensibilisierung versuchen, denke ich. Denn einen Bienenstich kann man sich ja auch zufällig sonstwo einfangen.


    Grüße,
    Robert

  • ...wüstentarn, das ist das braun gefleckte...Panzerkombi...


    Ist das Leben in der Bundeshauptstadt wirklich so hart, wie man es sich erzählt? Bist Du auch bewaffnet?


    Also ich habe einfach ganz einfache Sachen, die ich sonst (z.B. im klimatisierten Büro) auch anhabe. Und wenn´s stichiger wird ziehe ich einfach einen Schleier/-blouson drüber.


    Aber mal ganz im Ernst:
    Clemens hat das sehr schön zusammengefasst!


    Gruß Jörg, der sich von einer Hand voll Kamikazebienen noch nicht trennen kann.

  • Aloha,
    der beste Anzug ist tatsächlich in Europa der Sherriff http://www.beesuits.com/
    Kann man auch bei Swienty kaufen statt in UK direkt.


    Bei kampffreudigen Bienen sehe ich aber zu 95% das Problem eher beim Imker als bei den Bienen, und schon gar nicht in der Zucht.
    Wir haben in den letzten 8 Jahren Bienen aus vielen Herkünften getestet, sowohl nur mit Königinnen, als auch mit Vollvölkern/KS.
    Wie stichfreudig sie auch immer gewesen sein mögen - hier war nach spätestens 4 Wochen nix mehr davon zu merken.
    Wenn ich anderen Imkern beim "Bearbeiten der Völker" zusehe, weiß ich auch, warum.:wink:


    Man kann mit den Bienen enorm vorsichtig und behutsam umgehen, ohne dabei allzu langsam zu sein, auch bei vielen Völkern.


    Wenn ich sehe, daß jemand den Deckel abmacht, die angekittete Folie runterrupft, und sofort eine Wabe aus der Mitte der Zarge mit viel Bienenrollen raushebelt, gehe ich in Deckung...:cool:
    Wenn man das jedes WE in der Schwarmzeit mit allen Zargen/Völkern macht, muß man sich nicht wundern.


    Wir arbeiten meist zu zweit, und legen viel Wert darauf, a) die 20mm Schiebeplatz pro Zarge sicherzustellen, indem wir regelmäßig alles an Wachs/Propolis an den Rähmchen und im Falz abkratzen, b) uns vom fluglochfernen Ende zum Brutnest durchzuarbeiten (wir haben ein kleines Seitenflugloch), unter Benutzung eines Wabenbocks mit Bodengitter zum Waben parken, und c) ausschließlich mit 2 oder mehr Nelkenöltüchern arbeiten, und d) die Wasserwaage benutzen, damit so wenig wie möglich aus dem Lot gebaut wird (wir haben Naturbau).
    Wir vermeiden auch versehentliches verdreht-zurück-hängen von Waben - kaum sonstwas macht den Bienen mehr Streß.


    Wir sind der Meinung, daß für die Bienen streßfreie oder wenigstens streß-arme Bearbeitung der Schlüssel für sanfte Bienen ist, auch wenn manche Züchter das anders sehen mögen.


    Aber andersrum: wenn Bienen per Zucht auf minimale Verteidigungsbereitschaft getrimmt werden, können sie sich nicht mehr angemessen wehren bei Räuberei, und große breite Fluglöcher sind dann Einladungen....


    Zucht auf wenig Propolisverkittung sehe ich mittlerweile auch kritisch - die Bienen brauchen ihr Propolis für ihr externes Immunsystem - und wir können nicht beurteilen, was das Minimum ist.


    Fazit: wenn ich nicht allergisch wäre, könnte ich locker meine Bienen ohne alles nachsehen, aber dazu bin ich dann doch zu feige.:lol::Biene:


    Wir haben heute die letzte Komplett-Durchsicht vorm Winter gemacht - eine(!) Biene meinte sich aufregen zu müssen und umkreiste 2x laut meinen Kopf - beruhigte sich aber sehr schnell und war dann weg.


    Wenn ich dagegen anderen zu dieser Jahreszeit zusehe, wie am WE bei Regen(!) in einer Museumsvorführung - der Imker machte nach 4 Minuten wieder zu, weil er bis dahin ohne Schutz bereits etwa 20 Stiche in Hände und Kopf kassiert hatte, dann graust es mir nur.


    Also, kauft euch den besten Schutzanzug, den ihr euch leisten könnt (der allerbeste ist http://www.goldenbeeproducts.com/suit.html 229$, aber genial gut in warmen Ländern mit wirklich naturagressiven afrikanischen Bienen).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ist das Leben in der Bundeshauptstadt wirklich so hart, wie man es sich erzählt? Bist Du auch bewaffnet?


    Weiß nicht, was man sich erzählt. Einige meiner Bienen schießen manchmal wie ein Maschinengewehr gegen den Stockmeißel, sobald er sich den Oberträgern nähert. (Obwohl ich das ganze Jahr über nur in Zeitlupe an den Bienen gearbeitet habe und nur selten durchsehe.) Soll ich die als Bewaffnung zählen?


    Zitat

    Also ich habe einfach ganz einfache Sachen, die ich sonst (z.B. im klimatisierten Büro) auch anhabe. Und wenn´s stichiger wird ziehe ich einfach einen Schleier/-blouson drüber.


    Was ist an dem Blouson einfacher als an einem Bundeswehrhemd? Vermutlich die Propolisflecken, die sind auf dem Blouson einfacher zu sehen... :-P


    Panzerkombi, Parka und Goretex-Flecktarnüberziehhose habe ich selber noch nicht ausprobiert, das waren Vorschläge für den Threadersteller. Aber manchmal ist solche Kleidung nötig.



    Grüße,
    Robert (mit den leicht reizbaren Propolismonstern)

  • Sagt mal,


    wälzt ihr Euch auf den Beuten rum oder wie kommen die Propolisflecken in die Imkerblusen oder sonstigen Klamotten? Ich hab Propolis immer nur an den Handschuhfingern:lol:


    Ich hab zwar auch eine Imkerbluse, die hat aber nur Stockflecken, die nicht mehr rausgehen und daher die Ärmel graufleckig, denn sie hing mal zu lange draußen bei feuchtem Wetter. Ansonsten sind da nur Bienenschi... vereinzelt drauf.


    Oft ziehe ich schnell so eine ganz dünne Laufhose, Polydingensmaterial an. Da bin ich noch nie durch gestochen worden, auch nicht durch die Null-acht-Fuffzehnjeans. Mich erwischen sie wenn immer an den Händen und Fingern, wenn ich ungeschickt zufasse ohne Handschuhe, Finger beieinander ist da wichtig. Und ist man einmal "getackert" und markiert, dann hört man eh meist besser auf, dann können sie sich hochschaukeln und fangen evtl. auch an, gegen das Gesicht zu fliegen.
    Da habe ich persönlich eigentlich immer was drüber und könnte weiter machen aber wenn`s nicht sein muß, provoziere ich solche Tumulte nicht. Es gibt eben Zeitpunkte, die sind irgendwie ungünstig. Jedoch bin ich froh, sanftmütige Bienen zu haben und erlebe so was eigentlich nicht mehr.
    An Armen und Oberkörper ist, denke ich, sehr wichtig, dass weites, abstehendes Material getragen wird.


    Aber hier ging es ja um stichfeste Kleidung, sorry.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Robert,



    An meinem Hemd befindet sich auch ein Etikett "Mit Vektorenschutzausrüstung", soll wohl heißen: schützt vor Mückenstichen.


    das heisst Du imkers mit einem Hemd, das mit Insektengift behandelt wurde? (Permethrin)
    (http://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CCMQFjAA&url=http%3A%2F%2Ftechtex-solutions.com%2Fresources%2FTI%252BVektorenschutz.pdf&ei=xn0-UPbgNcbOswbMpoG4Cg&usg=AFQjCNGquPrNAkaJKI7IYWA4UL-Gwgc9Uw&sig2=z4lGghon94esgN2kFpEyOw&cad=rja)
    Ob ich das meinen Bienen (und mir) antun möchte...

  • Danke für den Link, einige Details wusste ich bnicht. Da steht zwar drin, dass auch nach vielen Wäschen noch ein gewisser Wirkstoffgehalt vorhanden sein soll, aber es steht nicht dabei für welche Waschtemperaturen und Waschmittel das gilt.
    Hemd ist wie gesagt gebraucht gekauft und dürfte dementsprechend viele Wäschen hinter sich haben. Wenn das Zeug so fest an den Fasern sitzen sollte, dass es mehrere Waschgänge bei 60°C mit Waschmittel übersteht, wie sollte es sich dann beim Imkern verteilen können? Auf dem Etikett steht, dass "alkalifreie Feinwaschmittel (aufhellerfrei)" zu verwenden wären. Tja, ich habe normales Vollwaschmittel verwendet. Wenn da wirklich noch Wirkstoff an den Fasern gewesen sein sollte (was ich bezweifle), dann ist er mittlerweile längst platt.
    Und schließlich: wäre doch noch Wirkstoff vorhanden, dann müsste sich der im Link beschriebene "Hot-feet-Effekt" zeigen (auf dem Gewebe landende Insekten starten sofort wieder). Werde beim nächsten Mal darauf achten.


    Reagieren die Bienen eigentlich positiv/negativ, wenn die Kleidung nach Thymol riecht? Und bei Zitronenmelisse? Oder Zitronellaöl?

  • Reagieren die Bienen eigentlich positiv/negativ, wenn die Kleidung nach Thymol riecht?


    Wenn ich mit den Handschuhen die Api Life-Plättchen angefasst habe und dann mit dem Handschuh den Bienen zu nahe komme, reagieren sie. Wie lange das am Handschuh anhält weiß ich aber nicht.
    Sie schütteln sich, drehen sich um, blasen den stinkenden "Feind" an und laufen weg.

  • Hallo Freunde,
    natürlich gehört zu den Tarnklamotten auch die entsprechende Bewaffnung. Als ich damals ( früher war alles besser und wir hatten ja garnichts ) bei dem Trachtenverein war und nachts das BMVg gegen die bösen Anti-Pershing-Demonstranten beschützen sollten, standen wir in voller montur in einer Inst.-Halle, mit Gasmaske und .... und.. als Waffe ... dem Klappspaten. Oh Mann, wenn sich da einer über den Zaun gemacht hätte, das wäre nicht schön ausgegangen. Allerdings, und jetzt zurück zum Thema, bei Freizeitkleidung, BW-Klamotten und der ganz früher verwendeten Motorradkluft in Leder stören mich ( anerkannter Feigling ) die doch etwas schwachen Übergänge, z.B. Kragen/ Hals zu Integralhelm. Mein Favorit ( für mich, der wenig Geld hat und auf Mode nicht so sehr abfährt ) bleibt der Vollschutzanzug mit Hut, Schleier und Handschuhen aus der Holtermann Krabbelkiste wegen etwas großzügigem Schnitt. Nun, locker sitzend ist sicherer, kommt meiner Figur entgegen und sieht echt lässig aus. Meine Bienen halten mich manchmal für einen Gangsterrapper. Meine Erfahrungen sind durchweg positiv. Meistens haben meine Bienen sowieso nicht vor mich zu stechen, warum auch, wenn ich ganz tiefenentspannt in meinem Vollschutz ruhe. Wie wir alle wissen, haben die Bienen einen unglaublichen Geruchssinn, sind nich Schwanz- sondern eher Ferromongesteuert. Das bedeutet für mich, wenn ein Hund riecht, dass du Angst hast, dann tut das eine Biene auch. Und um gerade das zu vermeiden trage ich den Vollschutz. Keine Angst, vorsichtig arbeiten, am besten, wenn die Bösen sowieso gerade weg sind ( sonniges Wetter und warm ). Sachte Hebelbewegungen statt ruckartigem reissen, dann geht das schon. Einige wenige Stiche bekomme ich auch, aus Unachtsamkeit, aber da muss man sowieso durch. Und wenn man den Vollschutz trägt und vergessen hat, die Birkenstocks zu wechseln und zusätzlich noch in einem Haufen Bienen steht, dann kann man schon mal eine unterm Fussbett zertreten, autsch. In der Krabbelkiste hat mich der Anzug unter 4o,- € gekostet.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der wieder mal viel zu lang war

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.