• Servus,
    ich hätte mal ein paar fragen zum Bienenfreund.
    ich habe meinen Bienenstand an meiner Winterweide( Ziegen)jetzt habe ich vor meinem ersten Ableger ca 15 qm aufgefräst gerecht und Phacelia gemischt mit ner Packung Bienenweide von Kiepenkerl eingesäht.da kommt auch schon einiges Grün, da wir jetzt aber Heumachen wollen falls das Wetter mal passt kam mir der gedanke das ich meine Restlichen Samen einfach auf die gemähte Grasfläche nach werfe und anwalze. ich weiß das Phacelia eigentlich ein Dunkelkeimer ist. meint Ihr da kommt was weil den Samen aufheben ist ja auch nicht das wahre.
    und was ganzwichtig ist kann man Phacelia als Futter verwenden?
    Gruß Fleckmann

  • Moin Fleckmann!


    Das Aussäen in bestehende Wiesen und Weiden wird meiner Meinung nach keinen Erfolg bringen, da Phacelia ein feines Saatbett braucht, welches in der Weide / Wiese nicht gegeben ist. Zudem ist dort der Konkurrenzdruck durch andere, etablierte Pflanzen zu hoch.
    Ich würde den restlichen Samen entweder irgendwo im Garten leicht in eine bestehende Freifläche einarbeiten oder aus den 15qm mehr machen und ihn dann einsäen.
    Ob Phacelia im Futter gut ist weiss ich nicht, ich hätte rein gefühlsmäßig bei kleinen Mengen aber kein Problem damit im Heu. Oder willste die von den Ziegen nach der Blüte abäsen lassen?


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Phacelia kommt nur, wenn sie bedeckt und am Anfang ohne Konkurenz keimen kann. Bloß in die Wiese kippen bringt reineweg garnix.
    Bienenmischungen jetzt auszusäen ist deutlich zu spät.
    Hebe das Saatgut auf und bringe im nächsten Jahr auf der vorbereiteten Fläche aus!


    Es geht auch ganz gut einzusäen und danach den Boden flach zu fräsen. Damit ist dann alles andere deutlich zurückgesetzt und der Samen bedeckt eingebracht. Die Fräse beschädigt die winzigen Phaceliasamen nicht und alles ist mit einer Überfahrt erledigt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • wieso soll Phacelia nur wachsen wenn sie eingearbeitet wird? Ich habe Pfingsten auf einer Fläche von ca 500m² Phazelia im Gemisch mit Bienenmischung ausgesäht. Zuvor habe ich die gesamte Fläche mit dem Bagger umgebrochen ( Bearbeitungstiefe etwa 80cm), da diese Fläche mehr als 40 Jahre als "Wilde Deponie" genutzt und flächig etwa 1,5m hoch mit Brombeeren zugewachsen war. Auf die von Unrat und Brombeer- und Baumwurzeln befreite Fläche habe ich 1 kg Saatgut ausgestreut und leicht angewalzt, aber nicht eingearbeitet. Heute ist der Aufwuchs ca. 20 cm hoch. Leider nicht ganz flächendeckend. An manchen Stellen muß ich wohl zu viel Saatgut, an anderen zu wenig verteilt haben.

  • Dunkelkeimer keimen im Dunkeln. Ob da nun Erde oder rottender Mulch drüber liegt ist egal. Wenn die in eine Furche fallen und Du die dann zuwalzt, isses auch dunkel um die. Dein schlechtes Auflaufergebnis sagt das aber eben auch.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Kann auch bestätigen, dass Phacelia gut im Hellen keimt. Einfach auf den nackten Boden und nach dem nächsten Regen keimen praktisch 100%. Sie kommt auch gut mit Konkurrenz klar und säht sich selbst wieder aus, wenn sie sie einen trockenen, warmen Standort hat. Wenn Du die Wiese etwas anrauhst, wette ich, dass einiges hochkommt. Bei 6-8 Wochen bis zur Blüte Gibt es noch schöne Pollenversorgung im September.


    Gruß,
    Jan

  • Danke für die Antworten, werde es mal Probieren falls es nicht klappt ist es im Zeitigen Frühjahr auch kein Problem mal was größeres umzufräsen und einzusähen!
    dann wieder mit Frischem Samen.
    Gruß Fleckmann

  • Deshalb keimt Phacelia aber immer noch nicht im Hellen :wink:


    Auch nach Sturzregen auf aufgerauter Fläche wird es um die Körnches dunkel :daumen:


    Im Grundschulunterricht gibt`s so Versuche mit Schalen:
    Phacelia abzählen: 100 Stck auf die Erde, 100 Stück schön mit Erde abstreuen. Vergleichen. Dabei nicht selbst veräppeln.


    Saatgut, welches zu 100% keimt, hätt ich auch mal gerne, wo gibt es das? :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Auch nach Sturzregen auf aufgerauter Fläche wird es um die Körnches dunkel :daumen:


    Phacelia schmeiße ich auch oben drauf und lasse es einregnen. Das geht ganz wunderbar an. (Ohne Lücken.) Ein Photo kann ich gern liefern, da ich auf diese Weise eine Fläche vor kurzem eingesät habe. Es ist nur wichtig, daß es in den Folgetagen viel regnet. (Dann spült der Regen die Saat in den Boden.)


    Ins Gras gestreut wird das aber nichts. Das angesprochene feinkrümelige Saatbeet wird benötigt.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Könnt ihr mir Erfahrungsgemäß sagen wie viel m² ich an Phacelia brauche, damit die Bienen auch sicher ran gehen? Ich dachte da an 10m², wirkt für mich aber irgendwie zu wenig? Wenn nebenher eine tolle Tracht läuft wird sie wohl ignoriert? Ich habe auch von Landwirten gehört, dass sie ungern Phacelia als Gründüngung verwenden da sie, wenn sie Samen wirft, fix nächstes Jahr wieder auskeimt. Da fragte ich mich auch schon mal spontan was mehr Sinn macht, jedes Jahr neu einsäen, oder der Natur ihren Lauf lassen und auf die Nachkeimung im nächsten Jahr hoffen? Ist wohl länger dann "nur grün" die Fläche, wo man ja zwischenzeitlich Buchweizen oder Senf anbauen könnte, und später wieder Phacelia? Was meint ihr? Wie macht ihr das? Danke.

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Bienen finden JEDE Blüte im Flugradius. Und sie klappern sie sehr wirtschaftlich ab. Wenige, magere Blüten werden von wenigen oder nur einzelnen, viele und reichhaltige Blüten von vielen Bienen aufgesucht.
    Je näher am Nest, desto eher werden auch kleinere Nektar- und Futterquellen aufgesucht.


    Kurz gesagt, in deinem Garten werden sie auch eine einzelne Pflanze finden und ab und zu ein paar Bienchen daran herumsammeln.
    Wenn es aber was bringen soll, also im Sinne von nennenswert Pollen und Nektarertrag, dann wirst du wohl eher viele Hundert bis Tausend qm säen müssen. 100x100m sind noch nicht viel, aber doch schon 10.000qm bzw. ein Hektar. 10qm sind also wirklich nur was für's Auge, wohlgemerkt für das menschliche. Für die Bienen ist es im allerbesten Fall ein netter snack, mehr nicht. Ist aber trotzdem nicht verkehrt, denn erst die vielen snacks ergeben in der Landschaft die Nahrungsgrundlage für viele Bienenvölker. Und viele Leute wie du bewirken schließlich eine deutliche Verbesserung in der gesamten Gegend.


    Gruß
    hornet

  • Bienen finden JEDE Blüte im Flugradius...


    Und genau das ist die Scheiße mit dem http://www.netzwerk-laendliche…snahmen08/03_Wildmann.pdf


    Bitte lesen, denken und handeln!


    Wie gesagt, unfassbares passiert!


    z. B. Senfpollen massiv jetz als Eintrag in den Bienen, welches Bienenvolk kann das ab:evil:


    Na ja...wird dann die Varroa sein, die die Völker schädigt!


    Anfrage nimmt gerne Herr http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Der_Minister/18290.html ach wier war es in Haweii doch schön:cool:


    Der
    Drohn