Hornissen als "Biologische Schädlingsbekämpfung"

  • Hallo,
    ich muß erst mal eine Reihe von lange gärenden Fragen loswerden...
    Hornissen fressen doch kleinere Insekten...
    Würde es Sinn machen, den ein oder anderen Hornissenkasten an einen Nutzgarten zu stellen, in dem man ein arges Problem mit Rapsglanzkäfern und Blattläusen hat?
    Oder sind die so klein, daß eine Hornisse dafür kein Interesse hat?


    Gruß
    Martell

  • An die gehen Hornissen nicht ran. Solitärwespen aber. Und kleinere Vögel. Für beide lohnt sich, entsprechende Unterschlupfmöglichkeiten zu schaffen. Die Dicken Bohnen in meinem Garten waren dieses Jahr durch Solitärwespen komplett von Blattläusen befreit worden. Die haben die richtiggehend abgetragen.


    Gruß
    Bernhard

  • Moin, moin,


    an meinen verlausten Kirschen sehe ich öfter eine Hornisse, die da zwischen den gekäuselten Blättern sucht und kauende Bewegungen macht. Was genau sie da frisst, weiß ich nicht, aber als Blattlaus würde ich ihr Erscheinen mit Sorge sehen...


    Ansonsten fressen auch andere staatenbildende Wespen Blattläuse und überhaupt kleine Insekten.


    Was genau meinst Du mit Solitärwespen? Ich weiß da nur von Arten, die größere Insekten oder Spinnen gelähmt als Vorrat für die Brut eintragen. Außerdem weiß ich nur von Aphidiidae, einer Schlupfwespengruppe, deren Vertreter sich in Blattläusen entwickeln. Die räumen die aber eher aus als ab.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich denke, daß die Hornisse diesbezüglich ein großes Potential besitzt, auch was den Eichenprozessionsspinner betrifft. Allerdings sehe ich auch die Schwierigkeiten.
    1) Mehr als eiin Hornissenstaat läßt sich in einem gewissen Flugradius nicht halten. Konkurrenz
    2)Sie geben ihre Behausungen bei Störungen schnell auf
    3)Ihre natürlichen Lebensräume werden zusehend eingeschränkter.
    4)Unsere Mitmenschen fürchten die Hornisse
    5)Pestizide...
    LG Elk

  • Hallo,
    ELK : Ja, eben das sehe ich genauso. Ich denke, das mit der Konkurrenz verhält sich ähnlich wie bei den Bienen. Solange der Tisch gedeckt ist, ist es viel zu gefährlich, mal bei den Nachbarn 'reinzuschauen. Wenn es nichts mehr zu futtern gibt, wird das dann schnell relativ ;-)
    Die Pestizide ließen sich vernachlässigen, wenn man nur nachweisen könnte, daß man sie wegen der Hornissen (oder auch Wespen) nicht braucht.
    Punkt 2 kann m.E. entfallen wegen Punkt 4, wenn man nämlich Schilder aufstellt :-D, und Bienen leben doch heute auch in Bienenkästen, warum also Hornissen oder Wespen nicht in Hornissen- oder Wespenkästen? Das würde doch zumindest den Erhalt ihrer Art sichern.


    Gruß
    Martell