Fliegenvergiftung und die Folgen

  • Moin, moin,


    gefühlt 2 bis 4 mal im Jahr wird in Landwirtschaftlichen Zeitungen darauf hingewiesen, wie wichtig die Bekämpfung von Stallfliegen sei. Werbung für die Mittel gibt es mehrfach in jeder Ausgabe. Resultat: In den Ställen werden regelmäßig Fliegengifte ausgebracht. Erfolg ist, zum Beispiel, dass wir hier dieses Jahr erst ein gefühltes Dutzend einzelner Stubenfliegen in der Wohnung hatten. Es gibt kaum noch welche.


    Wir vermissen die nicht unmittelbar, aber in Verbindung mit dem kalten Wetter ist das ein massives Problem für die Schwalben. Da gibt es auch nicht mehr viele, an unsererm Haus keine mehr, aber doch in der Nachbarschaft noch 2 Paare Rauchschwalben. Die verlegen sich nun auf Bienen und fangen nicht nur Drohnen, sondern auch sich einfliegende Jungbienen. Bei Vorflug sind sie alle da und jagen eifrig und offenbar erfolgreich.


    Ich denke, ein gesundes Volk kann das um diese Zeit verkraften, aber es ist das ja nicht das einzige, was die Bienen verkraften müssen.


    Und es scheint mir nicht fair, dass die Bienen nicht nur durch das Gift unmittelbar bedroht sind, sondern auch noch den Ausgleich für die Schwalben leisten müssen.


    Erstaunlich finde ich, dass die offenbar nicht wirksam gestochen werden


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • So ist es
    http://www.schulzebremer.com/fliegen-im-stall.php
    Ich habe erst eine einzige Fliege dieses Jahr gesehen.(Die hat dann auch noch meine böse Frau aus Gewohnheit gekillt)
    Obwohl sehr ländlich wohnend !!
    In meinem Bienenobstgarten nur ein Schmetterlingspärchen(Waldbrettspiel)
    Ein sehr stiller Frühling.
    Nur einige wenige Hummeln.
    Kein Obst !
    Wir verrecken schneller als ich erwartet habe,
    gruß
    helmut


    Nachtrag : Berhard hat mal festgestellt, das dort auch Chlotianidin eingesetzt werden darf.
    Kommt dann logischerweise auch mit der Gülle aufs Land

  • Wir verrecken schneller als ich erwartet habe, schrieb Helmut!


    Logo, Helmut, wir schaffen das!


    Noch dazu, wo heute ein neuer DBV Präsi gewählt wurde.


    Baringdorf sagte heut auf BR Alpha, der überholt den Sonnleitner noch!
    (Der Simmerl stand auch telefonisch in der Warteschlange, 20 Min. lang, kam aber nicht dran)



    Heut brennen 104 Grabkerzen, sinnbildlich für die 104000 Bauernhöfe, die während der Amtszeit vom Sonny den Löffel abgaben.



    Nundenn, Helmut, ich hoffe, Du hast trotzdem nicht recht, ich wollt mich eigentlich noch ein paar Jährchen ärgern und ergo, auch Andere!:p



    Gruss Simmerl

  • Das Ganze ist recht ärgerlich, aber wir sollten nicht resignieren. Das ist der falsche Weg! Ich hoffe, dass wir noch politischer werden und die Proteste lauter. 20 oder auch 30% Verlust wird in keiner anderen Sparte der Landwirtschaft geduldet.
    Und: nicht nur Schwalben kommen futtermäßig auf die Biene. Ich habe sehr pfiffige Meisen bei mir am BIenenstand! Wir brauchen also gar nicht erst auf den Bienenfresser zu warten, das haben auch andere Vogelarten schon entdeckt.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo,


    Zitat

    Nundenn, Helmut, ich hoffe, Du hast trotzdem nicht recht, ich wollt mich eigentlich noch ein paar Jährchen ärgern und ergo, auch Andere!


    Ich ärger mich mit, Simmerl, solltest dich auch noch ein Weilchen ärgern dürfen :wink:


    Also hier wimmelt es von Hummeln, ich habe Schwalbenschwanzraupen auf meinem Liebstöckel gefunden. Es gibt den Kleinen Fuchs, den Admiral, den Zitronenfalter, den Bläuling, Tagpfauenauge, so kleine rote, die ich nicht kenne, orange (Dukatenfalter, glaub ich), Distelfalter, leider viele Kohlweißlinge....und den Rest müßte ich mal bestimmen, weil kenn ich nicht.
    Auch wenn ihr Eure Fliegenklatsche mal wieder so richtig hören wollt, dann könntet ihr vorbeikommen.
    Stück Fleisch oder Katzenfutter - schon sind die dicken Brummer auch da.
    Und es soll hier Pferde geben (nein, nicht meins!), die sind nicht nur schon wahnsinnig wegen der Viecher, die sehn auch schon so aus...


    und die Schwalben fliegen hier durch die Stallgasse und über die Weiden bzw den Fluß.


    schwirrende Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin, moin,


    ja, dass auch andere Vögel, Spatzen und Meisen habe ich dabei gesehen, Bienen fressen, gelegentlich, weiß ich schon. Beim Spatz sind es aber meist krabbelnde Bienen an der Beute, Meisen gucken mal am Flugloch... Die Schwalben aber... eine Aufzucht soll, in dem Monat, die sie dauert, so um ein Kilo Insekten brauchen, ohne die Nahrung für die Eltern. Das ist dann schon ein wenig mehr, als gut zu haben. Und sie jagen momentan nichts anderes, wie es scheint. Immer über dem Garten und die Flugschneisen patroulliert. Dann wieder schnell zum Nest und wieder auf die Jagd. Wie gesagt, es sind wohl zwei Paare, die Völker werden das aushalten. Gefallen muss mir das aber nicht.


    Nicht nur Bernhard... Das Mittel wird massiv beworben und taucht, wenn man nach Stallfliegen googlet, immer an erster Stelle auf. Der Wirkstoff gehört verboten. Hoffentlich bringt das wärmer werdende Wetter jetzt Entlastung.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, Marion,


    wimmeln vor Hummeln ist was anderes, aber es gibt noch welche hier. Schwalbenschwanz: in Schleswig-Holstein seit Jahrenden nicht mehr. Kleiner Fuchs, ja einige, nach dem Winter, aber Folgegeneration bis jetzt noch nicht. Admiral und Distelfalter sind Wanderfalter... Zitronenfalter auch, aber nicht viele... Welcher Bläuling denn? Hier gelegentlich der Faulbaumbläuling, im Frühjahr. Dukatenfalter gibt es hier nicht. Tagpfauenauge wenige. Kohlweißling auch wenig, dies Jahr bisher. Einige Grünaderweißlinge, Aurorafalter.


    Brummer sind Fleischfliegen, die haben mit Stallfliegen nicht viel zu tun. Stallfliegen sind große Stubenfliegen. Musca domestica. Die auf Weidetieren lästigen sind auch keine Stallfliegen. Die Schwalben fliegen am Stall des Nachbarn entlang, nachdem sie den Kropf voll Bienen haben. Dort wohnen sie.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Clas,


    doch doch, wimmeln kommt dem schon recht nah, ich empfinde dies aber auch als etwas besonderes bzgl der Hummeldichte.

    Zitat

    ...sind Wanderfalter...

    mir bekannt.

    Zitat

    Dukatenfalter gibt es hier nicht

    Ups, das wußte ich nun nicht, ich meine so orange-braune, wie Bläuling, nur eben nicht blau.

    Zitat

    Welcher Bläuling denn?

    Uih, jetzt haste mich aber! Da muß ich mich erst schlau machen.

    Zitat

    Brummer sind Fleischfliegen, die haben mit Stallfliegen nicht viel zu tun. Stallfliegen sind große Stubenfliegen.

    Ja, das war mit nun wieder klar.


    Ich meinte auch nicht nur die klassische Stallfliegen oder Augenfliegen, sondern eben auch die Stubenfliege. Beim Stall nebenan ist die jedenfalls auch von Fliegenklatscheneinsatz her deutlich mehr vertreten als stallfern.


    Morgendlich fliegenfreie Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin Marion,


    mit hier meine ich Schleswig-Holstein, genauer: Todenbüttel... Im Sauerland könnten die schon sein, aber vielleicht auch ein anderer orangener Bläuling. Feuerfalter?


    Wenn Du da nach weiterer Klarheit und Vertiefung strebst: http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl . Im Forum1 gelangt man dort zu fast allem, was schuppige Flügel hat, zu einer belastbaren Aussage...


    Guck, und hier im Nachbarstall gibt es die anscheinend nicht mehr, die Stubenfliegen. Augenfliegen... mein Vater nannte sie Waldträudchen. Wegen ihres Vorkommensschwerpunktes in Gehölznähe, und ihres Wesens wegen...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Marion,
    das freut mich für dich, das es bei dir noch einigermassen funktioniert.


    Vor einigen Jahren begann ich mich für Schmetterlinge zu interessieren.
    Ich wusste noch nicht einmal, das Schmetterlinge wandern.
    Nach gekaufter Schmetterlingslektüre konnte ich 17 verschiedene Schmetterlinge in meinem Bienenobstgarten identifizieren.
    Letztes Jahr waren es nur noch 4 (Waldbrettspiel, Tagpfauenauge, Admiral, Kohlweißling), wenige, aber sie waren da.
    Da die wichtigste Schmetterlingspflanze die Brennnessel ist, stehen bei mir einige hundert Quadratmeter.
    Leider hats nichts gebracht.
    Vermutlich schaffen es die Wanderer nicht mehr den Rhein runter.
    Einige Vögel sind noch da, bekommen aber die letzten Jahre ihre Brut nicht mehr groß, und schmeißen sie aus dem Nest.
    Mein einzig Volk dort hat viel Brut, aber wenig bis keine Flugbienen.
    Wenn die Vögel es wären, die die Bienen holen, wäre es nicht schlimm, denn die schaffen es sowieso nicht in den Herbst, weil sie aus Pollenmangel verhungern.
    Hätte ich mein Grundstück doch bloß in einer Großstadt.
    Gruß
    Helmut

  • Moin moin,


    heute ist das Wetter wärmer und nicht so windig. Da finden offenbar die Schwalben besseres und bekömmlicheres Futter. Die Bienen eilen in die Linde.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hier kommen noch größere Probleme auf uns zu.
    nachts rollen hier große Gülletankwagen aus den Niederlanden über die Grenze, und lassen sie für ein paar Euros auf den hiesigen Feldern und Wiesen leerlaufen.
    Deshalb wohl :
    http://www.topagrar.com/news/S…-immer-teurer-871277.html
    Was mögen unsere Nachbarn wohl alles in diese Gülle kippen ?
    Mal Henk Tennekes fragen.
    Auf jeden Fall stinkt es fürchterlich.
    Nach und nach werden die Landwirtschaftsministerien von den Grünen übernommen.
    Das passt hier in NRW recht gut.
    Mein Schwager, der auch eine Biogasanlage betreibt, muß jetzt einen neuen, zusätzlichen Güllelagerbehälter bauen, und muss dafür über 50 000 muntere Euro locker machen.
    Bisher wurde diese Gülle in Richtung Sauerland abtransportiert, da scheint es noch ungüllierte Flächen zu geben.
    Hoffentlich rücken sie meiner geliebten Marion nicht zu nah auf den Pelz
    Gruß
    Helmut