Einen Teil der Honigernte zurückfüttern - wie am besten?

  • Liebe Forumsfreunde,


    ich habe die Suchfunktion bemüht und leider nichts wirklich Konkretes (und Zusammenhängendes) zu diesem Thema gefunden:


    Ich möchte gern einen Teil meiner Honigernte für die Wintereinfütterung benutzen und damit den Bedarf an zusätzlichem Futtermittel reduzieren. Die Motivation hierfür kann ja aus ganz verschiedenen Richtungen kommen, bei mir ist es u.a. einfach ein Überschuß, den ich privat nicht verbrauchen werde.


    Ich habe mich nun in meiner Umgebung umgehört und hier und da auch was erfahren, jedoch immer nur Dinge, die nicht selbst ausprobiert wurden. Das Interesse ist jedoch groß, allerdings auch die Scheu, sich auf etwas Neues einzustellen. Für mich interessant wäre eine Möglichkeit, welche bei unterschiedlicher Rähmchenhöhe im BR und HR funktioniert.


    Also bisher habe ich folgende Varianten "gehört":


    1.) Der Honig wird ausgeschleudert und anschließend entweder leicht verdünnt direkt oder mit Zucker gemischt zurückgefüttert.
    - Hier scheint mir der Aufwand einfach zu hoch..., außerdem besteht das Risiko FB-Sporen von Volk A in Volk B zu tragen.


    2.) Die Honigwaben werden über dem BR im Fütterer (bzw. Leerzarge) verdreht oder verkippt angeboten. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, ob die Waben hierbei noch irgendwie "vorbereitet", also angeklopft, angesprüht oder angeritzt werden.



    3.) Folgende Weise soll funktionieren:
    Die erste Zarge Frühjahrshonig bleibt immer auf dem Volk, bis zur Einfütterung. Zur Zeit wird diese Zarge dann einfach dem Brutraum untergestellt und die Waben werden lose gehangen, also nicht mit Bienenabstand. Das Volk soll nun den Honig ins Brutnest umtragen.
    - erscheint mir praktisch, vor allem wegen der Hygiene, Nachteil wäre die zusätzliche Kraftanstrengung beim Abheben der Kiste., aber wehe die Königin stiftet unten...



    So - das war's, was ich bisher gehört habe. Es würde mich freuen, mit euch zu diesem Thema in Austausch zu kommen. Ich würde es gern dieses Jahr erstmals probieren.


    Beste Grüße und Dank im Voraus für Rückmeldungen
    Heiko

  • Ich hatte vor zwei Tagen folgende Variante ausprobiert:


    1. Honigraum runter
    2. Folie auf die zwei Brutzargen gelegt, eine Ecke umgeklappt so das die Bienen nach oben können
    3. Leerzarge aufgesetzt
    4. Auf die Leerzarge noch eine Zarge mit den Honigwaben. (Je 3 Stück, teils verdeckelt, teils frisch eingetragen)


    Das ganze habe ich bei zwei Völkern ausprobiert. Das eine hat noch ganz gute Honigkränze in der Brutraumzarge, das andere hat nur noch sehr wenig Futter.
    Nach zwei Tagen ist der Erfolg gleich Null.
    Es herrscht normaler Flugverkehr. Auf den Honigwaben die eigentlich leergetragen werden sollen krabeln einige wenige Bienen.


    Schade, ich hatte eigentlich gehofft das die Waben quasi über Nacht leergertagen werden, da ich morgen gerne mit der AS Behandlung starten wollte.


    Grüße Jantje

  • Ich möchte gern einen Teil meiner Honigernte für die Wintereinfütterung benutzen und damit den Bedarf an zusätzlichem Futtermittel reduzieren.

    Moin Heiko
    Du wirst verstehen, daß Deine Frage nicht nur bei mir die Flache Hand zur Stirn befördert. Honig wird entnommen, Futter wird gegeben - so ist der Deal. Wenn Du mit dem Honig nicht weißt wohin - verschenke ihm! Sonst bist Du nicht besser als Angler, die Fische erst rausziehen (gegen deren Willen) und sie dann wieder reinschmeißen, bloß wegen'n Spaß. Wenn sich also Dein Honig schleudern läßt, schleudere ihn. Willst Du ihn umtragen lassen, laß ihn umtragen und schleudere was umgetragen wurde und wenn Du ihn als Ablegerstarter aufheben willst, dann heb' dem auf! Aber mach den Bienen nicht sinnlos doppelte Arbeit! Bitte!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nach zwei Tagen ist der Erfolg gleich Null.

    Abstand zu groß, Waben nicht entdeckelt, Honig zu hart/kalt, billige Tracht draußen ...


    Ich nutze FZ ohne Klettergitter und habe eine Zarge mit max 6 entdeckelten Waben drauf. Leer sind die nach einer Woche. Wenn's regnet eher.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Hallo Heiko . @ Jantje . Was die AFB betrifft machst Du dir einfach zu viele Gedanken. Also einfach die Futterzarge/Honigzarge unter die beiden Bruträume setzen .Sicherheitshalber Absperrgitter auflegen und die beiden Zanderbruträume wie sie jetzt stehen wieder aufsetzen. Warum sollen die Bienen den Honig oben umtragen, wenn er schon wie natürlich oben ist ? Die Bienen werden den Honig dann wie erwünscht in der oberen Brutraum umtragen. Dann kann weiter wie gewünscht eingefüttert werden .

    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Heiko,


    warum läßt Du den Honig nicht einfach drin, wenn Du ihn nicht möchtest?


    Die Idee (3.) mit dem Frühtrachthonig könnte aber wegen der Kristallisation schief gehen.


    Gruß Jörg

  • Hallo,


    ich finde Honig ist als Futter nicht besser geeignet als Zucker, im Gegenteil, da Zucker noch invertiert werden muss. Die Bienen finden draußen genauso wenig fertigen Honig wie Zucker. Von daher behalte den Honig und füttere normal ein.


    Gruß Peter

  • Hallo Josef,


    danke für die Antworten.
    Ich werde das mal so probieren, es erscheint mir am einfachsten, wenn man auch die schweren Brutzargen heben muß...


    Jantje : Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht wie du, hatte über Fütterer/Leerzarge zwei Waben oben aufgesetzt und nicht entdeckelt sondern nur angeklopft (hatte mal gelesen, das würde reichen) und die Waben verkippt angeboten. Nun - die Bienen begannen umzutragen, aber leider direkt vor Ort (also im Fütterer) in wunderbarem Naturbau und nicht ins Brutnest;-)
    @Henry/Jörg: Ich haben im Honigraum anderes Maß, kann also nichts drinlassen, so bleibt für mich z.B. die Frage, was tun mit Waben, die nicht "reif" sind, wenn ich abernte. Außerdem, selbst wenn das den Handreflex zur Stirn auslöst, ich brauche den Honig nicht auf, auch wenn ich verschenke. Und den Zucker bekomme ich leider auch nicht geschenkt. War übrigens auch mal Angler, weißt du wie viele untermaßige Fische ich zurücksetzen mußt... Aber doppelte Arbeit muß nicht sein, deshalb meine Fragen.


    Vielleicht gibt es ja noch Ideen.
    Viele Grüße und Danke
    Heiko

  • Ich mache es folgendermassen:


    Die überzähligen Honirahmen müssen entdeckelt über der Futterzarge allerdings höchstens immer 4-5 auf einmal angeboten werden, die Zarge darf nicht voller Honigrähmchen sein!
    Die Bienen tragen das Futter aber nur um, wenn keine weitere Tracht ist, ansonsten reparieren sie nur die entdeckelten Rähmchen.


    Die Alternative ist Schleudern und in der Futterzarge anbieten, das ist wie gesagt aber nicht nötig. Es darf nur keine Tracht sein. Bei mir klappt das dann immer.


    Viel Erfolg

  • Beim umtragen lassen immer auf den letzten Raum, der zur Beute (mit Bienen besetzt) gehört, eine weitere Zarge aufsetzen, zwischen diesen Folie, die nur ein wenig zurück geschlagen wird.
    Durch diesen zusätzlichen Raum wissen die Bienen, das der Honig oben nicht zu ihnen gehört und tragen ihn in "ihren" Raum.


    Darauf dann die Zarge mit den Futterwaben.
    Ich hab aus meiner Anfangszeit, als ich noch neugierig war, noch 2 Zargen mit Plexiglasfenstern. Diese verwende ich zum Umtragen lassen. Oben auf sezte ich als Deckel ein Plexiglasfenster, das geht natürlich nur wenn man ein Dach drüber hat.
    Durch das Licht wird das ganze noch beschleunigt.


    Verdeckelte Waben mit einem flachen Gegenstand andrücken, so das die Deckel noch dicht sind aber die Bienen merken das er beschädigt ist. Wenn man ganz entdeckelt besteht die Gefahr der Räuberei, wenn was runter tropft.
    Und wie schon richtig geschrieben, viel Platz zwischen den einzlenen Waben lassen, also wenn normal 10 Stück rein gehen, dann höchstens 7 oder 8 rein geben.


    So hab ich von 10 Völkern die angetragenen Waben auf 2 Völker aufgeteilt, die ich jetzt abernten kann. Hat etwas mehr als eine Woche gedauert (Dauerregen und tiefe Temperaturen), da hier der Großteil der Bienen in der Traube in den BR hängt.

  • Hallo Günther,


    vielen Dank für diese schöne Zusammenfassung.


    Dann war es wohl einfach zu nah mit dem direkt aufgesetzten Honig und die Trennung zum Brutnest nicht weit genug. Aufsetzen ist ja gegenüber Druntersetzen auf jeden Fall rückenschonender. Wenn es also genauso gut funktioniert, wesentlich einfacher zu realisieren. Ich habe zwei Völker zum Ausprobieren und setze einmal (nun über Zwischenzarge) auf und einmal drunter wie von Josef empfohlen und werde beobachten.
    Das mit dem Anklopfen hat mir hier vor Ort auch jemand empfohlen und genau so einleuchtend argumentiert, daß sonst schnell mal Räuberei ausbrechen könnte, wenn der Honig anfängt zu tropfen. Ich nehme den Stockmeisel und klopfe die einzufütternden Waben vor dem Einhängen von beiden Seiten locker an.


    Grüße an alle
    Heiko