Wachskreislauf - Altes Wabenmaterial durch Neues ersetzen

  • Hallo zusammen,


    ich hätte da noch eine Frage zum Wachskreislauf. Ich möchte bei mir auch in einen gesunden Wachskreislauf kommen und altes Wabenmaterial gegen Neues ersetzen. Meine Frage wär - wie mach ich das ganz konkret?


    Bei mir ist die 2. und 3. Etage komplett neu, da ich dieses Jahr frische neue Mittelwände eingehängt habe, die ausgebaut wurden.
    Bei Zarge 1 sind von 10 Rähmchen 3 Rähmchen neue Mittelwände, der Rest ist noch vom zugekauften Volk aus 2011 und das Wabenmaterial mittlerweile sehr dunkel. Wie soll ich hier vorgehen? Mein Problem ist, dass ich keine frisch ausgebauten Mittelwände übrig habe, sondern nur neue leere Mittelwände. Ich merke, dass das untere Brutbrett kleiner wird. Soll ich damit anfangen z.B. mal ein alte Wabe rauszunehmen und eine neue leere Mittelwand einzusetzen? Hab da aber meine Zweifel, da ich dann ja das Brutnest sozusagen erstmal mit einer Mittelwand in zwei Hälften teile. Zudem sind auf den Randwaben außen, viel Pollen und Futter eingelagert. Was ich damit mache, weiß ich auch nicht. Ich würde halt gerne bis zum Winter unten in Zarge 1 neue ausgebaute Mittelwände haben und das alte Material einschmelzen, da dieses schon sehr dunkel ist.


    Eine weitere Idee die mir kam, war dass ich aus Zarge 2 immer mal wieder fast fertig ausgebaute Rähmchen nach unten hänge, die alten radikal dann rausschmeisse, auch wenn evtl. noch etwas Brut drauf ist und in den freiwerdenden Platz in Zarge 2 dann ein neue Mittelwand zum Ausbau einhänge. Mein Problem ist dass ich keine frisch ausgebauten Mittelwände habe, da ich erst dieses Jahr mit dem Thema Bienen begonnen habe und das mein erstes Volk ist. Bin gerade erst am Aufbau. 3 Ableger sind im Start, bei denen ich dieses Jahr auch noch auf 2 Etage kommen möchte vor dem Winter. Evtl. hab ihr ja Tipps wie ich das schonend hinbekomme. Thanx

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Da wirst du sehr unterschiedliche Meinungen bekommen.
    Der eine erneuerte die alten Waben im Frühjahr und der andere wiederum im Spätsommer.
    Da hat wohl jeder seine eigene Vorgehensweise!


    Auch in Büchern wird es immer wieder anders beschrieben. Gerade gestern habe ich wieder eine gelesen, wo man das bei der Wintervorbereitung macht.


    Spätsommer:
    Oberer Brutraum abnehmen, unterer Brutraum sechs Brutwaben in die Mitte, dann Futterwabe jeweils links und rechts und dann leerwaben. Man baut quasie aus zwei zuerst eine Zarge zusammen und erneuert alte Waben. So entscheidet man dann wie es weitergeht.


    Hier habe ich wiederum schon gelesen, das Imker die Waben erst im Frühjahr erneuern und zum Winter das nicht machen.
    Dann gibt es noch die TBE und und und.



    Tja, ich bin mal auf die Antworten gespannt.




    Uwe

  • Unser Lehrbeauftragter beschäftigte sich genau mit diesem Zhema letzte Woche. Er hat uns das so gezeigt:


    Eine Woche vor dem letzten Abschleudern durch Rauchgabe ( oder Umsetzten) dafür sorgen, dass die Königin in die zweite Zarge flüchtet.
    Dann Absperrgitter zwischen erste und zweite Zarge und Brutraum auslaufen lassen.
    Sollte sich noch Honig in den Waben befginden, was eher unwahrscheinlich ist, diese nach dem Auslaufen der Brut in der Zarge nach oben über Folie aufsetzten und durch ein weniges Umknicken der Folie die Bienen den Honig nach unten umtragen lassen.
    Ruck zuck hat man die gesamte untere Zarge leer und kann diese entsorgen.
    Die leere Honigzarge setzt man vorher auf den nun unteren Brutraum ( welcher vorher Zarge 2 war) - ohne Absperrgitter und mit nicht allen Honigwaben (geschleudert), sondern nur Mittig 3-4 Stück, an die Ränder MW. So lässt man überwintern. (Obere Zarge, die mit den alten Waben nach einer Woche wieder abnehmen, da Waben geleert.)
    Hoffe, das war einigermassen verständlich


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Ritterjohannes!


    Die Variante von Anni hat neben einigen Vorteilen den Nachteil, dass die Bienen den eingetragenen Pollen nicht durch das Absperrgitter tragen, daher unten lagern und dieser somit mit den Waben ausgeschieden wird.


    Einen Möglichkeit wäre, dass du auf 3 Zargen überwinterst, dann könntest du im zeitigen Frühjahr die gesamte unterste Zarge entnehmen. Der Nachteil ist, dass die Varroabehandlung schwieriger wird, da die diversen Behandlungsarten nicht mehr so sicher wirken.


    In deinem Fall, bei nur einem Volk würde ich die paar alten Waben von der untersten Zarge in die 2 Zarge geben. Anstelle der entnommenen Waben würde ich Brutwaben von oben hinunter hängen. Die Altwaben würde ich dann allmählich an den Rand der Beute hängen und warten bis sie brutfrei sind. Dann kannst du diese entnehmen. Das darin enthaltene Futter kannst du umtagen lassen, oder schleudern und wieder verfüttern. Diese Vorgangsweise hätte den Vorteil, dass die Mittelwände in der 2. Zarge durch die Fütterung super ausgebaut werden (was unten nicht der Fall wäre) und dass du nach dieser Aktion die unterste Zarge nicht mehr anrühren musst und daher die Arbeit erleichtert wäre.


    MfG
    Hoinigmaul

  • Hallo Ritterjohannes!


    Die Variante von Anni hat neben einigen Vorteilen den Nachteil, dass die Bienen den eingetragenen Pollen nicht durch das Absperrgitter tragen, daher unten lagern und dieser somit mit den Waben ausgeschieden wird.


    MfG
    Hoinigmaul



    Hallo Honigmaul,


    das war auch unsere Frage und unsere Bedenken an den Lehrbeauftragten.
    Er meinte, in den alten Waben die Pollen würden die Bienen sowieso nur als allerletzte Notreservere verwenden und man müsse darüber hinweg schauen...
    Ich muss zugeben, dass teilweise ein "Murren" in den Runden aufkam.
    Somit bliebe die Möglichkeit, DIESE Pollenwaben dann noch mit nach Oben zu versetzten.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Moin,


    bereits mit Abbau der Bruttätigkeit in der Linde - also jetzt - können die Völker auf 1 BR reduziert werden. Dabei wird bei einer normalen Durchsicht das Volk wie üblich umgestapelt und steht dann kopfüber neben sich also dem Boden. Auf den Boden kommt nun eine Leerzarge und dahinein kommen alle Waben, die in der unteren Zarge (oben auf dem Kopfüberstapel) behalten werden sollen. Das sind oft nur 4 oder 5 und die werden so eingeordnet, daß ein sinnvolles Brutnest vorbereitet wird. Alle Waben, die weg können werden in der alten u BR-Zarge (also oben auf dem Kopfüberstapel) auf die Seite geschoben und samt dieser abgesetzt. Jetzt wird die o.BR-Zarge zugänglich und es wird wieder jede sinnvolle Wabe in das neue Brutnest eingeordnet. Die Speckwaben kommen unten an den Rand und MW (auch schlecht bebauete Wabe) werden allesamt aussortiert. Die BauR kommen auch raus und werden in die geparkte Zarge mit den Restwaben des alten u. BR gestellt. Findet man nicht genug schöne Waben, kann man auf die noch zurückgreifen. Ist die alte o.BR-Zarge dann leer und die folglich die neue BR-Zarge auf dem Boden voll, kommt das Gitter drauf (oder auch nicht mehr) und die HR kommen wirder drauf. Das Volk wird geschlossen und jetzt erst, werden die alten Waben ganz bienenfrei gemacht und die Bienen vor die Beute gefegt. Entdeckt man dabei übersehene Stifte oder Waben die doch ganz unbedingt behalten werden sollen, stellt man die in die nun leere Zarge für das nächste Volk. Auf Königin ect. muß nicht geachtet werden - die kommt ja entweder auf einer Wabe oder durch's Flugloch wieder da hin wo sie soll.


    Vor der letzten Honigernte kommt nun auf die sortierte und verbliebene eine untere BR-Zarge, ein leerer HR, darüber die Bienenflucht und somit hat das Volk wieder zwei Winterzargen in die eingefüttert wird und es ist der Abstand zur Brut für die AS-Behandlungen gegeben. Liebig beschreibt das als Spätsommerpflege ganz ähnlich.


    Ein Brutausgleich ist ohne Weiteres möglich. Und Umweiselung ebenfalls - alles in einem Ritt. Es lassen sich so auch ganz schnell aus 5 Völker drei machen oder ganze Ableger Rückvereinigen. Die werden dann gnadenlos mit einsortiert. In dem Durcheinander sind die froh, wenn's nicht zusätzlich Streß gibt.


    Immer wenn Futter in Fluglochnähe gehängt wird (hier Speckwaben oder Nektarwaben von oben) gehört das Flugloch eingeengt und Räuberei verhindert. Gerade in und nach der Linde kann man dann auch schon die Windel unterschieben und so zuviel Lockgeruch durch das Bodengitter behindern. Nebenbei hört man am Prasseln dann den Aufregungsbedingten Milbenfall.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    echt gutes Gehör hast Du...
    Hallo Zusammen,
    glaube, der Drohn nennt so was "Lego-Imkerei", ich auch.
    Eigentlich geht Imkern ja heutzutage mit ganzen Zargen, nicht mehr mit Einzelwaben.
    Also:
    Absperrgitter raus,
    einen Honigraum als oberen Brutraum geben,
    so daß man vorrübergehnd (oder für die ganze Überwinterung) drei Räume hat.
    Dann warten, bis sich die Brut nach oben verlagert hat,
    unteren Brutraum entfernen.
    Das kann man dann auch im Frühjahr noch machen.
    Natürlich kann man den unteren Brutraum auch gleich entfernen, wenn er brutfrei ist.
    Auf wenige Pollenreste oder Futterreste keine Rücksicht nehmen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Honigmaul,


    das war auch unsere Frage und unsere Bedenken an den Lehrbeauftragten.
    Er meinte, in den alten Waben die Pollen würden die Bienen sowieso nur als allerletzte Notreservere verwenden und man müsse darüber hinweg schauen...
    Ich muss zugeben, dass teilweise ein "Murren" in den Runden aufkam.
    Somit bliebe die Möglichkeit, DIESE Pollenwaben dann noch mit nach Oben zu versetzten.


    LG: Anni


    Hallo Anni!
    Eine Variante wäre, wenn man oben ein Flugloch aufmachen würde und das unter verschließen würde (oder beide geöffnet, wäre einen Versuch wert), dann wäre nur der alte Pollen (um den eh nicht schade wäre) verloren. Der neue Pollen würde im Bereich des Futterkranzes abgelagert, durch was Winterfutter überlager und konserviert. Im Frühjahr wäre dann für das Volk eine Idealsituation. Auch bei Schlechtwetter wäre immer Polllen für die Bienen greifbar.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo zusammen,


    ich hätte da noch eine Frage zum Wachskreislauf. Ich möchte bei mir auch in einen gesunden Wachskreislauf kommen und altes Wabenmaterial gegen Neues ersetzen. Meine Frage wär - wie mach ich das ganz konkret?


    ritterjohannes , von den hoffentlich unbebrüteten Honigraumwaben solltest Du für nächstes Frühjahr etliche für die Erweiterung zurücksetzen . Dann kannst Du nämlich den unteren Brutraum mit den alten Waben entnehmen und oben mit
    Honigraumwaben erweitern oder für die Bildung von Ablegern benutzen .
    Honigraum wider aufsetzen mit jeweil links/rechts eine ausgebaute Wabe und Mittig 3-4 ausgebaute Waben den Rest wieder mit Mittelwänden auffüllen . Das schöne ist es wird mit ganzen Zargen gearbeitet und nicht mit Einzelwaben .( Legoimkern )
    Also zur Weidenblüte wird der untere Brutraum entfernt . Der ehemals zweite Brutraum wird zum untersten Brutraum und
    sofort wie bei Honigraum bestückt wie beschrieben aufgesetzt. Zur Kirschblüte kommt dann der Honigraum bestückt wie beschrieben über Absperrgitter drauf . Wenn keine ausgebauten Waben , dann nur Mittelwände .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.