Futterteig ergibt wieviel Winterfutter

  • Hallo,


    um Futtersirup oder auch Zuckerwasser in eingelagertes Winterfutter umzurechnen findet man reichlich Informationen. Aber leider nicht zum Futterteig.


    Weiß also jemand wieviel eingelagertes Winterfutter z. B. 10 kg handelsüblicher Futterteig ergeben?


    Viele Grüße
    Nantaku

  • Gehe mal davon aus das zu den 10 kg 15-20% Wasser dazukommen, aber auch eine gleiche Menge für die Verarbeitung gebraucht wird.
    Also 1 zu 1. Ich füttere schon viele Jahre nur mit Teig und bin zufrieden, keine Matscherei, keine Räuberei....alles entspannt.
    Gruß Peter


  • Hallo Nantaku!
    Solche Informationen können nur unseriös sein. Jeder halbswegs erfahrene Imker weiß, dass es sehr auf das einzelne Volk ankommt, ob das gegebene Futter als Winterfutter abgelagert oder noch teilweise verbrütet wird. Da lässt sich kein Umrechnungsfaktor aufstellen. Es kommt auch sehr auf die Jahrezeit an. Im Juli verhält sich ein Volk anders als im September. Der größte Unterschied ist zwischen Ableger und Altvolk. Bei einem Ableger kann es passieren, dass er annähernd das ganze Futter verbrütet und noch bis Ende August an Volksstärke zunimmt. Ein Altvolk nimmt ab Juli nur noch an Volksstärke ab. Am besten ist es, wenn man einen großteil des geplanten Winterfutters gibt und dann die Völker wiegt. Ich habe dazu eine Federwaage und hebe damit die einzelnen Völker hinten an. Nach ein paar Jahren Erfahrung weiß man genua wie schwer ein Volk sein muss. Ansonsten würde ich das leichteste Volk öffnen und Nachschau halten. Lieber etwas zu viel füttern und dafür im Frühjahr ein oder zwei Futterwaben entnehmen, sonst kann es passieren, dass die sträksten Völker im Frühjahr verhungern.


    MfG
    Honigmaul

  • Zitat aus dem Buch: Bienenzucht als Erwerb. Von Friedrich Karl Böttcher. ISBN: 3-431-02358-4


    >>In der Natur werden die Bienen mit dünnen und dicken Nektar- und Honigtaukonzentrationen fertig. Bei dünnem Futter sollen sie sich stärker verbrauchen [Anmerkung: verbrauchen heißt hier: wegsterben] als bei dickem.
    Um Bienenkrankheiten vorzubeugen, wird daher eine dünnflüssige Reizfütterung im Spätsommer empfohlen. Mit den sich in stärkerem Maß abarbeitenden und eher absterbenden Bienen verschwinden auch die Krankheitserreger in größerer Zahl aus den Völkern.


    Aber auch der Imker hat mit dünnem Zuckerlösungen mehr Arbeit. Wenn man einem Volke zur Winterfütterung 7,5 kg Zucker im Lösungsverhältnis 1:1 geben wollte, müßte man 12 Liter verfüttern, während beim Lösungsverhältnis 2:1 nur 8,4 Liter nötig sind. Wir sparen also bei dickflüssiger Einfütterung Arbeit und Zeit. Auch die Bienen haben es erheblich leichter. 3,6 Liter Wasser brauchen sie nicht aus dem Futter zu entfernen. Außerdem haben Versuche ergeben, daß die Bienen beim Eindicken dünner Lösungen ziemlich viel Zucker verbrauchen. Bei dickeren ist das bedeutend weniger. Bei einer Lösung 1:1 z. B. beträgt der Zuckerverbrauch 20 %, bei einer Zuckerlösung 2:1 nur etwa 10 %. << Seite 146+147

  • Hallo,


    erst mal Danke für die Informationen.


    Das stimmt schon, ich wollte nur die Umrechnung wissen. Da ich mit Hinterbehandlung arbeite, kann ich meine Völker nicht wiegen. Ich halte es aber seit Jahren so, dass ich einen Teil einfüttere, dann Ende des Sommers die Völker nachsehe, wieviel Futter sie zu diesem Zeitpunkt haben, gleichzeitig eine Futterkranzprobe entnehme und danach evtl. noch nachfüttere. Bisher habe ich immer nur Flüssigfutter gegeben. Nun habe ich den Völkerbestand stark erweitert und weiß noch nicht so recht wie ich mit diesen Mengen Sirup umgehen soll, die ich dann bräuchte. Irgendwie muss das Futter ja zum Bienenstand kommen. Ich vermute, mein PKW ist damit bald überlastet. Kellmann vertraue ich nicht und außerdem hätte ich dann anschließend haufenweise Kanister rumzuliegen. Also war die Idee, den ersten Schwung Futter über Futterteig abzudecken und den Rest (später im Jahr) mit Sirup. Dazu muss ich aber eine Vorstellung haben, wieviel Futterteig ich kaufen muss.


    Viele Grüße
    Nantaku

  • Moin,


    im Schnitt empfohlen bei Zweizargern sind 20 kg Zucker.


    Das heißt Inhalt oder Gehalt nicht Masse an Winterfutter, sprich: 20 kg Zucker auflösen in welchem Verhältnis auch immer.


    Futterteig hat ca 70% Zucker.


    Auch mal hier gucken


    Ich würd sonst mal intensiv nach den empfohlenen Zuckermengen je nach Volksstärke/ Beutensystem suchen, dann nimmst Du die höhere und weißt, wieviel Teig das sein muss.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...Hinterbehandlung...Nantaku


    Hallo Nantaku,


    wasn für welche? Wieviel Räume / Waben?


    Ich rechne bei einräumiger Überwinterung so mit 11...15l Sirup. Wieviel eingelagertes Futter das ergibt ist mir nicht wichtig. Honig, wenn vorhanden lasse ich ab Mitte Juli natürlich drin. Bei den Hinterladern ist es eigentlich ganz einfach die maximale Futtermenge (die reinpasst) herauszufinden. Füttern bis die letzte Wabe am (Warmbau) Fenster gefüllt ist und das Futter innerhalb von 1...2 Tagen nicht mehr umgetragen wird.


    Gruß Jörg


    Gruß Jörg


  • Zur groben Orientierung kann man für die Praxis sagen, dass sich aus 20 kg Haushaltszucker, den man zur Wintereinfütterung gewöhnlich in einer Mischung von 3 Teilen Zucker zu 2 Teilen Wasser verfüttert, etwa 12 kg Winterfutter ergeben.


    Ist hier ein Fehler unterlaufen? Bisher dachte ich, dass 10kg Haushaltszucker rund 12kg Futter ergeben:


    Stefan

  • @ Stefan: Das gleiche habe ich auch gedacht!


    Dann irritiert mich noch, dass die Bienen dem Futterteig Wasser zusetzen müssen und dadurch die eingelagerte Menge weniger wird???


    @ Jörg: Ich habe die letzten Jahre immer Sirup eingefüttert. Da kenne ich mich aus. Ich wollte dieses Jahr aber Futterteig nehmen und weiß da einfach zu wenig drüber. Auf eine Etage 10 Waben im Kaltbau habe ich immer für 12 -13 kg eingelagertes Futter gesorgt. Das ging prima. Da sitzen die Bienen auch nicht auf eiskalten Futterwaben und hatten im Frühjahr immer noch genug Futter drin.


    Viele Grüße
    Nantaku

  • Teig ist ok, wird nur etwas langsamer abgenommen. Wenn ihn die Bienen aber fast gar nicht abnhmen, dann ist das ein Indiz für Varroose ( Nantaku : wenn man geschlossene Böden hat). Als Anfänger war mir dieser Zusammenhang nicht bewusst. Mittlerweile wird wieder Sirup gefüttert.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher