Zargenformat - 9 Rähmchen versus 10 Rähmchen

  • Hallo zusammen,


    kann mir jemand die Frage evtl. fachlich beantworten?
    Alte Imkerhasen haben derzeit bei uns im Verein immer noch 9 Rähmchen pro Zarge.
    Ein sich immer mehr etablierender Standard sind 10er Zargen.


    Was spricht gegen 9er Zargen und wo liegen bei einer 10er Zarge die Vorteile gegenüber der 9er?


    Kann mir jemand hierzu etwas sagen?


    Meine bisherige Feststellung ist, dass die Bienen die 9er Zargen besser ausbauen als die 10ner.



    Gruss ritterjohannes

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Die 9er sind die Fans der Zentralwabe. Das ist eine Idealvorstellung, in der Praxis ist das Brutnest selten mittig. Man kann auch annehmen, dass das Randwabenproblem geringer ist, weil das Brutnest das Magazin mehr ausfüllt. Mit 9 Waben ist das Arbeiten mit einem Brutraum schwieriger. Es ist also Ansichtssache. Da war mal wohl ein Guru im Verein und der hat kräftig Überzeugungsarbeit betrieben.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo,


    hier http://www.imkerverein-tempelh…l/orientierungshilfe.html ist eine ganz gute Begründung. (Ich habe auch mal dazu etwas wissenschaftliches gelesen - der Artikel ging so Richtung optimale Brutnestentwicklung in Quadratzentimeter - finde ich aber spontan nicht) ... aber sicherlich wirst Du feststellen - oder schon festgestellt haben, dass es bei der Betriebsweise nahezu so viele Möglichkeiten, wie Imker gibt - und alle sind richtig und gut begründbar ... und als Anfänger (das habe ich in den letzten Wochen und Monaten am eigenen Leibe erfahren) Du Dir selbst das "richtige" System aussuchen musst.

  • Hallo,


    ich mein hier wird um des Kaisers Bart gestritten. Ob 9, 10 oder bei Dadant 12 Waben im BR ist der Biene egal, wenn sie genug Platz hat. Es gibt für alles pro und kontra, aber in diesem Fall ist das meines Erachtens nicht der Rede Wert. Ich bin ein Freund eines großen, einteiligen Brutraumes, den man bei Bedarf mit einem Schied einengen kann, aber nicht muss, es sei denn man hängt an jedem Gramm Honig.



    Salve, Peter

  • Die 9er sind die Fans der Zentralwabe. Das ist eine Idealvorstellung, in der Praxis ist das Brutnest selten mittig.


    Im Zusammenhang mit Erdmagnetfeldern wurden hier im Forum zur Zentralwabe auch mal einige Experimente gepostet. Ich glaube, das war von Sabi(e)ne. Das Ergebnis war, dass die Zentralwabe bei Naturbau bevorzugt entlang der längsten Strecke (in einer quadratischen Beute also diagonal) gebaut wird, weitere Waben werden dann beidseitig davon gebaut. Die Viecher besitzen offensichtlich die Frechheit, das Erdmagnetfeld zu ignorieren (:wink: :p) und sich stattdessen an geographischen Gegebenheiten der Behausung zu orientieren.


    Meiner bescheidenen Meinung nach würde das Evolutionstechnisch viel Sinn machen, denn dadurch kann die Wintertraube den Grossteil des Futtervorrates abwandern ohne Wabengassen wechseln zu müssen.

    Da es in gängigen Mobilbau-Beuten keine "längste Strecke" gibt (alle Rähmchen sind gleich lang), würde eine Zentralwabe (entsprechend obiger Theorie) auch keinen Vorteil bringen.


    Zitat

    Man kann auch annehmen, dass das Randwabenproblem geringer ist, weil das Brutnest das Magazin mehr ausfüllt.


    Was ist denn das Randwabenproblem?


    Zitat

    Mit 9 Waben ist das Arbeiten mit einem Brutraum schwieriger.


    Dumme Frage: Warum?

  • Hallo Miteinander,
    die Anzahl der Waben in der Beute richtet sich auch nach der Art der Aufstellung.
    Reihenaufstellung kommt mit neun (auch weniger) Waben aus.
    Bei Einzel- oder Zweieraufstellung nimmt man meist zehn Waben (oder mehr).
    Siehe Pfefferle (Neun Waben im Magazin bei Reihenaufstellung) oder Liebig (Zehn Waben im Magazin, Zweieraufstellung).
    Auch richtet sich manchmal die Anzahl der Waben nach speziellen Imkerwünschen,
    wie quadratische Zargen, etwa bei der Segeberger.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • Ich steh gerade auf der Leitung. Warum ist das von der Art der Aufstellung abhängig?

  • Hallo Katrin,
    das liegt daran, das sich die Völker bei Reihenaufstellung gegenseitig wärmen (sollen).
    Bei Einzelaufstellung braucht das Volk einen größeren Puffer.
    Bestes Beispiel:
    Die Zanderbeute gab es früher in zwei Ausführungen, selbst noch zur Zeit des Professors,
    für Reihenaufstellung mit neun Waben und für die Freiaufstellung mit zehn Waben.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Mit Blechstülpdeckel schon...oder gleich nen Deckel für mehrere Völker.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • EIn Quadrat ist ein idealerer Kreis als ein Rechteck.
    Rein thermisch betrachtet ergeben sich aus dieser Betrachtung zwar Unterschiede zwischen 9- u. 10-fach- ob das allerdings praxisrelvant ist kann ich mangels Imker-Erfahrung nicht beurteilen. Würde allerdings ohne mit der Wimper zu zucken Geld auf auf "nicht relevant" setzen...

  • Im Grunde ist es wurst. Die Wintertraube sitzt wo sie will. Bienen denken nicht wie Imker. Mit 8 Waben in zwei BR kannst du Honig schneiden. Das heißt du musst wie beim Dadantpressing eine HR belassen.
    Randwabenproblem
    Bei 12 Waben ist der Honig der Randwaben zu feucht.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Pfefferles Beuten hatten Einzeldeckel in der Reihe, die jedoch keine Stülpdeckel waren, denn sooooo eng war die Reihe nun auch nicht, nicht Wand an Wand, meine ich damit.
    Über alle dann Wellblech und Beschwerung.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper