Idee: Rückvereinigung eines Schwarms

  • Hallo,


    wenn ich einen Vorschwarm fange,
    weiß, von welchem Volk er stammt,
    statt Völkervermehrung lieber das starke Volk behalten möchte:


    könnte ich nicht in Anlehnung an Kusches „Schwarmverhinderung bei Prüfvölkern“ Schwarm und abgeschwärmtes Volk wieder auf folgende Art vereinigen?


    - Schwarm auf Mittelwände einschlagen,
    - auf den Platz des Altvolkes stellen
    - darauf über Absperrgitter das Altvolk mit Notflugloch nach hinten geöffnet.


    Die Situation ist dann fast wie bei Kusche, nur habe ich statt des Fluglings mit Königin den echten Naturschwarm.


    Laut Kusche brauchen oben die Schwarmzellen nicht gebrochen zu werden, da bei dieser Aufstellung die Jungköniginnen nach der Begattung kaum zurückfinden. Nach 24 Tagen ist oben die Brut geschlüpft und es wird unten der Brutraum wieder erweitert.


    Würde das funktionieren bzw. hat es schon jemand gemacht?
     
    Grüße,


    Gerhard

  • Schwärme sind ein wenig kritisch in der Wahl ihrer Behausung und sind relativ schnell bereit weiterzuziehen. Ich hätte die Bedenken, dass bei einer solchen Betriebsweise der Schwarm die Beute als "nicht frei" erkennt und wieder auszieht. Erfahrung habe ich damit aber nicht.


    Gruß Ralph

  • Schwärme sind ein wenig kritisch in der Wahl ihrer Behausung und sind relativ schnell bereit weiterzuziehen. Ich hätte die Bedenken, dass bei einer solchen Betriebsweise der Schwarm die Beute als "nicht frei" erkennt und wieder auszieht. Erfahrung habe ich damit aber nicht.


    Gruß Ralph


    Hallo Ralph,


    das ist ein berechtigter Einwand. Könnte da Folgendes Abhilfe schaffen?


    - eine offene Brutwabe dazugeben,
    - das abgeschwärmte Volk vorerst auf die Seite stellen und erst nach einigen Tagen aufsetzen.


    Gerhard

  • Schwärme sind ein wenig kritisch in der Wahl ihrer Behausung und sind relativ schnell bereit weiterzuziehen. Ich hätte die Bedenken, dass bei einer solchen Betriebsweise der Schwarm die Beute als "nicht frei" erkennt und wieder auszieht. Erfahrung habe ich damit aber nicht.


    Gruß Ralph


    Ich würde da statt AG, einen Bienendichten Zwischenboden benützen

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Laut Kusche brauchen oben die Schwarmzellen nicht gebrochen zu werden, da bei dieser Aufstellung die Jungköniginnen nach der Begattung kaum zurückfinden. Nach 24 Tagen ist oben die Brut geschlüpft und es wird unten der Brutraum wieder erweitert.



    Damit habe ich noch Verständnisprobleme:
    Wenn der Vorschwarm abgeht, sind (alle) Weiselzellen gerade mal verdeckelt, so dass noch ca 5 Tage verstreichen, bis die Jungköniginnen ausfliegen.


    Diese begeben sich aber NICHT auf den Begattungsflug sondern entfleuchen mit Bienen aus dem Volk. Somit müssen diese dann später auch nicht zurückkommen.


    Andererseits herrscht bei Verwendung eines Zwischenbodens die gleiche Situation wie beim Flugling, so dass der obere Volksteil seine Flugbienen an den unteren verliert und deswegen die Schwarmzellen abgetragen werden.


    Stefan

  • Damit habe ich noch Verständnisprobleme:
    Wenn der Vorschwarm abgeht, sind (alle) Weiselzellen gerade mal verdeckelt, so dass noch ca 5 Tage verstreichen, bis die Jungköniginnen ausfliegen.


    Diese begeben sich aber NICHT auf den Begattungsflug sondern entfleuchen mit Bienen aus dem Volk. Somit müssen diese dann später auch nicht zurückkommen.


    Andererseits herrscht bei Verwendung eines Zwischenbodens die gleiche Situation wie beim Flugling, so dass der obere Volksteil seine Flugbienen an den unteren verliert und deswegen die Schwarmzellen abgetragen werden.


    Stefan, wenn die Jungfern als Jungfern schwärmen (was tatsächlich die verbreitete Meinung ist), funktioniert das so wirklich nicht. Da scheint Kusche zu irren:


    Auch wenn die Jungköniginnen im Honigraum schlüpfen, kommt es zu keinem Schwarm. Diese Königinnen verlassen den Honigraum ebenfalls über das Notflugloch und verschwinden. Ganz selten findet eine Königin bei Freiaufstellung nach der Begattung das Notflugloch wieder und beginnt im Honigraum mit der Eiablage.


    Wenn man aber im Altvolk sofort alle Schwarmzellen bricht, sollte das Problem doch behoben sein?


    Mit Zwischenboden statt Absperrgitter habe ich am Ende wieder zwei Völker, was ich ja (in diesem Fall) nicht will.


    Gerhard

  • Hallo Gerhard


    die Idee ist nur theoretisch gut, ich habe die Erfahrung gemacht wenn ein Vorschwarm in eine Beite kommt wo auch nur ein paar Eier auf einer Wabe sind, zieht er wieder aus. Wenn du die Völkerzahl nicht vergrößern willst, brauchst du trotzdem noch eine Zarge wo die Brut schlüpfen kann, um dann die Jungbienen dem Volk zurück zu geben.
    Also ich würde es so machen.
    Wenn der Schwarm ausgezogen ist, neue Zargen mit MW auf den alten Ort, die Zargen mit den MW abdecken, den alten HR oben drauf, aber so das die Bienen auf einer Ecke noch raus können und sichdem Schwarm anschließen, auch alle Flugbienen fliegen zum Schwarm. Den HR würde ich aber 5 Tage abgedeckt lassen, ich habe den HR dieses Jahr schon nach einem Tag wieder Dazu gegeben, das war nicht optimal. Die Königin sollte sich schon auf den Vorhandenen Raum eingestellt haben, dann den HR wieder dazu und nach und nach auch die geschlüpften Jungbienen, die kannst du sogar noch mit Milchsäure zuvor behandeln. Natürlich nicht vergessen die Weiselzellen auszubrechen, oder du läßt eine Zelle stehen und wenn du keine Zeit hast kümmern sich die Bienen mit der Auswahl. Bei mir hat ein solches Volk noch nicht geschwärmt. Sonst Waben einschmelzen, gute Waben weiterverwenden und FW ausschleudern dann hast du eine schöne Futterreserve.
    Also bei mir klappt es so, ich habe dann immer einen schönen Ableger mit Jungkönigin.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi,


    so etwa wie du es beschreibst habe ich es beim letzten Schwarm gemacht, außer dass der Honigraum beim abgeschwärmten Volk geblieben ist. Da war aber wegen Trachtlücke nicht viel drinnen.
    Jetzt habe ich eben statt einem starken Wirtschaftsvolk den Schwarm der erst wachsen muss und das Altvolk mit junger Königin, das auch sehr geschwächt ist. Seit zwei Tagen kommt viel rein (bis über 3 kg täglich bei den anderen Völkern), mal sehen was die beiden bringen.


    Grüße,


    Gerhard


    P.S.: Ich bin ab morgen 3 Tage weg von meinem Computer, bis dann!

  • Nach erstem Antesten dieses Jahr werde ich das folgende Vorgehen zum Aufbau von Trachtvölkern für die Robinie und Linde weiter ausbauen.


    Ich erstelle nach dem Vorschwarm Brutableger aus den Brutzargen mit ansitzenden Weiselzellen des abgeschwärmten Volkes. Diese werden für das nächste Jahr zu Vollvölkern aufgebaut. (Der Vorschwarm kommt auf leere Zargen am alten Platz und erhält die Flugbienen.)


    Die Brutableger werden bei ihrer Bildung nebeneinander gestellt. Das hat auch für das Folgejahr Vorteile, um einen Teil der Völker gezielt für Folgetrachten wie Robinie/Linde aufzubauen.


    So kommen die Völker aus dem Winter: Zweizargig. Dargestellt sind hier zwei räumlich getrennte Stände. Siehe Trennstrich. (Muß nicht sehr weit entfernt sein.) Das Volk für die Robinie und Linde ist gelb gefärbt.



    Mit dem Aufsetzen der ersten Honigräume zum Ende April/Obstblüte wird das für die Robinie vorzubereitende Volk verstellt. Die Flugbienen verstärken jetzt das am alten Standort zurückgebliebene Volk (doppelte Flugkraft voraus) für eine gute Obstblütenernte.



    Mitte Mai mit dem Aufsetzen des zweiten Honigraumes, verstelle ich das "Robinien-Volk" wieder zurück an den ersten Standort, damit es abermals um die Flugbienen geschröpft wird und so die Schwarmstimmung bis zur Robinie gedämpft wird. Die Flugbienen verstärken das Volk, das am zweiten Standort zurückbleibt.



    Dann geht es ab in die Robinie. Die Flugbienen des Robinienvolkes verstärken ein letztes Mal mit ihren Flugbienen das Volk am alten Standort, das zu dieser Zeit schon geschwärmt ist. Der Vorschwarm wurde gefangen und am alten Platz auf Leerzargen eingeschlagen, die Brutzargen als Ableger aufgeteilt.



    B = Brut
    H = Honig
    E = Leer (Anfangsstreifen)


    Um ein Verhonigen des Brutnestes zu vermeiden, sollte das Robinienvolk von Anfang an mindestens eine Honigzarge bekommen. (Nicht im Bild.)


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    ich kann dich jetzt nicht mehr verstehen! Beim Thema "Nulljährige Königin statt Schwarmstress" http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29789 hast du mir davor gewarnt, dass ich den Völkern die Stimmung versaue und die Bienen einen Schock bekommen, wenn sie zurückkommen und einen kleinen Ableger anstelle ihres alten Brutraums finden! Hier machst du ja nicht viel anderes? Wie stressig ist das für die Bienen, die sich beim Nachbarn einbitteln müssen? Könntest du mich aufklären?


    LG Salsero?

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Du arbeitest mit Entweiselung, Brutentnahme und Weiselzellenbrechen. Das ist etwas völlig anderes als das Verstellen von Völkern - ohne Zellenbrechen, ohne Öffnen der Beute und ohne Wühlen in der Brut.


    Völlig anders ist auch das Ergebnis. Anstatt lauter weisellose halbe und viertel Völker habe ich die Hälfte der Völker mit verdoppelter Flugbienenstärke. Verdoppelte Flugbienenanzahl hebt die Schwarmstimmung anstatt sie zu drücken. Durchaus von meiner Seite aus beabsichtigt, da vor dem Schwärmen noch kräftigst gesammelt wird.


    Das geschröpfte Volk ist geschröpft, da gibt es keinen Zweifel. Wenigstens wühle ich aber nicht in deren Brut rum oder mache sie weisellos.


    Das Einbetteln ist wenig dramatisch, da die Bienen mit Nektar/Pollen beladen nach Hause kommen und mit diesem Wegezoll von den Wachen akzeptiert werden.


    Viele Grüße
    Bernhard