6-Waben Ableger überwintern ? Wie ?

  • Hallo,


    ich habe hin und wieder gelesen, dass 6-Waben Ableger in einem Ablegerkasten überwintert werden können.
    Mich würde interessieren, wer damit Erfahrungen gemacht hat ?


    Wann und wie stark müssen die Ableger gebildet werden ?
    Mit einer begatteten Königin oder ohne ?


    Vielen Dank


    Viele Grüße
    M.R.

  • Hallo,


    das stimmt insofern, dass man eine Bienenzahl von ca 5000 Bienen als Minimum an Überwinterungsstärke nennt. Das ist zwar keine Garantie aber darunter wird es sehr unwahrscheinlich, dass es klappt.


    Es ist also oberstes Gebot, die Vermehrung so auszurichten, dass die Bienen es schaffen können, bis zum Winter 5000 Bienen erbrütet zu haben, deren Großteil dann Winterbienen sind.
    Wieviel Waben das sind, kommt auf Dein Wabenmaß an. Beim Abschätzen hilft die Liebefelder Schätzmethode.


    Wie das mit welcher Vermehrungsmethode wann was wird, kannst Du in etwa hier nachlesen. Dazu gibt es aber auch jede Menge Themen hier. Immer bezogen auf die Ablegerbildung, Kunstschwarmbildung, Volksteilung etc.
    Je früher im Jahr, desto kleinere "Startmengen" kann man riskieren. Viel Arbeit für die Bienen aber sie können das schaffen.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    vielen Dank für die Antwort.


    Ich möchte es jedoch genauer wissen. Wer hat damit Erfahrung gemacht ? Wann müssen die Ableger spätestens gebildet werden um die 6 Waben (= 5000 Bienen ???) zu besetzen ?
    Und wie stark sollten Sie gebildet werden ?


    Nach Pia Aumeier (1 Waben-Ableger) sollten diese bis spätestens Mitte Mai gebildet werden. Hier ist aber auch nicht das Ziel, "nur" 6 Waben zu besetzen.
    Es müsste doch also später auch möglich sein ? Mit einer begatteten Königin, die man zusetzen könnte, hätte ich doch theoretisch bei dieser Methode noch +30 Tage Zeit !?


    Soviel zur Theorie ! Was sagt die Praxis ?


    Viele Grüße
    M.R.

  • Hallo Michael!


    Hier meine Erfahrungen aus der Praxis: ich verwende 5-Waben-Ablegerkästen mit Wabenmaß DN und meine Überwinterungsversuche damit sind allesamt gescheitert.


    Du bist hier auf der Suche nach einer Grenze, ab der eine Überwinterung gerade so gelingen könnte. Du möchtest, dass dir jemand sagt "bilde einen 6-Waben-Ableger mit mind. 3 Brutwaben bis Mitte Juni, mach die richtige Varroabehandlung und immer schön füttern, dann klappt das mit der Überwinterung problemlos." So einfach ist es aber nicht. Es sind nicht alle Winter gleich. Gerade die milden Winter erfordern mehr Zehrung. Und dann sollen die Völker im neuen Jahr zur Frühtracht so früh wie möglich in die Pötte kommen. Das alles gelingt um so leichter, je stärker die Überwinterungseinheit ist.


    Liebe Grüße,
    Sammler

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von Sammler () aus folgendem Grund: Wabenmaß eingefügt

  • Hallo Michael,


    ich habe letztes Jahr Anfang August einen Minischwarm aus einer Lebensbaumhecke des Nachbarn gepflückt. Die Königin kam nicht so richtig in Gang und ich war mir nicht sicher, ob ich auflösen oder verstärken soll. Eine Brutwabe mit schlüpfender Brut habe ich dann doch geopfert. Habe den kleinen Schwarm in einem Styropor-Ablegerkasten mit 5 DN-Waben pro Zarge gehabt und ständig flüssig gefüttert. Aus einem anderen Volk, dass ich auflösen musste habe ich dem Schwarm eine zweite Zarge mit 5 Futterwaben gegeben. Bei der Winterbehandlung an Weihnachten waren 5 Waben besetzt.


    Der Ablegerkasten mit 2 Zargen stand in Einzelaufstellung. Im Oktober mit Spanngurt verschnürt und nur zur Winterbehandlung einmal geöffnet.


    Heute ist dieser Schwarm aus 2011 ein schönes Volk auf 3 Zargen und hat 10 kg Honig gebracht.


    (Die Schwarmkönigin aus dem letzten Jahr habe ich übrigens gestern mit einem 3 kg Schwarm aus Nachbars Ahorn geholt.)


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Hallo Michael!


    Das Ziel des Imkers sollte in jedem Fall sein, dass die Jungvölker so stark wie nur möglich in den Winter gehen.


    Bei so manchem Züchter ergibt es sich, dass im Herbst noch ein paar Jungköniginnen übrig bleiben und daher wird eine Überwinterung mit möglichst geringem Bienenbedarf angestrebt. Eine solche Überwinterung ist immer mit Risiko verbunden und hat meistens den Zweck, dass die überschüssigen Königinnen überwintert werden können. Eine Überwinterung mit 6 Waben sollte nur im Notfall angestrebt werden.


    Bei der Überwinterung mit 6 Waben ergibt sich im Frühjahr auf jeden Fall ein Futtermangel, welcher durch den Imker aufwändig ausgeglichen werden muss.


    Wenn du jetzt schon begattete Königinnen hast, dann genügt für eine erfolgreiche Überwinterung sicherlich ein 2 Waben-Brutableger. Im Juli wird der Ableger schon mindestens 4 Brutwaben umfassen müssen. Voraussetzung für eine Ablegererstellung knapp über dem Mindestmaß ist immer eine gute Fütterung.


    Wenn du im Netz und in den Foren nach "Teilen und behandeln" suchst, könntest du auch fündig werden. Bei diesem Thema wurde auch schon öfters über die Mindeststärke geschrieben.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo,
    ich habe hin und wieder gelesen, dass 6-Waben Ableger in einem Ablegerkasten überwintert werden können.
    Mich würde interessieren, wer damit Erfahrungen gemacht hat ?


    Mit Dadant kein Problem, dazu gab es auch schon mal einen Thread.
    Ich hatte letzten Winter erstmalig zwei im Mai gebildete Ableger darin einwandfrei überwintert.


    Klaus

  • Aus leidlich eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass man besser reichlich Zeit oder Bienen zugibt und es im Zweifelsfalle lieber lässt. Mein Völkchen war jedoch kein Ableger, sondern ein weiselloser Schwarm, der eine Königin noch spendiert bekam. Wie auch immer, mit mehr Bienen hätten sie`s geschafft.


    so Grenzen austesten ist risikoreiches Poken - auf Kosten der Bienen. Lieber vereinigen als durchziehen, so seh ich das mittlerweile.


    Das Futtermangelargument im Ablegerkasten hat aber auch was für sich! Wenn es denn ein kräftiger Ableger ist und je nach Brutverhalten und Witterungsverlauf ist es schöner, wenn man mehr Waben drin hat.
    Auch hier seh ich das persönlich so, dass ich liebend gerne im Frühjahr Futterwaben rausnehme..... ist viel schöner als ne leere Kiste :roll:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Warum auch immer Du das vorhaben magst - es funktioniert. Das A&O ist es, einerseits den in den Ablegerkästen sinifikant höheren Futterbedarf im Auge zu behalten, andererseit aber ein zu kaltes Überwintern auf vollen Waben zu verhindern und nicht den Platz zum Brüten zu nehmen. Folglich also im Frühjahr Futter nachzuhängen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Ich mache es folgendermaßen:
    Ich bilde Mitte Mai EWK-Völker mit unbegatteten Jungköniginnen. Das Wabenmaß in diesen EWKs ist DNM, die Bienenbesetzung ist 400ml = 200g. Nach der Begattung setze ich die EWK-Wabe in einen Styropor-Ablegerkasten oder eine Styroporbeute an den Rand, gebe eine Leerwabe als Deckwabe dazu und fülle den Rest mit Leerrahmen mit Anfangsstreifen. Nun wird kontinuierlich flüssig gefüttert. Bis Mitte August wird daraus eine Besetzung von einer Segeberger Zarge (11 oder 12 Waben DNM). Nun wird eine Zarge mit Leerwaben untergesetzt und langsam eingefüttert. Ergebnis: Ein Volk auf 2 Zargen.
    Hierbei ist zu beachten, dass sämtliche brutschädigenden Varroabehandlungen im Sommer unterbleiben müssen, sonst wird das Ziel nicht erreicht! Solche Völker benötigen keine Varroabehandlung im Sommer, erhalten von mir aber aber eine Spätherbstbehandlung mit OS.


    Gruß Ralph

  • Hallo MIteinander,
    Sechs-Waben-Ableger macht man, um diesjährige Königinnen zu überwintern, aus aufzulösenden Völkern vorm Einfüttern.
    Überwintern im Block, ruhig auch übereinander.
    Dann hat man im Frühjahr genügend Reserven, um Verluste auszugleichen und zum Verkauf.
    Dieses Vorgehen eignet sich allerdings eher bei größeren Imkereien.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Miteinander,


    bei meinem 2. Winter als Imkerneuling hat es mich sehr überrascht, wie stark die kleinen Ableger noch bis Anfang Oktober bei ständiger Fütterung zugelegt haben und dann gut Überwintert haben. Es wird ja immer beschrieben, wie wichtig eine frühe Einfütterung ist, um die Winterbienen zu schonen. Zusätzlich hatte ich ein Volk mit 2-jähriger Königin, das im September extrem stark Varroageschädigt war und gar keine Brut mehr hatte, da hier wohl die Sommerbehandlung mit AS nicht geklappt hatte. Ich hatte es nach Oxalsäurebedampfung über Absperrgitter für 2 Wochen dem Nachbarvolk aufgesetzt und danach bis Ende Oktober flüssig gefüttert. Sie gingen nochmal extrem stark in Brut, es gab im Winter kaum Totfall und im Frühling alles super. Irgendwie sehr verwirrend das Ganze, man darf die Bienen jedenfalls nicht unterschätzten....


    Gruß,
    Jan

  • Ich weiß nicht wo diejenigen die hier behaupten das ginge nicht ihre Weisheit herhaben. Meine Erfahrung ist, dass es überhaupt kein Problem ist, ein Volk auf 5 Waben im Zandermaß zu überwintern. Man darf nur nicht zu früh voll einfüttern, damit genug Winterbienen im Volk sind. Starkes Einfüttern Anfang September bewirkt, dass die Königin aus Platzmangel das Brutgeschäft einschränkt und früh ganz aus der Brut geht.
    Mein Imkerpate, der mir in den ersten Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist, überwintert grundsätzlich einzargig auf 8 Waben DNM mit besten Ergebnissen. Einziger Nachteil dieser Überwinterung ist, dass man im Frühjahr unbedingt Futterkontrollen machen sollte und in Einzelfällen eine Futterwabe zuhängen oder etwas Futterteig auflegen muss.

  • Hallo Wulle,
    einziger Nachteil einer mehrzargigen Überwinterung ist die Wegnahme einzelner Futterwabe vor Trachtbeginn.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.