Selfmade Japan X Warré

  • Hallo zusammen!


    Ich habe nunmehr die dritte meiner Eigenkreationen besiedelt. Die erste am 21. Mai mittels vorweggenommenem Schwarm, zwei weitere gestern mit Freiluft KS.


    Mein Dank geht in diesem Zusammenhang an Mellina für die Übersetzung vom Buch des Abbé + Ratschlag + Hinweis auf Freiluft KS :p_flower01:, Bernhard Heuvel für guten Rat (z.B. mit der Vereinigung der Hinterbliebenen Brut) :p_flower01: und Sabi(e)ne wegen ihrer guten und ausführlichen Beiträge hier im Forum, die mir sehr geholfen haben :p_flower01:.


    Ich habe mich bei der Gestaltung an den Japanischen Beuten orientiert und das Design und einige Teile bei Abbé Warré abgeguckt.
    Das Innenmaß der Zargen sind nicht wie bei Warré 30 x30 cm sondern nur 25 x 25 cm und sie sind innen komplett leer, also ohne Oberträger in jeder Zarge. Dach und Kissen fand ich gut und habe hab ich mit integriert. Das Flugloch ist schmal und niedrig.


    Wer möchte, kann sich hier: http://www.flickr.com/photos/7…3/sets/72157630039027039/ gern ein paar Bilder angucken.


    Die Freiluft KS waren super und sowas von leicht zu bilden, dass ich mich gefragt habe, wieso kaum jemand aus den IV die Technik kennt und praktiziert...:confused:


    Ein herrliches Hier und Jetzt!

    Dance like no one is watching, love like you'll never be hurt, sing like no one is listening and live like it's heaven on earth. Osho

  • Hallo Talmi


    Schöne Beuten die du gebaut hast.
    Magst du nicht mal kurz aufschreiben wie und warum du Freuluftkunstschwärme gebildet hast. ich zumindest weiss nur sehr wenig darüber.


    Hat es einen Grund warum du das kleinere Zargenmass (25*25) im Gegensatz zur Warre gewählt hast?


    Grüße Jantje

  • Hi Jantje


    ich hab die Königinnen gesucht und gekäfigt, dicht über der Arbeitstischplatte, an den Deckel meiner Schwarmfangkiste befestigt, aufgehängt und Bienen von den BW + HW dazugeschüttelt. Die Bienen, die zu ihr gingen, mit ihr hochgezogen und 3 Stunden dort hängen lassen. In der Zeit bin ich mit der 2. Königin genauso umgegangen. Dann die KS heruntergeholt und in die vorbereiteten Beuten geschüttelt, zugemacht und die Kö unten ins Flugloch einlaufen lassen - fertig! Abends hab ich sie noch mit Honig gefüttert.


    Das kleinere Zargenmaß hat den Sinn, dass die Bienen die Waben -die ja am Stück durch die ganze Beute gebaut werden- sicher an den Wänden anbauen. Mellina meinte dass sie das in den normalen Warrézargen nach unten hin nicht weit genug tun würden, was zu akuten Problemen bei der Honigentnahme führen kann.

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  • Und dieses 3 Stunden hängen lassen erzeugt dann Schwarmstimmung bei dem Volk?
    Sie akzeptieren einen neuen Standort und der Bautrieb erwacht stärker?
    Sieht auf jeden Fall irsinnig gut aus.


    Würde mich sehr freuen wenn du von Zeit zu Zeit weiter berichtest.


    Grüße Jantje

  • Genau das scheint tatsächlich passiert zu sein. Es gab keine Rückkehrer beim Einschlagen in die neuen Kisten. Sie sind eingezogen, wie ich es von Schwärmen kenne. Das mit dem Bautrieb beobachte ich jetzt und kann auch hier was dazu berichten. Auf jeden Fall aktualisiere ich auch von Zeit zu Zeit die Fotos.


    Hier: http://www.imkerhomepage.de/im…schwarm/kunstschwarm.html ist der Vorgang ausführlich beschrieben.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Talmi () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Nachtrag: Wieso habe ich diese Art Biennstöcke überhaupt gebaut?


    Begonnen habe ich mit Hinterbehandlern made in GDR. Ein nach meinem heutigen Empfinden absurder Kasten. Die Bertiebsweise empfinde ich mittlerweile, vorsichtig ausgedrückt, als äußerst brutal. Alle paar Tage öffnen, alle Waben rausholen, Honigwaben entnehmen und durch Leerwaben, MW oder Rächmchen mit Anfangsstreifen ersetzen gehören wegen des Konzeptes also jedesmal zur Pflichtübung. Ein gesundes Stockklima kann sich auf diese Weise nicht einstellen. Innen ist durch Propolisierung alles verklebt und bei jedem Rähmchen, was gezogen wird, geht trotz vorsichtigstem Vorgehen jedesmal ein Ruck und damit ein Aufbrausen durch die ganze Kiste. Durch das begrenzte Raumangebot setzt der Schwarmtrieb sehr zeitig ein und ist nur durch Schwarmvorwegnahme bzw Schwärmenlassen wirklich zu beenden. Der Schwarmtrieb setzt aber bald wieder ein, nachdem die neue Weisel legt und Trachtangebot und Flugwetter vorhanden sind. Zellenbrechen verschleppt den Schwarmtrieb nur und ist in jeglichem System einfach inakzeptabel.
    Magazine stellten sich mir ebenfalls als nachteilig dar. Klar - für den Imker bieten sie scheinbar eine Menge Vorteile, welche aber - meiner Auffassung nach - immer zu Lasten der Biene gehen. Und somit gehen sie zu Lasten aller. Immer und immer wiederkam ich auf den Punkt zurück, den die Menschen für das Wichtigste an der ganzen Bienenhaltung erachten: Wie bekomme ich mehr! Mehr Honig, mehr Wachs, mehr... mehr... mehr Geld! Was passiert mit den von den Imkern angeblich so geliebten Biene? Innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes steht dieses wundervolle Lebewesen vor dem Zusammenbruch und wir Menschen weigern uns einfach, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Wir züchten weiter und lassen außen vor, dass unsere Auslese eine willkürliche ist, wir bestimmen, was für die Bienen das Beste ist, obwohl wir es gar nicht wissen. Wir schieben die Schuld an ihrem erbarmungswürdigen Zustand auf Milben und Viren und weigern uns, zu erkennen, dass diese erst durch uns in unsere Bienenvölker gelangt sind bzw so zerstörerisch wirken können. Wir ignorieren die Aussagen von Menschen wie Abbè Warrè, Pfarrer Christ u.A., die beobachtet haben, dass Völker im Stabilbau keine Faulbrutprobleme haben und auch sonst weniger Krankheiten. Wir tun so, als ob wir alles im Griff hätten und sind blind gegenüber der Tatsache, dass die Bienen immer anfälliger, immer schwächer werden. Die Winterverluste werden immer dramatischer. Wir vertrauen darauf, dass Institute schon irgendetwas an der Situation ändern werden - aber die züchten auch auf die übelste Art! Bei ihnen geht es um wirtschaftliche Interessen, sie sind keine Idealisten. Wenn sie nichts mehr zu forschen haben, werden sie schlicht überflüssig. Was sollen sie dann tun? Wenn sehr viel weniger Medikamente mehr gebraucht werden, was sollen die Konzerne, die die Institute über ihre Aufträge finanzieren, dann tun?
    Wenn der Verstand aufhört und das Herz den Bienen zuhört und mit ihnen spricht, wenn der Verstand schweigt und das Göttliche in uns wieder die Führung übernimmt, dann können wir erkennen, was sie wirklich brauchen. Den Menschen brauchen sie jedenfalls nicht. Aber wir Menschen sind abhängig von den Bienen! Was wird aus uns ohne sie? Armut ist nicht die Abwesenheit materieller Güter, Armut ist die Abwesenheit von Liebe und Vielfalt, von Qualität! Wie arm muß unser Leben noch werden, bis wir aufwachen?
    Diese Bienenstöcke sollen den Bienen dienen, nicht mir. Sie sollen darin so naturnah wie möglich leben können. Es sind kaum Manipulationen möglich und ich bin froh darüber. Ich kann helfen, aber mich nicht einmischen. Es ist keine maximale Ausbeutung möglich und ich war mir dessen von Anfang an bewußt. Gibts Überschuß an Honig, nehme ich ihn dankbar an - gibts keinen, dann eben nicht! Dafür hat z. B. mein Obst und das meiner Nachbarn an Qualität gewonnen. Schwarmkontrolle ist unmöglich, das soll so sein, Schwärme sind ihre natürliche Vermehrung, Schwarmköniginnen die besten für die Bienen - nicht für uns. Überlebt der Schwarm, dann ist er stark und gesund. Stirbt er, hat die Natur ihn selektiert.
    Anstelle unsere Energie in Kontrolle und Angst zu binden, können wir sie fließen lassen und etwas für unsere Mitmenschen tun, indem wir ihnen helfen, ihre Angst vor diesen herrlichen Insekten zu verlieren. Sie haben nur Angst, weil sie sie nicht mehr kennenlernen, nicht mehr mit der Natur leben, toten und nutzlosen Dingen den Vorzug vor dem Lebendigen geben, und den Sinn des Lebens und den Grund zu leben verloren haben.


    Dies ist mein Schritt vom Beekeeper zum Keeper of the Bees. Dies ist meine Liebeserklärung an den Bien. Dies ist meine Verbeugung vor der Schöpfung.


    Mir haben dabei Menschen geholfen, die es gar nicht wissen. Dieses Forum ist eine der Quellen, aus der ich geschöpft habe. Danke an alle, die hier Beiträge schrieben und schreiben, gleich welcher Art.

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  • Mache es wie die Natur. Die Natur verfolgt nicht das Ideal, sondern das Optimum.


    Das Optimum ist die feine Mitte zwischen Ideal und der begrenzenden Realität. Die goldene Mitte.


    Ernstgemeinter Rat!


    Wer ausschließlich Ideale verfolgt, erzeugt Reibung und damit Zerreibung. Du reibst Dich (und die Bienen) auf. Wer sich nur an Begrenzungen orientiert, geht durch mangelnde Anpassungsfähigkeit zugrunde. Du mußt Notwendigkeiten anerkennen und aktiv die Lücken suchen, durch die Du in Richtung Ideal gehen kannst.

  • Lieber Bernhard,
    danke für deine Anregungen, ich bin sozusagen schon am Lesen :)


    Ich sehe diese Entwicklung keinesfalls als abgeschlossen und schon gar nicht als starr an. Ich werde aufmerksam sein und mitfließen.

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  • Etwas Wunderbares geschieht gerade. In ALLEN 5 besiedelten neuen Kisten schlüpfen Bienen , die nur ca 2/3 so groß sind, wie die, die ich so als normal kenne! Wenn ich so überlege, was sich auch hier im Forum für Überlegungen abgespielt haben, die Bienen zu kleinzelligem Wabenbau zu bringen, abgepielt haben (bis hin zur PlastikMW etc.). Dabei scheint es einfach von selbst zu geschehen
    :Biene:

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  • Die scheinen eher durch die Regentage hungrig zu sein - ergibt dann auch kleine Bienen. Kann auch ein Varroaschaden sein.


    Was sagt denn der Futterstand? Wie ist der aktuelle Totenfall von Varroen?


    Jedenfalls kein Grund zum Jubeln, es sind wohl eher Hungerbienen.



    Gruß
    Bernhard

  • Die ersten Winzlinge habe ich vor der Regenzeit bemerkt. Da honigte die Linde noch, was das Zeug hielt. Mandy bestätigte mir privat, dass sich dasselbe bei ihr ereignete. Jetzt hab ich einfach abgewartet um sicher zu gehen. Die letzten Umsiedlerinnen werden noch immer gefüttert, die Anderen haben Linde - also nix Hunger! Und sie machen durchweg einen vitalen Eindruck. Varroen hab ich noch nie gezählt. Und nach den paar Wochen mach ich mir darum auch keine Gedanken, die hatten 2 Brutpausen incl. Neustart, so schnell können die Milben nun auch wieder nicht!

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  • Sie sind in der 3. Zarge bzw drüber hinaus. Proben für die Zellgröße nehm ich nicht, das ist bei diesen Kisten auch nicht so einfach. Messen kann ich erst im nächsten Jahr nach der Ernte oder bei denen, die den Frühling nicht erleben.

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