Bienen von Ablegern aus einem Spendervolk machen "WG" - Gefahr beim Einweiseln ?

  • Hallo,
    ich habe aus einem Altvolk mehrere Ableger gemacht, die zur Zeit noch weisellos sind.
    Ich werde 9 Tage warten, die Weiselzellen ausbrechen und ein gekäfigte unbegattete Königinnen einhängen.
    So der Plan.
    Ich beobachte allerdings, dass sich die Flugbienen zwischen den Ablegern in regem Austausch befinden, die Mehlbestäubung brachte es an den Tag.
    Ich habe die Fluglöcher recht klein gemacht, es finden keine Kämpfe statt, aber ein, für die kleinen Völkchen (etwa 1 volle Dadantwarbe stark) unerwartet starker Flugverkehr ist zu beobachten.
    Auch sehe ich vor den Fluglöchern Bienen, die offensichtlich emsig Nektar, bzw. Zuckerwasser(ich füttere die Ableger mit Zuckerlösung) miteinander austauschen.
    Sie scheinen sich weiterhin als ein Volk zu verstehen.
    Nun meine Frage an Euch : Wird sich dieses Phänomen negativ auf die Einweiselung auswirken, also Probleme für die neuen Königinnen verursachen können?
    Oder werden sie sich durch die Einweiselung und dadurch entstehenden unterschiedlichen "Stallgeruch" automatisch als eigenständige Völker wahrnehmen und sich "in Ruhe" lassen?
    Auf spannende Antworten freut sich Björn Bienenfreund

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  • Hallo Björn,
    ich denke wenn du die Königinen alle gleichzeitig den Ablegern zusetzt, gibt es keine Probleme.
    Wenn du nur einem Volk eine Königin zusetzt und den anderen erst Tage später eine zusetzt, glaube ich werden die anderen Ableger zu der Königin fliegen.
    Hast du die Möglichkeit die Ableger während den neun Tagen an unterschiedliche Stellen zu platzieren, sodurch wächst jeder Ableger zu einem eigenen Volk zusammen und du wirst keine Probleme mehr haben.
    Wie viele Ableger hast du denn gemacht?
    Weiter viel Erfolg
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo,


    wann hast Du die erstellt?
    Stehen sie am Standplatz des Muttervolkes oder außerhalb des alten Flugkreises?
    Haben sie keine Futterwaben drin?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    die 5 Völker haben nur wenig eingelagertes Futter, darum die Zufütterung.
    Sie stehen nicht im Flugradius des Spendervolkes.
    Ich habe die Aufteilung am Montag dem, 4.6. gemacht und erwarte die unbegatteten Königinnen am 12.6.
    Grüße,
    Björn

  • Hm,

    Zitat

    unerwartet starker Flugverkehr ist zu beobachten

    macht mir grundsätzlich Magenschmerzen.


    Die Mehlprobe hat hoffentlich nicht lediglich gezeigt, dass die Räuberbienen in allen Völkchen gleichermaßen ein und ausgehen?


    Grüße


    Marion


    (Ich ganz persönlich hätte da schlupfreife Zellen besorgt und dann erst passend die Ableger erstellt und die dort hinein gehängt, ansonsten lieber begattete Königin gekauft. Eine Wabe und so eine Brutpause finde ich jetzt ein bisschen zu wenig Ablegerstärke)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    da sich absolut keine Kämpfe zeigen, trotz deutlicher Präsenz von Wächterbienen, gehe ich nicht von Räuberei aus.
    Das mit der Volksstärke sehe ich auch als etwas grenzwertig an, die Brut-Waben sind jedoch voll besetzt ; auch werde ich gegen Ende des Monats genug Bienen zufegen können und Brutwaben aus anderen Völkern dazu hängen. Da ich mehrmals täglich den Stand aufsuche, hoffe ich eventuelle tatsächliche Räuberei frühzeitig zu erkennen.
    Nur - wird das Einweiseln, welches ich natürlich zeitgleich machen werde, so gelingen? Ich könnte mir auch anschliessenden Arrest für einen Tag oder zwei vorstellen. Die Ableger auf 5 Standorte (die ich so nicht habe)zu verteilen erscheint mir dabei etwas unangemessen zu sein.
    Was meint Ihr?
    Grüße,
    Björn

  • Hallo,


    ich bin da leider ein gebranntes Kind. Jeder Super-Turbo-Flugverkehr, erst recht der unerwartet starke, läßt mich primär erstmal zusammenzucken.....


    Verflug ist ja teils nicht ganz unerheblich, erst recht nicht bei Aufstellung in Reih und Glied und mit geringem Abstand. Außerdem sind sie weisellos. Jedoch find ich so einen regen Austausch über 5 Ableger schon ungewöhnlich.


    Gleichzeitiges Einweiseln halte ich persönlich da aber nicht für bedenklich.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic ()

  • Hallo,
    vielleicht habe ich den Flugverkehr nicht genau genug beschrieben : er ist schon sichtlich stärker, als die geringe Volksgröße erwarten lässt, aber nicht "super-turbo", das kenne ich leider auch vom letzten Jahr... Auch sind die Bienen nicht nervös oder agressiv.
    Grüße,
    Björn

  • Moin Björn!


    Ich würde neben der von Marion schon angesprochenen, grundsätzlich eher stärkeren Ablegerbildungsstärke sowie einer klaren Präferenz für in irgendeiner Form beweiselte Ableger (schlupfreife Zelle, Jungönigin (beg. oder auch unbeg.)) diese am Stand selber mithilfe der "Zweige-ins-Flugloch"-Methode "behandeln". Somit hast du sehr wenige bis keine Flugbienen, die zum alten Standplatz hinfliegen oder anfangen zwischen den Einheiten zu pendeln und gleichzeitig keinerlei nennenswerte Flugbienenverluste. Fluglöcher dann im Anschluß dennoch auf 1-Bienen-Breite.
    In dem Zusammenhang würde ich dann auch die Ableger am Stand selber möglichst weit voneinander entfernen, um das von dir o.g. Phänomen zu vermeiden. Ideal wäre noch eine optische Separierung durch Gesträuch o.Ä. von evtl. anwesenden Altvölkern oder sonstigen weiselrichtigen Einheiten größerer Stärke, die auf unchristliche Ideen kommen könnten.
    Ob das geht, hängt allerdings logischerweise von den Gegebenheiten vor Ort ab.
    Soweit von mir.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Auch sehe ich vor den Fluglöchern Bienen, die offensichtlich emsig Nektar, bzw. Zuckerwasser(ich füttere die Ableger mit Zuckerlösung) miteinander austauschen.


    Hallo Björn , Bei Bienen die sich gegenseitig vor den Fluglöchern füttern ist höchste Alarmstufe angesagt . Fluglöcher sofort auf eine Bienenbreite verkleinern . Ableger sollten wenn schon erst mit Futterteig gefüttert werden und erst wenn die Neukönigin in Eilage ist mit Zuckerwasser weil dann erst der Bautrieb gebraucht wird . Verteidigen sich dann besser . Und grundsätzlich erst Spätabends füttern . Vorschlag :Sofort Zuckerwasserfütterung einstellen und beobachten .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo,
    Danke für die hilfreichen Ratschläge.
    Fluglöcher habe ich heute morgen bereits auf die kleinste Größe(nur eine einzelne Biene kann sich hindurchquetschen) verkleinert, Phänomen des Fütterns ist trotzdem zu beobachten Zuckerwasserfütterung werde ich einstellen. Dienstag erwarte ich dann ja die neuen (unbegatteten) Kö.
    Meine Überlegung ist es, morgen,(also jetzt schließen) zunächst die Fluglöcher ganz geschlossen zu halten, um die Sache zu beruhigen. Kann das sinnvoll sein ?
    Auch überlege ich, zwei oder drei der Völker an einen dritten Standort zu bringen.
    Zudem habe ich wieder etwas dazu gelernt. Ich dachte, dass die Kleinvölker, 8-9 Tage weisellos, eine Alternative zu Apideakästen sind, um unbegattete Kö. einzuweiseln. Mit dieser Problematik hatte ich Greenhorn nicht gerechnet - bei einzelnen genauso kleinen Ablegern, von denen ich dieses Jahr schon erfolgreich einige in den Start gebracht habe, hatte ich - auch am gleichen Stand - keinerlei Probleme mit Räuberei, bzw. diesem Phänomen. Aber mehrere Ableger vom selben Stammvolk scheinen untereinander eine ungünstige Dynamik zu entwickeln.
    Für weitere Gedanken/Erfahrungen bin ich sehr offen.
    Viele Grüße,
    Björn

  • Hallo Björn . Die schon gestarteten Kleinvölker hast Du bestimmt gemacht als die Obsttracht noch im Gange war ? Dann haben die Bienen auch was anderes zu tun. Und bis Dienstag die Fluglöcher zu ,halte ich für eine gute Lösung wenn Gitterboden vorhanden ist .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,
    die Völker habe ich erst letzte Woche,4.6. "gemacht", also ein größeres Volk aufgeteilt und dann die Kleinvölkchen an den anderen Stand gebracht. Sie haben also noch einiges zu tuen(auslaufende Brut pflegen, bauen könnten sie auch), aber sie scheinen sich noch nicht (wie denn auch ohne eigenen "Stallgeruch") als jeweils eigenständigen Bien wahrzunehmen.
    Ich werde also bis Dienstag die Schotten dicht machen (Gitterboden besteht), für Wasser,bzw. Futter sorgen und dann evtl. Weiselzellen ausbrechen und die gekäfigten, unbegatteten Kö. einsetzen. Danke für die Hinweise!
    Viele Grüße,
    Björn

  • Unbegattete Königinnen in Ableger mit Brut über Käfig mit Futterteigverschluss einzuweiseln, halte ich für ein sehr unsicheres Verfahren, auch wenn die Ableger hoffnungslos weisellos sind.
    Unbegattete Königinnen weisele ich grundsätzlich nur in kleine Kunstschwärme ein, dort ohne Käfig nach kräftigem Besprühen oder Tauchen der Bienen mit Wasser und dem Tauchen der Jungkönigin in Honiglösung 1:1, anschließend Dunkelhaft bis zum 7. Lebenstag der Königin. Wenn die Jungkönigin in Eilage ist, kann das Begattungsvolk problemlos mit dem umzuweiselnden Volk über Zeitung vereinigt werden.
    Eine andere Variante, Jungköniginnen einzuweiseln, ist das Zusetzen von schlupfreifen Weiselzellen.


    Gruß Ralph