Nulljährige Königin statt Schwarmstress

  • Hallo zusammen,


    Damit das andere Thema http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29740&page=2 nicht mit OT überfüllt wird, habe ich mir erlaubt hier ein Neues zu erstellen.


    Auf der Suche nach einer Betriebsweise, in der ich die Schwarmstimmung bekämpfe, ohne die Leistung der Völker durch Schröpfen/Ablegerbildung etc. zu schwächen, habe ich mich gefragt, was gegen solche Methode sprechen könnte. Alle mir bekannten Schwarmverhinderungsmethoden (2x9-Methode von Golz, Zwischenboden-, Brut- und was auch immer Ableger, Flugling) führen zu einem Leistungsknick, da alles was man an Bienen/Brut entnimmt kann keinen Honig mehr sammeln. Und wenn man nicht so stark schröpft, dann muss man wieder eine wöchentliche Schwarmkontrolle durchführen. Bei Schwarmstimmung bringen selbst die stärksten Völker nicht das, was man sich wünscht.


    vorweg: es geht nicht nur um den Honig, der ausfällt, sondern um eine einfache Betriebsweise mit weniger (Schwarm-)Stress und mehr Spaß an der Arbeit bei den Völkern.


    So stelle ich mir es vor, bei meinen 6-10 Völkern und meinem Spaß an der Zucht in mini-kleinen Rahmen.


    a) etwa am 20. April, oder wenn das erste Volk Schwarmzellen zieht, wird die Kö samt Brut entfernt und das Restvolk (plus Verstärkung mit Bienen aus BW auch aus anderen Völkern) als Pflegevolk für die erste Zuchtlatte geopfert. Es bekommt die erste Zuchtlatte eingehängt.
    b) etwa am 2. Mai werden aus den frisch geschlüpften Kös 3 Dadantwaben-Begattungsableger gebildet.
    c) Ab Mitte Mai, wenn ein Volk in Schwarmstimmung kommt, brauche ich nicht mehr Schwarmzellen brechen, sondern ich entnehme die alte Kö mit 1 oder 2 Brutwaben als Kö-Ableger und setze einen Ableger unter dem Honigraum des Altvolk. Die restlichen BW vom Altvolk werden einfach vorm Flugloch abgestoßen und ans Ableger-Brutnest bienenfrei eingehängt.


    Meine erwartete Vorteile:
    1) Die Schwarmstimmung ist erst mal weg und ich kann auf die lästige wöchentliche Schwarmkontrolle verzichten, selbst wenn die 0-jährige Kö im selben Jahr noch schwärmen würde, würde sie es erst später tun, wenn meine Haupttracht, die Frühtracht, zu Ende ist, da kann ich herzlos schröpfen :)
    Es gibt keinen Leistungsknick mehr, da es zu keiner Brutpause mehr kommt, wie bei den anderen Methoden!
    Ich habe dadurch gezielt von meinem besten Volk vermehrt und nicht von den Schwarm-/Nachschaffungszellen schwarmlustiger Völker, außerdem mach ich mir dann nur einmal im Jahr Sorgen wegen Begattungserfolg der Ableger.


    Wer hat damit Erfahrungen gemacht bzw wenn es so einfach wäre, wie ich es mir vorstelle :), warum machen das nicht viele Imker? Ist das in der Praxis echt mehr Arbeit als die Schwarmkontrolle!! Das kann ich mir kaum vorstellen! Nach der Entdecklung von Honigwaben macht mir die Schwarmkontrolle am wenigsten Spaß bei den Bienen.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Liebe(r)? Salsero,


    bedingt durch die frühe Morgenstunde, kombiniert mit meinem Imkerinnenneulingsdasein will sich mir die Logik Deines Vorgehens nicht wirklich erschließen.
    Schwarmkontrolle finde ich auch doof, deshalb bin ich auf Dein Thema auch sofort angesprungen. " .....statt Schwarmstress"


    Aber Deine Idee bedeutet meines Erachtens:
    1. Viel mehr Arbeit
    2. Viel Material wird benötigt und vor Allem
    3. viel viel mehr Stress für die Bienen als alle 9 Tage Waben ziehen


    Warum wg. Schwarmkontrollenunlust die Völker dermaßen zerpflücken und ihre Einheit zerstören?
    Wie merkst Du denn, dass ein Volk in Schwarmstimmung kommt, da musst du als Neuling doch trotzdem noch in das Volk schauen, oder?


    Da Du offenbar über diverse Bienenbehausungen verfügst und es Dir nicht um mehr Honig geht, folgender Alternativvorschlag:
    Laß sie schwärmen und fang den Schwarm ein, dass wäre für alle Beteiligten der wenigste Stress, finde ich zumindest.


    LG Fiona

  • So stelle ich mir es vor,...


    Das ist das Problem. Das Gegenmittel dazu hat der Drohn schon verordnet. :wink:



    ...Schwarmstimmung bekämpfe,


    Kämpfe!!! :cool:


    Je mehr Du dagegen kämpfst, desto länger dauert die Schwarmstimmung. Ich mache nichts dagegen und die "Schwarmstimmung" ist nach drei-vier Tagen komplett vorbei. Bis dahin wird gesammelt, was das Zeug hält. Außerdem schwärmten die Bienen bei mir in diesem Jahr so um den 20. Mai herum, lange nach der ersten Trachtwelle. Hätte ich am Anfang Mai in den Völkern "rumgedoktert", wäre das nicht so gut gelaufen.


    Vergleiche:


    Die zweite Trachtwelle läuft dann jetzt Anfang Juni an. Genug Zeit, um die Schwärme einzusammeln oder vorwegzunehmen und dann aufzubauen. Mit einem Flugling und allen Flugbienen am alten Standort, hast Du dann wieder die fast volle Sammelkraft.



    ......ohne die Leistung der Völker durch Schröpfen/Ablegerbildung etc. zu schwächen,


    Naja, wo ist denn der Unterschied? Du entnimmst, manipulierst und versaust den Bienen die gute Stimmung. Mal sehen, ob sie in dieser Stimmung gut sammeln....ich zweifle da eher an den Erfolg...:Biene:


    ...Alle mir bekannten Schwarmverhinderungsmethoden (2x9-Methode von Golz, Zwischenboden-, Brut- und was auch immer Ableger, Flugling) führen zu einem Leistungsknick, da alles was man an Bienen/Brut entnimmt kann keinen Honig mehr sammeln. Und wenn man nicht so stark schröpft, dann muss man wieder eine wöchentliche Schwarmkontrolle durchführen. Bei Schwarmstimmung bringen selbst die stärksten Völker nicht das, was man sich wünscht.


    Richtig erkannt - aber nichts anderes hast Du vor. Kämpfen eben...



    ...vorweg:


    Vorweg ist gut: Vorweggenommener Schwarm.


    ...es geht nicht nur um den Honig, der ausfällt, sondern um eine einfache Betriebsweise mit weniger (Schwarm-)Stress und mehr Spaß an der Arbeit bei den Völkern.


    Der Streß entsteht durch das Gegensteuern und Kämpfen. Wenn Du den Schwarmtrieb integrierst, wirst Du weniger Arbeit haben.
    Das ist zumindest meine Erfahrung.


    ...
    a)
    b)
    c)


    Probiere es aus und berichte. :p


    ...1) Die Schwarmstimmung ist erst mal weg und ich kann auf die lästige wöchentliche Schwarmkontrolle verzichten, ... Haupttracht, die Frühtracht, zu Ende ist, ...


    Bevor sie sich von dem Schock erholt haben, ist die erste Tracht schon vorbei. Und dann heißt es wieder: Honigraum wird nicht angenommen, kein Honigeintrag und so...


    ...Es gibt keinen Leistungsknick mehr, da es zu keiner Brutpause mehr kommt, wie bei den anderen Methoden!


    Das muß sich erst noch bewahrheiten...


    ...Nach der Entdecklung von Honigwaben macht mir die Schwarmkontrolle am wenigsten Spaß bei den Bienen.


    Eine wichtige Erkenntnis. Merke sie Dir gut.


    Gruß
    Bernhard

  • Zwischen April und Juni ist generell viel Arbeit mit den Bienen - egal wie. Da macht der "Schwarmstress" nun auch nichts mehr aus; grad nicht bei einem Brutraum. Danach kann man aber wirklich entspannen; auffüttern und Varroa-Kontrolle machen viel weniger Aufwand als diese Durchschauerei. Ich musste feststellen, dass diese ganzen Planungen sich schnell in Luft auflösen - der Jahresverlauf ist einfach immer wieder anders, die Trachtlage anders...da entscheide ich viel aus dem Bauch heraus und weniger nach einem starren Plan.


    Was mich an Deinem Plan stören würde: Du wirst die Ableger nicht bereit haben wenn das nächste Volk in Schwarmstimmung kommt. Das geht Zack auf Zack - zudem hast Du dann ein relativ großes Brutnest und - wenn ich das recht verstehe - nur die Flugbienen und die wenigen Ablegerarbeiterinnen zur Versorgung. Da wäre mir doch etwas mulmig...wenn das Wetter nicht mitmacht, bekommen die das nicht hin.


    Aber probiere und berichte!


    Ich teile auch gerne mit Schwarmzellen in Ablegern auf; lasse die Völker dann aber noch zum Ende der Tracht hin - wenn die Schwarmstimmung durch ist - einfach nach der 2x9 Methode aus schwarmträgen Linien nachschaffen. Die Königinnen werden dann noch gut begattet und die Brutpause kommt mir dann zum Rausschmeissen alter Waben zupass.


    Melanie

  • Zugegeben, das betrifft nun nur eine Punkt, nämlich den "Leistungsknick" aber dazu eine Bemerkung: Brutentnahme zum richtigen Zeitpunkt bedeutet nicht unbedingt weniger Honig. Nicht nur, wenn das Volk schwärmt: Dann hast du wie du ja siehst weniger Ertrag und mehr Arbeit. Auch wenn das Volk nicht schwärmt. Der Hintergrund ist, dass nicht nur Honig eintragen Arbeit ist, sondern auch die Brutpflege. Manche Imker wenden daher sogar eine Betriebsweise an, die durch zeitweise Beschränkung der Königin auf einen Raum die Brut einige Zeit vor und während einer Tracht künstlich klein hält. Nur temporär, aber eben während der Trachtzeit. Damit stehen mehr Bienen zum Nektarsammeln zur Verfügung und das hilft nicht nur gegen den Leistungsknick, sondern kann für mehr Ertrag sorgen.

  • Ich kannte mal einen Imker, der jedes Jahr kurz vor Haupttrachtbeginn die Bruttätigkeit in allen Völkern mit dem Daumen für rund 3-4 Wochen unterbrach. So hatte er auch immer 0-jährige Königinnen und damit schwarmträgere Völker. Während der Tracht standen zudem mehr Bienen zum Sammeln bereit und es wurde weniger Honig verbraucht. Der Ertrag war deutlich höher.


    Mein Ding ist's nicht.


    Gruß,
    Hermann

  • warum machen das nicht viele Imker?

    Du hast sehr gut erkannt, dass die meisten der aufgeführten Schwarmverhinderungsmassnahmen den Erfolg des Imkers ausbremsen. Deswegen sind Schwarmkontrolle mit Zellenbrechen und leichtem Schröpfen, sowie vVS so bewährt - der Ertrag leidet nicht, die Kö kann unbegrenzt weitermachen.



    Einige Schwachstellen wurden schon angesprochen - natürlich kann ich auch nicht die Finger still halten:p: Bei den Vorteilen schreibst Du

    ... außerdem mach ich mir dann nur einmal im Jahr Sorgen wegen Begattungserfolg der Ableger.

    Das kann aber auch ein Nachteil sein, denn stell Dir vor Deine Köserie hat wetterbedingt ´ne miese Begattungsrate und schon funkt der Plan nicht mehr. Bei wiederholtem leichten Schröpfen hast Du das Risiko der Begattung auf mehrere Ablegerserien verteilt und beim vVS auch gestreutes Risiko.



    Deiner entwickelten Vorgehensweise fehlt die Praxisbewährung, also los gehts:daumen:


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo zusammen, Danke für die vielen Antworte!


    @Droh
    Sorry ich habe dich nicht verstanden, was möchtest du mir damit genau sagen. Ich habe das wirklich lange in den Kopf gehen lassen, und da ich nicht verstanden habe, warum das nicht gut ist, habe ja nachgefragt :)


    ELK
    Lieber Elk, überflüssige Kommentare helfen mir nicht weiter. Wenn du gegen neue Ideen von Anfängern so verschlossen bist, dann bleib bei deiner alten bewährten Betriebsweise und spare uns die OT! Sonst würde mir deine Gründe, die dagegen sprechen gerne lesen.


    @ Fiona
    Lieber ist richtig, die bessere Hälfte würde dann Salsera heißen :)
    Wie kommt ihr alle auf mehr Arbeit und Materialbedarf? Ich muss mir jedes Jahr sowieso Ableger bilden. Da meine Völker schon in April geschwärmt haben, mache ich die Ablegerbildung erst jetzt. Ich bin im ersten Jahr ein Bisschen von Schwärmen traumatisiert, hoffe nächstes Jahr bekomme ich es besser hin, da ich nun ausgebaute HW habe und nicht nur MW, die bei schlechtem Wetter nicht angenommen werden :(
    Nun ob ich die Ableger nach der Tracht oder vor der Tracht mache, wo ist der Unterschied?
    Ist dieser einmaliger Eingriff tatsächlich viel mehr Stress für die Bienen als andere Maßnahmen oder wöchentliche Suche nach WZ? Wer kann es genau wissen, wie viel Stress ein Volksteil bekommt, wenn es eine Weile weisellos bleibt?

    Zitat

    Da Du offenbar über diverse Bienenbehausungen verfügst und es Dir nicht um mehr Honig geht, folgender Alternativvorschlag:


    Ich wusste, dass viele diesen Punkt angreifen werden, obwohl fast alle sich mehr Honig wünschen. Ich habe geschrieben: "vorweg: es geht nicht nur um den Honig. Klar würde ich mich freuen, wenn ich mehr Honig ernte, aber mit meiner kleinen Hobbyimkerei ist mir Honig nicht das wichtigste. Viel mehr würde ich mich freuen, wenn eine Idee meine und andre Betriebsweisen ein kleines Bisschen optimieren kann. Ich versuche meine Betriebsweise ständig zu verbessern, und da tauchen ab und zu Ideen, die ich mit euch diskutieren möchte. Dabei lerne mindestens ich neue Sachen, die mir und meinen Bienen eigene Fehler sparen könnten!

    Zitat

    Laß sie schwärmen und fang den Schwarm ein, dass wäre für alle Beteiligten der wenigste Stress, finde ich zumindest.


    Schwärme fangen ist nicht mein Ding, ich bin WE-Imker, meine Bienen sind nicht bei mir zu Hause und ich möchte nicht ständig zu ihnen hin und her radeln.


    Bernhard
    deine Argumente leuchten mir ein. Ich mag auch nicht viel eingreifen. Nachdem 3 Schwärme im April abgehauen sind, habe ich mit alle Kraft versucht, die übrigen 2 Kö im Stock zu halten, da ich gerade Ableger bilde und Bienenmasse dazu brauche.

    Zitat

    Naja, wo ist denn der Unterschied? Du entnimmst, manipulierst und versaust den Bienen die gute Stimmung...
    Bevor sie sich von dem Schock erholt haben ...


    Das ist mir neu und es schockiert mich, dass dieser Eingriff so aggressiv ist! Wir manipulieren mit andern Maßnahmen auch ziemlich viel, nur weil die Masse das macht, heißt das noch lange nicht, dass das den Bienen die gute Stimmung nicht versaut. Wie ist die Stimmung in einem weisellosen Volk, viele Imker lassen beim Zusetzen neuer Kö das Volk hoffnungslos weisellos werden, damit die Annahme besser klappt. Im Prinzip verstärke ich den Ableger mit den Flugbienen und einigen BW des Altvolks. Das ist bei vielen Betriebsweisen Gang und Gebe. Ich dachte die Bienen vom Altvolk gewöhnen sich schnell an die neue Kö und integrieren sich in das neue intakte Kleinvolk (Ableger), ist das nicht weniger Stress für sie, als wenn sie nach Hause kommen und die Kö und vielleicht die ganze Brut noch weg ist? Woher hast du dein Wissen über die Stimmung im Volk, kannst du mir was empfehlen, das interessiert mich sehr?


    melanie

    Zitat

    Was mich an Deinem Plan stören würde: Du wirst die Ableger nicht bereit haben wenn das nächste Volk in Schwarmstimmung kommt. Das geht Zack auf Zack.[QUOTE]
    Ich habe ab Mitte Mai geschrieben, die ersten 2 Maiwochen, kann ich im schlimmsten Fall SZ brechen, ich will es nur nicht bis Mitte Juli machen. Oder ich gebe halt eine WZ von meiner Zuchtlatte. Ich gebe die Zuchtlatte halt so früh wie möglich und so habe ich immer WZ, später Kö, später Ableger ... zur Hand. Finde ich besser als Vermehrung von Schwarmzellen.


    Clemens & Hermann
    Die Einengung oder Kö-Abdrücken wäre auch nicht mein Ding. Die alten Kö dürfen halt in ihrem Ableger weiter stiften, so erleben sie mindestens 2 Sommer :)


    molle
    [QUOTE]Deiner entwickelten Vorgehensweise fehlt die Praxisbewährung, also los gehts


    habe nichts anderes behauptet.


    Bis auf die Stimmungversauung der Völker, finde ich für meine Bedürfnisse noch nichts, was mich davon abhält, es auszuprobieren. wenn ich es mache berichte ich natürlich gerne drüber.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

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  • Moin Salsero
    Dein Artikel hat bei mir den Eindruck erweckt, daß dir die Arbeit mit den Bienen, insbesondere ihr unbändiger Freiheitsdrang, lästig ist.
    Im Grunde kann ich hier nicht sprechen, weil ich es schaffe, mir die Zeit während der Hauptschwarmzeit freizuschaufeln.
    Ich lasse die paar Schwärme kommen und fange sie ein. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache. In deiner Postion bleibt wohl nur die Manipulation. Das sehe ich ein.
    Sorry für mein OT, Elk

  • Hallo Salsero,
    wenn Du die 2X9-Methode nach Golz in originaler Weise anwendest, wird das Volk nicht durch Teilen geschwächt.
    Der in diesem Zusammenhang oft erwähnte Ableger mit der Alt-Königin dient mehr zur Beruhigung des Gewissens,
    da man dann diese nicht abdrücken braucht; oder es sich um einer erhaltenswerte Königin handelt.
    Mit dieser Methode bekommst Du die Schwarmstimmung aus den Völkern, sie wird ja in Nachzuchtstimmung umgemünzt.
    Zudem bleibt das Volk zusammen, es sammelt auch weiter während der Umweiselung, es bekommt eine optimale Startbedingung: junge Königin im Großvolk zur richtigen Zeit.
    Das Problem bei Dir scheint die vorhandene Biene und Deine Imkerei zu sein.
    Schwärme im April: da vermisse ich den Einwand von den anderen hier: zu wenig Raum, falsche Bienenherkunft.
    Verrat uns mal, wieviel Raum die Bienen bis dahin hatten und welche Sorte Du im Kasten hattest.
    Wie hat der Vorbesitzer die Schwärmerei verhindert bzw. nicht verhindert?
    Dann können wir über Betriebsweise(n) reden...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    @ Lothar:
    Mir ist klar, dass viele Methoden, wie auch die 2x9-Methode, gut funktionieren. Ich wollte trotzdem fragen, was gegen meine Idee spricht. Es kamen zahlreiche Argumente und davon habe ich was gelernt.
    Wegen Schwärmerei, es haben viele Faktoren eine Rolle gespielt, vor allem auch Anfängerfehler: Ich imkere mit Dadant, und hatte im ersten Jahr nur MW. Ich habe zuerst ASG dazwischen gelassen, die Kiste war bis zum Boden voll, nur nach oben wollten sie zuerst nicht. Meine Bienen haben auf der Reichenau überwintert, dort war der März sehr warm und dann kam das fiese Wetter, selbst der erfahrene Imkervereinschef hat am 17. April die ersten SZ gebrochen, es ging also nicht nur bei mir so früh los. Fürs nächste Jahr, habe ich nicht nur ausgebaute HW, sondern auch mehr Erfahrungen :). Ich habe auch 2 gute Kö von unterschiedlichen Züchtern gekauft und von der ersten habe ich 16 Zellen umgelarvt, 14 gekäfigt, mal sehen wie viele morgen schlüpfen :)
    Das Schwärmen aber auch die 2x9-Methode sind andere Themen, lass uns doch weiter über die der 0-jährigen Kös unterhalten.


    @Traugott:
    Gerade läuft meine Ablegerbildung: Ich werde einige Ableger zu zweit in einer geteilten 12er Dadantzarge einwintern, im nächsten Jahr kann ich drüber berichten.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant