Missglücktes Einlaufen!?

  • Hallo allerseits,


    ich wollte heute einen Schwarm in meine TBH Einlaufen lassen. Habe alles wie empfohlen gemacht - schräges Brett, weißes Tuch, draufkippen etc.
    Anfangs sah es auch gut aus. Die Bienen haben sich Richtung Beute auf den Weg gemacht und die ersten sind auch hinein bzw. haben gesterzelt. Dann ging es aber irgendwann nicht weiter. Stattdessen haben sich die Bienen an der Beutenwand außen gesammelt und nach und nach eine Traube gebildet. Auch durch sanftes Abkehren konnte ich sie nicht dazu bringen, doch hinein zu gehen.


    Fazit: An der Beutenfront hängt nun eine Bienentraube.
    Woran kann dieser missglückte Versuch gelegen haben?


    Wie wahrscheinlich ist es, dass sie am morgigen Tag einziehen?
    Wie könnte ich selbiges befördern?
    Was würdet ihr tun?

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass sie am morgigen Tag einziehen?


    Null Chance, daß die da noch einziehen.


    Wie könnte ich selbiges befördern?


    Vorsichtig in einen Eimer abkehren.


    Was würdet ihr tun?


    Aus dem Eimer vorsichtig in die TBH "gießen" und dann mit den Topbars verschließen.


    Daß die Bienen außen die Nacht verbringen, ist mir zu Anfang auch schon passiert. Manchmal läuft die Königin eben links, rechts, über oder unter dem Flugloch vorbei. Spaßig ist es bei der Warre, wenn sie unter die Beute läuft und die Bienen sie dort einknäueln. Jedenfalls setzen sie sich dort fest, wo sie gerade sitzen. Und fangen sogar teilweise mit dem Wabenbau an. Vermutlich wirst Du daher morgen also kleine Ansätze aus Wachsstücken außen an der Beute kleben haben. Die Bienen bewegen sich, wenn sie erstmal den Schwarmtraubenbaumodus erreicht haben, keinen Millimeter mehr. Da hilft nur noch Abkehren. Einlaufen lassen ist in diesem Zustand nicht anzuraten, die Bienen sind wie in Trance und bleiben auf dem Brett. Du kannst sie nur noch von Hand in die Beute geben. Kein Wasser sprühen oder Rauch verwenden, völlig zwecklos oder sogar schädlich.


    Gruß
    Bernhard

  • Ich glaube das war ein Nachschwarm mit mehreren Königinnen. Ich glaube, das ist nach einer Schlechtwetterperiode nicht ungewöhnlich. Oder mehrere Schwärmchen in einer Traube. Das sieht komisch aus, wenn dann mehrere "Vorhänge" an der Beutenwand hängen und nichts geht weiter.
    Ich habe damals alles zusammengekehrt und in die Beute geschüttet, mit dem Ergebnis, dass ein Tag nach dieser Aktion nur noch ein kläglicher Restschwarm mit Königin drin verblieb. Die anderen suchten wohl mit jeweils "ihrer" Königin woadners ihr Glück.


    rst

  • Moin, moin,


    Nachschwarm mit mindestens 2 Königinnen hatten wir letztens auch. Dienstag nach Pfingsten, Schwarm seit Sonntag in der Kiste. Es liefen einige mit der einen ein, besprühen stoppte sie; als die zweite dazukam, lief noch mal ein Teil und den großen Rest habe ich dann sukzessive direkt vor das Flugloch geschöpft und geschaufelt und dort abgesetzt oder abgehängt, weil die Beute ein quasi vertikales Flugbrett hat. Ein professionell praktikabeles Verfahren kann man das nicht nennen, stundenlanges aufsuchendes Retten versprengter und verhängter Schwarmteile in Tuchfalten. Immerhin, am nächsten Nachmittag, nach etwas Sonne, und abermaligem gutem Zureden mit der Feder waren sie in der Beute verschwunden, und noch einen Tag weiter hing dort, bei gutem Vorflug, eine schöne große Bautraube.


    Dass sie sich, zumindest gefühlt, keinen Millimeter rühren, kann ich bestätigen. Direkt vor dem Loch aber folgten sie dann, am anderen Tage und mit gutem zureden und verschieben des Bienenbartes mittels der Feder und eines Stückes Pappe und der Sonne schließlich doch dem Ruf von innen.


    Ich schließe daraus: Besprühen sollte man sie während des Einlaufens gar nicht. Mit nichts. Und es muss eine andere Konstruktion als ein Latztuch vor die Figurenbeute, so dass die das Loch wirklich vor sich sehen können, solange sie im Marschmodus sind...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Casque,


    mein Patenkindle hatte das Problem auch, dass der Schwarm 2 Tage außen an der Beute saß und sogar fleißig Wachs geschwitzt hat. Bannwabe mit jüngster Brut eingehängt (die hast Du hoffentlich), Schwarm eingeschlagen, und die restlichen Bienen gingen freiwillig rein.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Ich glaube nicht, dass mehrere Königinnen dabei waren.
    Die Bienen hingen schön gleichmäßig als große Traube an der Beutenwand.


    Mittlerweile - und durch Unterstützung von Besen und Eimer - scheinen sie begriffen zu haben, was ich von ihnen will.
    Zumindest sitzen sie jetzt, nachdem ich sie hinein gekippt habe, schon seit mehreren Stunden schön brav in der TBH und machen keine Anstalten, gleich wieder auszuziehen.

  • Vorsichtig abkehren und nochmal einen Tag in Kellerhaft.
    Wenn Sie nicht reinwollen, ist die Beute nicht attraktiv genug. ( d.h. für die Entscheidungsfindung ob eine Beute attraktiv ist oder nicht, haben zuwenig Scouts geworben )


    Ergo, mach deine Beute attraktiver ! Du lieferst auch relativ wenig Infos. Größe des Schwarms kann entscheidend sein, wo kommt er her, ist die Beute neu oder war sie schon bewohnt ?
    Ich kenn mich mit TBH`s nicht aus, aber ein Raumvolumen von 42l bis 60l soll ideal sein, also nach Größe des Schwarms, TBH entsprechend anpassen. Trennschied ?
    Bienen ziehen lieber ein, wo schon mal Bienen drin gewohnt haben. Wenn das Ding neu ist, altes Wabenwerk drinnen abrennen oder sonst irgendwie dafür sorgen dass es nach "alter" verlassener Wohnung aussieht.
    Propolislösung rein, Bannwabe, Zitronenmelisse, was sonst noch alles so publiziert wird für "attraktive" Bienenwohnungen.
    Das interessiert die auch relativ wenig, ob ein weißes Tuch davorliegt, schräges Brett oder sonstwas.
    Die Beute muss für den Bien interessant sein !


    BeeWild

  • Einlaufenlassen funktioniert unter normalen Umständen auch mit nem Karton mit "Flugloch" drin etc. u. ä . und ohne vorheriges Klimbim.:wink:
    Die Beutenattraktivität spielt eher die Rolle bei Schwarmfängerei, sprich, wenn die Beute spontan und freiwillig vom Schwarm aufgesucht werden soll, nachdem er sie vorher auserkoren hat.
    Ansonsten ist es ein Instinkt: Einlaufen in eine dunkle Öffnung.
    TBH ist ja erstmal ob frisch oder alt nicht unattraktiver als ein hohler Baum, eine Warré, ein Magazin "xy".


    Über mögliche Ursachen für das Geschilderte ist oben ja schon was gesagt worden.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • definier mal "normale Umstände" näher.


    und nebenbei kannst du mir ja auch den Unterschied erklären zwischen Schwärmen, die passende Unterkünfte suchen und Schwärmen, die passende Unterkünfte suchen ?


    In einen nackigen Schuhkarton hab ich noch keinen reingebracht ( vielleicht sollte ich die Schuhe rausnehmen ;-) ) ! Freiwillig.


    BeeWild

  • " TBH ist ja erstmal ob frisch oder alt nicht unattraktiver als ein hohler Baum, eine Warré, ein Magazin "xy". "


    Was ist das überhaupt für eine Aussage ? Beetic gegen den Rest der Wissenschaft ?
    Ist längst wissenschafltich erwiesen ( und über Jahrhunderte von Praktikern so angewandt), dass Bienen ehemals bewohnte Bienenwohnungen denen bevorzugen, in denen noch keine Honigbienen gewohnt haben.
    ( Da mögen verschiedene Insektenarten ganz anderes Verhalten an den Tag legen )
    Und ich sage bewusst Bienenwohnung, denn denen ist ziemlich wurscht, wie der Homo Sapiens dieselbigen betitelt.
    Aber du kannst ja gerne den Gegenbeweis antreten.
    Meine konnten mir jedenfalls nicht mitteilen, wie das Ding heisst, in das sie einziehen wollten, oder nicht.


    BeeWild

  • In so einem Ton schon mal gar nicht. Vielen Dank.
    Ich hab dir weder was getan, noch hab ich dich angegriffen. Vielleicht liest Du bitte nochmal, was oben stand und ich erklär nochmal, was ich gemeint habe. Bitte auch den Smiley mitbeachten oben.
    Der Rest steht bei Seeley etc., die haben das jahrelang intensivst untersucht,
    und ansonsten lass ich mich hier nicht anmachen.


    Es ging bloß um den Unterschied, einen gefangenen Schwarm in irgendetwas hohles passender Größe als Bienenbehausung einlaufen zu lassen, welche Beute auch immer, daher das Beispiel des Kartons, nicht ernst gemeint, würde aber funktionieren, somit auch die TBH, sogar neu und unbeduftet;
    im Gegensatz dazu der Naturschwarm, nicht vom Imker gefangen, der in der Traube hängt und dann per Scouts eine neue Bleibe selbstständig sucht und diese selbst aktiv bezieht, d.h. gelotst hinfliegt und einzieht. Da spielen dann die genannten Faktoren bei Einzug / Auswahl eine Rolle. Gegen die habe ich gar nichts eingebracht, nur treffen sie im o.g. Fall nicht zu.


    Zitat

    Wenn Sie nicht reinwollen, ist die Beute nicht attraktiv genug. ( d.h. für die Entscheidungsfindung ob eine Beute attraktiv ist oder nicht, haben zuwenig Scouts geworben )


    Beim Einlaufenlassen eines gefangenen Schwarmes in eine Beute durch den Imker hat wohl kaum eine Soutbiene dieses Schwarmes im Vorfeld die Chance gehabt, für diese aufgestellte Beute zu werben.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic ()

  • Liebe Beetic, könnte ich Töne schreiben, wär ich Komponist geworden.
    Also bitte auch meine Smileys beachten. Das ist kein Angriff auf deine Person, sondern mir gehts um Fakten. Belegbare Beweise. Wenn ich dabei manchem auf die Füße trete, bitte ich das zu entschuldigen.
    Wenn`s zurecht ist, nicht. Also iss das mal nicht, was ich heiß koche. Zieh erstmal südländische Heißblütigkeit ab ;-).


    "Beim Einlaufenlassen eines gefangenen Schwarmes in eine Beute durch den Imker hat wohl kaum eine Soutbiene dieses Schwarmes im Vorfeld die Chance gehabt, für diese aufgestellte Beute zu werben."


    Tut mir leid, das finde ich eben nicht so ! Beim Einlaufen lassen, finden die gleichen Rituale statt, als wenn der Schwarm 3 Kilometer weiter im Baum hängt.
    Einige Arbeiterinnen ( sog. Scoutbienen) gehen (fliegen, erkunden, spüren auf ) vorne weg, um eine neue Wohnung zu finden und zu besiedeln. Ob Sie dafür hinfliegen müssen, oder ob Ihnen die Beute vor die Nase gesetzt wird, spielt dabei scheinbar keine Rolle. ( Wenn sie nicht mehr wissen, wo sie herkommen. Meiner Ansicht nach ). Und es wird sehr wohl für die Beute geworben. Finden sich genügend, die dafür werben, setzt sich der Schwarm in Gang. Ob dafür geflogen werden muss, oder reingelaufen wird, spielt scheinbar auch keine Rolle.
    Finden sich nicht genügend, macht der Schwarm das, was er sonst auch macht, weiterziehen bis was passendes gefunden wird.


    "Es ging bloß um den Unterschied, einen gefangenen Schwarm in irgendetwas hohles passender Größe als Bienenbehausung einlaufen zu lassen".


    Da gehts eben meiner Ansicht nach nicht drum. Ein Schwarm soll in das Ding freiwillig reinlaufen, das der Imker rausgesucht hat, oder ?


    Beewild


  • Irgendwie komme ich da nicht mit? Habe ich etwas übersehen?
    Die Fakten nämlich?


    Danke,
    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Inzwischen fangen die Bienen an, den zehnten Oberträger auszubauen.
    Nach den anfänglichen Problemen mit dem Einlaufen geht es jetzt also richtig ab ;)