Nasseheider Horizontalverdunster

  • Ich weis, es ist noch recht früh im Jahr aber ich bin gern vorbereitet, wenn es so weit ist.:wink:


    Ich plane, heuer meinen Außenstand das erste mal mit AS im Horizontalverdunster zu behandeln. Bisher habe ich OS verdampft, der Aufwand für eine Blockbehandlung ist dort aber zu groß, ich will nicht alle paar Tage da hin fahren.


    Jetzt meine Frage:
    Was mache ich mit Ablegern, die eine Zarge (Zander 1,5) noch nicht ganz ausgebaut haben und somit auch nicht die riesige Bienenmasse haben.


    Gibt man da weniger Säure, oder wie wird da vorgegangen?

  • Hallo !


    Der Nassenheider ist eine Langzeitanwendung,
    es kommt weniger auf die Bienenmasse als den Raum an.


    Die Verdunstungsmenge wird über die Dochgröße
    (in Abhängigkeit zur Umgebungswärme und den zu behandelnden Raum)
    geregelt
    Ich würde an Deiner Stelle mind. den mittleren Doch nehmen.


    Hier die Anleitung.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Günther,


    im letzten Jahr hatte ich mit dem Nassenheider Horizontal (mittlerer Docht) in den Magazinen gute "Ergebnisse". In meinen Hinterbehandlungskisten (24-DNM-Waben) war leider auch der kleine Docht zu groß ...


    Ich glaube auch, daß die Leerzarge obendrauf wichtig ist.


    Gruß Jörg


  • In welchen Fällen nimmt man den Horizontalverdunster und wann befestigt man den Verdunster in einem Rähmchen?


    Hallo Anne!


    Das sind total unterschiedliche Verfahren, da ist nur der Name ähnlich.


    Die Benennung der Nassenheider-Verdunster ist leider etwas verwirrend. Mittlerweile gibt es bereits drei verschiedene Verdunster.


    1. Nassenheider-Classic; Die Verdunster werden in Rähmchen eingebaut und müssen in der Nähe der Brut (eine Zwischenwabe) eingehängt werden. Durch die gleichmäßige Bruttemperatur und durch die verwendete Dochtgröße ergibt sich die Verdunstungsmenge. Bei einem einzargigen Volk verwendet man einen Verdunster bei einem zweizargigen Volk werden in die obere Zarge zwei Verdunster gegeben (AS ist schwerer als Luft) Die Anwendung ist eher arbeitsintensiv.


    2. Nassenheider-Horizontalverdunster; In eine Leerzarge über den Brutzargen wird ein Verdunster gestellt, welcher mit einem U-Docht versehen ist. Unter diesen Verdunster liegt ein Vlies in etwa Serviettengröße. Der U-Docht saugt AS an und tropft langsam auf das Vies, von wo aus die AS verdunstet. Die Verdunstungsmenge ergibt sich aufgrund des verwendeten U-Dochtes. Einfache Anwendung; Sehr wenig wetterabhängig.


    3. Nassenheider-Professional; In der Anwendung sehr ähnlich dem Horizontalverdunster; Etwas anwendungssicherer, da der AS-Behälter verschraubbar ist.



    Wer welches Verfahren anwendet ist eher Geschmackssache. Der Nassenheider-Classic ist in meinen Augen eher veraltet und wurde vom Nassenheider-Horizontalverdunster verdrängt.



    MfG
    Honigmaul

  • Hallo zusammen,


    ich glaube Annes Frage bezog sich schon ausschließlich auf den Horizontalen. Sie meinte die unterschiedlichen Aufstellvarianten (siehe Link-Anleitung Abb. 5 u. 6).


    Die Abb.6 zeigt den normalen Aufbau in Magazinen, in einer Leerzarge über den Rähmchen -> funktioniert sehr gut!
    Die Abb.5 zeigt den Einbau in ein Rähmchen, m.E. für Hinterlader (oder kleine Kästen??) o.ä. gedacht -> hat bei mir aber mind. ein Königin gekillt!!!


    Gruß Jörg

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  • Hallo noch einmal!


    Ich hab mir jetzt 10 Stück von den Dingern gekauft, mit Umrüstsatz, was ja etwas hoch gestochen klingt aber eigentlich nichts anderes ist als eine Serviette und die Standfüße.:cool:


    1.
    Laut Anleitung kommt über den U- Docht auch keine Schutzkorb, ist das richtig?


    2.
    Kann ich den Horizontalverdunster auch mit 85% iger AS im Juli betreiben? Im Oktober geht das ja laut Anleitung.
    Da steht Juli 15 - 20 ml je Zarge und Tag mit 60%.
    September 10-15ml je Zarge und Tag mit 60%
    Oktober 10-15ml je Zarge und Tag mit 85%
    Ich frage, weil ich keine 60% ige bekommen konnte und die 85% ige in AT zugelassen ist.


    Wenn ja, welche Menge soll ich für meine Zander 1,5 pro Tag nehmen?


    3.
    Welchen Docht verwende ich, da bin ich auch aus der Anleitung nicht wirklich schlau geworden.


    Empfohlen werden 3 Behandlungen, was mir sehr viel erscheint, sollte nicht für Ableger eine Anfang August reichen? Schließlich deckt man mit 10 bis 14 Tagen einen vollen Brutzyklus ab, das heißt es kommt jede Verdeckelte Milbe einmal mit den Dämpfen in Berührung.


    Ich Danke Euch für Eure Hilfe, ist recht viel für den Anfang, ich hab mir das einfacher vorgestellt, da er immer mit "Deppensicher" angepriesen wird.

  • Hallo Günther!


    Ich verwende schon seit Jahren den Nassenheider-Horizontalverdunster mit 85 %AS mit voller Zufriedenheit.


    Mit dem folgenden Link kommen ein paar Beiträge von mir, mitunter auch mit Lichtbildern.


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=23980&p=265189#post265189


    Grundsätzlich halte ich mich eher an die Anweisungen beim Liebigverdunster, da die beiden Verfahren sehr ähnlich sind. Die Anweisungen vom Nassenheider-Horizontalverdunster erscheinen mir etwas veraltet zu sein und dürften noch aus der Umstiegszeit von Apistan stammen. Da war man in der Annahme, dass die Behandlung über eine ganze Verdeckelungsdauer gehen muss.


    In deinem Fall würde ich den mittleren Docht und 80 ml/85% AS nehmen. Da dürfte nach 4 bis 5 Tagen alles verdunstet sein und das ist auch gut so.


    Anstelle der Oktoberbehandlung mache ich im Dezember die OS-Restentmilbung.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Honigmaul,


    nach 4 Tagen passt das schon? Ich red jetzt von Ende Juli oder Anfang August.


    Und soll ich dann im September noch einmal, wie Du in Deinem Link schreibst, den Tank voll befüllen? Das sind dann ja 180 ml.


    Brüten die da eigentlich weiter, das heißt legt die Kö weiter oder entsteht eine Brutunterbrechung?

  • nach 4 Tagen passt das schon? Ich red jetzt von Ende Juli oder Anfang August.


    Hallo Günther!


    Was meinst du genau, kommt dir die Dauer zu kurz vor? Bei einer täglichen Verdunstung von 20 ml müsste die Menge von 80 ml in dieser Zeit verdunstet sein. Ich hätte keine Bedenken bezüglich Wirkung oder Verträglichkeit.


    Zitat

    Und soll ich dann im September noch einmal, wie Du in Deinem Link schreibst, den Tank voll befüllen? Das sind dann ja 180 ml.


    Brüten die da eigentlich weiter, das heißt legt die Kö weiter oder entsteht eine Brutunterbrechung


    Etwa zwischen dem 15. und 20. September herum führe ich die 2. Behandlung durch. Man sollte die Behandlung nicht viel früher und auch nicht viel später durchführen, damit im Falle einer Reinvasion kein Schaden entsteht. Ich habe jedenfalls die kleineren (älteren) Nassenheider-Verdunster. So weit ich weiß, haben die eine Füllmenge von 140 ml. Nachschauen kann ich zur Zeit nicht, da ich keinen zur Hand habe.


    Auch die 180 ml wären nicht zu viel. Im Konzept nach Dr. Liebig werden für ein Zweizargenvolk 200 ml AS empfohlen. Das kommt mir aber auch etwas viel vor.


    Eine gewisse Brutunterbrechung wird vermutlich schon eintreten. Die Frage ist nur, ob dadurch überhaupt ein Schaden entsteht, oder ob die Völker nach der AS-Behandlung dafür um so stärker brüten. Ich konnte bisher keinen Nachteil feststellen. Um diese Zeit dürfte das Brutnest ohnehin bereits sehr geschrumpft sein.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Günther B.,


    letztes Jahr hatte ich das fehlerhafte Modell Nassenheider Verdunster Professionell eingesetzt. Das Ding hat um die 40ml Ameisensäure (60%ig) pro Tag verdunstet und war im Nu leer. Als Anfänger habe ich das nicht bemerkt, dass das viel zuviel gewesen ist. Nur der wachsende Haufen toter Jungbienen vor dem Flugloch hat mich stutzig gemacht. - Eine ganze Generation Bienen ist dabei draufgegangen. Dafür war das Volk bestimmt 100%ig frei von Varroa. - Das die Königin das Massaker überlebt hat, war sicherlich Anfängerglück.


    Schliesslich gab es eine Rückrufaktion des Herstellers, da es mittlerweile einige geschädigte Imker gab, die Völker und/oder Königinnen mit dem Ding umgebracht haben, und ich habe das Modell Professionell kostenlos gegen das probate Modell Horizontal (Nachrüstsatz) eingetauscht.


    Da ich aber misstrauisch geworden war, habe ich damit ersteinmal Verdunstungsversuche gemacht, und beobachtet, welche Dochtgrösse wieviel Flüssigkeit in welchem Raumvolumen verdunstet. Erst dann habe ich damit die zweite Behandlung gemacht, die aufgrund von Reinvasion notwendig geworden war, und das Ding arbeitete tadellos, und verdunstete die genau kalkulierte Menge in der dafür vorgesehenen Zeit. Genau, wie es in der Betriebsanleitung steht.


    Ob sie das Modell Professionell mittlerweile generalüberholt und zuverlässig gemacht haben, weiss ich nicht. Ist mir auch eins, denn mit dem Horizontal bin ich zufrieden und ausserdem wage ich mich dieses Jahr erstmals ans Schwammtuch heran.


    Viele Grüsse von
    Benjabien

  • Hallo Honigmaul,


    ich dachte, die Behandlung müsse über mehrere Tage laufen aber anscheinend wirkt das Zeug wirklich in die Brut. Andererseits verstehe ich dann nicht, warum im September eine so lange Behandlung (diese Menge wird ja mehrere Tage brauchen) nögtig ist.


    Und wegen der Brutunterbrechung frage ich weil ich nicht weis, wie sich die Sache auf die Winterbienen, die ja grad zu der Zeit erbrütet werden, auswirkt.