Änderung des §9 PflSchG - Ausnahme vom Sachkundenachweis bei Bezug und Anwendung

  • Liebe Imker und Bienenfreunde,


    mit Aufnahme in das Bundesgesetzblatt am 13.02. diesen Jahres erlangte eine wesentliche Änderung des Pflanzenschutzgesetzes Gültigkeit. Dies betrifft konkret §9, Absatz 5 Satz 4 und nimmt sogenannte "nicht-berufliche Anwender" vom bislang - und für alle (!) anderen Personen auch weiterhin - gesetzlich verlangten Sachkundenachweis aus. Begründet wird diese Ausnahme wie folgt:


    Zitat

    Die Wildschadensverhütung ist ein wichtiger Bestandteil der Waldpflege. Daher soll für diesen speziellen Bereich eine Ausnahme für nicht-berufliche Anwender ermöglicht werden, um der Vielzahl von Waldbesitzern und Jägern die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ausschließlich zur Wildschadensverhütung auch ohne Sachkundenachweis zu ermöglichen. Von den in der Handhabung und Anwendung einfachen Mitteln zur Wildschadensverhütung gehen nur geringe Risiken bei der Anwendung aus.


    Eine Schulung und Fortbildung aller Waldbesitzer und Jäger allein mit dem Ziel, die Anwendung von Pflanzenschutzmittel zur Wildschadensverhütung zu ermöglichen, wäre ein unverhältnismäßiger Aufwand sowohl für die Waldbesitzer und Jäger als auch für die zuständigen Behörden.


    Der geänderte Passus im novellierten PflSchG lautet wie folgt:




    Die derzeit gültige Fassung des Pflanzenschutzgesetzes sieht somit für Jäger so wie (vorgeblich, wie ich in einer umfassenden Kritik dargelegt habe) für „Waldbesitzer“ eine Ausnahme vom bisher im Umgang entsprechender Mittel geforderten Sachkundenachweis vor. Da der Erwerb einer zur Anwendung gemäß Zulassungsverfahren entsprechend klassifizierter Pflanzenschutzmittel erforderlichen Sachkunde nicht Bestandteil der Jägerausbildung ist, Resultiert aus dieser Gesetzesänderung eine unkontrollierte Freisetzung toxischer / umwelttoxischer Substanzen in die Natur durch einen minder resp. unqualifizierten Personenkreis. Auf Grund des Schadpotenzials unter Aspekten des Umwelt-, Arten- und Naturschutzes so wie Zielen des Schutzes der Biodiversität gegenüber ist diese Gesetzesänderung meiner Ansicht nach - und auch nach Ansicht sämtlicher Experten, welche sich im Rahmen der von mir angestoßenen Diskussion in des Sache äußerten - vollkommen inakzaptabel.


    Wohlgemerkt: Es geht hierbei nicht um Pflanzenschutzmittel zur klassischen Wildschadenabwehr (gegen Verbiss, Schälung etc.), welche im Übrigen auch bislang ohne Sachkundenachweis zu beziehen und anwendbar waren. Es geht um Produkte - vornehmlich offenbar, wie sich einer Pressemitteilung des Deutschen Jagdschutz-Verbandes entnehmen lässt, um breitbandig wirkende Herbizide - für welche im jeweiligen Zulassungsverfahren gerade wegen ihres Risikopotenzials bei unsachgemäßer Anwendung eine nachzuweisende Sachkunde des Anwenders sich als zwingend geboten erwies.


    Da wohl kaum eine (Berufs-)Gruppe wie eben jene der Imker mit den vielfältigen, häufig sogar trotz sachgemäßer Anwendung auftretenden, Probleme durch Pflanzenschutzmittel vertraut sein dürfte, möchte ich einerseits auf diesem Wege über vorgenannte Gesetzesänderung informieren so wie natürlich insbesondere zur Diskussion anregen.


    Die oben angesprochene, ausführliche Kritik an der Gesetzesänderung stelle ich jedem, der sich fürs Thema interessiert, selbstverständlich gerne zur Verfügung. Anfragen einfach formlos per Mail an werner.hupperich(at)wai.netzwerk-phoenix.net oder per PM.


    Viele Grüße,
    Werner Hupperich


  • Die oben angesprochene, ausführliche Kritik an der Gesetzesänderung stelle ich jedem, der sich fürs Thema interessiert, selbstverständlich gerne zur Verfügung. Anfragen einfach formlos per Mail an werner.hupperich(at)wai.netzwerk-phoenix.net oder per PM.


    Viele Grüße,
    Werner Hupperich


    Hallo Werner_H . warum soll ich jemanden vertrauen der noch nicht mal sein Profil ausgefüllt hat und eine e-Mail
    Adresse (at) wohl für Österreich angegeben hat. Was haben wir in Deutschland mit Österreichischen Gesetzen zu tun ?


    Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,


    das (at) steht nicht für "Austria", sonden stellt einen Ersatz für @ dar, welcher es den automatischen Datensammlern (sog. "Spambots") erschwert, E-Mail Adressen zu sammeln.


    Doch für die Misstraischen User hier in aller Deutlichkeit:


    Mein Name ist Werner Hupperich, ich bin einer der Gründer und Betreiber des Wissenschaftsforums Aviäre Influenza (WAI). Siehe hierzu auch www.wai.netzwerk-phoenix.net


    Meine Postanschrift lautet:


    Werner Hupperich


    Arnimstr. 4


    47169 Duisburg


    Tel.: 0203 / 317 48 17
    Fax: 0203 / 317 48 28


    Das hiesige Forenprofil habe ich schlicht aus Zeitgründen (noch) nicht ausgefüllt. Allerdings schreibe ich unter gleichem Benutzernamen u.a. z.B. auf www.hymenoptera.de so wie z.B. www.hornissenschutz.de , wo, wie ich vermute, auch der eine oder andere der hiesigen User sich zumindest sporadisch umgeschaut haben dürfte.


    Ich hoffe, meine Identität nun mit hinreichender Klarheit preisgegeben zu haben. Wer's mir dennoch nicht glaubt, darf gerne anrufen.


    Gruß,
    Werner Hupperich