Ableger für den Winter stärken

  • Hallo zusammen, ich bin ganz neu hier im Forum - besitze seit ca. 3 Wochen einen Ableger - bin absoluter Anfänger und weiß eigentlich nicht so recht auf was ich mich da einlasse - meine Tochter hat sich ganz arg die Bienen gewünscht, ist total begeistert bei der Arbeit dabei!! Da im Moment ja nicht so reichlich "gesammelt" werden kann, habe ich den Tip bekommen doch mit "Zuckerwasser" zuzufüttern, damit der Ableger auf den Winter stark wird. Muß ich was beachten mit der Menge die wir verfütteren? Also innerhalb von 2 Tagen ist nun die Mischung aus 1 kg Zucker auf 700ml Wasser weg. Das dies so schnell geht hätten wir nicht gedacht. Wie verfahre ich weiter? Unseren Bienenpaten will ich nicht ständig mit meinen Fragen löchern. Oder ist es besser festes Futter im Fachhandel zu besorgen? Ich danke schon jetzt für Eure Antworten! Herzliche Grüße aus dem Schwarzwald!

  • A+A. Schon mal was von vorstellen gehört,oder Profil ausfüllen ?


    Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Hallo und herzlich willkommen!


    Es wäre gut zu wissen, wie stark der Ableger jetzt ist wegen des Verbrauchs und ob und wieviel Brut er daher hat: Welches Wabenmaß, wieviele Waben? Was für ein Ableger? (Mit legender Königin, mit schlupfreifer Zelle oder ziehen die selbst nach?) Von wann ist er?


    Ableger gehören IMMER gefüttert. Normalerweise bekommen sie eine oder mehrere Futterwaben/Honigwaben aus einem Volk oder eingelagert dazu. Später hilft man ihnen mit dem Zucker, wobei flüssig eben Tracht vortäuscht. Futterteig gekauft hat den Vorteil, dass er nicht verdirbt und wenig Geruch hat, somit wenig Räuberbienen anlockt.
    Bzgl Räuberei wäre auch wichtig zu wissen, wann ihr füttert und wie. Das kann übel einen Schuss nach hinten geben....


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    wie gesagt, bitte verrat uns, wie es um Deinen Ableger steht, Größe, wann gebildet, mit wie vielen BW, welches Wabenmaß,...


    Zum Füttern:
    Zuckerwasser ist sehr gut, ich würde aber empfehlen, dünner zu mischen und kleinere Mengen zu geben, dafür aber regelmäßig.
    Zucker : Wasser 1:1 oder sogar noch dünner um diese Zeit. Zum Sommer/Spätsommer dann dicker bis 3:2, da wird dann besser eingelagert für den Winter. Mit der dünnen Lösung jetzt, regst Du den Bautrieb und Bruttätigkeit an.
    Ich würde so nach Gefühl alle 3 oder 4 Tage einen halben Liter geben aber regelmäßig Kontrollieren, damit genug Platz für Brut bleibt. Sonst weniger geben.


    Füttern am besten am Abend, und nichts verschütten, sonst hast Du schnell Räuberei.

  • Hallo A+A,
    Ich gehe mal davon aus das dein Ableger auf einer Zarge sitzt. ( Wäre hilfreich wenn du eine etwas genauere Beschreibung der Sache lieferst ! )
    Um diese Zeit ist es prinzipiell sinnvoller einen Ableger mit Futterteig zu füttern! Teig wird nicht so schnell aufgenommen. ( Zuckerwasser giebt man erst ab August.)
    Dadurch täuscht du deinen Bienen eine ständigen Trachtfluß vor, was die Bienen zum bauen, und die Königin zum legen animiert. Lege ihnen einen Fladen von etwa 1 kg auf den Boden oder unter den Deckel und sie sind eine ganze Weile beschäftigt. Wenn dein Ableger in der ersten Zarge alle Wabengassen besetzt, und die Königin ein Brutnest über wenigstens 6-7 Waben angelegt hat, stellst du ( außer bei Dadant), eine zweite Zarge mit Mittelwänden obenauf und lässt das Volk hineinwachsen.


    Zuckerwasser erst ab August zur Winterauffütterung geben. Dort muß dann viel sehr schnell verarbeitet werden.
    Kauf dir ein Buch über Bienenhaltung.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo A+A!


    Die Ableger solltest du auf gar keinen Fall den Sommer über dahindarben lassen. Die Bienen sollten den Pollen holen, und der Imker sorgt für das nötige Futter. Somit werden die Bienen bestmöglich geschont. Die Aussage von so manchem älteren Imker, wie z.B. um diese Zeit müssen sich die Völker schon selbst versorgen, sollte man nicht all zu ernst nehmen, denn es geht nichts verloren, entweder wird das gegebene Futter in Brut oder in Winterfutter umgewandelt.


    Zur Fütterungsmenge:


    Das Brutnest sollte durch die Futtergaben nicht "erdrückt" werden, die Bienen sollten aber sobald sie vom Brutnest hinauslangen auf offenes Futter stoßen. Dann steht einer guten Volksentwicklung nichts entgegen.


    Die Waben neben der Brut sollten mit Futter angetragen, aber nicht vollständig gefüllt sein. Wenn neben dem Brutnest kein Futter vorhanden ist, dann hast du zu wenig gefüttert, wenn die Waben neben der Brut total voll, oder gar verdeckelt sind, dann hast du zu viel gefüttert. Da ist etwas Fingerspitzengefühl notwendig.


    So kleine Volkseinheiten wie Ableger, welche im Aufbau begriffen sind, haben einen relativ hohen Eigenverbrauch. Das sollte man nicht vergessen.


    Festes Futter würde ich nicht verwenden, das belastet die Bienen mehr als nötig. Ansonsten ist das Mischungsverhältis nicht so von Bedeutung.


    MfG
    Honigmaul


  • Um diese Zeit ist es prinzipiell sinnvoller einen Ableger mit Futterteig zu füttern! Teig wird nicht so schnell aufgenommen. ( Zuckerwasser giebt man erst ab August.)
    Dadurch täuscht du deinen Bienen eine ständigen Trachtfluß vor, was die Bienen zum bauen, und die Königin zum legen animiert. Lege ihnen einen Fladen von etwa 1 kg auf den Boden oder unter den Deckel und sie sind eine ganze Weile beschäftigt.


    Dann mache ich es falsch. Ich gebe immer Zuckerwasser, einfach aus dem Grund, das die Bienen einen Rüssel haben und damit für festes Futter nicht die richtige Ausstattung. Auch täuscht flüssiges Futter besser Tracht vor als festes, Nektar ist schließlich auch flüssig.


    Und der Arbeitsaufwand für die Bienen ist mit Teig ERHEBLICH höher als bei Zuckerwasser. Die müssen Wasser ranschaffen, das dicke Zeug aufschlecken,....
    Ich will die Bienen im Ableger möglichst schonen, die sollen lieber bauen und pflegen.


    Teig ist bequem für den Imker, nicht aber für die Bienen. Den gibt man max. in Apideakästchen, weil beim Transport flüssiges Futter verschüttet würde.
    Oder an Ableger, die man sehr selten kontrollieren kann, da sie damit mit Sicherheit lange Zeit zu tun haben.


    Ideal ist Teig aber sicher nicht und auf den Boden gehört Futter ohnehin nicht.

  • Du kannst das eine tun und das andere nicht lassen :)
    Ich gebe beides in kleinen Mengen für meinen Ableger. ZuWasser ist in 1-2 Tagen futsch (1 Honigglas voll), Teig liegt länger - je nach Positionierung. Eine "Wurst" auf die Oberträger ist innerhalb von 2-3 Tagen weg, im Futterschied hälts länger an.


    Zuckerwasser gebe ich weil es die Brut- und Bautätigkeit anregen soll, Teig damit sie länger was haben.
    Die werden sich dann schon das holen was sie brauchen...

  • Einfach weil sie mit dem Rüssel nicht gut damit klar kommen.


    Ist das irgendwie mal wissenschaftlich oder wenigstens anschaulich dokumentiert worden - oder handelt sich um eine weitere Imkerlegende?


    Ich füttere kleinen Nachschwärmen Futterteig und die nehmen es gern und auch relativ schnell ab. Ich sehe da keine Probleme. Insbesondere weil so ein Teig hygroskopisch ist, also die Luftfeuchtigkeit anzieht, der sich am Teig niederschlägt. Der wird also automagisch verdünnt. Die Verminderung von Räuberei und Schimmelbildung ist für mich ausschlaggebend für die Verwendung von Futterteig.


    Gruß
    Bernhard