Chronische Bienen-Paralyse

  • Bei mir zeigt ein Volk deutliche Symptome von Chronischer Bienen-Paralyse, also haufenweise zitternde Bienen auf dem Anflugbrett, massiver Totenfall vor der Beute bei immer weiter abnehmender Sammelleistung und Volksstärke! Frage: Was mache ich mit dem Volk, ich möchte natürlich auch vermeiden daß das Virus weiter um sich greift und andere Völker befällt?


    Also:


    - Vernichten?


    oder bloß


    - umweiseln?


    Oder was?

  • Woran unterscheidest Du diese Symptome von einer Vergiftung?



    Bernhard

  • N´Abend Bienenkönig,


    man liest viel, doch was hast Du denn genau gelesen über den CBP-Virus ? Steckt sich ein Volk direkt beim anderen an ? Wie kommt der Virus in die Bienen ?


    Sind diese Symptome "1:1" oder gibt es genauere Angaben in man´s Literatur ?

    ... haufenweise zitternde Bienen auf dem Anflugbrett, massiver Totenfall vor der Beute bei immer weiter abnehmender Sammelleistung und Volksstärke!



    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“


  • Wenn man bei Google "Chronische Bienen-Paralyse" eingibt und auf den 1. Treffer klickt erhält man z.B. folgende Information, die auch deine Fragen teilweise beantworten:


    Die erwachsene Biene kann sich mit dem Chronischen Paralyse-Virus über die Nahrung oder über Wunden infizieren. Im Futter müssen mehrere Millionen Viruspartikel enthalten sein, um Symptome hervorzurufen. Gelangt der Virus jedoch durch kleine Wunden in die Hämolymphe der Biene, reichen weniger als 100 Viruspartikel und die Biene erkrankt.

    Das Chronische Bienen-Paralyse-Virus ist in den Bienenvölkern weit verbreitet. Dennoch kommt es nicht immer zur Vermehrung des Virus und zum Ausbruch der Krankheit. Begünstigt wird das Chronische Bienen-Paralyse-Virus durch Schlechtwetterperioden, fehlende Tracht, hohe Bienendichte im Flugradius, Räuberei und eine hohe Varroabelastung des Bienevolkes.



    Dann steht da noch zu den Symptomen:
    Typische Symptome sind:


    • flugunfähige, krabbelnde und zitternde Bienen mit asymmetrisch verschränkten Flügeln vor dem Flugloch
    • erhöhter Totenfall, oft wie ein Teppich toter Bienen vor dem Flugloch
    • befallene Bienen sitzen zusammengedrängt auf den Rähmchenoberleisten
    • aufgeblähter Hinterleib
    • Haarlosigkeit, Bienen glänzend, schwarz (tritt nicht immer auf)


    Punkt 1, 2, 3 und 5 treffen auf mein besagtes Volk zu, womit CBP für mich einfach am plausibelsten ist.

  • Du solltest Dir einen Bienensachverständigen vor Ort zu Rate ziehen, der sich das Volk mal ansieht. Dringend.


    Gruß
    Bernhard

  • Wenn 1, 2, 3, 5 zutreffen, dann brauchst Du doch bloss noch einen Wert erfassen:

    Begünstigt wird das Chronische Bienen-Paralyse-Virus durch Schlechtwetterperioden, fehlende Tracht, hohe Bienendichte im Flugradius, Räuberei und eine hohe Varroabelastung des Bienevolkes.


    Und was machst Du dann ?

    Vernichten? umweiseln? Oder was?


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

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  • An Deiner Stelle würde ich einfach mal einen Schuß ins Blaue versuchen und ein Homöopathisches Mittel verabreichen.


    Geh in die Apotheke, kaufe Dir "Nux vomica C 30" in Globuli. Keinesfalls irgendeine D-Potenz, die sind zu schwach. C 200 geht auch. Gib davon 3-5 Kügelchen in etwas Zuckerwasser bis sie sich aufgelöst haben (am besten erst in Wasser auflösen dann zum Zuckerwasser zugeben) und sprühe damit auf die Waben. Oder füttere das Volk damit.
    Auf das Flugbrett könntest Du's ohne Zuckerwasser sprühen (sonst Räubereigefahr), so daß die zitternden Bienen benetzt werden.


    Nux vomica hilft bei Vergiftungen aber auch bei Magen-Darm-Virus. Evtl. auch bei Deinem Virus??? Versuch-macht-kluch!


    Auch wenn Du nicht an Homöopathie glaubst ist es doch einen Versuch wert. Hauptsache Dein Volk überlebt, was denn letztlich dazu geführt hat ist zweitrangig.


    Je nachdem wie offen und experimentierfreudig Du bist :-)
    Alle anderen Maßnahmen die noch möglich sind musst du natürlich auch machen. Homöopathie wäre nur zur Unterstützung...


    Mein Erlebnis mit Nux an Bienen:
    Verkrümmte Biene am Flugbrett, Zunge herausgestreckt, Kopf verdreht, total verkrümmt wie in Krämpfen.
    Nux C 200 in Zuckerwasser aufgelöst, die Zunge damit benetzt. Nach 1 Std. taumelte die Biene zwar sehr, konnte aber wieder laufen. Nochmal den Rest Zuckerwasser gegeben, nach 1 Std. völlig normales verhalten; hing am Deckel des Glases und putzte sich.


    Nux in Wasser (ohne Zucker) auf das Flugbrett gesprüht (die Bauern in der Gegend haben gegen einen Käfer gespritzt). Vereinzelt kamen Bienen aus dem Stock und leckten das Wasser (ohne Zucker!) auf, trugen es in den Stock.


    Man muß nich an Homöopathie glauben. Man muß es probieren.


    Alex

  • Hallo Bienenkönig,
    am Lehrbienenstand Kirchhain haben wir auch diese Krankheit an einem Volk gesehen.
    Wenn man eine Kippkontrolle macht bzw. die Kiste öffnet, sieht man zitternde, schwarze Bienen auf den Oberleisten der Rähmchen sitzen.
    Wenn man sie mit dem Finger anstupst, reagieren sie garnicht.
    Die alten, abgenutzten Bienen sehen ja auch schwarz aus, aber sie zittern nicht und verziehen sich ins Stockinnere, wenn man sie anstupst.
    Die Kirchhainer rieten: das Volk entweder abschwefeln oder an einen entfernten Ort bringen, wo es alleine stehen kann und sich eventuell erholt, aber keine Nachbarvölker ansteckt.
    Sicherlich ist es das beste, erstmal die Diagnose des BSV einzuholen.
    Grüße
    apirita

  • Hallo Miteinander,
    mir fallen dazu die Worte "Schwarzsucht" und Maikrankheit" ein...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.