Kurz vor den ersten Ablegern...

  • Hallo zusammen,


    ich bin letztes Jahr nach 2 Jahren Erfahrung als "betreuter Schulimker" auch privat in die Imkerei eingestiegen, habe meine 3 Völkchen über den Winter gebracht, die mittlerweile wunderbar die Honigräume füllen und mir alle drei große Freude machen. Morgen nun möchte ich meine ersten Ableger bilden, 2 Stück. Ich habe mich mit meinem Imkerpaten unterhalten, mich in Büchern und natürlich auch im Internet umgesehen und möchte Euch nun meinen Plan vorstellen:


    1. Ich entnehme aus jedem Volk pro Ableger eine Brutwabe mit verdeckelter und offener jüngster Brut (wenn möglich Stiften). Ich erhalte dadurch pro Ableger 3 Brutwaben mit ansitzenden Bienen (a la Sammelbrutableger)
    2. Ich hänge die Brutwaben in die Mitte einer Beute (Hohenheimer Einfachbeute), Flugloch geschlossen.
    3. Ich gebe jeweils 1 Futterwabe vom Winter und eine Honigwabe dazu und hänge sie jeweils an den Rand der 3 Brutwaben.
    4. Ich fülle den Rest der Beute mit Mittelwänden auf.
    5. Ich packe die Ableger zusammen und fahre sie an einen anderen Standort.


    Die Bienen sollen sich am neuen Standort selbst eine Königin nachziehen. Ich bin mit der Leistung und dem Sanftmut aller meiner drei Völker sehr zufrieden und will in meinem ersten Jahr meine eigenen Königinnen nachziehen, verzichte deshalb auf Zuchtstoff oder gekaufte Zuchtköniginnen. Ich lasse die Völker also mehr oder weniger in Ruhe und hoffe, dass nach 4 Wochen jeweils eine neue Königin ihre Arbeit verrichtet. Muss ich füttern? (Tracht ist am neuen Standort vorhanden). Muss ich sonst etwas kotrollieren? Oder sollte man die Bienen dann einfach in Ruhe lassen...?


    Kann das so klappen?


    Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren,


    Olfri

  • N`Abend Olfri!


    Dein Plan klingt meines Erachtens gut durchdacht. Ich würde allerdings die Ableger bzw. deren BW erstmal an eine Beutenwand hängen und dann links und rechts je eine FW. MW`s werden diese doch recht kleinen Ableger erstmal nicht nutzen (können), da zu wenige Bienen. Abschließend dann ggfs. ein Schied gegenüber dem Leerraum inne Beute. Zudem würde ich von 1-2 BW die Bienen zu jedem der Ableger zuschütteln, einfach damit die ab Eilage der Jungkönigin auch sicher noch reichlich Bienenmasse haben um die Brut umfangreich auszubrüten.
    Das hängt aber natürlich auch damit zusammen, ob und wieviel Honig du von deinen Ausgangsvölkern noch ernten willst und wie stark diese sind.
    Ansonsten: Lott jon!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Das klappt so.
    Wenn Tracht vorhanden, dann braucht man nicht füttern.
    Kontrollieren würde ich erst, wenn die Königinnen in Brut sein sollten.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • N`Abend Olfri!


    Dein Plan klingt meines Erachtens gut durchdacht. Ich würde allerdings die Ableger bzw. deren BW erstmal an eine Beutenwand hängen und dann links und rechts je eine FW. MW`s werden diese doch recht kleinen Ableger erstmal nicht nutzen (können), da zu wenige Bienen. Abschließend dann ggfs. ein Schied gegenüber dem Leerraum inne Beute. Zudem würde ich von 1-2 BW die Bienen zu jedem der Ableger zuschütteln, einfach damit die ab Eilage der Jungkönigin auch sicher noch reichlich Bienenmasse haben um die Brut umfangreich auszubrüten.
    Das hängt aber natürlich auch damit zusammen, ob und wieviel Honig du von deinen Ausgangsvölkern noch ernten willst und wie stark diese sind.
    Ansonsten: Lott jon!


    Gruß
    Patrick


    Mhm, ok, so beschreibt es auch Liebig. Quasi FW-BW-BW-BW-FW-MW-MW-MW-MW-MW, denn Schied hab ich keins ;) Dann Flugloch auch nur auf der Seite des Brutsitzes aufmachen. Bienenmasse kann ich vom Baurahmen dazuschütteln, auch wenn ich jetzt überall gelesen habe, dass das nicht notwendig ist, wenn man den Standort verstellt...

  • Hallo Olfri,
    gut ausgedacht, würde ich auch so machen,
    ABER:
    Anfang Mai, nicht Ende Mai!
    Jetzt würde ich jedem Volk drei bis vier bienenleere Brutwaben (ohne WZ) über das ASG hängen,
    Evtl. eine WZ aus gutem Volk zugeben, sonst Zuchtstoff geben.
    Wenn die nach oben gehängten Brutwaben voll Bienen sind, als Ableger herausnehmen.
    Dies nach etwa einer Woche bzw. neun Tagen.
    Alle NZ entfernen, nur eine WZ aus Zuchtstoff lassen.
    Warum zu dieser Zeit mehr Brutwaben nehmen?
    Aus den Ablegern müssen noch winterstarke Völker werden, die Zeit ist knapp.
    Bei mir, nach der Frühtracht, können die Völker so einen starken Eingriff in die Volksstärke verkraften.


    Wie gesagt, Anfang Mai würde ich das so machen, wie Du beschreibst.
    Nur würde ich den Sammelbrutableger stärker aufbauen, damit dieser als Pflegevolk genutzt werden kann.


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • N`Abend zusammen!


    Da hat Lothar schon recht, Ableger jetzt doch lieber noch stärker bilden als von mir erklärt, da die Sommersonnenwende schon jetzt wieder näher rückt und die Bienen sich bereits ab da auf den Winter vorbereiten, sprich auch die Bruttätigkeit etc. sich verändern.
    Was ich auch gerne gemacht habe, auch noch später im Jahr und so nur möglich bei 2-zargigen BR: BR schlichtweg trennen und mit oberer BR-Zarge, so wie sie ist, einen Ableger bilden. Der ist dann von Beginn an gut volksstark und verkraftet die Zeit bis zum Legen der Jungkönigin recht gut. Besser ist natürlich auch hier für den "Zug" in der Entwicklung eine möglichst bald legende Jungkönigin. Aber geht auch mit NSZ.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich habe keine Weiselzellen und will auch ehrlich gesagt jetzt nicht auf die Suche nach Weiselzellen, Zuchtstoff oder Königinnen gehen. Juni, Juli, August, sollte das nicht noch reichen?

  • Hallo!


    Es reicht, keine Bange. Ich wollte dich lediglich nur nochmal drauf hinweisen, dass meiner bescheidenen Erfahrung nach bereits kurz vor Begattung / Legebeginn stehende Jungköniginnen schneller für stärkere Einheiten mit immens guter Entwicklung sorgen.
    Aber, wie gesagt, es geht auch so wie du es vorhast, also tu` es so!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Mein Problem ist halt auch im ersten Jahr, dass ich noch nicht über ausgebaute Mittelwände verfüge. Meine Völker "hinken" daher den Völkern meines Imkerpaten immer um ca. 2 Wochen hinterher...Ich kann also auch nur Mittelwände als Ersatz geben. Es kommt mir auch in diesem Jahr nicht auf die Honigmenge an, würde aber gerne auf 5 Völker erweitern...Mhm...

  • Gut, ich machs einfach so, wir werden sehen wie es läuft. Muss ich mir Gedanken um "Drohnen" am neuen Platz machen? Da blüht und sprießt es an allen Ecken und Enden, aber mir ist nicht bekannt, dass da im nahen Umkreis ein Imker sein Werk tut...

  • Gut, ich machs einfach so, wir werden sehen wie es läuft. Muss ich mir Gedanken um "Drohnen" am neuen Platz machen?


    Deine Sorge ist unbegründet, wenn du nicht gerade auf einer Hallig mitten in der Nordsee wohnst.Da Nürnberg weit genug vom Wattenmeer entfernt ist, kein Problem ;)


    Stefan

  • Also mit 3 BW je Volk würde ich mir keine Gedanken machen, das die das nicht mehr schaffen.
    Man kann übrigens auch auf einer Zarge überwintern, unsere Kollegen hier in der Region machen das nur so.