Offene, leere Beuten=strafbar?

  • Hallo !


    Isselbiene
    Das stimmt so nicht wirklich, dass ich NRW kein Volk mehr verbrannt wird.
    Unser Amtsvet ordnet nämlich genau das an. Und das ist auch gut so.
    Diese Einstellung hat mittlerweile übrigens jeder in unserem Verein.


    Bienenvölker und Beuten werden zumindest in Hessen nicht mehr verbrannt,
    zum Glück sind wir darüber hinweg, das erhöht auch unheimlich die Akzeptanz
    einer entsprechenden Sanierung bei den Imkern.


    Das Konzept gibt in meinen Augen Hessen recht !


    Praktisch keine AFB (mit regelmäßigen Ausnahme der Grenzregionen zu Niedersachsen und anderen Bundesländern),
    offenes Kunstschwarmverfahren, Reinigung mit komplett ausgestatteten entsprechenden Fahrzeug (PKW Anhänger),


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Bienenknecht
    Mit dem offenen Kunstschwarmverfahren müssen bei uns alle Bienenvölker des Standes saniert werden, die nicht abgetötet wurden.
    Das Abtöten ist übrigens eine Anordnung des Amtsveterenärs, d.h. der Imker ist dazu verpflichtet.

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

  • Wenn der Gesetzgeber gewollt hätte, daß unbewohnte Beuten generell verschlossen zu halten sind, hätte der Text gelautet:
    "Von Bienen nicht besetzte Bienenwohnungen sind stets bienendicht verschlossen zu halten."


    Es heißt aber:
    "Von Bienen nicht mehr besetzte Bienenwohnungen sind stets bienendicht verschlossen zu halten."
    (Weil nämlich in leeren, nagelneuen Beuten keinerlei Schädlinge und/ oder infektiöses Material vorhanden sein können.)


    Darüber hinaus kommt es auf die Widmung des Gegenstandes als "Bienenwohnung" an.
    Zieht z.B. ein Bienenschwarm in Deine Grilltonne ein - so what?


    Da hilft auch kein Lamentieren und laienhaftes Hineininterpretieren.
    Und Faulbrut verbreitet sich normalerweise nicht durch Schwärme.
    Punkt!



    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Moin Clas,

    Es ist durchaus möglich, einen Rechtsstreit auch zu verlieren. Für meine Bienen würde ich dieses Risiko aber eingehen. Wenn bis zur Entscheidung die Völker wieder gesund sind, sollte das doch die Richtung der Entscheidung beeinflussen, meine ich wohl. Ich hoffe nicht, dass wir es sehen werden. Ich hoffe, dass die Nachprobe auch negativ ist.


    Gruß Clas


    .....ist es nicht so, dass bei einer Seuche sofort nach amtstierärztlicher Anordnung gehandelt werden muss?


    Sprich....Deine Völker hätten gar nicht die Zeit gesund zu werden.


    Ich drücke Dir die Daumen, dass die Nachprobe negativ ist.
    Tote Bienen und Streiterei vor Gericht....sowas braucht kein Mensch.


    Sonnige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Moin Regina,


    so steht das da.


    Da steht aber auch, dass man die aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels vom VG im Eilverfahren herstellen lassen kann.


    Wenn also das VG das tut, dann haben sie die Zeit.


    Leicht bewölkte und recht windige Grüße
    Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...


  • Veterinäre die heute noch Bienenvölker abfackeln gehören kastriert !
    Soviel Dummheit ist schon strafbar.


    Dummheit ist auch über Sachen zu schwätzen, von denen man keine Ahnung hat. Übrigens enthält die Ausstattung alles Notwendige zum Abtöten und Verbrennen von Völkern und das ist gut und richtig so!


    Gruß
    Heinrich

  • Moin Heinrich,


    nu sag mal nicht von Leuten, die eine andere Meinung haben, als Du, sie hätten keine Ahnung.


    Möglicherweise gibt es hoffungslos kranke und nicht mehr sanierbare Völkerreste. Mein eines gehörte dazu. Das andere, zu der Jahreszeit, vielleicht auch. Möglicherweise auch nicht. Ich höre aber auch von Völkern, die im April durchaus noch Kunstschwarmgröße hatten und dennoch verbrannt wurden.


    Das ist nicht gut, weil es dazu führt, dass die Bereitschaft, Verdacht zu melden und zu untersuchen, leidet. Wenn dann diese Tötungsbereitschaft außerdem einhergeht mit einer zögerlichen Veranlassung der Sanierung klinisch noch gesunder Völker und einer kostensparenden Sammelbeprobung der zu kontrollierenden Völker und der Ausweisung eines Sperrbezirkes orientiert an politischen Grenzen, die leider 500m vom Stand eines klinisch kranken Volkes verläuft:


    Dann ist das weder gut noch richtig so, sondern verbesserungsbedürftig. Unter solchen Bedingungen hört man dann, mitunter, etwas wie die Andeutung, die Seuchenmeldung sei ja auch ein Anfängerfehler... Im Verdachtsfall solle man schwefeln und verbrennen und im übrigen die Klappe halten.


    Hier ist bis jetzt noch nicht sicher, dass die Quelle erkannt, geschweige denn saniert wäre. Inzwischen sind zwei Landkreise involviert, deren Veterinäre unterschiedliche Meinungen und Ahnungen haben und offenbar schlecht harmonieren. Ob und wie unter diesen Umständen eine Sanierung möglich ist: Wenn wir alt genug werden, werden wir das erleben.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Clas,


    es gibt unterschiedlich virulente AFB Stämme und Bienen mit unterschiedlicher Resitenz gegenüber AFB. Bei einem Ausbruch, nicht nur bei bloßem Vorhandensein von Sporen, wird es sich damit meist um besonders virulente Stämme und /oder Bienen mit einer besonders niedrigen Resitenz halten. Was soll da eine Sanierung bringen?


    Gruß
    Heinrich

  • Moin Heinrich,


    wird es sich damit meist... Mir wäre mit belastbaren Daten, ob es sich konkret darum handelt, wohler.


    Oder es handelt sich, auch nicht selten, und bei meinen gehe ich bei 0 bis tot in einem Jahr und schwarmfroh und vital bis klinisch und tot in < 6 Monate sowie davon aus, um den durch Räubern eines kranken oder toten Volkes übernommenen Seuchenstatus. Und da kann es sich auch darum handeln, dass der Imker des Bazillenspendervolkes nicht wußte, sehen oder sagen wollte, was mit seinem Volk los war... Oder auch nicht mehr wissen konnte.


    Wenn er das so eine Weile betrieben hat, haben seine das alle, weil er ja Ableger bildet und hier schröpft und da verstärkt und Honigwaben sowieso allen Völkern gehören...


    Die Virulenzunterschiede und die der Resistenzen kenne ich, ich habe davon gelesen.


    Ich würde auch einem Imker, der für sich auf diese Weise nach diesem Kriterium seine Bienen selektiert, keinen Vorwurf machen. Ich halte nur für kontraproduktiv, wenn das angeordnet wird, zum Teil von Leuten, bei denen ich schon Lücken im Bienensachverstand beobachten kann.


    Kunstschwarm mit neuer Weisel könnte das Problem der niedrigen Resistenz der Bienen vielleicht lösen?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Dummheit ist auch über Sachen zu schwätzen, von denen man keine Ahnung hat. Übrigens enthält die Ausstattung alles Notwendige zum Abtöten und Verbrennen von Völkern und das ist gut und richtig so!


    Gruß
    Heinrich


    Heinrich ,
    es ist richtig, das auch Material zur Verbrennung und Tötung auf dem Mobil vorhanden ist.
    Leider gibt es Situationen, bei denen es nicht anders geht.
    Das passiert aber nicht mit Magazinen.
    Bei Hinterbehandlern in alten Wagen und Bienenhäusern kann es Situationen geben bei denen es nicht anders geht,
    aber selbst da besteht allermeistens die Möglichkeit wenigstens das Bienenvolk zu retten !
    Dem Clas muß ich recht geben, denn die meisten Veterinäre haben keine Ahnung von Bienen.
    Ist auch nicht unbedingt notwendig, denn es liegt IMMMER an der Qualität des Ortsvereins und seines Seuchensachverständigen !
    So sie denn überhaupt einen haben.
    Gruß
    Helmut


  • Aber mein Imkerkollege, etwa 1 km entfernt, meint dass dies nicht rechtens sei.


    Weißt du es gibt Sachen die behält man für sich und freut sich darüber. So kann a) keiner neidisch werden und b) niemand den Zeigefinger schwingen und sagen "das darfst du aber nicht".

    Zitat


    Hat er recht und man könnte uns deswegen belangen?


    Was ist eigentlich wenn ich in einer Baumhöhle eines Baumes in meinem Grundstück ein Bienenvolk dulde, das nicht imkerlich bearbeite, es aber einfach den lauf der Natur geht mir aber dadurch haufen Schwärme landen ... darf ich das nun oder nicht?
    Andersherum gefragt was soll denn passieren? Du kümmerst dich um die Bienen und achtest auf Krankheiten. Der Grund "Krankheitsvorsorge" ist also ausgeschlossen. Weitere gibts keine.
    Von daher ... :)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Weißt du es gibt Sachen die behält man für sich und freut sich darüber. So kann a) keiner neidisch werden und b) niemand den Zeigefinger schwingen und sagen "das darfst du aber nicht".
    Olli


    Hallo Olli,
    da brauch ich nichts erzählen. Der Nachbar geht spazieren und hat Augen im Kopf.
    Ich hab sie verschlossen, weil ich eben auch weiß, dass er gern beim Amt anruft.


    Katrin

  • Hast Du sie auch bestimmt ganz dicht gekriegt? so überall?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Leider gibt es Situationen, bei denen es nicht anders geht.
    Das passiert aber nicht mit Magazinen.
    Bei Hinterbehandlern in alten Wagen und Bienenhäusern kann es Situationen geben bei denen es nicht anders geht,
    aber selbst da besteht allermeistens die Möglichkeit wenigstens das Bienenvolk zu retten !


    @ Helmut


    Wie üblich - Profit vor Nachhaltigkeit


    Gruß
    Heinrich