Imkern ohne Honiggewinn ?

  • Hallo Miteinander,


    wäre es theoretisch möglich, auch ohne Honigklau zu imkern ? Gesetzt den Fall, ich mag den Bienen nicht mehr länger ihren Honig nehmen und würde ihn ihnen lassen, denn ich selbst mag keinen Honig und die Verkauferei wäre mir zu blöd. - Was passiert ? - Da wäre doch ruckzuck die Kiste voll, noch vor der Linde, und dann ? Schwarm ? Und dann ?


    Fröhliche Pfingstgrüsse von
    Benjamin

  • Theoretisch bestimmt, aber mal eine Gegenfrage:


    Warum hältst du dann überhaupt Honigbienen und baust dir nicht lieber ein riesiges Wildbienenhotel?
    Damit hast du auch Bienen, kein Honig, keine Stiche,Keine Schwärme, keine Arbeit und ein großen Beitrag zur Natur!



    Uwe

  • N`Abend Benjamin!


    THEORETISCH ist es natürlich möglich, Bienen zu halten ohne Honig zu ernten. Ob es sinnvoll oder gar für die Bienen heutzutage "überlebbar" wäre, das lasse ich mal offen. Kann ich mir aber kaum vorstellen.
    Ich denke auch sie würden die Kiste vollknallen bis nix mehr geht, schwärmen und das Restvolk würde dann früher oder später vermutlich auf vollem Wabenbau eingehen oder aber verhungern, da sie die primär bis Frühsommer auftretenden Trachten bis zum Herbst wieder verbraucht hätten. Alles dazwischen wäre wünschenswert.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    danke für die Antwort. Ist es nicht sonderbar, dass man das Gefühl hat, die Bienen würden den imkerlichen Honigklau brauchen, wie die Milchkuh die Melkmaschine. - Wahrscheinlich ist es so, aber da kann man doch mal sehen, wie "degeneriert" die Viehcher sind, dass sie nicht mehr alleine klarkämen; von wegen Wildtier und so. - Einen diesbezüglichen Versuch würde ich aber nicht riskieren wollen.


    Viele Grüsse von Benjamin

  • da kann man doch mal sehen, wie "degeneriert" die Viehcher sind, dass sie nicht mehr alleine klarkämen; von wegen Wildtier und so.
    Viele Grüsse von Benjamin

    Nicht die Bienen sind degeneriert, die Umwelt in der sie leben müssen wurde vom Menschen degeneriert.
    Gruß Hermann

  • Hallo,


    die Frage ist auch wieviel und was für eine Tracht herrscht und worin die Bienen leben.
    Mal gesetzt den Fall, sie kommen als kräftiger Vorschwarm in eine große, wirklich große Behausung, da können sie bei Volltracht bauen, das es kracht, dann fangen sie an, einzulagern,
    dies muß klappen, ohne das Brutnest einzuengen, dann muß laufend noch weiter ausreichend Tracht herrschen, dass sie nicht zu viel davon wieder verbrauchen.


    Als Imker ließe sich das simulieren: Erst einmal keine MW sondern Naturbau, damit sie mehr Tracht verbauen. Den dann ggf anrauschenden Massentracht-Ansturm muß der Imker durch Raumgabe abfangen bzw sie sammeln lassen, ohne das Brutnest zu stark zu beeinträchtigen. Etwas schon, denn schwärmen sollten sie, damit sie nicht zu fett werden, denn das hieße noch mehr Sammelkraft.
    Den Überschuss muß er dann bei Trachtarmut wieder zurückgeben bzw ihnen als Winterfutter einfüttern.


    Das ginge bei nicht allzu starken Völkern.
    Hieße aber eine ganze Menge Fingerspitzengefühl, Region- und Trachtkenntnisse und "Bienlesen", damit es eine Punktlandung bei +/- Null wird.


    theoretisierend


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Da hast Du vermutlich vollkommen recht.


    Ich glaube auch nicht, dass viele Imker so eine Punktlandung "fliegen" könnten mit einem Testvolk.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ....nicht degeneriert , eher überzüchtet.:wink:
    Der Bien ist über Generationen auf Leistung gezüchtet worden.
    Beste Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • ...


    Hallo Benjabien,


    Du hast gefragt "wäre es theoretisch möglich" und theoretische Antworten bekommen.


    Willst Du wirklich wissen "Was passiert?" geht probieren über studieren.
    Und wenn Du hier davon berichtest, wirst Du viele dankbare Leser haben - auch die Theoretiker.


    viele Grüße Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Miteinander,


    wäre es theoretisch möglich, auch ohne Honigklau zu imkern ?

    Ja, schon, aber wer will das schon?

    Zitat

    Gesetzt den Fall, ich mag den Bienen nicht mehr länger ihren Honig nehmen und würde ihn ihnen lassen, denn ich selbst mag keinen Honig und die Verkauferei wäre mir zu blöd.

    IMHO schon a bissl strange, aber -> Bienenkiste! Ist doch bei euch eh originär.


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • In frankreich haben wir auf unserem grundstück ein Bienenvolk, welches kurioser Weise unter der Erde lebte, dort in einer vergrabenen Plane, in der sich irgendwelche Tonnen befanden. Die Bienen saßen quasi unter der Plane zwischen den Tonnen. jedes Jahr aufs neue haben sie mich fasziniert und die Erde roch nach Honig. Keine Chance, die Bienen da raus zu bekommen. Überlebt haben sie gut 5 jahre, bevor sie auf einmal nicht emhr da waren. Ein bekannter von mir hat 2 Bienenvölker in ein abgelegenes Bienenhaus gebracht und sie sich selbst überlassen. Sie haben es nicht mal einen Winter geschafft...
    Vielleicht Varroa? Stellt sich die frage: Varroabehandlung ja, Honigentnahme nein, was kommt bei raus? Theoretisch müsste die Biene doch selber kontrollieren können, wie viel Honig sie sammelt. Also würde es doch heißen, das Volk ist ohne Honigentnahme weniger gestresst und alles würde seinen Lauf gehen.
    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.