Vergiftung oder was kann das sein?

  • Hallo allerseits,


    ich habe bei mir seit einigen Tagen bei all meinen Völkern im Umkreis von ca. 4m vom Flugloch im Gras krabbelnde Bienen gefunden.
    Diese sind keine "altersgeschwächten" und es sind keine Auffälligkeiten an den Bienen zu sehen, aber sie sind flugunfähig, krabbel munter durchs Gras bis die Kräfte ausgehen....


    Am "schlimmsten Tag" waren es bei einem Block von 3 Völkern ca. 200 - 250 Bienen die ich gleichzeitig gefunden habe.
    Varroa kann ich mir nicht vorstellen da in den Drohenrahmen nur wenige zu finden sind. Kurz bevor die letzten Rapsblüten verblühten hat mein Nachbar die Bauern mit der Spritze durch den Raps fahren sehen....aber ich will weiß nicht ob dies die Ursache ist - das war vor ca. 1 Woche.


    Bei einem meiner benachbarten Imker war ein ähnliches Bild, nur nicht ganz so viele...


    Es geht mir ans Herz wenn ich das sehe:cry:


    Hat jemand von euch ähnliche Beobachtungen (hoffentlich nicht!!!) oder eine Erklärung außer Vergiftung?

  • Hallo


    wäre schön zu wissen wo das passiert ist. Ich hatte am Dienstag dieser Woche auch vor einer Beute einen hohen Totenfall, die Bienen haben alle die Zunge ganz draußen. Außerdem täglich viele Krabbler in der Wiese. Ich hab die Windeln eingelegt um zu prüfen ob es an der Varroa liegt. Bisher null Varroen auf den Windeln, ich vermute eine Vergiftung. So macht Bienenhaltung Spaß :(


    grüße

    "One of nature's biggest forces is exponential growth" (A.Einstein)

  • Wie äußern sich die Sympthome denn genau?


    Ich wollte es eigentlich gar nicht hier berichten, da mich sowieso jeder auslachen wird - und rst wird wieder sagen ich verarsche Euch - aber seis drum...


    Kurze Storry von gestern:
    ich fand eine (!) Biene auf dem Flugbrett, die sich krümmte, zusammenzog und nicht mehr laufen konnte. Die Zunge hing heraus - sie war mehr tot als lebendig. Auch bei mir war Vergiftung der erste Gedanke.
    Ich nahm sie mit ins Haus, holte Zuckerwasser und legte ein Globuli des homöopathischen Mittels "Nux vomica C 200" ins Zuckerwasser. Darin tauchte ich eine Büroklammer und benetzte mehrmals die Zunge der Biene. Die Menge war natürlich minimal, die da ankam. Auch nahm sie es nicht auf sondern krampfte und krümmte sich weiter und weiter, aber die Zunge wurde zumindest leicht benetzt.


    "Hilft sowieso nicht" war mein Gedanke - dann ging ich zum Abendessen.
    1 Stunde später erwartete ich eine tote Biene vorzufinden. Denkste. Sie krabbelte im Glas herum, taumelte zwar noch ganz schön und lief "unrund" - aber keine Krämpfe mehr. Also gab ich ihr den Rest des Zuckerwassers - nach einer weiteren Stunde hing sie am Deckel des Glases und putze sich.


    Ich lies sie dann ins Vok zurück, wo sie auch sehr schnell reingelaufen ist - sichtlich erleichtert.
    Ob sie dann von den Artgenossen als "artfremd" abgestochen wurde oder nicht weiß ich nicht.


    Soll nicht heissen daß jede Vergiftung mit Nux behandelt werden kann. Arsenicum album wäre meine zweite Wahl gewesen. Aber es soll heissen, daß Homöopathie helfen kann. Trotzdem man bei Bienen keine Placebo-Effekt erwarten darf ;)


    So, jetzt dürft ihr mich auslachen, ich nehms gelassen. Aber vielleicht regt es den einen oder anderen zu eigenen Versuchen an.


    Alex

  • Ort des Geschehens ist Sachsen im Raum Pulsnitz.


    Die Symthome sind im Gras krabbelnde Bienen nicht direkt vor dem Fluglöchern, sondern so ca. im Bereich von 0,5-4m.


    Laufen tun die Bienen als ob ihnen nichts fehlt, zumindest so lange sie die Kraft dazu haben, sie versuchen auch zu fliegen, können aber ihre Flügel scheinbar nicht richtig schnell bewegen.


    Mißbildungen kann ich mit meinem Kenntnissen nicht entdecken.


    Ein Imkerkollege aus dem Verein hatte bei der Versammlung den Verdacht von Vieren, welche über die Varroa übertragen werden geäußert - dann sollten aber Fehlbildungen an den Flügeln erkennbar sein meinte er.


    Die Flugstärke der Völker scheint mittlerweile auch etwas abgenommen zu haben, aber das kann ich nicht eindeutig einschätzen, da bei uns derzeit eine leichte Trachtlücke ist.


    Heute waren es nicht so viele Krabbler - so ca. 50 vor 3 Völkern.


    Kann jemand von euch sagen wie lange so etwas bei einem Vergiftungsfall in etwa anhält? Bisher hatte ich so einen Fall noch nicht.

  • Laufen tun die Bienen als ob ihnen nichts fehlt, zumindest so lange sie die Kraft dazu haben, sie versuchen auch zu fliegen, können aber ihre Flügel scheinbar nicht richtig schnell bewegen.


    Hört sich irgendwie nach neurologischen Einschränkungen an.
    Wohin verschwinden die Bienen, wenn es heute weniger sind? Krabbeln die dann rein?
    Kalt ist es bei Dir auch nicht, oder? Was passiert, wenn Du mal eine in der Hand wärmst, kann sie dann wieder fliegen?


    :confused:

  • Hallo Kollegen,
    das gleiche habe ich auch bei meinen Bienen beobachtet und als Anfänger gedacht, dass sie zum Sterben mal eben den Stock verlassen und dass es ganz normal ist. Um zwei Beuten habe ich schätzungsweise 30 beobachtet. Es gab Tage, da trat das Bienenwandern nicht auf, und dann plötzlich wieder war es da. Die Schwarmstimmung habe ich mit der Kippkontrolle geprüft und bis dahin auch nichts auffälliges beobachtet. Deshalb fände ich eine detailliertere Erläuterung der "Schwarmtheorie" hilfreich. 500 m Luftlinie war Raps, der ist mittlerweile verblüht. Ich werde mal drauf achten, ob es wieder auftritt.
    Schönen Abend
    Peter

  • Vergiftungen:
    - rausgestreckte Zunge
    - fliegen und hüpfen im Kreis (nicht nur krabbeln)
    - viele tote Bienen
    - tote Brut (!) wird rausgeworfen, Bodenbrett
    - Veränderungen der Brut (Farbe, Körperbau)


    Bienen im Schwarm sind immer wie zugekifft. Deswegen lassen sich Schwarmtrauben auch so leicht runterschütteln. Nachdem eine Beute geschwärmt hat, sind solche "bekifften" Bienen immer mal wieder in den darauffolgenden Tagen vor der Beute zu finden.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    Du meinst also das sind Bienen im "Schwarmdusel" -wie es so lustig heisst- , die den eigentlichen Schwarm verpasst haben? Nachzügler, die auch noch mittwollen?! Aber wieso können die dann nicht fliegen?


    Ein Blick in die Beute müßte doch dann Klarheit bringen ob ein Schwarm abgegangen ist?


    Servus,
    Alex

  • Ich habe meinen Schaukasten mit einer vollständig verdeckelten Brutwabe und ansitzenden Bienen befüllt. Da die Bienen mit Wabe am gleichen Standort umgesiedelt wurden, sind viele Bienen zum Altvolk zurück geflogen.
    Die Verstärkung mit Bienen aus einem Miniplus vom anderen Standort erfolgte leider erst einige Tage später. Die wenigen Bienen, die bis zur Verstärkung die Brut wärmen mussten, waren völlig überfordert. Gerade in diesen Nächten herrschte Nacht- bzw. Bodenfrost und zu einer zeitweisen Unterkühlung der Brut ist es sicherlich gekommen. Trotzdem schlüpfte die Brut.
    Besonders am Schaukasten sind mir nun auch viele Krabbler aufgefallen, beim Spendervolk allerdings nicht.


    Die Unterkühlung im letzten Brutabschnitt könnte zu einer Schädigung bei der Entwicklung der Flugmuskulatur geführt haben, welche jetzt durch vermehrte Krabbler sichtbar wird.
    Soweit meine Vermutung
    Peter

  • Hört sich irgendwie nach neurologischen Einschränkungen an.
    Wohin verschwinden die Bienen, wenn es heute weniger sind? Krabbeln die dann rein?
    Kalt ist es bei Dir auch nicht, oder? Was passiert, wenn Du mal eine in der Hand wärmst, kann sie dann wieder fliegen?


    :confused:


    Die Bienen liegen dann tod im Gras - in der Regel ohne rausgesteckter Zunge

  • Schwarm ist ausgeschlossen - entweder habe ich die Weisel gesehen oder waren Stifte vorhanden, auch an der Volksstärke hat für einen Schwarm nicht genug abgenommen.


    Aber auch die von Bernhard genannten Anzeichen der Vergiftung treffen nicht zu.


    Meine Vermutung ist momentan diese: Wir hatten bei uns vor ca. 2 Wochen sehr kalte Nächte - ein ältere Imker äußerte einen Fall wo nach solchen Kältenächten mit etwas Verzögerung ähnliches aufgetreten war. Die Völker konnten wohl die Temperatur in den Nächten nicht mehr richtig bis in die Randbereiche halten und in den Randbereichen ist die Brut zwar geschlüpft hat aber Schäden davongetragen.


    Das mal einige Bienen im Gras rumlaufen ist ja nicht so ungewöhnlich aber die gleichzeitige Anzahl ist mir schon seltsam.....so richtig erklären werd ich mir das wohl nicht können....



    Hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende - bisher habe ich so etwas noch nicht erlebt!