Boden auf Boden zu

  • Über den Sinn moderner Gitterböden ist hier bereits viel geschrieben worden. Dennoch möchte ich hier kompakter Form nochmals fragen, welche Vor- und Nachteile ich damit in Kauf nehme.
    Wenn ich davon ausgehe, dass der Bien in der Lage ist, sein Raumklima selbst sehr gut zu regeln, dann erscheint mir der geschlossene Boden artgerechter.
    Meine Beobachtung an der Bienenkiste ist, dass die Bienen peinlich auf die Beschaffenheit des Bodens achten und ihm auch gewisse Strukturen geben.
    Ein Gitterboden mit Schieber scheint mir die Biene in ihrer Hygiene zu behindern (Schieber zu), bzw. im Widerspruch zur klimatischen Kontrolle des Raumes zu stehen (Schieber auf).


    Wie sehr ihr das?

  • Hallo,


    ich seh das teils auch so nach dem Imkern in der Warré. Jedoch bleibt ja uch was auf dem Gitterboden liegen, was noch entrümpelt werden muss. Den Rest übernimmst Du dann, das liegt für dich auf der Schublade.


    Wir sind hier an einer Bergkuppe und es gibt öfter mal ungebremsten Wind. Obwohl die Beuten nicht ganz ungeschützt stehen, ist mir der Bodenschieber da lieber.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zur Varroakontrolle ist ein Gittterboden definitiv besser geeignet.
    Wir haben auch noch Beuten ohne offenen Boden. Völker, die darin überwintern, starten sehr gut ins Frühjahr. Kann allerdings erst auf 2 Jahre praktische Erfahrung zurückblicken. Ich werde das aber weiter beobachten, weil mich das auch interessiert.

  • Dennoch möchte ich hier kompakter Form ...


    Sorry Scout,


    Deine Diskussion will ich natürlich nicht abwürgen.
    Die Vorteile für mich:

    • Varroa-Kontrolle
    • keine Schimmelwaben im Winter
    • bessere Belüftung im Sommer und bei Wanderungen
    • (angeblich) längere Brutpause im Winter (Milbenvermehrung und Behandlungsfenster)

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Mit dem Gitterboden vergibst Du natürlich eine zusätzliche Belüftungsmöglichkeit, selbst wenn Du nicht wanderst. zB. einen eingeschlagenen Schwarm oder Du musst die Beute mal zu machen aus anderen Gründen.
    Die Schimmelwaben sind ggf. ein Argument. Wenn ein Volk zB viel Bienenmasse verliert oder nicht zentral sitzt, dann hast Du die Ecken "siffig".
    Ich überlege tatsächlich an einem "Kissen" mittels Selbstbau-"Viertelzarge" oder Halbzarge auf den BR Dadant über den Winter. Einfach, weil das bei Warré eine Supersache ist.
    Folie hab ich eh nicht drauf, muß ich dazu sagen!


    Bei mir speziell stört mich der von unten den Berg hinauf wehende Wind, der je nach Richtung da relevant werden könnte.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Mit dem Gitterboden vergibst Du natürlich eine zusätzliche Belüftungsmöglichkeit, selbst wenn Du nicht wanderst. zB. einen eingeschlagenen Schwarm oder Du musst die Beute mal zu machen aus anderen Gründen.


    wenn ich dann doch mal Wandern wollte, oder einen Schwarm sicherstelle, dann könnte ich ja immer noch den Gitterboden untertun. Ich seh ja schon dessen Vorteile in solchen Situationen. Aber als Dauerzustand das Gitter unter den Füssen?

  • Hallo Miteinander,


    habe am Wochenende einen Diavortrag vom Bienenzuchtberater Guido Eich besucht: Spurenlesen am Flugloch. Höchst interessant, wie der Referent die Krümelage unterm Volk auslesen kann. Wie eine Zeitung. - Nahezu vergessenes Wissen der Korbimker, die ja bekanntlich keine Waben ziehen -, sondern im Grunde nur Flugloch und Krümel zur Diagnose eines Bienenvolks heranziehen konnten. - Übung wird den Meister machen, und so werde ich sicherlich diesen Kurs immer wieder besuchen, um mit den Nuancen vertraut zu werden. - Insofern wären das Gründe, die für einen Gitterboden sprechen.


    Grüsse von Benjamin

  • Hallo !



    Aber als Dauerzustand das Gitter unter den Füssen?


    Haben unsere Bienen (zum überwiegenden Teil) auch nicht,
    in den Trogbeuten gibt es ebenso wie im Ablegerkasten oder dem Dreierboden kein Gitter ...


    Keine Probleme !
    Und "gute Honigernten".


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ein Gitterboden mit Schieber scheint mir die Biene in ihrer Hygiene zu behindern (Schieber zu),


    Das verstehe ich nicht. Mal abgesehen davon, dass meine Gitterböden 90% des Jahres offen sind, warum sollte ein Gitterboden die Bienen beim Saubermachen beeinträchtigen? Alles was kleiner als 2mm ist, fällt durch das Gitter und ist weg. Aus der Beute aus dem Sinn.
    Wenn ich einen geschlossenen Boden habe, dann bleibt der Dreck in der Beute, bis eine Biene diesen endlich wegschafft.


    bzw. im Widerspruch zur klimatischen Kontrolle des Raumes zu stehen (Schieber auf).


    Da denke ich muss man unterscheiden zwischen dem Klima in der Bienentraube, die ja nicht nur im Winter sondern auch im Sommer besteht und dem im Rest der Beute
    Beide Bödenkonzepte sollten für die Temperierung der Bienentraube unerheblich sein. Und dass ein offener Gitterboden die Bienen vor Probleme stellt, denke ich nicht, denn dann würden Bienen nicht in uralten Baumhöhlen von mehreren Metern Höhe überleben können. Bienenwaben müssen nicht zwingend den ganzen Raum ausfüllen.


    Vergleiche die apis dorsata, Asiatische Riesenhonigbiene. Diese kommt komplett ohne Höhle aus und errichtet ihre Wabe an der Unterseite von Ästen.


    Stefan

  • Vor ein paar Wochen habe ich ja hier eine besorgte Anfrage gepostet:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29051.
    Ausgelöst hatte ich das Problem durch Einschub des Bodenschiebers.
    Ich hatte das vergessen und wie es dann ein paar Tage so heiß war, haben die Bienen gestreikt und sind ausgezogen.
    Und den Winter haben unsere 4 Völker ohne Bodenschieber - also offener Boden - so gut überstanden, dass sich
    alle Völker im Frühjahr bisher prächtig entwickelt haben.


    Zumindest für mich ist mit diesen Erfahrungen klar, dass ich außer zur Varroa-Kontrolle die Böden offen lassen werde.


    Schöne Grüße
    Johannes

  • Bienenzuchtbedarf Seip schrieb im Frühjahr eine Rundinfo, darin stand unter Anderem, dass der Schieber im Frühjahr kurzfristig wieder eingesetzt wird, damit die brut nicht Nachts verkühlt. Habe ich so gehandhabt. Bienen scheint es nicht geschadet zu haben, aber bei der Kontrolle war die Schublade sehr feucht und teilweise schimmelig.
    ich habe ein Bienenjahr mit Schubladen, eines ohne hinter mich gebracht. Das ohne kostete mich letzten Winter die Bienen - wobei ich die Schublade nicht als das eigentliche Übel betrachte.
    Mein Fazit: Es kommt auch ein wenig darauf an, was UNTER der Beute ist:
    Worauf steht sie? Auf einem geschlossenen Boden, offenen Boden, Gras, Backsteinen?
    Ich bevorzuge nun also die Fariante: Schublade im Winter raus, dafür UNTER die Beute ein geschlossenes Brett.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.