Puderzucker gegen Varroa

  • Da tun sich mir noch ein paar Fragezeichen auf.


    Wo geht der Zucker hin, der am besten wöchentlich in die Beute geschüttet wird?
    http://scientificbeekeeping.co…iotechnical-tactics-ii/2/


    Zwei Tassen für zwei Zargen dürften etwa 200 g pro Woche sein. Übers Halbjahr also 5 kg. Landet ein Teil davon im Honig? Sollte ja eigentlich auch nicht sein, oder?


    Neben der gezeigten Methode scheint das Pudern eine für den Bien eher stressige Methode zu sein. Und das jede Woche aufs neue. Kriegt der Bien da nicht eine an die Waffel, wenn er so behandelt wird?

  • Übers Halbjahr also 5 kg. Landet ein Teil davon im Honig?


    Ja, landet im Honig. Aber: Du bepuderst die Bienen ja nicht wirklich ein halbes Jahr lang jede Woche!


    Sondern beginnst NACH der Abschleuderung/Ernte mit dem Puderzuckern. Also Mitte/Ende Juli. Vorher sollte das auch nicht notwendig sein.


    Sollte ja eigentlich auch nicht sein, oder?


    Besser als _ _ _ _ _ _ (bitte das Mittel des größten Mißtrauens hier einsetzen...)


    Waffel


    Im Zusammenhang mit Puderzucker von Waffeln zu sprechen, liegt nahe. :wink:


    Gruß
    Bernhard

  • wenn ich mir die Wachstumsraten ansehe, dann bin ich Ende Juli bei etwa 8000 Milben (Startpopulation Anfang des Jahres 5 Milben). Die Schadschwelle ist mit 9500 Milben angenommen.
    Ein Sechstel der Milben lässt sich je Puderung reduzieren. Da ist bei einem Wachstum vom 1,93 bereits keine Reduzierung alleine durch den Puderzucker mehr möglich.


    Oder sehe ich den springenden Punkt nicht?


  • ...die Bestäubung der Bienen mit PZ kann:


    - ab April beginnend
    - alle 3-4 Wochen
    - auch als Blockbehandlung über 14 Tage alle 3 Tage möglich
    - keine Wartezeiten
    - 200gr ist etwas viel, es reichten ca. 180 gr bei Dadant
    - die Wirkung ist sofort sichtbar (ca. nach 10 Min.) auf dem Einschubbrett
    - 80% des PZ fällt direkt durch die Wabengassen und landet auf den Bienen > Bodenbrett
    - über die Stressigkeit möchte ich keine Aussage machen, weil z.B. jedes Öffnen und Wabenherausnehmen auch Stress für die Bienen sind ( WZ-Kontrolle)
    - eine PZ-Bestäubung dauert im Schnitt 20 Sek. (siehe bei Oliver Randy)
    - Behandlungsmittel ist ein Nahrungsmittel
    - nach meinen (subjektiven) Erfahrungen wird nur ca. 3% max. 5% des PZ als Futter erkannt, der Rest wird aus dem Haarkleid geputzt und fällt zu Boden
    - PZ-Reste auf den Rähmchen und den Auflageleisten im Herbst (ca. 14 Tage nach der Anwendung) geben einen Hinweis, dass dieses Volk den Winter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben wird
    - reiner PZ ist wasserliebend, weshalb er schnell verklumpt, deshalb sollte man nicht unter 180 gr/Dadant gehen
    - wer sofort nach dem Öffnen der PZ-Kleinpackung eine Siebung durch ein PZ-Sieb vornimmt und den PZ in die Beute siebt, kann den Verklumpungeffekt etwas vermindern. In der 'feuchten' Beute, verballen sich die PZ-Kristalle aber relativ schnell, was dann die Wirkung seinerseits herabsetzt.
    - eine PZ-Behandlung endet vor den ersten Frösten bzw. dann wenn es für ein Öffnen der Beute zu kalt ist.
    - eine Umstellung auf das Zellmaß 5.1mm (oder besser 4.9mm) sollte angestrebt werden




    Es kommt im Sommer ein PZ-Puderprodukt auf den Markt, was die Nachteile von reinem PZ nicht hat. Die Dosierung liegt bei 60-80gr - je nach Beutentyp - und die Anwendung kann von oben nach der Art, wie es Oliver Randy auf seiner Internetseite zeigt geschehen, oder auf auch von unten, mittels einer besonderen Technik. Wer bis dahin nicht warten will, sollte schon mal mit reinem PZ 'üben'. Ich wünsche allen Puderzucklern viel Erfolg und wenig Milben.


    Jonas


    Ps.
    Falls der letzte Absatz bereits zu viel Werbung ist, mögen die Admins diesen streichen.


  • Es kommt im Sommer ein PZ-Puderprodukt auf den Markt, was die Nachteile von reinem PZ nicht hat. Die Dosierung liegt bei 60-80gr - je nach Beutentyp - und die Anwendung kann von oben nach der Art, wie es Oliver Randy auf seiner Internetseite zeigt geschehen, oder auf auch von unten, mittels einer besonderen Technik. Wer bis dahin nicht warten will, sollte schon mal mit reinem PZ 'üben'. Ich wünsche allen Puderzucklern viel Erfolg und wenig Milben.


    Das würde ich in dem Fall nicht als Werbung sehen, wenn es weiteren Entwicklung der Methode dient... allerdings könntest du etwas mehr Infos beisteuern...

  • Das würde ich in dem Fall nicht als Werbung sehen, wenn es weiteren Entwicklung der Methode dient... allerdings könntest du etwas mehr Infos beisteuern...


    ..alles was Du über PZ und über die PZM =Puderzucker-Methode wissen solltest, habe ich unten beschrieben. Es gibt auch schöne Bildchen bei Oliver Randy auf dessen Internetseite. Auch diese und die Texte dazu sollten helfen - mit einem Übersetzungsprogrämmchen - zu verstehen, wie Oliver Randy seine Methode der PZ-Behandlung von oben durchführt. Eine Verbesserung dieser/seiner Methode den PZ von oben einzubringen, habe ich NICHT zu bieten. Ich halte sie für ausgereift und in der Praxis 1000-fach erprobt. Über das neue PZ-Produkt werde ich hier nichts konkretes schreiben. Eine Bekanntmachung erfolgt dann hier auf der Imkermarkt-Seite.


    Jonas

  • Und dann hätte ich dazu noch ein paar ganz praktische Fragen:


    Was passiert mit dem Zucker, der auf Boderbrett / Schieber oder durch das Gitter fällt? Bleibt der auf der Wiese? Oder wird gesammelt und entsorgt?
    Was passiert mit den Varronen, die fallen? Bleiben die auf der Wiese? Oder werden die auch entsorgt?
    Wie lange kann ich warten, bevor die wieder nach oben klettern?
    Was macht man bei längeren Feuchtperioden?

  • Hallo Scoutladen,
    wenn Du dir deine obigen Fragen mal heute Abend in Ruhe durch den Kopf gehen lässt,
    wirst Du sicher bald ganz von alleine darauf kommen, warum Puderzucker zur Varroabekämpfung
    ungeeignet ist und nur zur Befallskontrolle empfohlen wird. :)

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • warum Puderzucker zur Varroabekämpfung
    ungeeignet ist


    ...ich würde auch gerne Deine Gegenargumente wissen wollen?
    Außer, dass es etwas mehr Arbeit und Standbesuche für die Bestäubung sind, fallen mir auch nach 5 Jahren Anwendung keine Dinge ein, die PZ grundsätzlich als ungeeignet erscheinen lassen. Der Nachteil von reinem PZ, kann durch eine höhere Dosierung bei hoher Luftfeuchte ausgeglichen werden.


    zur Befallskontrolle empfohlen wird. :)


    ist doch sehr interessant, dass es zur Befallskontrolle 'empfohlen' wird... dort scheint es wohl zu funktionieren.


    Wenn es aber Deine grundsätzliche Einstellung gegen eine alternative Methode ist, die Dich mutmaßen lassen, dass PZ ungeeignet ist, dann ist eine Diskussion darüber ohne Sinn. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die offiziellen Mittelchen wie AS, OS, Thymol ... mittlerweile auch an ihre Grenzen kommen sind oder kommen. Die vielen, vielen toten Völker von 2011-2012 sind nicht erklärbar durch mangelnde oder falsche Behandlungen mit AS, OS, wie es an vielen Stellen im Gespräch ist.


    Jonas

  • Hallo Scoutladen,
    wenn Du dir deine obigen Fragen mal heute Abend in Ruhe durch den Kopf gehen lässt,
    wirst Du sicher bald ganz von alleine darauf kommen, warum Puderzucker zur Varroabekämpfung
    ungeeignet ist und nur zur Befallskontrolle empfohlen wird. :)


    Danke. Mir geht sovieles durch den Kopf und die Fragen dazu stelle ich hier (oder recherchiere sonstwo). Vielleicht komm ich dann ja wirklich zu dem Schluss, dass das Unsinn ist. Vielleicht aber auch nicht.
    Nach meiner aktuellen Informationslage scheint es mir durchaus auch in unseren Breiten einer der möglichen gangbaren Wege zu sein, gesunde Völker zu halten. Wenn du anderer Ansicht bist, dann freue ich mich über Diskussionsbeiträge.

  • Und dann hätte ich dazu noch ein paar ganz praktische Fragen:


    ...laß' den PZ einfach auf das Bodenbrettchen oder gleich ins Gras fallen. Ich mache das so.
    Wenn auf's Bodenbrettchen, dann solltest Du dieses nach einem Tag säubern, da sonst der PZ zu einer Art Gelee wird und das holen dann die Ameisen oder die Bienen - wenn sie dort Zugang haben. Gleichzeitg kannst Du sehr gut sehen, wieviel Varroen Du 'erwischt' hast.


    ...bei feuchtem Wetter (Nebel, Regen oder hoher Luftfeutigkeit) sollte man eine Bestäubung mit PZ verschieben.


    Im Übrigen, nutze mal die Suchfunktion und schau hier im Forum, was darüber an Für und Wider geschrieben wurde. Es wurde darüber ausgiebig und oft hitzig diskutiert. Probiere es aus und schau ob Du damit zurechtkommst.


    Jonas

  • Gesucht und gefunden habe ich schon eine ganze Menge, außer eben die praktischen Dinge. Was mir eben nicht klar ist. Die Varronen sind ja nicht tot, wenn sie fallen... krabbeln die alo wieder in die Beute? Und türme ich bei regelmäßiger Anwendung nicht einen riesigen Zuckerberg unter der Beute auf? Da kommt ja erstmal kein Regen hin. Beeinflusst dies die Räuberei?


    Wenn ich einen geschlossenen Boden verwende, was mach ich dann? Den Zucker holen sich vermutlich die Bienen...

  • ..Zuckerberg


    Da kannst Du Aufsatzbretter verwenden, auf denen die Rähmchenohren liegen, dann stehen die Rähmchen nicht auf dem Zuckerberg. Außerdem ermöglichen sie eine größere Hohe des Zuckerberges, dadurch werden die Seiten des Zuckerberges steiler. Die Milben rutschen dann hilflos herunter. Dabei nehmen sie so viel Fahrt auf, daß alleine der Fahrtwind die Tracheensegel zerreisst und die Milbe elendig erstickt. Ein Teufelszeug, das Puderzucker. Vor allem als Berg!


    Bernhrd