• Guten Morgen,


    und bitte entschuldigt, wenn ich schon wieder was zu meinem Königinnen-Ableger frage...


    Beim Blick durch die Folie gestern Abend sah ich wie viele Bienen ganz tief mit dem Kopf in den Waben der halbfertigen Futterwabe hingen. (Diese MW-Futterwabe habe ich nur reingetan, weil die Königin gerade darauf war). Aber auch auf der zweiten Futterwabe steckten manche tief in den Zellen...


    Mir kamen Bilder aus Büchern in den Sinn, die verhungerte Völker zeigten und jetzt bin ich sehr besorgt. Haben die Bees genug zu futtern? Neben der erwähnten halbfertigen ist nur noch eine Futterwabe darin und die war vor 3 Wochen noch eine Mittelwand. War aber schon mit Nektar gefüllt (unverdeckelt), aber wohl noch nicht 100%ig voll.


    Futterteig (Nektapoll) habe ich im Futterschied gegeben, der wird aber nicht gefunden. Der Teig liegt jetzt ganz unten im Schied und keine Biene ist dran.
    Lege ich den Teig oben auf die Rähmchen - wie Liebig schreibt - ist das Käse: er tropft zwischen den Rähmchen runter und liegt jetzt auf dem Gitterboden. Ignoriert von den Bienen - nur die Ameisen freuen sich... :(


    Lege ich den Teig nur auf die Oberträger der Rähmchen (da hat wenig Platz), dann stürzen sich die Bienen drauf und verputzen den Teig.


    Ich habe nun 50g Teig auf die Oberträger plaziert und ca. 150ml 1:1 Zuckerwasser in einem Glas mit Ästen und Steinen reingetan (damit keine ersäuft). Der Teig ist dicht umlagert, das Zuckerwasser wird von einigen Bienen geschlüfrt (aber auch nicht viele, da es am Rand des Nestes ist - hinter einer leeren MW).


    Auch heute (Tag 4) ist kein Flugverkehr; gestern flogen 5 Bienen ein, teilweise mit Pollen, sehr zielstrebig rein. Aber nur 5 in c. 1 Stunde. Und heute morgen gerade mal 1 in 15 Minuten.


    Und ab morgen kommen die Eisheiligen...


    Meine ganz dringenden Fragen daher:


    a) Wie stelle ich fest, ob mein Volk hungert?


    b) Wie gebe ich den Futterteig ohne alles zu verkleistern und so, daß er gefunden wird? Auf die Rähmchen mit Folie oder Papier als Unterlage und dann die Abdeckfolie darauf? Aber jedes kleine lupfen der Abdeckfolie verursacht schon Aufregung im Ableger...


    c) Brauchen die Bienen zum Futterteig nicht auch noch Wasser / Zuckerwasser?


    d) Könnte ich aus dem Altvolk (weisellos) noch eine Futterwabe samt Bienen rübertun (am Tag 4) oder gibt das Mord- und Totschlag?


    e) Oder bin ich mal wieder viel zu überbesorgt?



    Heute Nachmittag muß ich in den alten Kasten reinschauen was die Schwarmzellen so machen - da könnte ich gleich eine Futterwabe abzwacken. Mit oder ohne Bienen...



    DANKE für Eure Hilfe und Eure Geduld mit mir!



    Alex

  • Hallo Alex,


    ich würde Futtersirup über das Spundloch füttern: Gurkenglas nehmen, 4x4cm Loch reinschneiden, feinmaschiges Gewebe drauf kleben, mit Futtersirup füllen und umgedreht aufs Spundloch stellen. Dann siehst du 1. ob und wie viel sie abnehmen UND es ist flüssig. Beim Futterteig brauchen sie meines Wissens noch Wasser um ihn zu verarbeiten, beim Flüssigfutter nicht.
    So verfahre ich gerade mit meinem Ableger.


    Futterwabe rüber hängen wäre sicher auch ne Lösung.


    Wenn die 750 ml abgenommen haben würde ich sagen ist verhungern ausgeschlossen.


    Gruß Peter

  • Wenn du handwerklich etwas geschick hast und das ist eine falzlose Beute - fahr zum Baumarkt und lass dir eine Multiplex-Platte (wenns draußen steht, ansonsten geht auch Leimholz) zuschneiden und bohr/ säg ein Loch mit Radius 5 cm rein.
    Ich finde diese Art der Fütterung wahnsinnig praktisch (vielleicht auch nur eine Anfängerdenke) weil ich sehe ob und wie viel abgenommen wird ohne den Kasten auf zu machen.


    Ansonsten häng ne Futterwabe um - lieber etwas mehr als zu wenig.


  • Du hast einen Ableger gebildet... . Wenn du den Ableger nicht an einen anderen Standort gebracht hast (ca. 3 km entfernt), dann fliegen die Flugbienen zurück zum alten Standort. Das bedeutet, im Ableger gibt es kaum Flugbienen, was aber nicht weiter schlimm ist, da sich beim Ableger neue Flugbienen bilden wenn sie alt genug sind (somit fliegen aber auch noch nicht so viele Bienen aus und ein).
    Wenn du z.B. nur 50 Flugbienen hast und die sind gerade am Sammeln dann brauchen sie auch ein Stück bis sie wieder kommen, also sie fliegen nicht aller 10 min aus und ein. Das kanns schon mal etwas dauern! :-)


    Wenn du eine Futterwabe drinnen hast und die Futterwabe okay ist, dann verhungern deine Bienen nicht. Verhungern tun sie erst, wenn alles alle ist.


    Warum sind die Bienen mit dem Kopf in der Wabe... ? Vielleicht putzen sie, oder Sie füllen die Zelle schon mit deinem Futter auf, sofort Auffuttern tun deine Bienen dein Futter sicher nicht. Die Wabe muss nicht voll ausgebaut sein, damit die Bienen was einlagern.


    Hattest du vorher dort mit Rauch gearbeitet, dann gehen sie ihren Instinkt nach und nehmen Nektar auf, weil sie meinen es brennt...!


    Solltest du dir unsicher sein, dann nimm doch immer eine Kamera mit hin und mache Bilder von dem was du siehst. Ferndiagnose ist nie leicht. Aber bei gutem Wetter wüsste ich nicht, warum sie verhungern sollen. Und bei der Wärme verbrauchen sie auch nicht soviel Futter. Ist ja nur ein Ableger und kein Volk auf 8 Waben.

  • Das Wetter ist zwar noch gut - aber morgen wird es kalt hier, mindestens 1 Woche und bis zu 1 Grad runter in der Nacht. Da mache ich mir halt Sorgen...


    Darum wäre ich dankbar, wenn ich noch Antworten zu meinen Fragen oben bekäme, damit ich weiß, was ich heute Nachmittag zu tun habe....



    @Sumurfy:
    wenn Du ein Spundloch im Deckel hast - ist er denn dann noch wetterfest? Der Blechdeckel paßt dann ja auch nicht mehr drauf?
    Futterwabe umhängen - werde ich wohl machen. Aber jetzt mit oder ohne ansitzende Bienen??????????


    Bienenmicha
    Klar, so viel los ist dann nicht. Aber reichen 50 Flugbienen um das Volk zu versorgen?
    Wie erkenne ich denn, daß "alles alle ist"? Erst wenn sie tot sind?
    Bilder ist eine gute Idee - die gibts hier vom Ableger:
    (Wobei heute morgen noch weniger Bienen drin waren - schien es mir)
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29286&p=315520#post315520



    DANKE,
    Alex

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  • Hallo Alex ,WABEN IMMER OHNE ANSITZENDE BIENEN UMHÄNGEN Füttern , Tetrapack ( Milchpack ) halb durchschneiden auswaschen ,Futter rein ,Schwimmaterial drauf und an bienenbesetzte Wabe anschieben. Oder Glas . Im Metalldeckel mit Rämchennagel ca.10 1,2 mm Durchmesser kleine Löcher schlagen . Futter rein bis zum Deckel , Kopfüber auf 2 Leistchen( Brettchen ) stellen


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.


  • Futterteig (Nektapoll) habe ich im Futterschied gegeben, der wird aber nicht gefunden. Der Teig liegt jetzt ganz unten im Schied und keine Biene ist dran.
    Lege ich den Teig oben auf die Rähmchen - wie Liebig schreibt - ist das Käse: er tropft zwischen den Rähmchen runter und liegt jetzt auf dem Gitterboden. Ignoriert von den Bienen - nur die Ameisen freuen sich... :(


    Pollenersatzstoffe sind allgemein - egal zu welcher Jahreszeit - absolut unnötig! Auch das Füttern ist um diese Jahreszeit normalerweise unnötig. Falls man Ableger bildet, sollten ein, zwei Waben mit Futter drin sein, damit die Bienen Schlechtwetterperioden überstehen. Ansonsten blüht momentan doch alles. Wenn die Bienen jetzt nichts finden, wann denn dann? Momentan ist Nektar und Pollen im Überfluss in der Natur. Warum sollte ich als Biene Pollenersatzstoffe bevorzugen, wenn es aktuell frischen Naktar und Pollen draußen gibt. Was würdest du bevorzugen, Trockenobst oder frisches Obst? Eine Pizza frisch vom Italiener oder eine zum Aufbacken.


    Wenn momentan tatsächlich so wenige Bienen ausfliegen ist vermutlich das Problem nicht das Futter, sondern die Bienen. Falls der Ableger tatsächlich in der Nähe der Altvölker sthet, sind nun vermutlich die Flugbienen weg und der Stock muss sich neu organisieren. Wenn du Glück hast, passt das alles in ein paar Tagen, wenn du Pech hast, wird der still beräubert und es ist besser ihn ausserhalb des bisherigen Flugradius aufzustellen.

  • Hallo Alex,


    du hast schon recht, es soll kühler werden, aber vor allem Nachts und da sind
    ja sowieso nicht besonders viel Bienen unterwegs :wink:


    Tagsüber soll es zwar etwas abkühlen, aber auch immer wieder sonnig sein (wenn auch nicht
    fast 30 Grad wie heute)
    http://www.wetter.de/wettervor…-14/wetter-trostberg.html 
    und daher denke ich werden kommende Woche immer mehr neue Sammlerinnen unterwegs sein.


    Bei meinem Königinnenableger waren bis vor kurzem auch nur Einzelbienen unterwegs, es werden aber täglich mehr
    und mittlerweile fliegt es schon schön moderat am Flugloch.
    Pollen wird zumindest schon eingetragen.


    Ich glaube du brauchst dir keine Sorgen zu machen!


    "Täglich, bei aller Mühe und Arbeit, sehe ich, daß nicht mein Wille, sondern der Wille einer höheren Macht geschieht, deren Gedanken nicht meine Gedanken sind."
    Johann Wolfgang von Goethe :Biene:


    Gruß
    Andi

  • derbocholter schrieb:

    Oder Glas . Im Metalldeckel mit Rämchennagel ca.10 1,2 mm Durchmesser kleine Löcher schlagen . Futter rein bis zum Deckel , Kopfüber auf 2 Leistchen( Brettchen ) stellen


    Wo stellst Du das dan hin? Auf den Gitterboden?
    Tropft die Soße dann nicht ständig?


    Danke Andi für's Mut machen! Bin gespannt wie es heute ist wenn ich heim komme. Du hattest ja auch viel mehr Bienen und eine BW mehr reingetan als ich. Das nächstemal weiß ich es besser...
    Danke auch für das Goethe-Zitat! So ist es...

  • ne, wie bei mir - Unterdruck! Da läuft nix raus.


    Zu deiner oberen Frage: stell ne Zarge drüber und hau da den Außendeckel drauf.

  • Danke für die Antworten!
    Spur legen - gute Idee!


    Smurfy: zweite Zarge als Hohlraum oben drauf ist auch eine gute Idee - aber erschwert das nicht die Warmhaltung der Brut?



    Ich habe heute nachgeschaut und dabei ein äußerst seltsames Verhalten beobachtet:


    Kurzer (!) Blick durch die Folie: Zuckerwasser ist noch da, also scheint der Bedarf nicht allzu groß zu sein? Ca. 1/2 wurde verbraucht. Futterteig (5 cm auf dem Oberträger) wurde bis auf 1 cm weggefressen.
    Deckel schnell wieder drauf...


    Dann saß ich noch 20 Minuten vor dem Flugloch: nix los. Nur 1x kam eine Biene mit Pollen (!) heim.
    Etwas ratlos wollte ich noch die Windel prüfen. Ich zog sie, stellte erfreut fest daß an der Brutwabe wohl einiges geschlüpft ist, reinigte die Wabe. Da die Bienen schon unruhig wurden weil von unten Frischluft kam (ich hörte sie auf das Bodengitter plumbsen), schob ich die Windel langsam wieder rein.


    Dann säuberte ich noch die Windel des anderen Kastens - und hörte plötzlich ein Summen und schwirren. Aus meinem Ablegerkasten quollen plötzlich jede Menge Bienen. Es hörte gar nicht mehr auf! "So muß ein Schwarm aussehen und jetzt haut mir die Alte ab" dachte ich noch.


    Eine kleine Wolke schwirrte vor dem Kasten, ich saß 40 cm neben dem Flugloch und wurde nicht beachtet.
    Nach 15 Minuten ebbte das Chaos wieder ab und setzte in umgekehrte Richtung ein. Sie strömten in das kleine Flugloch rein, einige Bienen sterzelten und es gab ein Gedränge. Nach ca. 45 Minuten herrschte wieder totale Leere vor dem Flugloch. Nach 2 Std. kehrten mehrere Bienen mit Pollen heim.


    Schwarm war es wohl keiner - aber was dann?
    Haben die sich so aufgeregt weil ich die Windel gezogen hatte? So kam es mir vor. Warum sind die so super-nervös? Gestern auch schon.


    Fotos:


    So und noch fast doppelt so stark quollen sie heraus:


    Es herrschte am Ableger (links) mehr Flugverkehr als beim weisellosen Kasten rechts - dann wieder tote Hose.



    Kann sich da jemand einen Reim drauf machen?