Der Trend geht zum Zweitvolk

  • Nachdem ich bereits letztes Jahr angestupft wurde, mir mindestens ein zweites Volk zuzulegen ist mir heute nun das zweite zugelaufen. Sogar ein Schwarm, allerdings ein letztjähriger, der in einem ausgedienten Bienenstand seine Zuflucht gefunden hatte.
    Eingezogen ist er wohl durch ein Spechtloch in der oberen von drei Zargen. Der Flugbetrieb ist mäßig, das Volk durchschnittlich, jedoch mit guten Brutbrettern und reichlich Futtervorrat.
    Es war jetzt ein ganzes Jahr sich selbst überlassen. Bei den oberen beiden Zargen haben wir einige Waben durchgesehen. Schwarmzellen waren soweit keine zu sehen. Ebenso keine Varroa in der Brut.
    Der Imker, der mir Volk und Beute schenkt war zu seiner Zeit Bienensachverständiger und meint das Volk sei soweit in Ordnung.


    Morgen abend kann ich es abholen und damit auf meine Wiese wandern. Die erste Überlegung war nun, das Volk in neue Beuten zu kehren und die aktuellen Waben über Absperrgitter aufzusetzen, bis die Brut ausgelaufen ist.


    Da tun sich nun auch die ersten Fragen auf:


    Aktuell haben die zwei Fluglöcher: In der oberen Zarge das Spechtloch, unten das im Boden, welches jedoch nicht genutzt wird. Wie sehr bringe ich das System durcheinander, wenn ich das Flugloch oben verschließe?


    Soll ich es bei der Vorgehensweise riskieren, erst Ende Juli / August zu behandeln?


    Kann ich das Volk in seinen neuen Beuten gleich im Naturbau bauen lassen?

  • Volk abgefegt heißt ja Kunstschwarm. Ja, die bauen Naturbau. Habe ich letztes Jahr mit einem gemacht, einwandfreien Warrénaturbau haben sie hingelegt.


    Mit dem Aufsetzen der Waben, da bin ich jetzt unsicher, welchen Einfluss das hat, denn sie sind dann nicht als KS auf Punkt null gesetzt und hängen nicht in einer Traube in der neuen Beute?


    Brutwaben separat stellen mit ansitzenden Bienen, das könntest Du auch machen. Dann müßtest Du aber Zellen brechen (oder sie zum Ableger werden lassen. Nach Auslaufen der restl. Brut behandeln und den KS separat nach Bildung sofort noch am besten in der Kiste (OS spühen) oder eben nach ein paar Tagen auf der Wabe dann MS spühen.
    Bei der Methode kannst Du auch das Loch in der Zarge zu machen, wenn hier nur BR mit Jungbienen drin sind.
    Bei der Variante mit gebrochenen Zellen kannst Du nach Auslaufen der Brut und Behandlung diesen Teil über Zeitung aufsetzen und Wiedervereinigen.


    Sonst, also bei bisherigen Verhältnissen ohne Veränderung, würd ich das Flugloch so lassen.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zitat

    Volk in neue Beuten zu kehren



    Ja, um diese Zeit reicht 1-1,5 KG Biene, Puderzuckermethode um Befall zu ermitteln, eine Nacht in der Schwarmkiste, dann einschlagen und gegebenenfalls am Tag 8 mit Oxalsäure bedampfen. Restvolk vermutlich ebenfalls


    Zitat

    aktuelle Waben über Absperrgitter aufzusetzen


    Wenn Du Naturwabenbau willst, niemals!


    Zitat

    Wie sehr bringe ich das System durcheinander, wenn ich das Flugloch oben verschließe?


    Gar nicht.


    Zitat

    Soll ich es bei der Vorgehensweise riskieren, erst Ende Juli / August zu behandeln?


    Restvolk nach Auslaufen der Brut ab Tag 24, vor verdeckeln der neuen Brut mit Oxalsäure bedampfen oder AS Puls.


    Zitat

    Kann ich das Volk in seinen neuen Beuten gleich im Naturbau bauen lassen?


    Ja, 2,5 - 5 KG Futterteig nach Einschlag mit in die Beute.


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.


  • Die erste Überlegung war nun, das Volk in neue Beuten zu kehren und die aktuellen Waben über Absperrgitter aufzusetzen, bis die Brut ausgelaufen ist.
    Kann ich das Volk in seinen neuen Beuten gleich im Naturbau bauen lassen?


    Hallo scoutladen ,Warum willst Du die alten Waben Oben aufsetzen ? Untersetzen ist angesagt . Die Bienen bauen Oben besser ! Sobald die Brut ausläuft tragen die Bienen auch den Nektar in die alten Waben . Diese dann samt Nektar zu entsorgen
    finde ich nicht gut . Außerdem ist das der Spritt ( Nektar ) zum bauen .Flugloch ist egal ,Bienen sind Flexibel .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • ,Warum willst Du die alten Waben Oben aufsetzen ? Untersetzen ist angesagt


    Scoutladen, willst du für das neue Volk ebenfalls eine Bienenkiste besetzen? Das nehme ich mal an, deswegen wird es wohl schwer werden, die neue Kiste oben aufzusetzen.
    Ich würde auch über Kunstschwarm und Brutauslaufen im alten Kasten gehen, so wie Marion es vorgeschlagen hat.


    Stefan

  • Aktuell haben die zwei Fluglöcher: In der oberen Zarge das Spechtloch, unten das im Boden, welches jedoch nicht genutzt wird. Wie sehr bringe ich das System durcheinander, wenn ich das Flugloch oben verschließe?


    Wenn Du die in dieser Kiste lassen willst, wo sie wahrscheinlich die Wabenausrichtung im Naturbau komplett selbst bestimmt (und damit die Belüftung auf die bestehenden Fluglöcher abgestimmt) haben -> Never change a running system!


    Kehrst Du sie ab, ist die Frage (ob oben, unten oder mehrere Fluglöcher) z.T. ähnlich umstritten wie bei den Rähmchenmaßen...



    André


    P.S. Wenn Du schrägen(?) Naturbau hast und Dich für Umlogieren entscheidest, würde ich mich für die Y-Anordnung der einzelnen Waben interessieren. Gerne per PM.

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)



  • Neenee... der Schwarm ist in alte geschleuderte Waben eingezogen. Nix Naturbau bisher... aber das würde ich gerne ändern, ohne die Integrität des Volkes zu sehr zu stören. Umsiedeln in ein anderes Beutenmaß hatte ich bisher nicht vor. Das ginge ja nur über einen Kunstschwarm.

  • Es wurden einige gangbare wege beschrieben, so würde ich vorgehen:


    Kö suchen, käfigen und in neue Beute hängen (mit Anfangstreifen).


    Alle Bienen bis auf 3 Waben vor die neue Beute fegen, dazu eine Rampe anlegen, damit die wieder rein finden.
    Alle Bienen ziehen richtung Kö und hängen sich dort zu einer Traube zusammen.
    Sofort Zuckerwasser 1:1 aufsetzen, am besten mit einem Honigglas mit Löchern am Deckel. Darauf achten, das die Kö genau unter dem Glas hängt, so sammelt sich die Traube auch dort und verhungert nicht über Nacht weil sie das Futter nicht finden.


    Die Alten Waben mit den restlichen Bienen wegstellen. Die Bienen werden Nachschaffen. Diese Zellen nach 9 Tagen brechen. Dann noch einmal Zuchtstoff zugeben und diese Zelle (1) schlüpfen lassen. Bis diese schlüpft ist alle Brut ausgelaufen.
    Mitrechnen, wann Du den neuen Zuchtstoff gegeben hast und kontrollieren, wann die Kö in Eilage geht. Sobald Stifte sichtbar sind, Alle Waben entnehmen und einschmelzen und wieder wie oben verfahren (Anfangstreifen und füttern).
    Auch das gibt wieder ein Vollvolk.


    Wenn Du kein 3. Volk willst, brichst Du einfach die WZ bevor sie schlüft, rauchst die Bienen gut ein und stößt sie vor die Fluglöcher der anderen Völker um diese zu verstärken.


    Mir wären allerdings 2 Völker zu riskant über den Winter. Ich rate eher zu 4 oder 5.

  • Hallo Günther
    Darf ich diese Vorgehensweise als allgemeines Rezept zur Sanierung stark milbenbefallener Völker im Frühjahr verstehen?
    Wäre als Alternative das bewußte Abschwärmen lassen durch Einengen auch eine Option?
    Ich frage dies, weil drei meiner besten Wirtschaftsvölker schon jetzt eine überdurchschnittliche Milbenbelastung aufweisen und die Schwarmneigung bereits vorhanden ist.
    LG Elk