Umlarven Methode "Maden auswaschen und mit Pinsel umlarven", gibt es Fotos/Videos?

  • Habe irgendwo mal gesehen, dass in China die Umlarverei auch so gemacht wird:


    - Maden werden mit Wasser ausgewaschen
    - Wasser mit Maden wird dann durch ein straff gespanntes dunkles Nylon geschüttet
    - Maden werden mit Pinsel in Weiselbecher übertragen


    Suche mit "Grafting Bee Queens Brush" bei Google & Co. brachten nichts. Hat/kennt jemand Fotos oder Videos dazu oder macht das vielleicht sogar selbst?

  • Hallo Clemens!


    Das Auswaschen von Maden schaut mich nicht gut an. Wenn du schon nicht herkömmlich umlarven willst, dann würde ich auf Zellstopfen ausweichen. Das funktioniert einwandfrei.


    MfG
    Honigmaul


  • Maden werden mit Wasser ausgewaschen[...] dunkles Nylon geschüttet[...] Maden werden mit Pinsel in Weiselbecher übertragen


    Habe ich so auf dem Anfängerkurs am Lehrbienenstand auch gezeigt bekommen. Für mich als U40 Imker mit halbwegs gutem Augenlicht nicht nötig, da kann ich auch die Larve direkt aus der (gekürzten) Zelle entnehmen.


    Ich werde es dieses Jahr auch mit Klemmstopfen versuchen. Dazu einfach ein Stück Wabe mit jungen Larven ausschneiden, die Zellwände auf die Hälfte kürzen und die Zellböden mit Made zwischen 2 Klemmstopfhälften einzwicken (also die gegenüberliegende Wabenhälfte :p)


    eben so wie hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=wZlQ7mNmf6o


    zwischen den Minuten 7:00 und 8:30 gezeigt


    geht auch nicht langsamer als die Auswaschmethode, benötigt aber wesentlich weniger Equipment (Messer, 10 Stopfen und 100 Wabenzellen)


    Stefan


  • - Wasser mit Maden wird dann durch ein straff gespanntes dunkles Nylon geschüttet


    Hallo Clemens ,muß nur schnell gehen . Damenstrumpfhose Bein aufschneiden und über Eimer spannen .
    Wasser in Wabe und mit den Maden schnell über Damenstrumpfhose umschütten .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Und wie geht das Auswaschen?
    Spritze? Gartenschlauch? Destilliertes Wasser? Leitungswasser (mit Chlor etc)?


    Schüsselchen mit Wasser, Wabe mit Larven nehmen, im Wasser rasch hin und her bewegen, Wasser mit Maden auf das Nylonstrumpfsieb schütten.


    Dest. Wasser ist nicht nötig, Leitungswasser reicht


    Stefan

  • Habe das einmal probiert, die Annahmequote war dieses Jahr eh schlecht, aber bei der Auswasch-Methode noch schlechter. Um vergleichbare Ergebnisse zu haben, wurden je 15 Maden "konventionell" umgelarvt und 15 mit Wasser / Pinsel umgelarvt. Die 30 Laven kamen dann gleichzeitig in das selbe Pflegevolk. Von den 15 Wasser-Larven wurden nur 2 angenommen. Bei den 15 konventionellen waren es etwa die Hälfte.


    Vorgehen:
    - normales Leitungswasser, bei uns recht kalkhaltig, etwa 15-20 °C warm (stand einige Stunden in der Garage) verwendet
    - ohne Diffuser / Brause aus dem Kanister in die Wabe geschüttet
    - die Wabe etwas geschüttelt, damit das Wasser in die Zellen fließt
    - Wabe umgedreht und auf ein dunkles Strumpf-Nylon über einem Sieb ausgeklopft (nur umdrehen reicht nicht, man muss etwas klopfen oder ähnlich wie bei einer Spritzprobe hantieren)
    - dann mit feinem Pinsel in Näpfchen übertragen (Borsten auf ca 3-5 mm zurückgeschnitten)


    Insgesamt bin ich mit dem Annahmeergebnis nicht zufrieden. Nun meine Frage, wer hat das schon einmal gemacht und die Annahme mit normal umgelarvten Maden verglichen? Wie ist bei euch die Annahme, was macht ihr anders und besser?


    Ich war echt überrascht, wie schnell das geht und wie gut die Maden auf dem Nylon (muss schwarzer oder zumindest sehr dunkler Stoff sein!) zu sehen sind. Ich denke das Wasser und auch das Ausklopfen waren ok. Als Grund für den Misserfolg habe ich den Pinsel im Verdacht. Die kurzen Borsten helfen zwar die Made sehr schnell umzubetten, ich befürchte aber sie spießen oder pieksen die Made auch an. Ich habe auch versucht die Maden mit dem Umlarvlöffel zu übertragen, der hängte sich aber häufig im Nylon fest. Mein nächster Versuch ist daher: Feineres Nylongewebe verwenden, dann mit der Nadel umbetten, die sich dann hoffentlich nicht mehr festhängt. Weiter werde ich das Umlarven mit dem Pinsel nochmal versuchen, dabei aber die Made mehr "aufschaufeln". Wie gesagt freue ich mich über andere Erfahrungsberichte dazu!


    Karl Weiß schreibt in "Zuchtpraxis des Imkers in Frage und Antwort", dass das Verfahren in der Tschechei eingesetzt wird / wurde, also nicht nur in China, leider ohne nähere Erklärungen.

  • Jetzt mal ganz theoretisch:


    Ob das wirklich nur der Pinsel ist? Das ist nicht so abwägig, kommt aber darauf an, was man da verwendet. Ein ganz feiner Haarpinsel, angefeuchtet, mit guter Biegsamkeit sollte nicht pieksen, der sollte eher seitlich konkav gebogen an die Made gelangen und zum Anheften derselben führen ohne größeren Schaden zu setzen als zB ein Umlarvlöffel.


    Aber was ist mit dem Wasser?
    Wasser leitet wesentlich besser die Temperatur, muß es da nicht wärmer sein für die Maden?


    Gelee royal enthält 10-23% Zucker und auch Proteine, Lipide, Futtersaft ist ebenfalls eiweissreich: Wie schützend ist die Haut der Maden, wenn Wasser mit einem viel kleineren osmotischen Wert da herankommt?


    Beim Umlarven kommt ja das Material, in dem sie schwimmen mit, wenn auch nur wenig. Auch wenn es antrocknet: Da könnte man sich sogar noch einen entstehenden "Schutzfilm" vorstellen, dann kommen ja auch wieder Bienen und pflegen.


    Das reine Wasser schädigt vielleicht mehr als man denkt?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • warum den Umweg über das Wasser nehmen?


    wir schneiden die Zellen mit einem angewärmten Messer kurz und holen die Maden direkt aus dem Futtersaft mit einem Pinsel Nr. 0 (wir haben einen Aquarell-Pinsel gekauft, weil es keinen anderen in Größe 0 gab), seitlich von der Krümmung her ansetzen und die Made aufnehmen, ins Töpfchen ablegen in dem ich den Pinsel rausdrehe.
    Der ganze Vorgang für 40 Maden dauert vielleicht ne halbe Stunde, dann kommen die Näpfchen ins Pflegevolk (siehe weiteres Verfahren hier: http://www.imkerei-schwarz.de/…lle-KAniginnenzucht.phtml)
    Die Annahmequote war beim 1. Versuch 100 % (ich hatte erst zweimal vorher übungsweise im Verein mit Umlarvnadel umgelarvt), ich muss sagen, der Pinsel ging sehr gut.


    Den Tipp mit dem Pinsel hab ich von einem Fachberater, der meinte, so könnte man kaum zu große Maden erwischen, weil die auf dem Pinsel nicht mehr gut halten... :)

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri

  • Maden werden beim Umlarven so abgelegt, wie sie aufgenommen wurden.
    Gilt das nicht mehr? LG Elk


    für mich gilt das schon, denn die Made hat angeblich eine "Ober- und eine Unterseite" (wo sie im Futtersaft liegt) und könnte ersticken, wenn man sie falsch reinlegt... oder so ähnlich


    aber das wäre mit dem Wasser ja weg...

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri

  • Hallo Adelheid,
    mal wieder von mir eine Frage OT zur Bio-Imkerei:
    Dort darf man also künstlich umlarven?
    Bisheriger Kenntnisstand von mir:
    Man setzt auf natürliche geschaffene Weiselzellen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • man darf nicht künstlich besamen... aber umlarven darf man
    bei Demeter ist es vielleicht noch mal anders.. da weiß ich es nicht... aber die anderen dürfen umlarven

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri