Bienentod im Raps ?

  • Hallo


    also habe einen STand ca 400 m neben 10 Ha Raps. Habe den Landwirt letzte Woche gebeten mit dem Spritzen wirklich bis nach Bienenflug zu warten. Er rief mich dann am Freitag morgen an und fragte ob die Bienen gegen 18:00 Uhr noch fliegen was ich im bejahte wir hatten am Freitag den letzten Tag gutes Trachtwetter mindestens bis 20:00 Uhr. Nun ja er rief dann um 18 :00 Uhr wieder an und sagte er müsse jetzt spritzen , da es später regnen würde und danach die Tage auch nur schlechtes Wetter gemeldet sei. Auf meinen Einwand das mein Wetterbericht erst Regen ab 23:00 Uhr meldet äußerte er sich damit er wolle schon mal los fahren und zur anderen Seite Spritzen schlließlich spritze er auch nur B 4 . Nun ja
    punkt 18 :00 Uhr war die Spritze auf dem Feld und am nächsten Tag lagen vor jeder Beute 20 - 40 Tote Bienen alle mit abgespreitzen Flügeln . Einige Völker hatten auch tote Puppen rausgeschmießen


    Was lief hier falsch ??
    War das B 4
    Grüße


    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw

  • Auch in unserer Gegend spritzd der bauer den Raps morgens zwischen 8 und halb 9. Er ignoriert eine, wenn man ihn versucht, anzusprechen. was kann man da machen?

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Simon,


    nach Deiner Schilderung spricht noch nichts für eine Schädigung der Völker durch PSM:


    Tote Puppen:
    Die Puppen befanden sich zur Zeit der Spritzung in ihren verdeckelten Zellen und sind daher nicht mit eventuellen Gift aus dem Feld in Kontakt gekommen.
    Das sie von den Bienen ausgeräumt wurden, ist meiner Ansicht nach dem normalen Verhalten der Bienen geschuldet. Die Frage ist, warum sie geschädigt waren.


    Tote Bienen vor dem Flugloch:
    Die Völker verlieren zur Zeit täglich ca. 2000 Bienen, da sind 20 bis 40 tote Bienen noch nicht auffallend. Andererseits entspricht das Bild einer Schädigung durch einen Virus.


    Ich würde die Kombination der Erscheinung zum Anlass nehmen und mal in die Völker bzw. insbesondere die Brut zu sehen und den Varroa Status zu prüfen.


    Ich hatte vor 3 Wochen !!!! bei einem Imker auch bei den 5 Völkern eines Standes die Entdeckung zu machen, das bei der Durchsicht massiv Milben vorhanden waren: DWV Bienen auf den Waben und vor der Beute, ebenso APV Bienen, Milben auf den Bienen und in den Brutzellen, insbesondere Drohnenbrut stark befallen.


    Der Imker hatte aus gesundheitlichen Gründen keine Winterbehandlung zum optimalen Zeitpunkt durchführen können.


    Gruß Hubert

  • Auch in unserer Gegend spritzd der bauer den Raps morgens zwischen 8 und halb 9. Er ignoriert eine, wenn man ihn versucht, anzusprechen. was kann man da machen?


    Hallo Arni,


    das ist nun mal schlechter Stil von dem Landwirt.


    Eine Möglichkeit: Wende Dich an den Pflanzenschutz Dienst der zuständigen Landwirtschaftskammer und schildere Dein Problem.



    Gruß Hubert

  • Hallo Anni,


    Auch in unserer Gegend spritzd der bauer den Raps morgens zwischen 8 und halb 9. Er ignoriert eine, wenn man ihn versucht, anzusprechen. was kann man da machen?


    ich habe von einem Wanderimker erfahren, dass er in Deinem beschriebenen Fall die Fluglöcher bis zum Mittag geschlossen hält.


  • Dem Bauern kannste keinen Vowurf machen. Sei froh, dass er so offen mit Dir kommuniziert... Und B4 war es sicherlich.


    Nun kann man darüber diskutieren, ob B4 wirklich "nicht bienengefährlich" ist -aber diese Einstufungen hat der Bauer nicht zu verantworten.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Freitag Nachmittag, ab 13 Uhr, immer wieder mal Sonnenschein, guter Flugbetrieb. An meinem Stand zu Hause beobachte ich heimkehrende Bienen, die sich wie wild die Fühler und die Augen zu putzen versuchen. Die meisten haben einen gelben Punkt vom Raps auf der Stirn.
    Als ich eine halbe Stunde später in den Nachbarort fahre, bekomme ich die Begründung dafür: Die Argrargenossenschaft spritzt ihre Rapsschläge. Das sind 6 Felder rund um unser Dorf.
    Am Abend zur Versammlung berichte ich meine Beobachtungen. Mein stellvertretender Vorsitzender ist total verwundert. Er hat ein paar Tage vorher mit dem Pflanzenschutzverantwortlichen der Genossenschaft gesprochen und zu hören bekommen, dass es im Moment nicht aussieht, als müsse gespritzt werden. Wenn es nötig werden würde, würde er sich melden.
    Gemeldet hat sich niemand.


    Am Stand im Nachbarort (Stadtrandgebiet) waren heute auffällig viele ausgräumte Jungbienen auf dem Flugbrett. Gerade geschlüpft, keine Auffälligkeiten wie verkrüppelte Flügel oder aufsitzende Milben. Aber rausgestrecker Rüssel und angezogene Beine. Wie soll ich das deuten?


    Wenn das Jahr so weitergeht, wie das letzte endete, dann verprasse ich das Geld, das ich dieses Jahr in neue Bienenvölker gesteckt habe, im nächsten Jahr lieber und mache eine Imker-Denk-Pause...


    rst

  • Dem Bauern kannste keinen Vowurf machen. ... ob B4 wirklich "nicht bienengefährlich" ist -aber diese Einstufungen hat der Bauer nicht zu verantworten.

    Das ist so nicht richtig. Die Unzulänglichkeit der Einstufung der PSM ist den Bauern durchaus bekannt oder kann ihnen bekannt sein. Auch wenn ein Produkt als B4 eigestuft ist, heißt das nicht, daß es immer B4 bleiben wird. Auf einer Verpackung heute nicht mehr zugelassener (Tier-) Arzneimittel steht heute noch immer zu lesen: "Zugelassen für ...". Wie der Fall hier in Westsachsen zeigt, haben die Landwirte regelrecht Angst vor der Beobachtung durch angewanderte Imker. Deshalb stellen sie sich ja dem Dialog nicht. Wie sollten sie auch vertreten und glaubhaft versichern, daß sie noch nichts gehört haben davon, daß Mittel, die im letzten Jahr noch B4 waren diesjahr plötzlich die Zulassung ganz verlieren? Und wie wollten sie erklären, daß diese Präparate erst mit den Wegfall der Zulassung bienentödlich wurden? Sie wissen ganz genau, daß ihnen das auch für die aktuell eingestzten PSM droht. Und so dumm wollen sie sich nicht stellen.


    Und genau deshalb kann man ihnen eben doch einen Vorwurf machen und muß das auch!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry
    Wir hatten in der letzten Versammlung u. a. das Thema -die Technologin eines Lohnunternehmens für Pflanzenschutz war zugegen- "wie gefährlich ist B4?"


    Die Standpunkte waren zu verschieden in gerade diesem Punkt... Im Prinzip verstehe ich die Bauern -ohne Spritzungen ernten die in manchen Jahren nichts von ihrem Raps-, und ich verstehe daher auch deren Argumente, wenn sie sich auf die Zulassungsbestimmungen zurückziehen, so wie sie gerade gelten.


    Allerdings kann ich aus den letzten Jahren auch feststellen: Mancher Landwirt ist kooperativer geworden (Mähtermine, Zeitpunkt der Spritzungen). Man kann das als *gut Wetter* machen bezeichnen (immerhin sind zig ha nur gepachtet) oder Imagepflege oder aber auch die Einsicht, es nicht zu übertreiben -vielleicht wird dann tatsächlich irgendwas eingeschränkt.


    Wie gesagt, wir hatten die verantwortliche Technologin eines großen Lohnunternehmens zu Gast, und ich hatte das Gefühl, dass sie zumindest den Standpunkt der Imker kennenlernen wollte bzw. auch praktische Details wissen wollte (z. B. Karten mit Bienenständen des Vereins, Sammelverhalten, -Zeiten, -Temperaturen).


    Trotz allem denke ich, war der Austausch erfolgreich (und die Argumente von Seiten der Imker waren nicht alle so besonders gut durchdacht und formuliert -da hatte die Dame Vorteile) und Dialogbereitschaft ist einfach nicht zu unterschätzen -siehe Eingangsthread.


    PS: Was war "der Fall in Westsachsen"?


    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Danke. Ein dicker Hund -Siebenkomponentenspritzung!


    Ich war bis zu dieser besagten Vereinssitzung der Meinung, dass Wirkstoffmischungen quasi die Zulassung der Einzelwirkstoffe verlieren. Dem scheint nicht generell so zu sein, kommt auf die Mittel an. Doch siebenfach -das hat keiner getestet, kann gar keiner...


    Danke für den Link.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hi,


    vorgestern bin ich durchs Rapsfeld gewandelt.
    Wer will sollte mal den Boden begutachten.
    Ich konnte neben den toten Rapsglanzkäfern, mengen an Marienkäfern tot liegen sehen.
    Ich bin keine 50m durchs feld gegangen konnte gut 20 (dunkelziffer bestimmt höher, wer findet schon alle) leichen davon finden.
    Ob das wohl sinn der Sache ist?
    Ist zwar etwas OT da nicht Bienen aber trotzdem...


    Gruß
    Philipp

  • In unserer Gegend gab es gestern einen größeren Vergiftungsfall bei im Raps stehenden Bienen. Details noch nicht bekannt.


    Ich bleibe dem Raps fern! So gut ich kann.


    Im Moment ist eh alles voller Mais hier...


    Gruß
    Bernhard