Jedes Jahr neue Königin?

  • Hallo liebe Imkerfreunde,
    ich plage mich mit der Aussage mehrerer Imker:
    Jedes jahr ist es ratsam, ide Königin auszutauschen.
    Dies am besten mit einer Königin aus einer Zucht.
    Auf Anfrage hin, wie das gemacht wird erklärten mir die Imker: Alte Königin abdrücken, neue einweiseln.
    So behalte man die "Reinrassigkeit" und "Sanftmütigkeit" - da sonst durch "Inzucht" die Völker immer aggresiver werden würden.


    hmmmmmmmm........
    Ist das wirklich so und nötig? Wie haltet ihr das? Und wenn ich laufend Schwarmverhinderung mache und Weiselzellen breche, wie merke ich, wenn das Volk still umweiseln möchte?
    Ich scheue mich, eine gut funktionierende Königin einfach abzudrücken....
    und das Umweiseln ist bei mir letztes Jahr auch gewaltig schief gegangen, also scheue ich mich auch davor...
    Mich würden also Eure erfolgreichen Vorgehensweisen zur Erhaltung der Sanftmütigkeit und Schwarmträgheit interessieren.
    Danke im Voraus für gute Ratschläge: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo,


    ich nehme keine Reinzucht Königinnen. Ich lass einfach nachschaffen oder nehm die Schwarmzellen.
    Wenn mir ein Volk zu stechlustig ist, wird die Königin abgedrückt und sie dürfen das nocheinmal versuchen.


    Ich muss dazu sagen das ich bestimmt nicht die friedlichsten Bienen hier in der Gegend hab. Was soll? Ich kann mit denen ohne Schleier imkern und meine kleinen kinder tollen vor den Fluglöchern rum oder schauen mit hinein. Vespen und Räuber werden gut abgehalten. Für MICH ist das friedlich genug.


    MFG Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....


  • Hallo Anni . Dieses Gerede ist völlig haltlos . Sanftmütigkeit ist nur eine Parungsangelegenheit Sanftmut + ergibt Sanftmut . Da habe ich noch einen Link zu den ich Dir schicken kann . Das haben Namhafte Bieneninstitute durch gezielte Versuche schon vor Jahren Herrausgefunden . Bei Bienen kommt die Mehrfachpaarung zum Zuge .Das heißt die Königin wird von bis zu 20 Drohnen begattet . Deshalb sollte man auch mal Drohnen schlüpfen lassen . (Sanftmütiges Volk ) Da liegt der Hase im Pfeffer . Deshalb solltest Du auch keine Stecher auf Deinen Stand dulden .( Drohnen schneiden ) Großen Einfluss hat man sowieso nicht da Drohnen bis 20 - 40 km fliegen ( Wandern ). Zur Zucht kommen nur Völker in Frage die keine oder nur selten Schwarmzellen ansetzen . Jedes Jahr brauchen auch nicht die Königinnen gewechselt werden . 2 Jahre sollten die Königinnen schon bleiben , wobei das Geburtsjahr nicht mitzählt .Dazu bildet man Ableger . Diese werden vor dem vereinigen auf Sanftmut sortiert . Völker die nicht Sanftmütig sind werden aussortiert . ( Königin abdrücken ) . Das kann dann auch die Junge sein . Zum vereinigen wird das jeweilige Volk was seine Königin behält auf dem Beutenboden belassen und das andere Volk oben über Zeitungspapier ( einige kleine Löcher reinmachen ) im Oktober aufgesetzt . 8 Tage nicht reinschauen .Völlig sicher ohne Königinnen verluste !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Anni,


    wieviele Völker willst du denn auf die Dauer halten? Jedes Jahr neue Königinnen zu kaufen ist allenfalls sinnvoll, wenn du wirklich nur 1 oder 2 Völker halten möchtest, keinen Gedanken an eigene Nachzucht verschwenden willst und dennoch einigermaßen sicher eine planbare Honigernte haben möchtest. Sonst schau dir lieber die verschiedenen Nachzuchtmöglichkeiten an und zieh von deinem Lieblingsvolk selbst Jungvölker nach. Wenn du mit deinen eigenen Bienen nicht zufrieden bist, z.B. weil sie dir wirklich zu agressiv, zu schwach in der Entwicklung, zu krankheitsanfällig, zu ... sind, kannst du für deine eigene Nachzucht auch Umlarvstoff von einem Züchter, von einem Bieneninstitut (du bist aus Hessen, evtl. Kirchhain) holen.
    Inzucht kann ein Problem bei Standbegattung sein, wenn die Bienendichte bei dir in der Umgebung zu klein ist und sich deine Königinnen praktisch mit den Drohnen von einem eigenen Stand paaren müssen. (Oder wenn deine Imkerkollegen alle beim selben Züchter kaufen und nur noch eine Zuchtmutter in der Umgebung gehalten wird.)
    Egal wie du deine Nachzucht durchführst, letztlich musst du selbst entscheiden, ob du mit deinen Bienen imkern magst. Am leichtesten lernst du das, wenn du bei Kollegen mal mit über die Schulter schauen darfst. (Ok, nicht alle Kollegen lassen das zu, aber vielleicht findet sich ja jemand in deiner Umgebung) Aber pauschal tauschen, quasi präventiv, würde ich nicht. Wenigstens 50% Jungvölker aufzubauen, halte ich hingegen für dringend angeraten.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo,


    hatte ich ganz vergessen,
    jedes Jahr tauschen halte ich für Quatsch. Erst wenn ich mit der Legeleistung nicht mehr zufrieden bin ziehe ich einen Austausch in Erwägung. Meistens erledigen die Bienen das dann aber schon selber.



    MFG Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....


  • Hallo Hartmut , weil gekennzeichnete Drohnen zum besamen schon solche Strecken überwunden haben.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • das würde mich jetzt interessieren. Gibt es da ein Studie? Oder hast Du das von jemanden gehört der es wieder gehört hat usw.?
    Wie haben die das 40 Kilometer weit weg festgestellt?


    Wenn man googelt, dann findet man Ergebnisse von 5-7 Kilometer, aber 40 ?


    Ist damit die Sperrzone um eine Belegstelle nicht viel zu klein bzw. die Gefahr das eine Königin die von einer Belegstelle aus zur Begattung fliegt von einem "wildfremden Drohn" begattet wird größer als angenommen?


    So richtig glaube ich das nicht. Klingt wie Anglerlatein nach dem Motto "Mach Du das Licht an deinem Kronenleuchter aus und ich lass meine Drohnen nur 5 Kilometer weit weg fliegen" ;-)


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Anni,


    Du hattest doch letztes Jahr massive Probleme mit dem Umweiseln? Da ist es etwas viel verlangt, zu fordern, dass Du jedes Jahr für alle Völker neue Königinnen kaufst. Wenn Deine Königin gut ist, dann sind die Nachzuchten zumindest passabel (und bei der Spitzengenetik Deiner Nachbarn sowieso :wink:).
    Deshalb: mach' einfache Brutableger wie jeder andere Kleinimker oder Anfänger auch. Die ersten paar Jahre tut das gut; und danach hast Du genug Erfahrung für Umweiseln und Königinnenzucht.


    Nur nicht verrückt machen lassen.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher


  • Hallo Hartmut . Wir haben in Bocholt frisch geschlüpfte Drohnen für die künstliche Besamung gezeichnet ( Plättchen ) wovon
    dann welche in Gescher wieder aufgetaucht sind . Und es ist allgemein bekannt das Landbelegstellen mit Sperrradius von 10 km nicht sicher sind . Das selbe gilt auch für Inselbelegstellen obwohl es immer heißt , das Drohnen nicht über die See fliegen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo !


    ... Großen Einfluss hat man sowieso nicht, da Drohnen bis 20 - 40 km fliegen ( Wandern ).


    Gruß Josef


    Das lehrt und lernt man aber (Heutzutage) anders.
    Versuche an Drohnensammelplätzen (Büchler/Berg) haben ergeben,
    das die Drohnen immer wieder den selben Drohnensammelplatz aufsuchen.*


    Auf Inselbelegstellen sind es wohl nicht die Drohnen die übers Wasser fliegen,
    sondern die Königinnen (so soll es sich zumindest bei der eher zufälligen "Aufälligen Begattung"
    auf der Belegstelle Langeoog gegenüber der auf Baltrum (Buckfast) gewesen sein.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht



    *) Aufzucht und Paarung (BI Kirchhain)

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Das steht auch so hier z.B


    Anni,


    das sind aber seltsame Aussagen. Jedes Jahr neu. Da wird die doch erst so richtig gut im zweiten Jahr - sagen wieder andere Experten.


    Ich würde da nun auch mal eher auf die Postings hier hören an Deiner Stelle bzw. folge Deinem Bauchgefühl:wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Anni,
    Deine Vereinskameraden sind bestimmt Züchter und Verkäufer...
    Eine gute Königin kann schon mal bis ins zweite Jahr bleiben, sehr gute noch länger.
    Was "gut" oder gar "sehr gut" ist, musst Du selbst entscheiden.
    Da zählen Deine örtlichen Verhältnisse und Deine Erwartungen an die Völker mehr als "Reinrassigkeit".
    Mach einfach den Versuch und lasse Deine Königinnen standbegatten.
    Die Ergebnisse daraus befriedigen meist eher als der dauerhafte Neubeginn mit einer reinrassigen Königin.
    Ich habe Dir in einem anderen Thread dazu vorhin gepostet, wie Du einfach zu solchen Königinnen kommst.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.