Naturwabenbau in Warschauer Beute

  • Hallo,
    kennt jemand von Euch die Warschauer Beute? Ist darin Naturwabenbau möglich? Die Beute sieht aus wie eine Hundehütte mit Spitzdach. Die Rähmchen haben in etwa Dadantmaß (etwas länger), hängen allerdings hochkant im Brutraum. Der Brutraum ist für etwa 12 Rähmchen konzipiert. Unter das Dach passt dann noch eine schmale Honigzarge. Ich würde gerne den Brutraum den Bienen komplett selbst überlassen, und nur von der Honigzarge ernten wollen. Die Frage: Würden die Bienen im Hochformat genauso bauen wie im Querformat? Bleiben die Waben stabil auch nur mit Oberträgerleisten? Sollte ich doch besser Rähmchen nehmen und bedrahten?
    Am liebsten wäre mit TBH, allerdings fürchte ich ein Kälteproblem im Winter (ich lebe in den Masuren/Polen und im Februar wird es regelmäßig -30 C) Die hiesigen Beuten sind alle doppelwandig mit 7cm dicken Strohmatten dazwischen, auch die Warschauer Beute, die ich geschenkt bekommen kann.
    Falls es noch keiner gemerkt hat, bin blutige Anfängerin....
    Meine Fantasie: Naturwabenbau, Schwarmtrieb zulassen, auf eigenem Honig überwintern lassen und dann noch lecker eimerweise Honig filtern. Will drei Beuten mit Naturschwärmen bestücken und dann langsam aufrüsten...
    Ich bin in Kontakt mit lokalen Bienenhaltern, die mir allerdings nur "konventionelle" Tipps geben können.
    freu mich auf Antwort
    jul

  • Hallo Jul



    Würden die Bienen im Hochformat genauso bauen wie im Querformat?


    Ja

    Zitat


    Bleiben die Waben stabil auch nur mit Oberträgerleisten?


    Ich würde mal annehmen, dass die dir die Waben an die Beute anbauen.
    Dann geht natürlich nix mehr. Demetermässig, nur ohne Honig für dich

    Zitat


    Sollte ich doch besser Rähmchen nehmen und bedrahten?


    Ja

    Zitat


    Falls es noch keiner gemerkt hat, bin blutige Anfängerin....


    Bis jetzt nicht

    Zitat


    Meine Fantasie: Naturwabenbau, Schwarmtrieb zulassen, auf eigenem Honig überwintern lassen und dann noch lecker eimerweise Honig filtern.


    Zitat


    Falls es noch keiner gemerkt hat, bin blutige Anfängerin....


    Eben hab ich's gemerkt


    Mal im Ernst:
    Mach dich erst mal schlau und lerne in den nächsten Jahren wie man mit den Bienen umgeht. Lerne zu verstehen, nur mit einem Blick in den Brutraum. Lerne verstehen, wenn du das Flugloch beobachtest. Lerne über die Krankheiten. Lerne, lerne, lerne ... und dann, wenn du verstanden hast, mach deinen Traum wahr.


    Zitat


    Will drei Beuten mit Naturschwärmen bestücken und dann langsam aufrüsten...
    Ich bin in Kontakt mit lokalen Bienenhaltern, die mir allerdings nur "konventionelle" Tipps geben können.


    Die Tips der alten Hasen sind am Anfang nicht mit Gold aufzuwiegen.




    Sonnige Grüße!
    Arnd

  • Lieber Arnd,
    Danke für Deine Einschätzung! Fluglochgucken mache ich seit einigen Jahren. In meiner Hausmauer lebt seit fünf Jahren ein Bienenvolk, das regelmäßig schwärmt, etwas garstigen Charakter hat, aber dafür sehr gesund erscheint. Die haben mich überhaupt auf die Idee gebracht! Da aber leider dabei für mich kein Honig abfällt (...habe schon einen Quetschhahn an die Wand montiert, klappt leider nicht! JOKE) will ich den nächsten Schwarm in die Beute bringen.
    Apropos: weiß jemand wie die Entfernung zum Heimatbau sein muß, damit eine Beute (mit Wachs und Honig gesalbt) für den wegfliegenden Schwarm einladend wirkt? Wäre ein Traum wenn sie von alleine einziehen...
    Die lokalen Imker sind sehr nett und hilfsbereit, sorry falls das falsch rüber kam. Ich kann jederzeit zuschauen bei der Haltung in Dadantbeuten, kann nachfragen etc, will aber trotzdem gerne meine Idee umsetzen und da können sie mir leider wenig helfen. Ich wälze Bücher, Foren und sauge jede Information auf, die mir meine direkte Flugloch-Beobachtung nicht liefern kann.
    Und deswegen frag ich halt hier nach.
    liebe Grüsse,
    jul

  • Hallo Jul,


    Was du beschreibst ist genau die Einraumbeute von die Fischermühle, ein Demeter Imkerei in Deutschland (www.mellifera.de). Ein Einraumbeute hat auch ein etwa dadant Rahm hochkant (etwa 26x 42 innenmass) Man arbeitet damit mit naturbau ohne draht, maximal mit 20 Rahmen. Das grosse vorteil im vergleich zum TBH is die höhe. Das Brutnest kann sich nach oben bewegen im Winter, nach unten im Sommer und hat dafür alle Raum. Am Fischermühle kann man dir sicher weiterhilfen. Gerne höre ich wie deine versuchen weitergehen.


    Grüsse,


    Andreas

  • Von mir drei Fragen zum Thema Dadant-hochkant von der Fischermühle / Warszawski-Maß:


    a) Wie werden die Riesenwaben im Rähmchen ohne Draht so stabilisiert, daß man sie handhaben kann?
    b) Wo kann man im deutschsprachigen Raum diese Rähmchen beziehen (außer vielleicht bei der Fischermühle)?
    c) Wer hier im Forum hat tatsächliche Erfahrungen mit der Einraumbeute bzw. der Warschauer Beute?



    André


    P.S. Faulbrut - was ein Name... :eek:

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Hallo André,


    a Diese Waben werden natürlich mit zusätzliche vorsicht gehandhabt. Es gibt Imker der auch am Seitenlatte eine Dreiecklatte befestigen. Schleudern geht nicht in ein radial Schleuder und nicht ohne Gitter (zum schütz der Waben). Eine TBH Wabe ist zerbrechlicher nach meine, beschränkte, Erfahrung.
    b Diese beuten und Rahmen kann man beziehen bei Uwe Bodenschatz (mail@bodenschatz.de). Ich habe meine ERB selbst gebaut (jetzt noch ohne Bienen). Das Bauplan habe ich von die Fischermühle. Ich kann es dir mailen wenn du das wollst.
    c Die ERB ist schon 10 Jahre da, es gibt sicher viele Benützer, Auch ausser Deutschland.


    Grüss,


    Andreas