HS Beutenbausatz - Wer hat Erfahrung?

  • Vorsicht!


    Wir haben dieses Jahr schnell neue Zargen gebraucht und ich dachte in meiner "kindlichen Einfalt": Tischler, Fachmann.


    Was kennst du denn für Tischler?


    Aber ganz einfach ist die Sache nicht. Bauphysikalisch hätte er sogar dazu raten müssen, die Kisten von innen mindestens genauso zu behandeln wie von aussen. Das will der Imker aber nicht. Wer also nicht gut in der Imkerpraxis zu Hause ist, macht beim Beutenbauen leicht Fehler, trotz gutem Fachwissen als Tischler.
    Das Streichen von innen zu empfehlen und trotzdem davon abzuraten ist eine sehr schlaue Vorgehensweise um Problemen aus dem Weg zu gehen.:oops:
    Wenn man aber eine komplette Beute als Bausatz um die 40,- Euro schon angeboten bekommt, von einer Firma die diese häufiger herstellt, kann ich keinen Grund finden dies nicht zu nutzen. Natürlich nur, wenn man Spaß am zusammenbauen hat. Den großen Maschinenpark braucht man dann nicht mehr.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)


  • Viel Geld bezahlt und die Zargen wölbten sich nach wenigen Wochen an den Kanten nach außen. Unten und oben konnte man reinkucken. Sie waren von mir 1 mal mit Leinölfirnis außen gestrichen worden.


    Das lag aber nicht am einlassen oder streichen, war einfach kein gutes Holz verarbeitet

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Wenn ich jetzt frage, wie denn gutes Holz für den Beutenbau beschaffen sein muss, bekomme ich mindestens 5 Antworten, die wahrscheinlich alle in irgend einer Weise zu begründen sind und sich trotzdem widersprechen...

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Vorteile hat man jedenfalls deutlich, wenn man einen versierten Tischler hat, der gleichzeitig Imker ist.
    Der weiß dann rundum Bescheid,
    und wenn man den Spezialwünsche erklärt, dann kann der die sofort verstehen und umsetzen, woll? :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo


    Habe mir letzten Winter auch selber Magazine gebaut. Ehrlich gesagt hätte ich das nie gemacht, würde ich nicht so nahe an Deutschland wohnen. Hier in der Schweiz ist das Holz massiv überteuert. Habe einen Sprung über die Grenze gemacht in eine Sägerei. Platte 21mmx1200mmx5000mm für 110.- Euro. Zuschnitt nach meinen Angaben, kein Problem. Alle Teile musste ich nur noch verschrauben. Da hat es sich auch gelohnt eine Oberfräse und einen Frästisch zu kaufen, sowie 4 Gehrungszwingen. Habe 5 Platten zusägen lassen und daraus 18 komplette Magazine gebaut. Für den Zuschnitt habe ich dem netten Herrn einfach 100.- gegeben. Fichte B Leimholzplatten waren das, keine Schichtholzplatten. Bin damit sehr zufrieden, alles stimmt. Bei uns in der Schweiz war das günstigste Angebot für eine Platte in diesen Dimensionen +/- ohne Zuschnitt 800.- sFr. Die können ihr Holz gerne behalten.


    Dazu kommt noch Edelstahlgitter für die Böden, die Bodenschieber(beschichtete Holzplatten 3mm) und mein Arbeitsaufwand.


    Selbstbau macht Spass, wenn es nicht in Gebastle ausartet. Man muss die richtigen Maschinen und Werkzeuge haben und diese auch bedienen können. Und mit diesen sollte sich auch präzise arbeiten lassen, da spielt Qualität wirklich eine Rolle. Z.B. ein Bohrer bei dem das Futter eiert ist einfach seinen Preis nicht wert, war er noch so günstig. Es lohnt sich aber nicht sich viele Werkzeuge anzuschaffen für 2, 3 Magazine, dann müssen es schon einige mehr sein.


    Gruss
    David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Vorteile hat man jedenfalls deutlich, wenn man einen versierten Tischler hat, der gleichzeitig Imker ist. Der weiß dann rundum Bescheid,


    zum großen Teil Zustimmung. Aber es gehören auch paar Jahre Erfahrung dazu.


    Ich bin viel länger Tischler als Imker, trotzdem hab ich auch schon einige sinnlose Teile gebaut und auch schon Erfahrungen gemacht, wie z.B. das die Ecken aufgehen, weil ich halt die Schrauben, wie bei anderen Verbindungen außerhalb der Imkerei, nicht so weit nach außen gesetzt habe. Ich denke, das macht jeder Tischler, der kein Imker ist, falsch.


    Leider haben auch viele Tischler nicht mehr die Erfahrungen mit Massivholz, weil heute fast nur noch Plattenwerkstoffe verarbeitet werden, selbst die Magazine werden ja aus Leimholzplatten hergestellt. Auch ich bekomme bei mir manchmal das Grübeln, warum hast du denn diesen Fehler gemacht, hast du doch vor über 30 Jahren in der Berufsschule/Lehre gelernt.... Alzheimer? Nee, das sind ganz einfach 30 Jahre Spanplattenverarbeitung, Sperrholz, Leimholz, Kunststoff.... da geraten die Erfahrungen von hunderten Jahren Massivholzverarbeitung in Vergessenheit.

  • Bin damit sehr zufrieden, alles stimmt.

    Schreib das nochmal, wenn die Magazine 3 Jahre Im Einsatz waren!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Aubie, bist Du ein Schweizer Grashüpfer?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ach Henry


    Das mache ich doch glatt, meine ersten haben 3 Jahre weg. Alles immer noch bestens.


    MfG Frank


    Ich bin zwar auch nicht der Flip, aber meine ersten Billigst-18mm-Leimholz-Selbstbaukisten feiern dieses Jahr ihren 4. Geburtstag. Wirklich miserabel sind die Rähmchenauflagen - alles voller Propolis! Streichen müsste ich sie auch mal wieder. Und die ersten Böden sind auch schon hinüber.


    Jetzt rüste ich VA-Schienen nach und versuche das mit der Wachsbeschichtung und dann sollten sie eigentlich für die nächsten 10 Jahre fit sein.


    Natürlich hatte ich auch einzelne Teile, die nicht so toll gespaxt waren. Da ich sie ja nur bei mir selbst reklamieren konnte habe ich sie einfach repariert - feddich.


    Gruß Jörg, Henrys schlimmster Abtraum

    Imkerforumstreffen 2019 am 8.-10. März 2019 in Kleinlüder