Plötzlich "Hinterbehandler" - was tun?

  • Hallo miteinander,


    bin praktisch über Nacht Betreiber eines Bienenhauses geworden. Der bisherige Imker arbeitete dort 60 Jahre lang, zum Schluß auf 12 Hinterbehandlungsbeuten. 3 der Beuten sind noch besetzt, laut Imker sind dies "Schwäbische Lagerbeuten" - ganz sicher ist er sich aber nicht. 10 Brutwaben im Kaltbau und über Absperrgitter 12 (oder 14?) Honigwaben im Kaltbau. Hab vor drei Jahren meinen Einsteigerkurs auf Zander absolviert und seither auch so geimkert. Das Bienenhaus ist toll - will auch auf jeden Fall dort weiterimkern. Allerdings bin ich mit HBB etwas überfordert. Werde demnächst meine Zanderableger vor dem Haus aufstellen und überlege schon mal, ob ich die HBB nicht abbaue und meine Magazine etwas tiefer dort hineinstelle. Frontseite muss natürlich angepasst werden. Andererseits ists schade um die drei Völker und die 12 HBB. Guter Rat ist nun teuer... wer hat schon mal einen Stand umgebaut auf Oberbehandlung? Was ist zu empfehlen?


    Freu mich auf Tipps...


    mileymassive

  • Tipps sind da schwierig zu geben. Der Hauptnachteil der HBB ist die Begrenzung der maximalen Raumgroesse. Ich wuerde die alten HBB ausmustern und mit Zander in Freilandaufstellung arbeiten. Das vorhandene Bienenhaus wuerde ich als Lager verwenden.


    Gruss vom Sammler

  • Hallo,
    das ist keine Schwäbische Lagerbeute, denn Lagerbeute sind Trogbeuten deren Brut- und Honigraum hintereinander liegen. Golz und Bremerbeute sind nach der Definition keine Lagerbeuten. Der Schulmeister Braun aus dem Oberschwäbischen hat eine Lagerbeute, genannt Bauernbeute und die Braunsche Blätterbeute erfunden. Die Alpenbeute ist eine Lagerbeute.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo mileymassive,


    umbauen macht keinen Sinn! Magazin gehören nach draußen und Hinterbehandlungsbeuten in ein Bienenhaus (o.ä.).


    Wenn Du die Muße hast, dann benutze die HBBs wie Dein Vorgänger, wenn nicht, dann besser gar nicht ...


    Ich habe einige DDR-DNM-HBBs. Die sind schön zum Bienengucken und herumfrickeln, aber besonders "effektiv" (Zeitaufwand pro Volk bzw. Honig) sind sie nicht.


    Positives: Deine Kaltbau-Bruträume sind aber schon HBB-Oberklasse. Den am besten schmeckenden Honig bekomme ich manchmal von meinem HBB-Opa-Imker-von-nebenan (definitiv geringerer Wassergehalt in HBBs!). Man kann mit den vorhandenen Beuten vermehren und später (nach Auslese) in Magazine umsetzen usw.


    Probier es aus!


    Gruß Jörg

  • Gerade ein Anfänger sollte tunlichst nur ein System an Rähmchen und Beuten betreiben. Auch in Hinterbehandlung sind Imker Imker geworden. Mit mehreren Kisten und den unterschiedlichen Tricks dazu kommt man durcheinander. Umsetzen eingeflogener Ableger von HBB in nahe Magazine gibt immer Probleme. Waben in HBB zu lagern, die eigentlich in Zargen gehören ist auch Blödsinn ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hhm, Henry warum bist sooo problemorientiert? Wen meinst speziell?


    Ich habe ein buntes Kuddelmuddel von verschiedenen Rähmchenmaßen und Beuten ... und komme damit (bisher) sehr gut klar!


    Ganz toll finde ich die Vergleichbarkeit! Bsp.: trotz aller Theorie sind die HBB-Bienen früher (bei tieferen Temp. / Frühjahrsentwicklung) aktiv. / Verflug ist bei Blockaufstellung wirklich ein Problem. / HBBs können im Winter schnell schimmeln (schwache Völker). / Warmbau vs. Kaltbau usw.


    Meinen Rähmchensalat kombiniere ich so gut es geht (Magazinimker.de bzw. Dadant/Langstoth) - funktioniert super.


    Mein Fazit bisher: Selbstbau-10er-Dadantkisten ohne viel Firlefanz, im Wald sind für mich optimal.


    Gruß Jörg

  • Hhm, Henry warum bist sooo problemorientiert?

    Imkern soll Spaß machen und Bienen und eben nicht Rähmchen im Mittelpunkt haben und eben gut gehen und nicht

    so gut es geht

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Henry ()

  • Hallo


    die Beuten die du da übernommen hast scheinen Blätterstöcke zu sein und da ist nicht viel Unterschied zu den Magazinen. Nur man muß die Waben einzeln rausnehmen, das schöne ist das du die Bienen immer sehen kannst. Da ich auch Magazine und Hinterbehandlungsbeuten habe, kann ich auch bestätigen das mehr Zeit für die HBB aufgewendet werden muß, aber der Honig hat einen geringeren Wassergehalt als in den Magazinen.
    Mein Rat ist betreibe die 3 Völker dieses Jahr wie dein Vorgänger und überlege in Ruhe was du tun willst, außerdem lernst du noch was dazu.
    Zwei unterschiedliche Rähmchenmaße auf einem Stand sind nicht optimal.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ... Blätterstöcke ... da ist nicht viel Unterschied zu den Magazinen.

    Och, nö.

    Nur man muß die Waben einzeln rausnehmen,

    - kann keine Zentralwaben ziehen,
    - keine ganzen Räume aufsetzen.
    - Waben nicht in Zargen lagern.
    - Vorräte nicht wiegen.
    - Völker nicht versetzen.
    - Bienenfluchten nicht sinnvoll nutzen.
    - nicht füttern, ohne Raum wegzunehmen.
    - Volkstärke nicht beurteilen ohne zu stören.
    - Schwammtücher nicht sinnvoll einsetzen.
    - usw. nebst ect.


    Und man muß alle Waben einzeln auch wieder reinsetzen, wo der Magazinimker einfach seinen "Wabenbock" aufsetzt.
     

    das schöne ist das du die Bienen immer sehen kannst.

    Und das Schlechte, daß sie das immer merken werden.

    Zwei unterschiedliche Rähmchenmaße auf einem Stand sind nicht optimal.

    Zwei unterschiedliche Betriebsweisen (und Beuten) ebenso nicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
    Ich bin schon versucht, diese alte Betreibsweise auszuprobieren, da ich außer Mittelwänden nichts anschaffen muss - allerdings fehlt mir halt auch die Ahnung diesbezüglich, z.B. Wie mach ich die Schwarmkontrolle, muss ich das ganze Nest zerpflücken?

  • Dir fehlt ein Hinterbehandlungsimker! Ja, Du mußt das ganze Volk erst aufbocken und dann wabenweise auf die ansteckschütte abstoßen, dann Zellen brechen und Hochhängwaben wegstellen und dann den HR durchsehen ... Die Arbeitsweise unterscheidet sich grundlegend von der im Magazin. Das sind zwei Welten. Und beide spielen ihre Vorteile nur aus, wenn man sie wie vorgesehen betreibt. Wabenschrank und Magazin paßt nicht. Beim Magazin arbeitet man zargenweise. 11MW aufsetzen paßt nicht zur HBB. Dort wird wabenweise hochgehängt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    das ist keine Schwäbische Lagerbeute, denn Lagerbeute sind Trogbeuten deren Brut- und Honigraum hintereinander liegen. Golz und Bremerbeute sind nach der Definition keine Lagerbeuten. Der Schulmeister Braun aus dem Oberschwäbischen hat eine Lagerbeute, genannt Bauernbeute und die Braunsche Blätterbeute erfunden. Die Alpenbeute ist eine Lagerbeute.


    Remstalimker



    Die heißen hier in der Region tatsächlich Schwäbisch-Lagerbeuten! Ob sie laut Definition welche sind oder nicht. Ich habe auch mal mit denen angefangen in einem Bienenhaus ( die haben kleine Honigwaben zum oben aufsetzen)
    Bin Gott froh, dass ich heute mit Zargen im Freien Imker!


    Gruß Freddy