Standortwahl

  • Hallo Zusammen,


    ich bin neu in der Runde und werde wohl dieses Jahr mir endlich meinen langjährigen "Bienenwunsch" erfüllen. Jedenfalls hat mich die intensive Beschäftigung mit dem Thema doch sehr "infiziert" ;-)


    Ich habe schon sehr viel zum Thema Standortwahl gelesen. Eine wirkliche Zusammenfassung der Faktoren habe ich aber nicht gefunden. Es gibt mehr eine Sammlung von Stücken, die sich wohl jeder individuell für seinen Standort zusammenwürfeln muss. Daher möchte ich hier als Anfänger meine Standortwahl der Expertenrunde zur Diskussion stellen:


    1. "individuelle" Faktoren: als Neuling möchte ich natürlich möglichst viel über meine Bienen lernen. Daher ist ein kurzer Weg zu ihnen aus meiner Sicht sehr sinvoll. Gerade, wenn die ersten Schritte noch etwas schwer fallen und man eventuell das ein oder andere Ereignis kurz nachgeschlagen werden muss. Ich wohne in einem Haus mit relativ großem Garten, der ausschlieslich von meiner Familie (und Freunden) genutzt wird. Anfangen möchte ich mit 2 Völkern (Ablegern) und ich denke, dass es wohl jemals nicht mehr als 5 werden. (Aber sag niemals nie - aber dann muss sicherlich auch ein anderer Standort her).


    2. "globale" Faktoren: Der Garten liegt am Stadtrand in einem Gebiet mit Einfamilienhäusern und Gärten. In unmittelbarer Nähe (<500m) gibt es auch erste landwirtschaftlich genutzte Fläche (zur Zeit fängt der Raps an zu blühen). Sortenhonig wird sich an diesem Standort sicher nicht sammeln lassen, aber eine breite Mischung des Trachangebotes sollte hier über einen langen Zeitraum vorhanden sein. In ca. 5m Entfernung zum Wunschstandort gibt es einen Gartenteich (eher Feuchtbiotop mit Wasserfläche).


    3. "menschliche" Faktoren: Meine beiden Nachbarn nutzen ihre Gärten eigentlich nur zum Rasenmähen, so dass ich davon ausgehe, dass sie die Bienen gar nicht merken würden. Die Gärten sind ab den Häusern eben, steigen aber zu einer Strasse hin in einer Böschung an. Die Häuser sind südliche gelegen, die Strasse verläuft im Norden. Zur Strasse hin gibt es oberhalb der Böschung noch einen 2-3m hohen Schallschutzzaun. Mein Wunschstandort wäre nun auf diesem Hang in etwa 3-4 Metern "Arbeitsabstand" zum Schallschutzzaun und jeweils 5-7m seitlichem Absand zu den Nachbarn. So würde das Flugloch schon 2-3m oberhalb der eigentlichen Gärten liegen mit größtmöglichen Abstand zu den Wohngebäuden. Auf der Beutenrückseite (Flugloch abgewandte Seite) wäre ein großzüger waagerechter Arbeitsplatz und anschließend eine 2-3m hohe "Wand", die überflogen werden muss bevor es über den Bürgersteig und eine 4-spurige Strasse geht (hier gibt es nicht zu holen - also auch keinen Grund wieder auf Sinkflug zu gehen).


    4. "Emissionen": die Strasse gibt es nuneinmal und außerdem befindet sich außgerechnet hinter dem Zaun eine (wenig frequentierte) Bushaltestelle - also gibt es max. alle 20 Minuten einen Bus ... ich habe gelesen, dass selbst eine Eisenbahnlinie mit ihren Erschütterungen keinen wesendlichen Einfluß auf die Bienen hat .... dann dürfte das mit dem Bus und der Strasse doch auch funktionieren.


    5. "Klima": bei dem Hang handelt es sich also um einen Südhang. D.h. im Sommer den ganzen Tag volle Sonne. Jetzt ist der aber so bewachsen, dass am eigentlichen Standort dorch z.B. Rhododendren den ganzen Tag Schatten ist. Im Sommer ist das sicherlich Sinnvoll (Wachsschmelztemperatur). Aber letztlich gibt es hierzu die wiedersprüchlichsten Aussagen. Wieviel Sonne muss ich "freischneiden" bzw. ist ein Schattenstandort (im Wald wäre das ja auch so) vertretbar.


    6. "unmittelbare Hindernisse": Wie weit vom Flugloch entfernt darf das erste "Hindernis" auftauchen? Könnte man die Beute auch mit dem Flugloch z.B. direkt vor eine Hecke stellen?





    soweit dazu ...


    viele Grüße


    Sebastian

  • Hallo Sebastian,
    hört sich eigentlich ganz gut an. Was mich etwas stört ist die Sache mit dem Hang. Und zwar vom Handling her.
    Wie ist denn die Wege Situation ?
    Bedenke, das Du da öfter rauf und runter musst, mit schweren Lasten wie ganzen Beuten, volle Honigräume, Winterfutter etc.
    Kannst du da noch mit einer Sackkarre oder Schubkarre arbeiten oder musst Du alles tragen? Das kann schnell lästig werden.
    Von daher würde ich prüfen, ob Du die Bienen nicht ebenerdig aufstellen kannst.
    Gruß Hubert

  • @Hubert
    Das ist kein Problem. In meiner Darstellung fehlt ein wenig die dritte Dimension. Der Hang macht eine Kurve, so dass ich ebenwerdig (und nahezu barrierefrei) aus meiner Garage an den Stellplatz komme. (Und praktischerweise ist die auch direkt so groß, dass sie als
    Lager und Werkstatt herhalten kann.)

  • Mich würde auch mal interessieren wie groß, bzw. wie klein der Abstand vom Flugloch zu einer Hecke sein darf.
    Wäre schön wenn dazu mal jemand was schreiben könnte.

  • Hallo allerseits!
    Mein Imkernachbar hat 2m vor den Fluglöchern so einen 150cm hohen Holzzaun bzw. Terassensichtschutz aus dem Baumarkt, keine Löcher. Da steigen die Bienen problemlos gleich auf und über die Grundstücke der Nachbarn hinweg in die Freiheit. Klappt wunderbar. Noch näher dran wäre dann schon dumm, wegen der ständigen Beschattung. Die Damen fliegen schon besser, wenn sie in der Sonne stehen.
    Gruß Wiebke

  • Ich halte den Standort für mein "Anfängerwissen" ideal :)
    Was den Abstand zu einer Hecke angeht: Meine Bienis stehen auf 2 Holzpaletten ca. 1 m von einem 1,8m hohem Sichtschutzzaun. Da haben sie keine Probleme mit. Entweder gehts gleich ab in die Höhe oder sie fliegen ein Stück seitlich entlang und dann darüber hinweg...