Komische Weiselprobe

  • Liebe Imker,
    ich habe letzten Donnerstag einem Volk komplett ohne Brut und mit glänzendem Pollen eine Brutwabe als Weiselprobe eingehängt.
    Auf dieser Wabe wurde die Brut gepflegt, aber keine Zelle gezogen. Was denn nun? Sonst wurde bei Weiselrichtigkeit die Brut stets ausgefressen!?
    Weiß jemand Rat?



    Gruß


    Frauke

  • Hallo Frauke,
    zu Deinem Volk ohne Brut kann ich natürlich nichts sagen - Augenschein fehlt.
    Aber, dass wenn einem Volk Brutwaben zugehängt werden diese bei Weiselrichtigkeit ausgefressen werden, kann ich überhaupt nicht bestätigen .
    Das würde allen Imkern die im Frühjahr durch umhängen von Brutwaben ihre Völker "Ausgleichen", übrigens wird dieses sehr kontrovers diskutiert, keinen Erfolg bescheren.
    Zur Weiselprobe ist natürlich eine Wabe erforderlich die auch Stadien von Brut bzw. Eiern hat die es dem Volk überhaupt erst ermöglichen eine Weiselzelle anzupflegen. Also Eier und/oder 1-3-tägige Maden.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Eisvogel,
    hast Du natürlich auch wieder Recht. Gesehen habe ich das Ausfressen aber schon öfter.
    Jüngste Brut war natürlich auf der Wabe!
    Danke Frauke

  • Hallo Fitis (nach dem Singvögel, oder was? :-),


    Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Bienen gaaaaanz spät im letzten Herbst noch umgeweiselt haben und Du eine unbegatte Dame im Haus hast. Ich hatte das vor 2 Jahren ebenfalls. Ich hatte das im Herbst bzw. Bei der Durchsicht im Frühjahr nicht bemerkt (ich zeichne die KÖ nicht) und eine Weiselprobe war ebenfalls negativ. Erst als ich im Mai ne Schwarmzellen zugehängt hatte, haben sie die KÖ ausgewechselt - aber das Volk hat bis dahin durchgehalten.....eigentlich unglaublich...Ich liege natürlich vollkommen schief, wenn Du Deine KÖ gezeichnet hast .....


    Gruß von der anderen Seite Hannovers....

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Frauke,
    "sonst" hast Du die Brutwabe zu spät eingehängt - in ein hoffnungsloses und weiselloses Volk.
    Die haben gefressen, weil sie wegen Volksschwäche am Hungertuch nagten.
    "Jetzt" haben sie die Brut gepflegt, weil genügend Pflegebienen vorhanden sind, das Volk nicht weisellos ist, eine Königin noch vorhanden ist und diese zur Zeit nicht legt oder nicht mehr legt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,
    Danke, für die vielen Antworten.
    Zur Zeit waren überhaupt keine Stifte zu sehen, also wird wohl eine Königin im Volk sein.
    Danke


    Frauke

  • melanie


    eine Zwischenfrage:
    in einem Fred von 2010:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=11473&highlight=buckelbrut
    wurde diskutiert, dass man durch das Einhängen einer Brutwabe mit jüngster offener Brut in ein Volk mit Drohnenmütterchen
    dieses retten könnte, indem man es nachschaffen lässt.
    Die Ovarien der Afterweiseln würden sich zurückbilden.


    Jetzt schreibst du:

    Zitat

    nur angepflegte Weiselzellen werden ausgefressen


    Heißt das, die (vom Ursprungsvolk) angepflegten Weiselzellen werden erst ausgefressen und dann "eigene" angelegt, mit denen dann
    nachgeschafft wird?


    Hat diesen Tipp des Drohns schon jemand ausprobiert und wie war das Ergebnis?


    Grüße aus dem kühlen München
    Andi

  • Hallo, Andi,
    danke fuer den Tipp. Habe ich noch nie gehoert (ausser eben in diesem Thread) dass das gehen soll. Nach meiner eigenen Erfahrung nehmen drohnenbruetige Voelker keine Koenigin an und ziehen auch keine WZs mehr an.


    Testen werde ich das wohl auch nicht...warum sollte ich auch ein Volk mit Drohnenmuetterchen einem intakten Volk aufzusetzen? Das Risiko ist mir das Ausprobieren nicht wert (die Drohnenmuetterchen steigen locker durch das Absperrgitter...brrr).


    Das "Aufloesen" klingt immer so negativ; dabei wird doch nichts aufgeloest, sondern nur aufgeteilt und alle anderen Koeniginnen und Voelker freuen sich ueber die Verstaerkung.
    Wenn ich mag kann ich die ganzen Bienen wieder entnehmen (in Form von Brutwaben und Jungbienen) und mit einer Koenigin als neues Volk auferstehen lassen - man kann ein drohnenbruetiges Volk also nicht "retten" da mit dem Verlust der Koenigin das Volk faktisch hirntot ist auch wenn der Bienenkoerper noch arbeitet. Dann lieber Organspende ;-))


    Gruesse
    Melanie

  • Danke für deine Antwort, Melanie.


    Was mir bisher beim "Abkehren mindestens 10 Meter vom alten Stand entfernt" noch nicht ganz klar ist:
    KÖNNEN die Drohnenmütterchen nicht mehr so weit fliegen (sie sind doch äußerlich anscheinend nicht von "normalen" Arbeiterinnen zu unterscheiden,
    sind sie zu schwer/unattraktiv/faul/dumm/ungelenk/überheblich um sich irgendwo einzubetteln oder
    werden sie vom Exilvolk nicht eingelassen (dann könnte ich aber auch bei 3 Meter Abstand oder direkt vor die Beute abkehren, oder)?


    Lieber Gruss
    Andi

  • Hallo, Andi,
    sie koennen nicht mehr so weit fliegen. Ich habe mal ein drohnenbruetiges Volk etwa 20 m weit abgekehrt und hatte danach noch ueber Tage diverse kleine Minischwarmtrauben an diese Stelle auf dem Boden und niedrigem Geaest zu haengen. Ein Auseinandertreiben dieser Trauebchen aus einigen Hundert Bienen zeigt keine Koeniginnen - ich konnte aber anhand des Verhaltens der Arbeiterinnen ein Drohnenmuetterchen herauslesen. Sah ganz normal aus...nur etwas glaenzend und abgenutzter. Aber offenbar nicht mehr sehr flugfreudig....krabbelte und machte allenfalls kleine Flughuepfer.


    Auf die Einlasskontrolle wuerde ich mich nicht verlassen zumal gerade die Voelker neben dem ehem. Standplatz innerhalb weniger Minuten regelrecht ueberfallen werden von einstroemenden Bienen...da kann auch mal ein Drohnenmuetterchen durchkommen...



    Gruesse
    Melanie

  • Ich vermute, daß eine Arbeiterin, die ihre Eierstöcke reaktiviert hat, von weiselrichtigen Völkern am Geruch erkannt wird und somit am Flugloch, falls sie es bis dahin schafft, wie eine fremde Königin behandelt wird.
    LG Elk


  • Wer genug Geduld hat kann so ein Volk schon noch 'retten':


    Gib dem Volk alle paar Tage eine Wabe mit Eiern. Die Pheromone von der Arbeiterinnenbrut verhindern nach einiger Zeit das Eierlegen der Arbeiterinnen. Später werden sie dann eine Königin aus den eingesetzen Eiern ziehen, oder du kannst eine Weiselzelle zusetzen, solltest aber den oberen Teil mit Alufolie umwickeln.


    Solange du deinen anderen Völkern nur Waben mit Eiern entnimmst, wirst du sie nicht allzusehr schwächen, da sie noch relativ wenig in diese Brut 'investiert' haben. Einfach eine mit Reisnagel gekennzeichnete Leerwabe ins Brutnest einhängen und drei Tage später mit neuer Leerwabe ersetzen.
    Die Königin dieses Volkes legt dann sozusagen fuer beide Völker.

  • Wer genug Geduld hat kann so ein Volk schon noch 'retten':


    Gib dem Volk alle paar Tage eine Wabe mit Eiern. Die Pheromone von der Arbeiterinnenbrut verhindern nach einiger Zeit das Eierlegen der Arbeiterinnen. Später werden sie dann eine Königin aus den eingesetzen Eiern ziehen, oder du kannst eine Weiselzelle zusetzen, solltest aber den oberen Teil mit Alufolie umwickeln.


    Solange du deinen anderen Völkern nur Waben mit Eiern entnimmst, wirst du sie nicht allzusehr schwächen, da sie noch relativ wenig in diese Brut 'investiert' haben. Einfach eine mit Reisnagel gekennzeichnete Leerwabe ins Brutnest einhängen und drei Tage später mit neuer Leerwabe ersetzen.
    Die Königin dieses Volkes legt dann sozusagen fuer beide Völker.


    Das ist ein Tipp von Michael Bush. Funktioniert sicherlich, aber wie sinnvoll ist das? Er schreibt, im Abstand von 7 Tagen eine Wabe mit offener jüngster Brut geben, in der Regel wird auf der 3. Wabe eine Nachschaffungszelle gezogen. Schlupf nach 11 Tagen, Eilage nach spätestens weiteren 14 Tagen, macht: 14+11+14 = 39 Tage. Dazu kommt die Zeit der Weisellosigkeit ohne schlüpfende Brut. Wie lange lebt eine Arbeiterin?:confused:


    Gruß Ralph