Schwarmvorwegnahme und dann?

  • Hallo zusammen,


    wenn ein Volk schwärmen will mache ich einen Kustschwarm oder Freiluftkuntschwarm mit der Königin dieses Volkes. Letztes Jahr bin ich dann so verfahren, dass ich nach 9 Tagen die Nachschaffungszellen gebrochen habe und nach weiteren 5 Tagen eine einjährige Königin aus meiner Zucht zugesetzt habe. Das Zusetzen erfolgte im Käfig (Nicot) unter Zuckerteigverschluss.


    Leider wurde bei mehreren Völkern diese Königin nicht angenommen. Ich habe es dann geschafft die Völker wieder zu beweiseln, in dem ich eine Toalbauerneuterung gemacht habe. Was habe ich falsch gemacht?


    Meine Intention war, die Brutpause so kurz wie möglich zu halten und dann mit der Einjährigen richtig durchzustarten.


    Als Alternative habe ich mir überlegt Zuchtstoff zuzusetzen und die Königin dann im Volk schlüpfen zu lassen. Nebenbei hätte ich auch etwas für die Zucht getan, die übrigen Zellen lassen sich ja gut verwerten. Bloß hätte ich dann eine längere Brutpause bis die Königin begattet ist und es besteht die Möglichkeit, dass die Königin auf dem Hochzeitsflug verloren geht. Daneben ist die neue Königin noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit. Es gibt also viele Gründe, die für mich dafür sprechen eine einjährige einzuweiseln, aber ich will meine Königinnen auch nicht vergeuden.


    Wer weiß Rat?


    Vielen Dank im Voraus.

  • Hallo Boris,
    Du bist mit Deinen Überlegungen schon auf den richtigen Weg.
    Erkunde Dich im Forum nach der 2 X 9-Methode nach Golz.
    Was will ein Volk uns zeigen, wenn es schwärmen will?
    Es will sich teilen und eine neue Königin haben.
    Ersteres wollen wir nicht unbedingt, für zweites müssen wir sorgen.
    Dies geschieht hervorragend mit der oben genannte Methode:
    Das Volk bleibt ungeteilt und hat am Ende eine neue Königin.
    Noch dazu eine von diesem Jahr.
    Die dabei entstehende Brutpause ist eher positiv:
    - die freiwerdenden Brutzellen werden geputzt,
    - es entsteht Platz für ein großes Brutnest für die neue Königin,
    - die Varroa kann sich bis zur entsprechenden Reife der neuen Brut nicht vermehren;
    - die von der Brutpflege befreiten Bienen können sammeln.
    Die Dauer der Brutpause entspricht etwa der, wie sie beim Schwarmabgang auch entstehen würde.
    Das Risiko, das die Königin beim Begattungsflug verloren geht ist etwa gleich groß wie bei Ablegern,
    obwohl es bei Großvölkern eigentlich geringer ist.
    Zudem besteht kein Zusetzrisiko, weil die Bienen diese Königin als "ihre" akzeptieren.
    Die Königin kann gleich richtig loslegen.
    Dies gleicht die Verluste an Volksstärke während der Brutpause mehrfach wieder aus.
    Die Schwarmstimmung wird durch das NZ-Ausbrechen und der Zugabe von Zuchtstoff gebrochen,
    der Zuchtstoff mangels eigener Brut gut angenommen.
    Was gegen einen Austausch gegen einjährige Königinnen spricht:
    Zusetzrisiko, mit einer einjährigen bleiben die Bienen in Schwarmstimmung, der Wunsch der Bienen nach einer jungen Königin wird ignoriert.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.