Honig animpfen

  • Stimmt es, dass man, statt Honig kontinuierlich zu rühren, ihn mit einem feinkristallinem "Starterhonig" animpfen kann? Auf 20 kg geklärten Honig: 125 g Starterhonig gründlich einrühren. Der so angeimpfte Honig braucht dann nicht mehr weiter gerührt zu werden und kann sofort ins Glas abgefüllt werden und bleibt streichfähig.
    Ist das auch eure Erfahrung?
    Viele Grüße in die Runde.

  • Stimmt es, dass man, ...... dann nicht mehr weiter gerührt zu werden und kann sofort ins Glas abgefüllt werden und bleibt streichfähig.
    Ist das auch eure Erfahrung?
    Viele Grüße in die Runde.


    lotus NEIN


    Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Das " Nein " von Josef ist korrekt.
    Man könnte zu diesem Thema allerdings noch einiges anmerken ; nur , dazu ist schon so manches angemerkt worden.( Suchfunktion )
    Nur soviel , nehme auf diese Menge in der Regel ca. 1 Kg Starterhonig .
    Da die Herstellung von dauerhaft streichfähigem Honig einiges Geschick - und Erfahrung bedarf , rate ich Dir , dich schlau zu machen. Dies ist nämlich die " hohe Schule " der Honigaufbereitung.
    Wenn Du den Bogen dann mal raus hast , reicht die Ernte in keinem Jahr mehr.


    Gruß hannes

  • Hallolo tus!


    Animpfen mit feinkristallinem Honig beschleunigt und beeinflußt die natürlich Kristallisation eines Honigs dahingehend, dass sich in diesem ebenfalls feine Kristalle bilden. Diese musst du dennoch regel- und gleichmäßig unterrühren, ansonsten wird auch der feinkristallin angeimpfte Honig erstmal bretthart.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich nehme pro Hobbock frisch geerntetem, flüssigem Gold ein "normales" Pfundglas Honig der gewünschten Konsistenz - schön streichzart ohne "Krümel" - und verrühre es in einer kleinen Schüssel mit einem guten Schuß des flüssigen Frischen. Anschließend läßt sich diese "Suppe" gut in den großen Kübel einrühren. Diese Impfung setzt den Prozeß des Festwerdens (Kristallisation) in Gang. Jetzt regelmäßig weiterrühren und schon nach wenigen Tagen kann Honig mit der gewünschten Konsistenz abgefüllt werden. Das Impfen beschleunigt also den Start der Kristallisation. Wenn man allerdings das Weiterrühren vergißt, kann das Ergebnis "bretthart" werden.


    Die Beschleunigung mittels Impfen brauche ich überlicherweise nicht bei der Frühtracht, aber beim Sommerhonig habe ich schon oft wochenlang gewartet, bis es mit der Kristallisation endlich losgeht. Wenn ich bei der Sommerernte schon drei oder vier Wochen gewartet habe und sich immer noch nix tut, dann platzt mir meist der Kragen und ich impfe kurzerhand.


    Gruß vom Sammler

  • Meine erste Erfahrung mit dem Animpfen


    Liebe Imker Innen,


    vorab - ich arbeite Schicht und musste eine volle Woche, fast unmittelbar nachdem ich zum allerersten mal in meinem Leben Honig geerntet hatte eine Woche dienstlich verreisen... somit versuchte ich einfach die "Animpf-Methode" wie sie in dem Buch "Ökologisch imkern" von Claudia Bentzien empfohlen wird.


    gut 1/2 Hobbock voll mit (allerdings) recht dunkelm Honig (und kein Raps war hier weit und breit, nur Schlehe, Kirsche, Apfel, Weißdorn und ganz viel Wildrose.. bis zum Tag der Honigernte)


    Ich rührte 1/2 Glas Sommerhonig hinein und füllte sofort ab.. dann musste ich auf Frau Bentzien vertrauen :) -->


    Der Honig ist wundervoll cremig kandiert!


    Ich schleudere dieser Tage erneut.. ich werde es wieder so machen! :)


    Bericht folgt.


    Grüße Mani aus der Winsener Marsch

  • Das wundert mich jetzt aber doch, dass das so einfach klappt mit dieser Methode, ohne weiter regelmäßig zu rühren. Als ich dies weiter unten zum ersten Mal fragte, wurde mir von dieser Methode abgeraten. Eigenartig. Du schreibst nun doch über ein cremiges Ergebnis. Wenn dem wirklich so ist, dann wäre das ja wirklich eine ganz einfache und nicht so zeitaufwendige Sache. Wieviel Tage vergingen denn nach dem Animpfen bis zum cremigen Zustand?

  • Hallo,


    Zitat

    dann war er komplett durchkandiert.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass er das wirklich auch ist.
    Denn ich befürchte, der könnte noch nicht zuende sein mit dem Kandieren. Folglich kann er auch noch wesentlich härter werden.
    Später....


    Lotus, das kommt ganz allein auf die Qualität des Honigs an, der angeimpft wird: Er ist es, der hart wird oder auch nicht.
    Das Impfen bringt nur den Startpunkt des Kandierens nach vorn, weil so Kristallisationskeime eingebracht werden.


    Der Prozess des Rührens, der ja die Verkettung der Kristalle immer wieder unterbricht, diese damit verkleinert, trennt und somit die Cremigkeit herstellt ist derselbe, als wenn man ohne Impfen halt evtl. ewig lang wartet, bis man losrühren kann.


    Also nicht durch solche Einzelbeispiele, die mit Glück klappen können, das Impfen mit "Cremigmachen" verwechseln.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper