Umwohnen auf große Waben...

  • Moin, moin,


    wir lassen uns hier ja nicht aufhalten und machen in den nächsten Tagen einen weiteren Stand auf.


    Die Bank steht seit gestern. Die Bienen kaufen wir, sobald die Papiere klar sind. Wahrscheinlich Ende kommender Woche.


    Diese Tiere wohnen nun auf DN einfach, Segeberger Beuten, momentan einzargig. Sie sollen aber auf DN 1,5 Holz. Sollen wir zur Erweiterung einfach die großen Zargen, mit Anfangsstreifen, statt Honigraum, geben und warten, bis sie oben wohnen? Oder erstmal so betreiben, wie sie sind, also einfache Zargen aufsetzen und dann nach der Ernte die Bauerneuerung im großen Gehäuse?


    Was raten die Fachleute?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...


  • Hallo Clas warum mit Anfangstreifen ? Warum keine Mittelwände ? Geht schneller . Ist mir auch egal . Also wenn Königin oben auf den großen Waben brütet Absperrgitter zwischen die beiden Räume legen. Nach 21 Tagen ist alle Brut unten geschlüpft. Großer Brutraum auf Bodenbrett stellen und Bienen aus DNM einfach abkehren .Absperrgitter auflegen und sofort Honigraum geben . Fertig


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Clas!


    Ich wohne immer mal wieder von DNM auf DNM 1,5 um und zwar wie folgt:
    1. Einzarger kriegen bei Aufsatzreife den neuen, großen BR aufgesetzt, drauf direkt HR, dazwischen ASG.
    2. Zweizarger werden auf eine Zarge gestaucht, dabei werden alle BW in den unteren BR gegeben, sodass möglichst keine Brut verlorengeht. Klappt meist. Dabei ist auf eine sofortige und ausreichende Tracht zu achten, insbesondere bzgl. Nektar (Wettervorhersage und akt. blühende Pflanzen beachten!).
    Auf diese Zarge wieder wie gehabt den zukünftigen großen BR zzgl. ASG und HR aufsetzen. Gerne auch 2 HR. So ist bei passendem Wetter bei mir meist der neue BR innerhalb einer Woche komplett ausgebaut und meist auch größtenteils bebrütet. Natürlich ist dies abhängig von der Stärke des jew. Volkes.
    Simpel und funktionell.


    Ob das Ganze mit Anfangsstreifen auch klappt wage ich zu bezweifeln, da die Bienen diese sehr weit vom Bienensitz finden und sie vermutlich so weit vom eigentlichen Volkskörper entfernt nicht einfach anfangen werden zu bauen.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Moin, moin,


    danke Euch beiden!


    Das mit der Entfernung ist ein einleuchtendes Argument. Dann also 3 Mittelwände bis unten als Leiter und oben dann Anfangsstreifen? Weil wir ja eigentlich Naturbau wollen...


    Bei Josefs Rezept ist klar, wann die untere Zarge weggkommt. Bei der Erkelenzer Variante muss man dann gucken, wann unten die Brut alle ist? Und sich drauf verlassen, dass die Königin in den neuen Gemächern weilt?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hi Clas,


    Du kannst die "erkelenzer Variante" ja noch um ein ASG erweitern: zwischen altem und neuen BR, wenn die Königin sicher im neuen großen drin ist.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen!


    Hey, als echter Imker habe ich jetzt dann ja auch schon was erfunden, die in Fachkreisen sicherlich bekannte "Erkelenzer Variante" :wink: :cool:. Geil!
    Im Ernst, bei "meiner" Variante schaue ich, dass die Königin im neuen BR sitzt, stelle diesen dann an die Seite, nehme den unteren, zukünftig ehemaligen BR weg, setze auf den Boden den neuen BR und darauf dann den /die HR über ASG. Die auslaufenden BW im bisherigen BR kann man als Brutscheune auslaufen lassen, gegen die Varroa behandeln und dann die Bienen auf mögliche Ableger verteilen. Oder man fegt die Waben ab und setzt sie woanders auf. Würde ich nicht tun.
    Oooder man schaut wie viel der Brut verdeckelt ist und schmilzt die möglicherweise alten Waben mitsamt Restbrut aus. Würde ich tun.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Moin Patrick,


    Einschmelzen wegen der Milben, die sie vielleicht haben? Diesbezüglich kenne ich die Völker ja noch nicht. Hier bei unseren ist zur Zeit nach meiner Kenntnis nicht viel Milb. Bei den neuen werd ich es gewahr werden.


    Ansonsten bleibt ja auch noch die Sauerländer Modifikation der Erkelenzer Variante, dann mit doppeltem ASG...


    Gut, ich werde das im Herzen bewegen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Clas!


    Nicht zwingend primär wegen der Milben, aber bei quasi komplett ausgelaufenen Waben und nur vernachlässigbar wenig (Rest-)Brut in diesen Waben ist ein "Fertigbrüten" dieser m. E. tw. nicht lohnend.
    Und mittels Ausschmelzen hat man alte Waben auch direkt weg.
    Wenn Milben mit drauf gehen, klar!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Dann also 3 Mittelwände bis unten als Leiter und oben dann Anfangsstreifen? Weil wir ja eigentlich Naturbau wollen...


    Hallo Clas,


    Brutraum-Umstellung durch Erweitern mit Anfangsstreifen geht definitiv schief.
    Naturbau mit Anfangsstreifen NUR mit Neustart mittels Schwarm oder vorweggenommenen Schwarm.


    Wenn Du den vorweggenommenen Schwarm Anfang oder Mitte Mai mit der Königin und 995 g Bienen machst, geht es meist gut. Es braucht auch nicht unbedingt Weichselzellen dazu.
    Wenn dann 14 Tage später die Nachschaffungsköniginnen geschlüpft sind, kannst Du noch einen Nachschwarm vorweg nehmen. Häufig sind dann mehrere Prinzessinnen im Volk.
    Auch hier reichen 10000 Bienen für Naturbau, wenns noch Mai ist.


    Das Restvolk kannst Du dann nach weiteren 14 Tagen, bzw wenn die junge Königin anfängt zu legen, ebenfalls auf Anfangsstreifen setzen. Damit sind aus dem Volk drei Jungvölkern entstanden.


    Mit der Puderzuckermethode die Varroabelastung des Schwarms prüfen und gegebenenfalls Oxalsäure bedampfen, bevor die erste Brut verdeckelt ist halte ich für eine schnelle und sinnvolle Lösung.


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Moin Gunnar,


    warum muss das schief gehen? Honigräume bauen Bienen doch auch im Naturbau aus und bebrüten die dann, wenn sie kein Absperrgitter haben. Wenn sie eines haben, neigen meine nach meiner bescheidenen Erfahrung dazu, nicht nach oben zu gehen. Sie finden das lästig.


    Dass sie eine im gleichen Brutraum zur Erweiterung gegebene große Mittelwand freiwillig ordentlich ausgebaut hätten, habe ich dagegen noch nicht erlebt. Die funktioniert wie ein Schied. Wochenlang haben sie dran rumgenüsselt. Ergebnis einige Zellen irgendwo zu wenigen Prozent ausgezogen. Und viele schwärzliche Punkte und Krümel darauf. Vielleicht gefiel ihnen das Material nicht, da war doch was mit gepanschtem Wachs? Oder kann ich die verkehrt herum eingebaut haben? Ob die y-richtig waren, habe ich jedenfalls nicht beachtet, und bei den daraufhin angeschauten Naturwaben schien mir, dass die Bienen das Kriterium nicht zwingend heranziehen... Jedenfalls habe ich schon deutlich mehr schließlich wieder rausgenommene Mittelwände thermisch genutzt, als ich davon Waben erhalten hätte.


    Naturbau ab Anfangsstreifen geht deutlich besser. Auch in Honigräumen. Ergibt wenigstens Waben, wenn auch teilweise wellig und wild. Ein Problem könnte sein, dass die da oben und in der Entwicklungssituation nicht Brutwaben für Mädchen bauen, sondern eher für Jungs. Oder große Vorratskübel.


    Das kann ja anders sein, wenn die MW über ihnen sind. Das wäre dann ein neuer Versuch, denn 3 Jungvölker je Volk wollte ich da nicht unbedingt, bevor ich die Bienen etwas besser kenne. Die sollen an der Schule stehen, und ich weiß noch nicht sicher, ob sie schulreif sind... wenn nicht, hätte ich demnach 9 Völker, die woanders hin müssen und zuhause bin ich gesperrt...


    Also noch einen Stand suchen...?


    Dennoch, es gibt ja Imker, die mit Mittelwänden arbeiten, und deren Bienen die ordentlich ausbauen. Auch im Wechsel mit Anfangsstreifen. Also werde ich noch mal neue MW anschaffen... Vielleicht erlebe ich ja, dass sie die ausbauen. Oder ich finde noch einen Stand und dann kann ich die vermehren. Oder sie kriegen erstmal einfache Zargen, zwei Stück, und die, die freiwillig schwärmen wollen, werden vermehrt. Zeit zum denken ist ja noch etwas...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Patricks Variante ist die beste, denn ich mache es genau so. Ich habe noch ausgebaute Waben oder Futterwaben zur Verfügung, da klappt es super. Von den Anfangsstreifen würde ich abraten, außer einem, für den Baurahmen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin, Reinhard,


    das ist das Problem, ausgebaute Waben haben wir nicht.


    Wegen Faulbrut haben wir alles nicht aktuell benutzte Wabenwerk verbrannt, auch die HR-Waben vom letzten Jahr, und außerdem dürfte ich die ohnehin nicht an einen anderen Stand bringen, selbst wenn ich welche hätte und das wollte...


    Was das betrifft, sind wir auf dem Stand von vor einem Jahr, jetzt aber mit fünf und wenn wir die neuen haben 8 Völkern auf zwei oder drei Ständen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...