Rauchen?!

  • Liebe Bienenfreunde,
    ich hab ja mit meiner Nachbarin letztes Früjahr mit dem Imkern angefangen und nach dem Vorbild unseres Paten
    haben wir zu Beginn immer nur mit dem Wassersprüher gearbeitet.
    Dabei konnten wir bei unseren damaligen Volk + Schwarmvolk feststellen, dass es meist ganz gut geht so, aber
    manchmal waren die Damen schon heftig aus dem Häuschen.
    Über das Jahr - unter anderm beim Abholen eines Ablegers, haben wir dann auch mal mit Rauch gearbeitet, was
    - wie man ja überall lesen kann - die Bienen ruhig stellt.


    Ich fühle mich aber nicht so wohl, wenn ich die Bienen Rauch aussetze. Es ist schließlich jedesmal ein Alarmschock
    und ob das gut für die Bienen ist bzw. ob es nicht "angenehmer" für die Bienen ist, nur etwas mit Wasser in Berührung
    zu kommen, das frage ich mich (und Euch).
    Wir sind schon sehr zurückhaltend mit dem Öffnen der Beuten - vor 2 Wochen die Durchschau und wenn das Wetter
    passt wollen wir dieses Wochenende sehen, ob noch Platz zum Ausbau ist.
    Aber hin und wieder muss man ran und soll es dann immer Feueralarm geben?


    Ich freue mich über interessante, lehrreiche Infos von Euch.
    Schöne Grüße
    Johannes

  • N`Abend Johannes!


    Auch zu diesem Thema gibt es die verschiedensten Ansichten und Praktiken.
    Radix hier aus dem Forum arbeitet meines Wissens mit nelkenölgetränkten Schwammtüchern, die er vor Bearbeitung auf die OT der jew. Zarge legt.
    Manch Anderer kann an manch Volk ohne alles gehen.
    Die meisten verwenden aber vermutlich einen Smoker, sei es regelmäßig oder bei "unruhigeren" Völkern oder entsprechender Wetterlage / Tätigkeit am Volk. Oder, oder, oder.


    Ich verwende einen Smoker (den kl. Rauchboy), den ich mit Eierkarton starte und dann mit Strohpellets im Dauerbetrieb betreibe.
    Rauchgaben halte ich immer so gering wie möglich, aber so hoch wie nötig, um nicht mangels freien Griff- / Arbeitsplatzes unnötig Bienen zu quetschen. Für die genaue Dosierung desselben ist Erfahrrung vonnöten, die kommt mit der praktischen Arbeit aber wie von selber :wink:.


    Schön ist`s für die Bienen natürlich nicht, da du ja einen Waldbrand simulierst. Meiner Meinung nach aber effektiver und somit letztlich tierschonender als brutales Rumgerupfe bei wüst um sich stechenden Bienen.
    Wenn`s bei dir mit einer anderen Technik klappt, warum nicht?!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    letztes Jahr habe ich nur mit Nelkentuch und Wassersprüher gearbeitet.
    Ich lege 1 Nelkenöltuch auf und warte 2, 3 Minuten.
    Dann haben sie sich zurückgezogen.


    Dann fange ich von der Seite her an, das Tuch zurückzuschlagen.
    Gleichzeitig decke ich von der anderen Seite ein zweites Tuch drauf.
    Zum Arbeiten sind also immer 1 - 2 Waben unbedeckt. Das reicht meistens aus.


    Beim Zargenwechsel vor Kurzem waren sie aber arg garstig... Ist ja auch ein heftiger Eingriff.
    Da habe ich auch Rauch genommen.


    Also für leichte Störungen reichen die Tücher, ansonsten eben Rauch.
    Aber das sehe ich ja beim Arbeiten, was sinnvoller ist.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo


    wie schon Patrick schreibt, genügt auch bei mir ein kleiner "Rauchstoß", die ganze Bienenkiste einrauchen finde ich auch übertrieben.
    Der Wassersprüher ist eine gute Alternative zum Rauch, es kommt eben auf den Eingriff an.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Wenn's in die Beute reinregnet, sorgt's sicher auch nicht für Verzückung...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • ...ich habe zwar auch immer das Nelkenölgetränkte Küchenhandtuch in einem Honigglas
    dabei, vergesse es aber meist mit an die Beute zu nehmen.
    Ich trage den Blusong mit dem Gesichtsnetz dran und gehe sehr langsam beim Waben
    rausziehen vor. Also ganz beruhigt und kein bißchen hektisch. Meistens habe habe
    ich Glück. Allerding wenn ich Morgens nach dem Rasieren mein Rasierwasser aufgetragen
    habe kann ich davon ausgehen dass sie eine Attacke auf meinen Gesichtsschutz starten :-D
    gruss
    rudi

  • Wenn eine Biene angreift, stößt sie ein Alarmpheromon aus, das von anderen wahrgenommen wird, die dann auch angreifen. Der Rauch überdeckt das Alarmpheromon und unterbricht somit die Verständigung zwischen den Bienen. Zusätzlich werden Bienen, die schon in Angriffstimmung sind, zurück gedrängt. Außerdem führt der Rauch dazu, dass die Bienen Futter aufnehmen und dann friedlicher gestimmt sind.
    Nach dem Öffnen der Beute und der ersten Rauchgabe sind die Bienen meist friedlich, sodass kein Rauch mehr nötig ist. Alternativ dazu kann man nach dem Offnen auch einfach etwas warten, bis die angriffslustigen Bienen abgeflogen sind. Langsames und ruckfreies Arbeiten ist erforderlich, um die Bienen ruhig zu halten. Festgekittete Waben lassen sich ruckfrei lösen, wenn man einen Stockmeißel mit Wabenheber benutzt.


    Gruß Ralph

  • da habe ich durchaus auch noch Optimierungsbedarf.
    Oft sind Sie ja recht ruhig und es benötigt nur ein bischen sprühen.
    Aber manchmal sind einige schon recht nass, wenn wir dann fertig
    sind mit dem Stören der Bienen :oops: