Schwarze von La Palma: Klarstellung zu einem Angriff auf Gilles Fert

  • Vor einigen Tagen hatte ich im Thread Königinnenzucht-Buch das Buch von Gilles Fert und K.N. empfohlen,
    woraufhin ein Mitglied eine ebenso überflüssige wie auch an besagter Stelle fehl angebrachte Tirade
    gegen G.F., (ein bestbekannter K. Züchter und Bienenberater, nicht nur in Frankreich), von sich gab.


    Hier nun eine Klarstellung, wie man das Thema "Schwarze von La Palma" auch sachlicher angehen kann:


    [FONT=&quot]G.F. hat tatsächlich während mehreren Jahren bei der Schaffung eines Reservats für die lokale Biene von La Palma mitgeholfen.[/FONT]
    [FONT=&quot]Sowohl die kanarische Regierung als auch die Veterinärdienste hatten es 2000 für gut befunden ihn für die Dauer von 5 Jahren als Techniker zu engagieren. Es ging vor allem darum ein riesengrosses Problem von Stechlust zu lösen, das durch Kreuzung BF x Schwarzen Bienen entstanden war. (Selbstverständlich kommt zuerst das touristische Interesse, Imkerei ist zweitrangig.)[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]So wurde das Problem dann in Zusammenarbeit mit den 2 Verbänden und fast allen Imkern angepackt.[/FONT]
    [FONT=&quot]Wobei alle Imker ausnahmslos mit dem Prinzip einverstanden waren , dass die lokale schwarze Biene zu selektieren und zu schützen sei. [/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]Nach 5 Jahren Arbeit gaben die lokalen Imker und Veterinärdienste Ihre Zustimmung für weitere 5 Jahre, [/FONT]
    [FONT=&quot]womit wir in 2010 angelangt sind. Es gibt einen Bericht über die bis dahin geleistete Arbeit.[/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]G.F. ist der Meinung dass es ihm und den anderen Beteiligten gelungen ist die genetische Verseuchung der Biene von La Palma zu säubern und gleichzeitig deren Produktion aufrecht zu erhalten und sogar zu steigern.[/FONT]
    [FONT=&quot]Genetisch wurde das ganze Projekt von Prof. Lionel Garnery (CNRS, Gif sur Yvette) mit DNA-Analysen verfolgt.[/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]Heute kennt diese Biene ohne Zweifel Erfolg, da Imker von Teneriffa und Gran Canaria mit ihr arbeiten.[/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]Der bekannteste Königinnenzüchter von Gran Canaria (Orosman Burgueño Güelmo) hat sich für sie entschieden, nachdem er bis dahin gelbe K. produzierte. [/FONT]
    [FONT=&quot]Siehe [/FONT][FONT=&quot]http://www.info-bee.com.ar/files/docs/Reinas Canarias..pdf[/FONT]

    [FONT=&quot][/FONT]


    [FONT=&quot](orosman_apicola@msn.com)[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]Der bedeutenste Imker von Teneriffa, Giovanni, (400 Völker), Mitglied der « la casa de la miel », weiselt so weit wie möglich seine Völker mit schwarzen Königinnen aus La Palma um, nachdem er so ziemlich mit allen Bienenrassen aus verschiedenen Herkünften gearbeitet hat.[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]Seit 2 Jahren versuchen die Beteiligten nun autonom zu arbeiten, was nicht ohne Reibereien und Probleme abgeht. (Mehrere Imkervereinigungen, verschiedene politische und finanzielle Standpunkte)[/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot][B]Die Uni von Gran-Canaria hat in der Person von Prof. Anselmo Gracia Molina, (agracia@dpat.ulpgc.es) diese Arbeit mehr oder weniger [/FONT][FONT=&quot]ü[/FONT][FONT=&quot]bernommen und genannte Person ist wohl die geeigneste, eine Analyse der jetztigen Situation zu machen.[/FONT][/B]

    [FONT=&quot][B] [/FONT][/B]Facultad de Veterinaria Trasmontaña s/n 35413 Arucas (Las Palmas) CANARIA. tel: 00 34 6 29352418 TEL: 00 34 6 50261525

    [FONT=&quot]Auskunft können auch die Veterinärdienste von Teneriffa oder folgende Personen de « la casa de la miel de ténériffe » Zoa oder Carmela García Castaños[/FONT]


    [FONT=&quot] carmela.garciacastanos@gobiernodecanarias.org[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]Was den verlassenen Bienenstand angeht, handelt es sich wahrscheinlich um folgende Geschichte:[/FONT]


    Ein Imker, (Herr Z. C.), Vorsitzender der Vereinigung << benahoritas>> hat Probleme mit der Justiz wegen dem Bau einer kollektiven Imkereistruktur. Er war Beauftragter einer Belegstation im Osten der Insel und effektiv scheint dieser Bienenstand aufgegeben. Wo ist der Zusammenhang mit Gilles Fert, bitte ?



    So, jetzt hab ich wegen so einem Sch...angriff auf einen Kollegen genug Zeit verloren, und Zeit hat auch
    für Rentner einen Kostenpunkt.


    Ciao, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo Norbert!


    Danke für die Klarstellung.
    Es gibt halt wie so oft im Leben ZWEI Seiten einer Medaille...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Interessante Information!
    Wenn ich mich richtig erinnere haben die "resistant bees" ja auf der alten Website behauptet es gäbe keine Imker mehr und auch keine natürlichen Völker, sei alles an der Varroa gestorben, nur sie selbst haben die Biene die an nichts stirbt und auch noch mehr und besseren Honig/Propolis produziert.
    Wie kommen denn jetzt diese Aussagen zusammen?
    Kann es sein das "resistant bee" in Wirklichkeit die "Schwarzen" von Fert verkauft :-)
    Das wäre dann Genpiraterie!?

  • Vielen Dank für die Klarstellung. Es handelte sich also um keine ideologische Säuberung, sondern um ein Reservat zum Schutz der lokalen Biene. Das war dringend nötig, bevor der Genpool im Rassengemisch untergeht. M.E. eine bemerkenswerte Aktion.

  • endlich einmal etwas seriöses, erfreuliches und wahres zur Schwarzen Kanarischen Biene Apis mellifera iberica.


    Danke für den interessanten Bericht.


    Franzheimer ,Hermann, Kai, Luffi, Luxnigra, Oliver Roedel und alle Leser
    Danke meinerseits für Euer Interesse.
    Es gibt so viel interessantes über diese Biene, wie auch hier:


    http://www.imkerei.com/articles/fr/abeja%20negra.pdf


    (Hätte man doch nur Spanisch statt Latein gelernt...):wink: 
    Gruß, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Franzheimer ,Hermann, Kai, Luffi, Luxnigra, Oliver Roedel und alle Leser
    Danke meinerseits für Euer Interesse.
    Es gibt so viel interessantes über diese Biene, wie auch hier:


    http://www.imkerei.com/articles/fr/abeja%20negra.pdf


    (Hätte man doch nur Spanisch statt Latein gelernt...):wink: 
    Gruß, Norbert


    Mit portugiesisch kommt man da ein Stückchen weiter ;-)
    Aus welchen Motiven auch immer, gut das ein Staat eine Biene vor dem Aussterben schützen will! Und noch besser dass dies die örtlichen Imker unterstützen!

  • Hinsichtlich der (angeblichen) Resistenz der Bienen auf La Palma habe ich mir selber ein Bild machen können. Ich habe verlassene Völker in Langstroth-Beuten und einen gut geführten Stand angeschaut. Es ist eine wunderschöne (für mich wenigstens) dunkle Biene, sehr gleichmäßig, die Drohnen dunkel bis pechschwarz, etwas kleiner als unsere Biene, im Naturbau ca. 5mm Zellmaß plus minus 1/10 mm, sehr abwehrbereit, aber mit einer Zigarre in Schach zu halten für eine kurze Nachschau, volle Honigwaben. Daß die Imker auf La Palma nicht behandeln, oder fast nicht behandeln, liegt nach meiner Ansicht an den zwei mehr oder weniger ausgedehnten natürlichen Brutpausen. Mit Stephan habe ich mehrmals versucht Kontakt aufzunehmen, aber von ihm kam keine Einladung. Macht nichts, ich habe mir meine Informationen geholt.
    Servus und viele Grüße

  • ...Daß die Imker auf La Palma nicht behandeln, oder fast nicht behandeln, liegt nach meiner Ansicht an den zwei mehr oder weniger ausgedehnten natürlichen Brutpausen. Mit Stephan habe ich mehrmals versucht Kontakt aufzunehmen, aber von ihm kam keine Einladung. Macht nichts, ich habe mir meine Informationen geholt.
    Servus und viele Grüße


    D.h. also ALLE Imker behandeln nicht? Welcher Typ Varroa existiert denn auf den Kanaren. Ich vermute stark ein recht "sanfter"!?

  • Servus Oliver,
    ich habe nur zwei Stände besucht. Nach meiner Meinung muß man auf La Palma kaum gegen die Varroa behandeln. Das liegt an den Brutpausen, da können sich die Völker wieder von den Varroen selber befreien, sie besitzen zudem noch diese "Killergene" gegen Parasiten. Auf Zypern und Sizilien ist dies ähnlich. Bei uns dagegen brüten die Völker oft von Januar bis Dezember durch.
    Viele Grüße

  • Welcher Typ Varroa existiert denn auf den Kanaren. Ich vermute stark ein recht "sanfter"!?

    In Europa gab es wohl den japanischen Typ Varroa gar nicht, also vorsicht mit Vermutungen nach brasilianischem Muster. Die Frage ist trotzdem interessant!


    Sach mal Oliver, Du kontaktierst doch so viele Züchter wegen VT. Hast Du denn jetzt mal PacificQueens aus Chile nachgefragt?
    :cool:



    sie besitzen zudem noch diese "Killergene" gegen Parasiten. .... Bei uns dagegen brüten die Völker oft von Januar bis Dezember durch.

    Bitte schreib doch mal ausführlicher über die "Killergene". Und wo brüten die Völker bei uns durch ?
    :confused:


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • hallo an alle,
    einige Klarstellungen -


    die Wildbienen hier sind ALLE ausnahmslos eingegangen. Hier ist das Problem mit den Varroen noch extremer als bei euch, denn die Brutphase ist hier viel länger. Das was unser Kollege waxnsoana schreibt hat leider nichts mit der Realität zu tun.
    Hier kann ein Ableger noch im selben Jahr an Varroen eingehen.


    Alle die mich kontaktierten habe ich eingeladen hier unsere Bienen anzusehen. Einige haben sich dann nicht mehr gemeldet obwohl ich ihnen meine Telefonnummer gab.
    Gilles Fert war auch zwei mal hier und hat unsere Bienen gesehen.


    Tatsache ist dass die Belegstelle im Nordosten der Insel gerichtlich versiegelt ist, 200 Völker dort herumstehen und die Bienen gestorben sind. Angeblich war dieser Bezirk von anderen Völkern in großem Umkreis gesäubert worden vor 10 Jahren. Es stellte sich aber heraus dass da im Radius von 2 Kilometern immer mehr als 70 fremde Völker waren und sind.


    Das Projekt der Regierung mit Gilles Fert ist gescheitert und es gibt KEINE Königinnen mehr davon. Jetzt machen sie in Tenerife wieter.


    Vorletzes Jahr wollten die Regierung und Gilles Fert nochmals das Projekt hier aufrollen, weil sie erneut Geld von der EG in Aussicht hatten. Sie stellten eine junge Tierärztin ein, die noch nie was mit Bienen zu tun hatte, dass sie an einem anderen Ort als an der besagten Belegstelle, Königinnen züchtete. Da ja keine Königinnen aus dem vorigen Projekt mehr vorhanden waren, fragten sie einfach die Imker hier nach Ablegern und einige stellten ihnen diese zur Verfügung.
    Dann kam Gilles Fert , sah sich die Ableger an und sagte: "Das sind dunkle Bienen". Fertg. Keine Untersuchung - nichts.
    Vor 10 Jahren nahm ich zu Beginn an diesem Projekt teil und meine Aufgabe war es von überall her Bienen zu sammeln, um eine repräsentative ADN Untersuchung machen zu lassen. Das war sehr aufwendig und hunderte von Proben wurden an eine Uni in Spanien geschickt. Jetzt, vor 2 Jahren, machten sie sich nicht mehr den Aufwand
    Ich kannte die Tierärztin und da sie absolut überfordert war mit dem Projekt Königinnen zu züchten, bat sie mich um Hilfe.
    Wir, unsere Imkergruppe, halfen ihr und ich bekam echt die Krise als ich sah, was da an Bienen vervielfältigt werden sollte.
    Das war reinster Mischmasch an Genetik. So sah ich eine große Gefahr dass durch die Vervielfältigung dieser "Promenadenmischungen" unsere dunkle Biene hier gefährdet wäre. Ich gab der Tierärztin unser bestes Zuchtmaterial um dieser Gefahr zu begegnen. Doch mit der Zeit verlief dieses Projet im Sande und jetzt gehts in Tenerife weiter.


    Der angesprochene Königinnenzüchter Orosman bietet alle Arten von Königinnen an. Ich sah ihn neulich als ich eine Vortrag hielt und er meinte dass er heuer 10 bis 20.000 Königinnen verkaufen wird??? Das ist alles andere als die dunkle Rasse. Wenn ihr Fragen dazu habt, Sergio kennt ihn sehr gut und ist öfters bei ihm.


    Eine andere Tatsache ist dass im selben Projekt ein "Casa de La Miel" (Haus für die Imker) in einem Nachbarort Tijarafe gebaut wurde, mit allen Einrichtungen die die Imker hier benötigen, um ihre Produkte legal zu verarbeiten. Das ist nun 10 Jahre her und noch NIE konnte ein Imker dieses Haus benützen. Es steht leer. Die Gelder für das alles kommen aus der EG. Und sonst gibt es keine andere Möglichkeit für die Hobbyimker hier ihre Produkte legal zu verarbeiten mit Asunahme einer Coop der aber nur einige wenige angehören.


    Der erwähnt Imker (Herr Z. C.) ist Herr Zosimo. Der hat einen Imkerverein "benahoritas" gegründet und die Rolle des Königinnenzüchters übernommen. Das Problem war dass er den GANZEN Honig seiner Imkerkollegen von 3 Jahren an sich genommen hat um ihn zu verkaufen. Das waren zigtausende Kilo Honig. KEINER DER KOLLEGEN HAT JE EINEN EURO VON DIESEM DEAL GESEHEN. Das war auch der Grund für die Gerichtsverhandlung.
    Herr Zosimo hatte über 200 Völker die er einfach sich selbst überlies und die natürlich alle eingegangen sind. Und hier gibt es, wie bei euch ein Gestez, dass es keine Völker geben darf, die nicht ständig unter Kontrolle sind. Was glaubt ihr wie diese Völker die sich selbst überlassen waren, die Völker unserer Kollegen belasteten durch Wiederinfizierung. Immer noch stehen diese verlassenen Bienenstände herrenlos in der Gegend rum. Wenn es einen interessiert, ich kann sie ihm gerne zeigen - und das sind jetzt bestimmt schon 5 Jahre her.


    Es ist doch interessant wie es immer zwei verschieden Realitäten gibt. Die offizielle und die wirkliche.