Beschwerde da Bienen im Landschaftsschutzgebiet stehen, wer kann helfen

  • Hallo, :-(


    9 von meinen Bienevölker hab ich dieses Jahr auf einer Streuobstwiese stehen. Die Streuobstwiese befindet sich in einen Landschaftsschutzgebiet (grüne Band).
    Jetzt schaltet sich der Landschaftspflegeverband ein. Ich hab hier gelesen, das es nicht immer gern gesehen wird, wenn Bienen sich in einen Landschaftsschutzgebiet befinden (wegen der Wildbienen, Hummeln, Wespen). 5 von den Völkern, stehen auf einen extra dafür gebauten Anhänger. Die Völker auf den Anhänger, sollen nur zur Trachtzeit dort bleiben. Wie weit kann mir der Landschaftspflegeverband und die Naturschutzbehörde dieses verbieten. Streuobstwiese und Bienen sind gern gesehen nur Landschaftsschutzgebiet und Biene nicht. Was ist den jetzt Streuobstwiese oder Landschaftsschutz. Vielleicht gib es hier einen guten Rat. Bin jetzt in der Klemme weil ich eine Vorladung bekommen habe.

  • Hallo,


    mir scheint, es fehlt die Hälfte an Informationen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, warum das Aufstellen von Bienen in einem solchen Grüngürtel Probleme verursachen sollte. Außer vielleicht, wenn man sein Vorhaben nicht angemeldet hat, ein Gesundheitszeugnis fehlt und vor allem keine Anhänger in einem Schutzgebiet zu stehen haben.


    Ist es in etwas so?


    Ich kenne die Konflikte zwischen Naturschützern und Imkern. Redet man nicht miteinander, wird es ungemütlich. Man sollte das alles nicht immer nur durch das Honigauge sehen, sondern auch die Interessen der anderen Organisierten berücksichtigen.


    Schlage bei der Vorladung Kompromisslösungen vor, pinsele ein wenig den Bauch des Mitarbeiters und zeige Dich einsichtig, wenn man Dir etwas vorwirft. Das Gebiet würde ich nicht so schnell opfern und aus Feinden werden sehr gute Freunde. Glaube mir.


    Grüße


    Tim

  • Hallo ggr27,
    gerne würde ich Dich ja mit bürgerlichen Namen anreden...
    Leider weiß ich auch das Bundesland nicht, in den Du beheimatet bist.
    Da gibt es etwas abweichende Bestimmungen.
    Ich zietiere mal ausnahmsweise einige Zeilen aus einem Buch über Nationalparks, Naturschutzgebiete usw.
    Aber nur deshalb, weil der Autor das so treffend beschreibt, das ich das nicht mit eigenen Worten hinbekomme:
    ""Aus juristischer Sicht genießen die Naturschutzgebiete den höchsten Schutzstatus, während der Schutzstatus der "Landschaftsschutzgebiete" nicht das Blech der grün-weißen Schilder wert sind, die sie als solche ausweisen.
    In erster Linie sollen Naturparks (Anm. = Landschaftsschutzgebiete) der Erholung dienen, womit eigentlich alles über ihre Existensgrundlage gesagt ist. So können unsere Naturparks, die größtenteils als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen sind,
    auch als grüne Imagepflege-Institutionen der lokalen Fremdenverkehrsverbände betrachtet werden. Anderseits existieren in vielen Naturparks auch zahlreiche Naturschutzgebiete, die ausschließlich der Erholung bedrohter Tier- und Pflanzenarten dienen und daher zu meinen sehr unterschiedlichen Bewertungen der Parks wesentlich beigetragen haben."
    (Bruno Dittrich, Deutschlands Nationalparks, Naturparks und Naturreservate, Rasch und Röhrig Verlag, ISBN 3-89136-495-4)
    Unbedingt das Buch kaufen!
    Problem könnte sein, wenn die Streuobstwiese als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.
    Es hilft alles nicht, Du musst wohl im Bundesnaturschutzgesetz und im entsprechenden Landesnaturschutzgesetz nachlesen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo


    Der Grundstückbesitzer hat nun mal das Sagen, ob die Bienen da stehen dürfen oder nicht, aber wie Tim schon schreibt, gibt es für alle Probleme eine Lösung.
    Ich wünsche dir viel Glück.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten. Eigentümer bin ich selbst. Es handelt sich um ein Landschaftsschutzgebiet " Auf Grund des Niedersachsischen Naturschutzgesetz " so ist es geschrieben. Da es keinen Weg gibt muß ich ungefähr 50m mit dem Auto über die Wiese fahren. Entweder wird es das oder weil ein Anhänger mit Beuten dort steht. Ich weiß aber erst morgen darüber Näheres. Möchte mich vorher etwas informieren wie meine aussichten sind, um dann nicht ganz so Dumm dazustehen. Ich habe mich bisher immer im guten geeinigt nur gib es immer wiede Menschen die sich nur mit soetwas beschäftigen. Die Beschweren sich und damit tretten die Leute auf den Plan.


    MFG Gero

  • Hallo, Gero,
    erstmal entspannt bleiben - geh hin und hör Dir an was die zu sagen haben. Stelle ruhig Fragen wie "Bitte bennen Sie mir die wissenschaftlichen Untersuchungen, die ein Konkurrenzsituation der Honigbiene zu Wildbienen/Hummeln belegt"...schon das dürfte ein Problem werden.


    Dann soll man Dir die Bienenarten, die man hier in Konkurrenzdruck unterliegen sieht (genauer Name, kein allgemeines "Hummeln" bitte schön) und man solle doch die Pflanzenarten benennen, an denen diese Arten zu finden sind und die ebenfalls von der Honigbiene abgesucht werden.


    Biete Deine Unterstützung an - gerne protokollierst Du während der Blüte dieser Arten lückenlos den Besuch derselben....mal sehen wer da so vorbeikommt.


    Such doch mal spaßeshalber alle Bienenstände der Umgebung raus und mal die mal mit 5 km Radien auf eine Karte...wetten, dass vom LSG kein Bereich unbesucht bleibt auch wenn Deine Bienen da weg sind?


    Aber im Ernst, ev. stören sie sich ja an etwas anderem wie das Befahren oder so aber letztendlich ist das auch Deine Streuobstwiese und Du brauchst eben auch eine vernünftige Bestäubung...sie können Dir ja Wildbienennisthilfen sponsoren ;-))


    Echt, als NABU-Mensch habe ich nun nichts gegen LSGs und Schutz aber das ist albern...ev. bietest Du als Zeichen des guten Willens die Redukion der Volkszahl aber mehr würde ich ohne weitere fundierte Gründe nicht gerechtfertigt sehen...


    Grüße
    Melanie

  • Moin,
    wer hat dich denn bitte "Vorgeladen"? Die Staatsanwaltschaft oder wer? Ersteinmal ist so eine Vorladung immer nur eine bitte zu einem Gespräch, zu dem man erscheinen kann, aber nicht muß! Irgendeine Behörde kann dich nicht "Vorladen" wie es ihr gefällt! Ganz ehrlich, wenn die mit dir ein vernünftiges Gespräch hätten führen wollen, dann hätte doch wohl ein Anruf oder ein persönlicher Besuch mehr gebracht. So scheint mir das eher eine Einschüchterungstaktik von ein paar ganz wichtigen zu sein!
    Also ich würde da gar nicht hingehen, was wollen die auch machen? Oder wenn dann gut vorbereitet wie oben geschrieben...
    Wirst schon nicht verhaftet werden ;) Nicht gleich jedenfalls...LOL
    Erstmal,
    Borderbee

  • Hallo Gero,
    Schau Dir den §26 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes an, darin wird der Begriff "Landschaftsschutzgebiete erklärt.
    Meiner Meinung trifft der Absatz 1 besonders für Imkereien zu, da Honigbienen die Leistungsfähigkeit oder Nutzbarkeit der Naturgüter erhalten oder Wiederherstellen - allein durch den Nutzen der Bestäubung.
    Absätze 2 und 3 treffen auf meine obenstehende Bemerkung zu.
    Wichtig erscheint mir, wenn ich Deine Schilderungen richtig deute, der Abschnitt 2:
    dieser Untersagt bestimmte Handlungen, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen.
    Aber diese treffen meiner Meinung für Imkerei nicht zu.
    Verwiesen wird im Text auf §1, Absatz 3:
    Der ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft kommt für die Erhaltung der Kultur- und Erholungslandschaft eine zentrale Bedeutung zu; sie dient in der Regel den Zielen des Gesetzes.


    Imkerei ist in Niedersachsen Teil der Landwirtschaft!
    Frag bei Deinem Termin, welcher Minister für die Imkerei zuständig ist,
    frag mal, in welchen Erhebungsbogen Du Deine Imkerei versteuerst,
    frag mal, in welche Berufsgenossenschaft Du Beiträge zahlen mudss!
    Ich habe den VErdacht, da fühlt sich einer durch Deine Anwesenheit gestört und will Dich vertreiben.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Nachtrag:
    Zugeständnisse wegen Anzahl der Bienenvölker, Anzahl der Besuche des Bienenstandes usw. ,
    würde ich nicht machen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin, moin,


    ich würde zunächst bitten, die Probleme, die man da sieht, schriftlich zu formulieren. Insbesondere auch die Rechtsgrundlage, auf der man Dir die Nutzung Deiner Streuobstwiese einschränken möchte. 9 Völker auf einer Streuobstwiese im LSG: Ich kann mir da nix vorstellen, was geeignet wäre, die da weg zu verordnen. Streuobstwiese bedeutet Nutzung und eben auch Bienenhaltung. Auch Befahren zur Bewirtschaftung kann man nicht per LSG verbieten. Oder nimmst Du an irgendwelchem Vertragsnaturschutzprogramm teil, das die Nutzung zeitlich einschränkt?


    Vielleicht gefällt ihnen der Anhänger nicht, und da könnte man überlegen, ob es da eine andere Lösung geben kann.


    Trittschäden durch einen Imker oder das Befahren der eigenen Wiese oder die Ausübung eines Überwegungsrechtes auf Nachbars Wiese kann auch im NSG nur bei empfindlichen Vegetationskomplexen ins Feld geführt werden. Eine Streuobstwiese ist per se kein solcher Vegetationskomplex. Wenn es irgendwon oder auch vollflächig darauf besonders schützenswerte Pflanzen gibt, kann man sich bei der konkreten Ausgestaltung sicher einigen...


    Naturschützer reagieren manchmal etwas angefasst auf bauliche Anlagen, und auf Ansiedlung irgendwelcher Trachtpflanzen, wie z. B. Robinie oder indisches Springkraut... Da ist auch eine Berechtigung zu sehen, weil die fast alles andere unterdrücken.


    Und falls es um Wildbienen geht: Da sind Melanies Hinweise sehr beachtlich.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Man kann das Problem auch anders rangehen.


    Es ist sein grund und boden. Warum darf der Natürschützer seinen grund und boden einfach betreten. War er schon drauf, dann ist zu überlegen ob eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch etc.. nicht auch eine Option wäre. So als Jogger auf der Hand. Interessent wäre es wenn das Grundstücknoch eingezäunt wäre. Weil dann wird es gleich schwerer Hausfriedensbruch. Und dann ist ein betreten ohne Erlaubnis nicht statthaft. Nur wie kann er es beweisen der Natürschützer das es wirklich bienenvölker sind wenn er den grund und boden nicht betreten darf...... Besonders wenn Sie noch 50meter entfernt stehen, ohne sich straffällig zumachen....


    Grübel Micha

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Hallo,
    1.
    Du bist doch in Niedersachsen. Wende Dich einfach an das Bieneninstitut in Celle. Die kennen sich garantiert mit der Problematik aus. Es gibt da auch eine Stellungnahme von deren Wissenschaftlern zu dem Thema. Ich denke, Guido Eich oder Ingo Lau, je nachdem wer für Deine Gegend zuständig ist, wird die gesetzlichen Verhältnisse in Niedersachsen schon kennen und Dir fundiert helfen können. Am besten vor dem Termin in Kontakt treten.


    2. Ich denke mal, Du bist im Imkerverein und damit Rechtsschutz versichert. Informiere doch mal Deine Versicherung bzw. den Rechtsberater oder Obmann für Rechtsfragen Deines Landesverband. Auch die sollten Wissen was Sache ist.


    Und dann sag uns bitte, was dabei heraus gekommen ist.


    Gruß Hubert

  • Man kann das Problem auch anders rangehen.

    Aber so eben nicht.

    Warum darf der Natürschützer seinen grund und boden einfach betreten.

    Weil es ein allgemeines Betretungsrecht gibt.

    War er schon drauf, dann ist zu überlegen ob eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch etc.. nicht auch eine Option wäre.

    Völlig abwegig. Hausfriedesnbruch gilt doer wo man "haust" und etwas eingefriedet ist. (mit paar Ausnahmen) Eine Streuobstwiese kann also per se keinen Hausfriedensbruch erzeugen, auch wenn sie umfriedet wäre nicht, weil da keiner "haust". Und es ist auch kein Landfriedensbruch, obwohl die Betretung auf "Land" stattfindet. :)

    So als Jogger auf der Hand. Interessent wäre es wenn das Grundstücknoch eingezäunt wäre. Weil dann wird es gleich schwerer Hausfriedensbruch.

    Nee, isses nicht.

    Und dann ist ein betreten ohne Erlaubnis nicht statthaft. Nur wie kann er es beweisen der Natürschützer das es wirklich bienenvölker sind wenn er den grund und boden nicht betreten darf...... Besonders wenn Sie noch 50meter entfernt stehen, ohne sich straffällig zumachen....

    Komm einem Amt mit so Blödsinn wie Hausfriedensbruch nach Hedwig Müller und Du outest Dich gleich als Nichtwisser!


    Ich hatte durchaus unleidlichen Kontakt zu einem Landschaftspflegverband. Es ist nicht immer ersichtlich, welche Ziel da hinter den Kulissen tatsächlich verfolgt werden. Es gibt auch die Situation, in der die paritätischen Besetzung der Vorstände dazu führt, daß "Veräußerungsverbote wegen Naturschutzbedarfes" auf Deine Flächen eingetragen werden, gegen Du Dich nur schwer wehren kannst (aber mußt). Das Ziel ist dann oft die Flächen zu übernehmen und mit Hilfe von Fördergeldern zu "bewirtschaften". Da durch die paritätische Besetzung immer Personalunionen auftreten, mußt Du mit allem rechnen. Es kann durchaus sein, daß ein Naturschutzverbandsmitglied im Landschaftspflegeverbandsvorstand neben dem Bürgermeister Deiner Gemeinde sitzt. Dann lädt Dich dieser zum Gespräch - der Wind kommt aber aus einer ganz anderen Richtung.


    Umgib doch Deine Wiese mit einer (Benjes-)Hecke als biotopverbindendes Landschaftselement und zeige so, daß es keinen Grund gibt, Dich als Gegner anzusehen. Ansonsten hat jeder auch immer das Recht zu schweigen und notfalls zu seiner Verteidigung (Beschlüsse anzugreifen) einen Anwalt zu beauftragen. Allein das vorlegen einer Vollmacht kann oft schon der Gegenseite ihre Grenzen aufzeigen, verhärtet aber einen Konflikt auf das Schärfste.


    Wer hat Dich "vorgeladen"?
    Bitte um einen Ortstermin zu Zeiten, an denen Du nicht arbeiten mußt. Schlage auch Wochenenden vor. So dokumentierst Du Gesprächsbereitschaft ohne einem Gespräch im Amt ausgesetzt zu sein. Gängeln lassen mußt Du Dich nicht!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder