Die Qual der Wahl

  • das erste Jahr mit der Bienenkiste geht nun langsam zu Ende. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich das ganz gut angelassen. Das Imkern bzw. eher "Bienen halten" macht uns Spaß. Vor allem macht es mir und meinen Kindern Spass, vor dem Flugloch zu sitzen und die Bienen zu beobachten.


    Nun möchten wir von dem einen Volk etwas aufstocken auf zwei, drei, vier fünf... und ich überlege, ob ich mit der Bienenkiste oder einer der vielen Alternativen dazu weitermache.


    Von der Betriebsweise werde ich bestimmt kein echter Imker werden und es geht mir auch nicht um den Ertrag an Honig.


    Für alles, was ich bisher durchdacht habe, finde ich viele gute Argumente, aber auch das eine oder andere, was mir nicht so gut gefällt.


    Naheliegend wäre z.b. auf dem Magazin zu Imkern. Verbreitet ist hier Zander, aber ich möchte gerne beim Naturbau bleiben und mir scheint zudem der Brutraum eher zu klein zu sein.


    Daran scheitert auch mein Gedanke die Warre zu nutzen. Grundsätzlich gefällt mir der Ansatz und die mögliche Betriebsweise sehr gut, aber die Barriere im Brutraum erscheint mir schwierig.


    Überlege ich hier weiter, dann komme ich zu Dadant (man sagt ja, früher oder später landet jeder bei Dadant). Alles, was ich dazu erfahren habe, scheint mir jedoch schwer auf Ertragsmaximierung zu zielen. Gut, ich könnte auch hier im Naturbau imkern und die Bienen ansonsten in Ruhe lassen...


    Dann wären da auch noch die weiteren großräumigen Beuten wie TBH und Einraumbeute...


    Soviel zu meinen Überlegungen aktuell :-)

  • Kenn ich.


    Glaub mir mal, dass Du auch eine Dadantbeute so nutzen kannst, dass Du Naturbau erstellen lässt, kein Pressing mit Schied betreibst, damit unten im BR auch einiges an Einlagerung bekommst, den HR ebenfalls neu ausbauen lässt in Naturbau und dann deutlich geringere Mengen wirst ernten können bzw nur Überschuss.
    Aber


    den Vorteil des guten Rankommens hast Du trotzdem, Du mußt keine Doppel-BR abstapeln und beide durchgucken, wenn Du zB die Königin finden mußt etc.
    den großen BR haste dann sowieso.
    Falls was getan werden muß, kannst Du, falls nicht lässt Du sie.
    Sollte viel Honig unten sie an Schwärmen denken lassen, kannst Du sie lassen oder einen Schwarm vorwegnehmen .... etc.


    Man muß eine Dadantbeute nun mal nicht nach Schema-F betreiben :wink:


    Wenig Hirnqualmen


    wünscht


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Das stimmt so leider bei Warré, es geht aber nicht mal eben so, wie Du schon sagst.


    Bei den großen BR-Waben - egal ob jetzt DNM 1,5 oder Dadant - kannst Du nicht auf die Drahtung verzichten, weil die Waben zu schwer werden und abreißen oder ausbrechen. Das geht aber echt ohne Probleme und ich seh da keine Nachteile. Beute in die Wage und die Mädels bauen die wunderbar ein. Dabei find ich vierfach gedrahtete horizontal besser.
    Im HR kannst Du sie weglassen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin
    Ich habe es ausprobiert. 2011 habe ich einen Schwarm in eine Dadantbeute eingeschlagen (nur Anfangsstreifen ohne Drahtung).
    Dem Volk gehts prächtig, allerdings bedarf es äußerster Sensibilität, wenn man eine Wabe ziehen möchte. Für mich ist ein Experiment, behandele es wie Stabilbau, rühre den Brutraum nicht mehr an und erlaube ihm heuer zu schwärmen, was er vermutlich Ende April auch tun wird. Facit: Ist zwar mein bestes Volk am Stand, jedoch bezweifele ich, daß der Erfolg auf die fehlende Drahtung zurückzuführen ist.
    Also wohl besser drahten, wenn du einfachen Zugang zum Brutnest haben möchtest, Elk
    Ps. Ich nutze Zander und 10ner-Dadant. Stände ich am Anfang, würde ich 12er-Dadant wählen, wegen seines kompromislos großen Brutraumes.

  • bei den Trogbeuten mit nur Oberträger und schweren Waben geht es ja auch. Selbst bei dem mobilen Stabilbau der Bienenkiste ist es uns gelungen, die Waben ohne Bruch zu bewegen (als der Fall der Fälle da war).


    Mein Ziel wäre auch, den Brutraum künftig unangetastet zu lassen. Rähmchen mit Anfangstreifen über den ganzen Raum und gut ist... zur Obstblüte HR drauf, Überschuss raus und im Herbst den Honig zurückfüttern, was übrig bleibt bekomme ich... so in etwa könnte ich mir das vorstellen :-)


    Und wenn es schwärmt, dann schwärmt es eben...


    Soweit die Überlegungen... aber dann denke ich wieder an Warre und denke mir, dass die Erneuerung im Wabenbau dort noch ein wenig eleganter ist.


    Wie würde ich das bei der Dadant lösen, um alle drei Jahre mal die Waben zu erneuern? Kunstschwärme machen?

  • Moin,


    wenn Du von der Pieke auf neu willst und vorher durch Einzelwabentausch keinen Eingriff machen möchtest, dann ist TBE wohl eine gute Idee. Prinzipiell kannst Du aber auch bei Naturbau Einzelwaben entnehmen und neue Rähmchen geben nach und nach.


    Beim Wabentausch Warré mußt Du dir prinzipiell überlegen, ob Du Honig aus bebrüteten Waben haben möchtest, da vorgesehen ist, unterzusetzen und oben wegzunehmen.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Scoutladen, herzlichen Dank für diesen Thread,
    mir geht es wie dir: Habe 2011 mit zwei TBHs angefangen und werde mir wohl am Montag zwei Dadant 10er bestellen.
    Der Plan ist nur mit Anfangsstreifen ohne Draht, dafür mit Absperrgitter und gedrahteten Honigräumen. Ich bin überzeugt, dass es ohne Draht geht im Brutraum.
    Ich bin bereits meine TBH-Waben gewohnt und das Ziehen der Waben ging einwandfrei.
    Bin gespannt wie es bei dir weitergeht.


    Viele Grüße
    Raimund

  • Moin
    2-3 Sechser-Holzdübel in jedem Seitenteil des Dadanträhmchens sind für die Stabilität hilfreich.
    Der schädliche Einfluss des Edelstahldrahtes auf den Bien ist zwar nicht bewiesen, einen positiven Einfluß kann ich jedoch auch nicht erkennen.
    LG Elk

  • Ich hab mal ganz zu Anfang so gedacht wie Ihr, was die Drähte angeht, von wegen Antennen und so. Ich hab dann bei einigen Völkern an den Seitenträgern der Rähmchen je 2 runde Holzstäbchen mit 4mm Durchmesser und 5 cm Länge eingesetzt.
    Diese Stäbchen stehen in den Rahmen rein und werden von den Bienen eingebaut. Finde das Foto leider nicht mehr.


    Schaut nicht nach viel aus, stabilisiert aber die Wabe recht gut.


    War mir aber zu umständlich und auch das Ausschneiden ist recht viel Arbeit.


    Was mich auch gestört hat war die Tatsache das ich den Wabenbau nur schlecht "richten" kann, wenn ich keine Drähte habe.
    Wenn ich Draht habe und sehe bei einer Kontrolle das die Wabe abweicht, dann drücke ich mit Gefühl die begonnene Wabe einfach in den Draht und gut is. Das geht mit den Stäbchen nicht.


    Ich konnte bisher keinen Nachteil zwischen gedrahteten und ungedrahteten Waben feststllen was die Gesundheit angeht.