Mikrobiologie der Bienentränke

  • Ich möchte Euch dazu anstiften, mal das Wasser aus den Bienentränken eurer Bienen unter dem Mikroskop zu untersuchen.


    Da wo die zwei gemütlich einen trinken gehen, habe ich das Wasser mit einer Pipette entnommen und so wie es ist, auf einen Träger getropft.


    Dabei fand ich diese Mikroben:





    Die weißlichen hellen Pünktchen sind Bakterien - manchmal knubbeln die sich auch wie hier.



    Einmal falten, bitte.





  • Wäre interessant zu sehen, was so alles in Bienentränken vorkommt!


    Wenn es regnet, gehe ich auch mal ans Moos.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo Bernhard da bekommt man ja ein große Augen, aber ich glaube die sind nicht alle schädlich. Aber tolle Bilder.:daumen:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo !


    Hallo Bernhard da bekommt man ja ein große Augen, aber ich glaube die sind nicht alle schädlich. Aber tolle Bilder.:daumen:


    @ Drobi


    Nicht alle Mikroben (Mikroorganismen) sind pauschal pathogen.
    Den Krankheitserregenden kommt aus modernmenschlicher Sicht halt die besondere Bedeutung zu,
    viele haben aber auch durchaus positive Effekte, wobei es da immer auf die Sichtweise ankommt.



    @ Berhard


    Klasse Bilder,
    was hast Du da an für ein Mikroskop im Einsatz ?



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich habe das Mikroskop hier im Einsatz:
    http://www.mueller-optronic.com/xtcommerce/product_info.php?language=de&products_id=168


    Das hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Ich habe allerdings die Anforderungen unterschätzt, was die dazugehörige Software betrifft - die plättet mein Laptop. So kann ich zurzeit nur mit Gimp Snapshots aufnehmen. Außerdem schraube ich noch an den Einstellungen herum, um das Bild auch richtig scharf hinzukriegen.


    Hier gibt es eine gute Einführung in das Thema, worin auch weitere Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Du auch mit einfacheren Methoden zum Ziel kommst. Das mobile Mikroskop hatte ich ja schon vorgestellt - und auch mein Aldi-Mikroskop hat gute Dienste geleistet.
    http://www.mikroskopie.de/pfad/dokumentation/main.html


    Gruß
    Bernhard

  • Interessant, was die Bienen so alles aufnehmen. Meine haben seit ner Woche einen stellenweise beschädigten Ballen Grassilage als Wasserquelle entdeckt. Möchte das gar nicht unterm Mikroskop sehen.


    Das klare Wasser aus einem Quellüberlauf verschmähen sie -selbst dort, wo sich lehmige Pfützen befinden.
    Schöne Bilder. Wie machst Du die Makroaufnahmen? Zwischenringe oder Makroobjektiv?

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Ich habe mich auch schon gefragt, was die Bienen wohl an einer liegen gelassenen Gras-Silagefolie finden, dass sie sich so massenhaft darauf niederlassen... andere Wasserquellen gibt es reichlich. Hat jemand eine Erklärung dafür?!


    Gruß - Bo

  • Hi,


    ja, da kann man Kinder sogar dauerhaft vom Nintendo damit weglocken :p hab ich jetzt festgestellt.


    Das ist auf Nr 2 ein Glockentierchen, jedoch befürchte ich, das das keine Bakteien sind, sondern schlicht Grünalgen.
    Das Größenverhältnis stimmt sonst nicht.
    Die meisten Bakterien sind so 0,5 bis 1 µm, die Grünalgen, die es auch als Mehrzeller gibt (Klumpen) sind um die 7 µm.


    In Teichwasser, Pfützenwasser, Mooswasser ist überall ordentlich was los. Hier hatte ich mal eine Übersicht gefunden dazu.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich habe mich auch schon gefragt, was die Bienen wohl an einer liegen gelassenen Gras-Silagefolie finden, dass sie sich so massenhaft darauf niederlassen... andere Wasserquellen gibt es reichlich. Hat jemand eine Erklärung dafür?!
    Gruß - Bo


    :lol: Zucker....
    Bei Silage wird der zuckerhaltige Grasschnitt ja milchsauer vergoren, und außen am Ballen = an der Folie innen dürfte noch einiges an Sickersaft zu finden sein, der noch nicht vergoren ist.
    Auf Sauerkraut leben oben im Pott ja auch Kahmhefen, die unvergorenen Zucker futtern.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ...Zucker....


    Neben Zucker sind auch die kurzkettigen Fettsäuren, in diesem Fall besonders die neben der Milchsäure entstandenen Essigsäuren interessant. Butyrate sind pure Energie für den Darm, im menschlichen Darm sogar die Energiequelle schlechthin. Vermutlich ist es bei Bienen nicht anders.


    Zumindest wabern diese Gebilde, die aussehen wie Bakterien. :daumen:


    Und Milchsäurebakterien sehen ganz ähnlich aus - hier habe ich mal das Milchwasser von Sauerkraut mit einem 50 Euro Aldi-Mikroskop aufgenommen:



    (An Lebendigkeit nur noch zu toppen durch menschliche Spucke. :p)


    Gruß
    Bernhard

  • :lol: Und sie gehen sogar an den Kaffeesatz auf dem Kompost - aus denselben Gründen.
    Sauberes Leitungswasser finden sie ziemlich unattraktiv, ein paar modernde Blätter oder moos-& algenbewachsene Steine sind da schon Pflicht für eine Bienentränke...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi,


    ein paar modernde Blätter oder moos-& algenbewachsene Steine sind da schon Pflicht für eine Bienentränke...:wink:



    was mich zu meiner frage bringt:
    Warum kommen keine Bienen an meine tränke?
    Ich habe sie etwa 3m entfernt der Beuten stehen, darin sind Moos und ein paar Kiesel.
    Das Wasser ist Brunnenwasser also niks Leitungswasser.
    Die tränke steht in der Vollsonne.


    Ich habs auch schon mit Torf in der tränke probiert - kein Erfolg.


    Entweder ich mach noch was grundlegendes falsch, oder die natürlichen Trinkplätze sind attraktiver.


    Wie sehen eure tränken aus bezüglich abstand zur Beute? ( Ich vermute meine steht womöglich zu nah?! )


    Gruß
    Philipp

  • Hallo Phillip.
    da vermutest Du ganz richtig!
    Bienen wollen erst ein paar Meter fliegen, bevor sie sammeln.
    So zwanzig Meter entfernt, außerhalb des direkten Einfluges.
    Weil sonst sch... sie ins Trinkwasser, was nicht besonders gut bekommt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.