Wieso hab ich _(noch?)kein_ Problem mit Varroa?

  • Moin alle


    Ja komischer Titel, aber ich frage mich ernsthaft, warum bei meinem einem Volk, dass ich mir letztes Jahr im Juli zugelegt habe momentan keine Milben feststellbar sind.


    Ich habe letztes Jahr zweimal mit Ameisenseure im Nassenheider Verdunster behandelt.
    Der Erfolg der ersten Behandlung war eher mässig. (Gemessen daran was auf der Windel lag)
    Bei der zweiten Behandlung ist mir dann ein kleines Missgeschick passiert. Ich habe die Folie unter
    dem Fleecetuch vergessen und musste dann beruflich auch eine Woche weg (im Oktober)
    Ergebniss war, das Tuch war ziemlich an den Rähmchen angekittet, liess sich aber zerstörungsfrei abziehen.
    Die Windel war im Anschluss übervoll mit Milben.


    Mit Oxalsäure habe ich garnicht behandelt, da ich immer auf den Frost gewartet habe, der aber im Dezember nicht kam......


    Dazu hab ich sicher mehr als den Bienen gut getan hat in die Beute geschaut :-)


    Ja und nun im März.... zwei Zargen voll mit Bienen, schleppen ohne ende Pollen rein, alles tummelt sich munter und ich habe keinen feststellbaren Milbenfall.


    Vieleicht hab ich ja auch nur Glück? Aber wundern tut es mich schon.


    Viele Grüße


    Daniel Dicke
    danie@derdicke.de

  • ... schleppen ohne ende Pollen rein, alles tummelt sich munter und ich habe keinen feststellbaren Milbenfall

    Na da werden wohl eineige Milben in der Brut sein und die freienen werden mit den abgehenden Altbienen in die Landschaft fallen.


    Öffne einfach Deinen ersten ins Brutnest gegebenen und dort ausgebauten Drohnenrahmen und das Wundern wird sich legen!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wieviele Milben erwartest Du denn?


    Mal rechnen: In einem Monat verdoppelt sich ungefähr der natürliche Milbenfall. Der "tödliche" Befall ist bei vielleicht 50 Milben pro Tag. So im Juli/August wird es üblicherweise kritisch, das sind 5-6 Monate, also 2 hoch 5 bzw 2 hoch 6, also zwischen 64 und 128, sagen wir 100.
    Ein Volk, deren Milbenbefall nicht übermässig hoch ist, hätte heute also einen durchschnittlichen Milbenfall von 50 / 100 = 0,5 Milben pro Tag.
    Dazu kommt evtl noch, dass die Milben alle gleichzeitig in die Brut gegangen sind, man also längere Zeit die Windel unterlegen müsste, um den Schnitt zu berechnen. Dann kommen aber schon die Ameisen und schleppen Milbenleichen weg...
    Ich würde mir heute bei durchschnittlich 0,5 Milben pro Tag schon Gedanken über die rechtzeitige Behandlung machen...

  • Kassandra unkt....wart's nur ab...


    Die Varroen sind grad tierisch beschäftigt und wenn Du sie erst auf den Bienen siehst ist es schon fast zu spät....


    Also dieses Jahre bitte gut hinterher sein wenn die Winterbehandlung nicht passiert ist - eine Bienenprobe wird Dir um diese Zeit nichts verraten aber ich würde unbedingt die erste Drohnenbrut schneiden und wenn Du magst, schau mal rein (Auswaschen). Ansonsten Bienenprobe mit Puderzucker bei der letzten Ernte machen...


    Melanie

  • Hallo Daniel!


    Eigentlich hast du vieles richtig gemacht. Die Anwendung des Nassenheider-Horizontalverdunsters ist ein sehr guter, eigentlich der beste Ausgangspunkt. Die Folie unter dem Fleecetuch lasse ich immer weg.


    Wenn man sich Statistiken über den Milbenfall bei AS-Behandlung anschaut, kann man oft feststellen, dass bei der ersten Behandlung relativ gesehen wenig Milben fallen. Warum das so ist, ist mir auch nicht bekannt. Es macht mir aber auch keine großen Sorgen.


    Bezüglich der weggelassenen OS-Behandlung, im Frühjahr macht es relativ wenig Unterschied, ob sich 10 oder 50 Milben als Startpopulation vermehren. Dies wirkt sich erst im Spätsommer so richtig aus, da musst du wachsam sein. Wenn die letzte AS-Behandlung super gut gewirkt hat und keine fremden Milben eingetragen wurden, könnte es sein, dass man gar nichts merkt. Meine Empfehlung dahingehend, dass man im Dezember auch ohne vorausgegangenen Frost behandeln kann, bzw soll. Die Empfehlung mit dem Frost bezieht sich eher auf den November.


    Warum ist zur Zeit kein Milbenabfall feststellbar?


    Im zeitigen Frühjahr ist generell ein starker Zyklus beim Milbenabfall feststellbar. Das ergibt sich daraus, dass nach Brutbeginn die Milben so schnell wie möglich in die Brut eindringen wollen, denn sie wollen sich ja vermehren. Dann kommt eine 12- tägige Verdeckelungszeit. In dieser Zeit schlüpft keine Brut, daher ist auch kein Milbenfall feststellbar, da alle Milben in der Brut sind. Nach dem 12. Tag werden an den ersten ein-oder zwei Tagen vermehrt die Bienen mit den Milben schlüpfen. An solchen Tagen wäre ein erhöhter Milbenfall feststellbar. Nach einem Reifungsfraß von etwa 2 Tagen dringen die Milben wieder in die Brut ein und das Rad dreht sich erneut. Die Zyklusbildung wird mit jedem Brutdurchgang schwächer. Im späten Frühjahr schlüpfen dann täglich Bienen die mit Milben belastet sind und damit fallen auch täglich Milben.


    MfG
    Honigmaul

  • N`Abend, Daniel!


    Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, keine Varroen sehen heisst nicht keine Varroen da.
    Ich habe ein Volk (mein stärkstes derzeit), aus welchem in den letzten 14 Tagen immer wieder WDV-geschädigte Bienen herauslaufen. Erst dachte ich an verkühlte, auslaufende Brut. Bei der heutigen ersten Durchsicht dieses Volks (aus dem Bauchgefühl heraus) sah ich es dann: Auf den Waben auch immer wieder einzelne Krüppelbienen, ebenso Bienen mit ansitzenden Milben. Und das um diese Jahreszeit! Nicht gut.


    Wenn du aber in deinem Volk augenscheinlich gesunde Bienen hast und keine auf den Bienen sitzenden Milben zuhauf, dann würde ich mich an deiner Stelle nicht sorgen. Sieht es aus wie von mir gerade beschrieben, sollte man überlegen was man mit einem solchen Volk macht.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    und was hast Du Dir in diesem Falle für das Volk überlegt? :confused:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Jo also ansitzende Milben sehe ich keine (letztes Jahr vor der Varroa Behandlung habe ich welche gesehen)
    Also nehme ich mal an:
    Anfängerglück, bisher alles so wie es sein soll, aber natürlich keine Entwarnung, sondern immer wachsam sein.


    Schaun wir mal wie sich alles entwickelt. Ich werde zu gegebener Zeit dann berichten.
    Auf jeden Fall machen mir die Bienen bisher (wieder) viel Freude und es ist einfach entspannend sich mal eine halbe Stunde neben das Flugloch zu setzen und einfach zuzuschauen.

  • und was hast Du Dir in diesem Falle für das Volk überlegt? :confused:

    Also ich würde da ja zu einem radikalen Mittel raten.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • N`Abend zusammen!


    Das betreffende Volk stand neben meinem einzigen Winterverlust, welcher vermutlich im Herbst durch varroabedingt abfliegende Bienen, welche sich meiner Theorie nach im Nachbarvolk eingebettelt haben, so geschwächt wurde, dass er winters erfror / verhungerte, jedenfalls aber starb.
    Sollte es so gewesen sein, würde dies die massive Überwinterungsstärke sowie den hohen Varroabefall erklären. Eventuell wurde dieser noch durch volksstärkebedingt frühes Brüten gefördert?!
    Behandelt habe ich dieses Volk wie alle anderen auch, die entsprechende Schadanzeichen durchweg nicht zeigen. Daran sollte es also nicht liegen.


    Mein Plan war es, dieses Volk zur Königinnenvermehrung / -aufzucht zu verwenden, um es dann unmittelbar im Anschluss bzw. einem Abwasch in Ableger zu verarbeiten, mit je einer schlupfreifen Zelle. Die HR würde ich bienenleer bei anderen Völkern aufsetzen.
    So könnte ich die Ableger in der Zeit bis zur ersten frisch verdeckelten Brut behandeln (womit am effektivsten und gleichzeitig schonendsten?), die Milbenlast verteilen und die angestrebte Völkervermehrung umsetzen.


    Meinungen?



    Müde Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Wenns warm ist AS-Schwammtuch. Bei jedem Wetter MS.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • 1. Selbst wenn du es zerrupfen willst, erst mal Handgranate rein und dann so wie du beschrieben hast.
    2. Totale Brutentnahme + den Mist gleich einschmelzen, MS 2-3 mal vor verdeckeln der ersten Brut auf die Bienen und geb halt alle ausgebauten Waben die du grad hast.
    Dann ist das Volk erst wieder in 4 Wochen voll da, was soll`s, dafür hast du dann keine Milbenschleuder mehr am Stand.
    Neue Königin wenn du später ne gute hast.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance