Hyperthermie

  • Genau hier ist das Problem. Die eingebrachte Wärmequelle darf kaum bis gar nicht über der maximal bienenverträglichen Temeratur liegen. Daher dauert es ja auch so lange bis alles auf einen Nenner gebracht wird.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Danke Ralph, werde mir deine Suchhinweise heute abend mal zu Gemüte führen, jetzt ist erstmal Schuften angesagt. Der Holzbrutschrank (Maße H/B/T = 100/60/60 cm) hat übrigens eine obenliegende Ringheizung mit 300 Watt Leistung und einen Ventilator. Die Luft wird von oben durch den Brutraum geblasen und an seitlichen Luftkanälen außerhalb der Brutraums wieder von unten nach oben geführt, um dann wieder erwärmt und in den Brutraum geblasen zu werden. Der Fühler befindet sich mittig im Brutraum. Die geringe Leistung ist erforderlich, weil die Temperatur im Brutschrank nicht deutlich höher sein darf, als die Bruttemperatur (37,8 Grad bei Hühnereiern) ist und eine langsame Angleichung erfolgen muss. Ab 40 Grad wirds für Hühnereier äußerst kritisch, weil Eiweiße beginnen, sich zu zersetzen. Also ähnlich temperaturempfindlich, wie ein Bienenvolk.


    Gruß Sven

  • wie ist denn generell das Verhalten der Milben in Bezug auf die Temperatur? Hat man das schonmal wissenschaftlich untersucht, beispielweise die Beute (1- oder 2-zargig) für 24 oder 48 Stunden einer erhöhten Temperatur auszusetzen, von 39 oder 40 Grad? Wie reagieren die Milben da? Verlassen sie die Beute, wenns überall gleichmäßig warm ist?


    Bei den Vorführungen zur Bienensauna berichtete Herr Rossa, dass bei seinen ersten Versuchen die Milben massenhaft die Beute verlassen hätten, um der Wärme zu entkommen. Aus diesem Grund hatte er vor, in seinem Seriengerät unter dem Varroagitter ein Hochspannungsteil einzubauen, wie bei einer elektrischen Mücken- oder Wespenfalle.


    Zitat

    Wo liegt die Temperaturgrenze, ab der sich die Milben sichtlich nicht mehr wohl fühlen?


    Herr Rossa behauptet, dass Varroamilben bei 39°C bereits irreversibel geschädigt würden (ich glaube, er sprach sogar von 38,4°C, aber da bin ich gerade nicht 100% sicher), so dass sie zumindest unfruchtbar würden.
    Eine wissenschaftliche Studie dazu habe ich nicht parat, aber in der "Schweizerischen Bienen-Zeitung 06/2012" finden sich mehrere Artikel zur Hyperthermie, sowohl sehr positiv als auch eher kritisch. Auf Seite 22 wird auch erwähnt, dass die Milben bei über 38°C Probleme bekommen...



    Grüße,
    Robert

  • Bei mir haben Milben überlebt, obwohl die Temperetur für 2h bei mindestens 39°C gelegen hat. Sie haben nicht nur gelebt, sondern sich auch vermehrt, erkennbar an den Brutschäden. Bei 41°C war die Behandlung erfolgreich.
    Ich möchte eine eventuell aufkommende Euphorie dämpfen: Für die umfassenden Behandlung eines größeren Standes ist die Bruthypertherie in Magazinen nicht geeignet, da sie viel zu lange dauert:

    • Bienenfreie Brutentnahme aus 3 Völkern: 30min
    • Transport und Bestückung der Hyperthermie-Apparatur: 15min
    • Anheizen auf 41°C: 60min
    • Behandeln: 120min
    • Entnahme der Brut und Transport: 15min
    • Rückgabe der Brut: 30min
    • Insgesamt: 270min = 4h30min oder 1h30min/Volk


    Hinzu kommt, dass nach der Bruthyperthermie die phoretischen Milben noch vorhanden sind. Daher muss am gleichen Tag noch eine schnell wirksame Varroabehandlung angeschlossen werden, also mit AS-Schwammtuch oder OS-Bedampfung.
    Ich sehe daher die Bruthyperthermie nur als einen möglichen Baustein eines Gesamtkonzepts, z.B. für die Behandlung von Fangwaben oder zum Behandeln von im Sommer zusammenbrechenden Völkern.
    Ich empfehle, sich nicht so sehr auf irgendwelche Vorträge zu verlassen, sondern die Bachelorarbeit von Arne Kablau zu lesen. Im Forum ist er als Arne90 angemeldet. Man kann ihn bitten, seine Bachelorarbeit zu übersenden. In der letzten Zeit scheint er sich nicht mehr in Forum eigeloggt zu haben, sodass die Kontaktaufnahme Probleme bereiten könnte. In diesem Fall empfehle ich, Hartmut um eine Kontaktvermittlung zu bitten, da er als Forumadministrator die Kontaktdaten kennen müsste.


    Gruß Ralph

  • Bei den Vorführungen zur Bienensauna berichtete Herr Rossa, dass bei seinen ersten Versuchen die Milben massenhaft die Beute verlassen hätten, um der Wärme zu entkommen. Aus diesem Grund hatte er vor, in seinem Seriengerät unter dem Varroagitter ein Hochspannungsteil einzubauen, wie bei einer elektrischen Mücken- oder Wespenfalle.

    Wie das, die Milben, nehmen normal ein Taxi, die spazieren nicht einfach zu rum, bei meinen Hyperthermie Behandlungen konnte ich das nie beobachten

  • Bei mir haben Milben überlebt, obwohl die Temperetur für 2h bei mindestens 39°C gelegen hat.

    Was für Temperatur, die Luft in der Beute oder das Wachs in den Waben, das ist der Knackpunkt


    Wachs braucht unendlich lange bis die Temperatur auch dort bei 40° ist und das braucht es um in den Zellen zu wirken


    Und das muss mit sehr wenig Leistung erreicht werden, um nicht darüber zu schiessen

  • Hallo ,
    endlich sind wir ja soweit, dass wir zumindest Vertrauen in die Hyperthermie als Behandlungsmittel haben.
    Das ist ein sehr entscheidender Schritt, weil sich jetzt auch einige Gedanken darüben machen, wie sie das etwas vereinfachen können.
    Die Bienensauna wenn das alles so klappt scheint mir ein recht vernünftiger Anfang zu sein.
    Mit Heissluftfön habe ich auch schon getestet aber genau diese ungleichmässige Erwärmung und das zwingende vorhanden sein von einer Stromquelle hat mich gestört.
    Ich bastel ja auch gerade rum aber das ist erstmal nur zum Selbstzweck.
    Hier was für unter 200€ anzubieten zu können wäre eigentlich mein Ziel gewesen.
    Wenn schon mal meine Frau sagt, dass die Grundidee an sich nicht ganz schlecht ist :)
    Habe ich wenichstens von meiner Regierung grünes Licht.
    Hab heute nochmals die Wärmeleistung meines Experimentes durchgerechnet und das könnte sehr knapp werden.
    Mal sehen was die Praxis sagt.


    Leider ist die Jahreszeit ideal zum Experimentieren aber nicht richtig zum Testen.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Ein Tip zur Stromversorgung, Franky:
    Mittlerweile haben viele eute ein E-Bike. Dessen Batterie ist sehr leistungsfähig, abnehmbar, gut transpotrierbar


    ..stimmt. Aber leider keinen Industrie-Standard (Größe, Form, Anschlüsse) wie es z.B. bei den 12 Volt Autobatterien gibt.
    Ich kenne 24 Volt / 36 Volt und 48 Volt LI-Akkus für E-Räder.
    Weshalb man aufpassen sollte, auf welchen Hersteller man sich einläßt.


    Jonas

  • Da, soweit ich sehe, zur Bienensauna alles geschlossen wurde, Frage an dieser Stelle - heute sollte doch die erste Behandlung mit dem Gerät in Berlin erfolgen, hat da jemand Informationen???


    Ich habe mich für morgen angemeldet, auch in Berlin, schaun wa mal


    Grüsse aus Werder