(Um-)Bau einer Christ-Beute

  • Hallo zusammen,


    ich hatte ja angekündigt, dass ich einige Honigraumaufsätze einer alten Gerstung-Beute zu einem Christ-Magazin umbauen wollte. Hintergrund ist mein Bestreben mit einer Stabilbauweise Erfahrung zu sammeln und auch die Errichtung einer Schaubeute für den Hof auf dem ich arbeite.


    Hier die Links zu den älteren Beiträgen:
    Christ-Beute Info- und Linksammlung
    Beutenname gesucht


    Ich habe bisher zwei Samstage für den Einbau der Sichtfenster und für die Oberträger investiert. Glücklicherweise kann ich für solche Aktionen kurzfristig eine einigermaßen eingerichtete Tischlerei nutzen. Jetzt fehlen nur noch Halterungen für die Abdeckung der Fenster, dann kann gerne ein Schwarm kommen. Eigentlich fehlt auch noch ein Boden mit Gitter und Varroaschublade. Die Böden, die vorhanden sind haben einen geschlossenen Boden. Das hat aber noch etwas Zeit. Hier ein paar Bilder vom Umbau:


    Einbau der Sichtfenster:

    Ich habe mit der Stichsäge eine Öffnung für die Scheiben gesägt, mit den Zwingen ein Brett unten fixiert, die Scheibe reingelegt und dann die Glasleisten mit etwas Leim eingebaut. Die Scheibe kann nun nach dem Entfernen des Brettes natürlich rausfallen. Deshalb habe ich später die Scheibe mit Bienenwachs an den Ecken fixiert und lasse die restlichen Lücken dann von den Bienen mit Propolis verkitten. Dann sollten die Scheiben sicher fixiert sein.


    Zargenturm:

    Es stehen nun 10 Zargen zur Verfügung


    Vorbereitung der Oberträger:

    Ich habe mich entschlossen für jeden Oberträger zwei Abstandhalter (35 mm) einzusetzen. Ich wollte, dass die Abstandhalter bündig mit den Oberträgern sind, deshalb habe ich mit der Oberfräse gearbeitet. Später ist mir eingefallen, dass man die Abstandhalter ja auch stumpf aufleimen kann, wenn man sie in der Zarge nach unten dreht. Dann kann man aber den Anfangsstreifen nicht ohne weiteres über die ganze Länge des Oberträgers befestigen und ich bin mir nicht sicher, ob das ein Problem werden könnte. Es würde die Vorbereitungsarbeit natürlich erheblich vereinfachen und man bräuchte keine Oberfräse.


    Eingesetzte Oberträger:



    Detail Abstandhalter:

    Im Baumarkt habe ich glücklicherweise Leisten gefunden, die fast genau in meine Fräsung (16 mm breit, 5 mm tief) passen. Die Oberträger sind 10 mm dick und 20 mm breit. Jeder Oberträger ist mit einem Tropfen Leim und einer 8 mm Tackernadel fixiert.


    Fräsvorrichtung für die Abstandhalter der Oberträger:

    Mit so einer Vorrichtung geht es vergleichsweise schnell, ist aber doch noch eine Menge Arbeit. 10 Zargen x 8 Oberträger x 2 Abstandhalter = 160 x fräsen. Wenn man mit Oberfräsen arbeitet kann man nicht genug Staubsauger einsetzen.


    Da ich maximal sieben Abbildungen einfügen kann folgt gleich noch ein Beitrag mit den Bildern von der Befestigung der Anfangsstreifen.

  • Zur Befestigung der Anfangsstreifen habe ich zuerst mit einem Lötkolben experimentiert. Das war aber wenig enthusiasmierend, deshalb habe ich mich dann doch entschlossen eine kleine Vorrichtung zu bauen, in die der Oberträger eingelegt werden kann.


    Vorrichtung zur Befestigung der Anfangsstreifen:

    Der Oberträger wird in die Vorrichtung eingelegt, dann legt man den Anfangsstreifen möglichst dicht an den Oberträger ran und träufelt in die Ecke ein paar Tropfen Bienenwachs.


    Seitenansicht der Vorrichtung zur Befestigung der Anfangsstreifen:


    Mit Bienenkerzenwachs befestigter Anfangsstreifen:

    Mit dieser Methode geht es richtig flott und die Anfangsstreifen sind schön gerade und mittig ausgerichtet.

  • Wow....was für ne Arbeit.:daumen:




    Frau ist da eher einfach veranlagt....was die Oberträger betrifft, habe ich einfach die Oberträgerleisten mit zwei Querleisten verbunden.(angeleimt). Ergibt dann einen kompletten Gitterrost.
    Abstand der Oberträger ca. 32mm.
    Die Wachslinie habe ich ganz einfach mit einer Konservendose,(von Hand wurde vorher ein Ausgussschnabel geformt) aufgegossen.
    Die Bienen sind auch mit einer dünnen Wachslinie, die z.B. mit Kerze getröpfelt wurde, zufrieden.:wink:



    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Regina,

    ....was die Oberträger betrifft, habe ich einfach die Oberträgerleisten mit zwei Querleisten verbunden.(angeleimt). Ergibt dann einen kompletten Gitterrost. Abstand der Oberträger ca. 32mm.

    Es gibt ja auch noch die Möglichkeit von Finvara mit dem aufgetackerten Band. Ich wollte aber unbedingt die Oberträger einzeln beweglich halten. Ist 32 mm nicht ganz schön eng?



    Die Wachslinie habe ich ganz einfach mit einer Konservendose,(von Hand wurde vorher ein Ausgussschnabel geformt) aufgegossen.
    Die Bienen sind auch mit einer dünnen Wachslinie, die z.B. mit Kerze getröpfelt wurde, zufrieden.:wink:

    Das ist für die Zukunft gut zu wissen, auch wenn mir die Vorstellung schwerfällt mit flüssigem Wachs eine dünne Linie zu gießen. Ich hatte zwischendurch auch überlegt, ob es nicht reicht eine dünne Wachslinie aufzubringen, da es aber mein erster Versuch mit der Christ-Beute ist wollte ich kein Risiko eingehen.

  • ...
    Das ist für die Zukunft gut zu wissen, auch wenn mir die Vorstellung schwerfällt mit flüssigem Wachs eine dünne Linie zu gießen. Ich hatte zwischendurch auch überlegt, ob es nicht reicht eine dünne Wachslinie aufzubringen, da es aber mein erster Versuch mit der Christ-Beute ist wollte ich kein Risiko eingehen.


    Lass das lieber sein und bleib bei deinen Anfangsstreifen. Habe mal einen Versuch mit 80 Völkern und 160 Honigzargen gemacht (1600 Rähmchen), da war 90% wildbau vorhanden.
    Eine tierische Arbeit den Honig zu ernten...
    Schenk, schlägt vor dreieckige Anfangsstreifen zu verwenden, dies vermindert nochmals den Wildbau Das nicht zwei Waben an einem Rähmchen gebaut werden und dann nicht richtig zusammen gefügt werden. Die Bienen fangen immer an der Spitze des Dreiecks an zu bauen.

  • Hallo Oliver

    Lass das lieber sein und bleib bei deinen Anfangsstreifen. Habe mal einen Versuch mit 80 Völkern und 160 Honigzargen gemacht (1600 Rähmchen), da war 90% wildbau vorhanden.


    interessant....ich wusste noch gar nicht, dass Du in Christbeuten imkerst.


    @ Ben
    Bei mir wurde bis jetzt immer nur die unterste Zarge leicht quergebaut. (Ich nenne sie "Fußabtreterwaben")
    Die oberen Honig-u. Brutwaben wurden so gerade gebaut, dass man sie auch in Mobilbauweise hätte ziehen können.
    Ich gebe jetzt keine Garantie, dass alle Bienenvölker so bauen....vielleicht besitze ich auch nur besonders "ordnungsliebende" Bienen ......... wie der Herr so´s G´scherr.:-D




    Zitat

    Ist 32 mm nicht ganz schön eng?


    Nein.
    Du kannst den Abstand aber ruhig größer machen.
    Der 32er Abstand ist für mich nur ein Versuch..... "Versuch macht kluch".:wink:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)


  • interessant....ich wusste noch gar nicht, dass Du in Christbeuten imkerst.


    ...


    Der 32er Abstand ist für mich nur ein Versuch..... "Versuch macht kluch".:wink:


    Christ habe ich nicht. Ich halte bewegliche Rähmchen für die natürlichere und schonndere Weise zu Imkern. Nur weil man Rähmchen hat muss man die ja nicht ständig ziehen und herumwürfeln. Ein Kollege nannte das Arbeiten am Nest: chriurgischen Eingriff! Denke dieser Ausdruck passt, sollte nur vorgenommen werden wenn es sein muss, dann aber so schonend wie möglich und da helfen die Rähmchen wunderbar!
    Ich habe mit Langstroth angefangen (fast) die einzige Beute die man hier bekommt. Später dann begonnen auf Jumbo (Dadant10) umzustellen, da ich ein geteiltes Brutnest für störend halte (bin ein wehementer Gegner der Flachzargen im Brutraum).
    Was den Wabenabstand angeht: nutze Rähmchen ohne Abstandshalter und sehe dann welch Abstand der beste für Deinen Bien ist (Rasse/Linienabhängig). Ich habe mir gerade eine Jumbo21 gebaut (2 Jumbo Bruträume horizontal zusammen, das ergibt dann 21 Rähmchen) mit Rähmchen ohne Abstandshalter. Diese Beute werde ich nutzen um den idealen Brutraum und Rähmchenabstand meiner neuen Bienen herauszufinden (Ligustica Linie Naveiro).
    Und nicht vergessen: Dreieckige Anfangsstreifen! Lohnt sich! Schenk war wirklich ein Meister der Beobachtung und des Studiums! Ein deutscher Einwanderer (hier in Brasilien) der nur auf dem Postwege sich mit anderen Imkern/Wissenschaftlern in der ganzen Welt ausstauschen konnte. Unglaublich was der Mann ohne Internet/DVD/Computer etc. hervorgebracht hat. Und leider mit der Afrikanisierung fast in Vergessenheit geraten! Habe sein Buch (in portugiesch) im Original von 1944. Es gibt auch die Schenk-Beute, heute noch im Süden Brasiliens verwendet.
    Das war jetzt wieder OT...

  • Zur Befestigung der Anfangsstreifen habe ich zuerst mit einem Lötkolben experimentiert. Das war aber wenig enthusiasmierend, deshalb habe ich mich dann doch entschlossen eine kleine Vorrichtung zu bauen, in die der Oberträger eingelegt werden kann.


    Vorrichtung zur Befestigung der Anfangsstreifen:
    Der Oberträger wird in die Vorrichtung eingelegt, dann legt man den Anfangsstreifen möglichst dicht an den Oberträger ran und träufelt in die Ecke ein paar Tropfen Bienenwachs.


    Hallo benschke . Nur werden die Anfangstreifen mit den Paar Tropfen Bienenwachs nicht an den Oberträgern halten wenn sich mal einige Bienen in der Bautraube daran hängen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo benschke . Nur werden die Anfangstreifen mit den Paar Tropfen Bienenwachs nicht an den Oberträgern halten wenn sich mal einige Bienen in der Bautraube daran hängen .
    Gruß Josef


    Wir werden sehen. Mir kommen die Anfangsstreifen ziemlich fest vor. Darüber hinaus können sich in den Christ-Zargen ja maximal 12 cm Bienentraube bilden. Dann kommt schon der nächste Oberträger.

  • Wir werden sehen. Mir kommen die Anfangsstreifen ziemlich fest vor. Darüber hinaus können sich in den Christ-Zargen ja maximal 12 cm Bienentraube bilden. Dann kommt schon der nächste Oberträger.


    Hallo benschke ,spätestens wenn die Anfangstreifen unten liegen und die Bienen haben kreuz und quer gebaut wirst du mir glauben !
    Es ist ja so teuer etwas Wachs zur Befestigung des Anfangsstreifen mehr zu nehmen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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